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Die große Klima-Diskussion

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Ich verwende die Software PVGIS der EU zur Abschätzung von PV-Erträgen:
https://re.jrc.ec.europa.eu/pvg_tools/de/#api_5.3
Man erhält für eine fiktive 1 kWP Anlage etwa 1000 kWh für Köln und 1600 kWh für Tarifa in Südspanien, der Faktor 1,6 kommt also etwa hin.
Das sind aber die Werte für den höchsten Jahresertrag, Ausrichtung nach Süden.
Die Diskussion, die hohen Ertragsspitzen um die Mittagszeit zu kappen, ist ja momentan in vollem Gange. Eine fixe Einspeisevergütung ist nicht mehr zeitgemäß, es wird wohl auf eine dynamische Vergütung nach Börsenstrompreis hinauslaufen. Das EEG 2025 wird da wohl einiges verbessern. Bei den Privathaushalten mit Speichern wird sich die Gesetzeslage auch hoffentlich ändern, es muss Anreiz gegeben werden, um die Mittagszeit den Speicher zu füllen, die Vergütung für das Einspeisen natürlich auch dynamisch.
Ausrichtung in Zukunft dann eher Ost-West, wenn möglich. Bei den heutigen Modulpreisen rechnen sich nun auch früher undenkbare Konstruktionen, wie senkrechte Befestigung an der Fassade oder ein Solarzaun. Man hat dann zwar im Sommer etwas weniger Ertrag, aber dafür im Winter mehr.
 
old17 schrieb:
Diesen Mumpitz glaube ich in dem Moment, in dem der Bayerische Ministerpräsident bei seiner Schreierei nach Atomkraft auch die Eier in der Hose hat, seinen Untertan im schönen Freistaat zu erklären, dass der anfallende Müll auch dort verscharrt wird. Aber da windet er sich wie ein Aal und schlingert von einer absurden Erklärung in die nächste.
Herrjeh, sowas kann man einfach nicht unkommentiert stehen lassen. Am Ende lesen das noch Kinder oder Jugendliche und halten es für realitätsnah.

Am Besten merkt man sowas übrigens immer daran, wenn jemand sich so äußert, dass man quasi identisch in den Medien oder bestimmten Positionspapieren diese Aussage findet, dass derjenige sich nicht selbst über eine eigene Position nachgedacht hat, sondern nur das nachplappert, was er woanders gehört hat - komisch, genau das kam mir auch direkt in den Sinn...wir versammeln uns alle unter einem großen Aluhut

Dieser Beitrag ist ganz exzellentes Beispiel für ideologisierte Politik, die nie hinterfragt wird - jeder Widerspruch wird dann auch nicht anhand objektiver Argumente erwidert, sondern einfach mit "Aluhut" (oder gerne auch "Extremisten") versucht zu diskreditieren.

Zum Atommüll hatte ich mich weiter vorne schon geäußert, auch hier hast du ja keinerlei Argumente geliefert, wieso man den a) in Deutschland oder b) in Bayern endlagern sollte, wirfst aber anderen vor, sich Argumenten zu verweigern.
Du könntest ja hier mal darlegen, aus welchen Gründen es nicht sinnvoll sein soll, dass bspw. in den US-amerikanischen ehemaligen Atomtestgebieten in der Wüste allen Atommüll diverser westlicher Länder zu lagern, sondern die Menschheit insgesamt mehr davon hat, wenn jedes Land ein eigenes Lager errichtet.

Übriges ist an dem Beispiel auch prima erkennbar, dass diese Politik der Prinzipien rein aus Ideologie entgegen der Vernunft niemandem was bringt, denn derzeit lagert der Atommüll einfach auf den Geländen der Kraftwerke. Denn, was du unerwähnt gelassen hast, müssen wir in jedem Fall Atommüll endlagern, egal ob wir wieder in die Atomkraft einsteigen oder nicht.

Aber wenn dich all das nicht überzeugt, kannst du ja mal den Co2-Ausstoß durch Stromerzeugung in Europa vergleichen https://app.electricitymaps.com/zone/DE, wo Deutschland in der EU am Drittmeisten ausstößt pro kWh.

PS: Ich persönlich wäre übrigens sogar dafür, Atomkraft wieder zu betreiben, wenn in Bayern ein Endlager gebaut wird, und am Besten bauen wir dann eine WAA auch gleich mit, hier finde ich es eh unverschämt dass der Bund das Bayern untersagen kann, einfach selbst Atomkraftwerke zu betreiben.
 
NeusserGletscher schrieb:
45 TWh / 25,54 GW * 81,7 GW / 62 TWh = 2,3
Nach deinen Zahlen kommt man auf 1800kWh/kWp.a für Spanien und 760kWh/kWp.a für Deutschland. Da frage ich mich schon, woher diese Zahlen kommen? Denn wie schon zitiert (da sind auch aktuelle Daten dabei!) geht man bei uns von 1000kWh/kWp.a aus. Ich frage mich eher, woher man weiß, wie viel von privaten PV-Einspeisungen bzw. Erzeugung kommt. Woher weiß jemand, wie viel ich produziere, einspeise bzw. selbst verbrauche? Das können nur Schätzungen sein. Möglicherweise liegt es daran, dass bei uns ein Großteil der Anlagen privater Natur sind und die Unterscheidung Einspeisen, Produktion, Eigenverbrauch gar nicht möglich ist! Und in Spanien eher kommerzielle, große Freiflächenanlagen entstehen, die nur einspeisen.

NeusserGletscher schrieb:
Was erstaunt Dich daran? Spanien liegt näher am Äquator. Im Winterhalbjahr steht die Sonne höher über dem Horizont. Ganz abgesehen vom Wetter.
Mich erstaunt daran gar nichts, das war mir klar - nur deine Zahlenspielereien erstaunen mich.
 
TONI_B schrieb:
NeusserGletscher schrieb:
45 TWh / 25,54 GW * 81,7 GW / 62 TWh = 2,3
Nach deinen Zahlen kommt man auf 1800kWh/kWp.a für Spanien und 760kWh/kWp.a für Deutschland. Da frage ich mich schon, woher diese Zahlen kommen? Denn wie schon zitiert (da sind auch aktuelle Daten dabei!) geht man bei uns von 1000kWh/kWp.a aus. Ich frage mich eher, woher man weiß, wie viel von privaten PV-Einspeisungen bzw. Erzeugung kommt. Woher weiß jemand, wie viel ich produziere, einspeise bzw. selbst verbrauche? Das können nur Schätzungen sein. Möglicherweise liegt es daran, dass bei uns ein Großteil der Anlagen privater Natur sind und die Unterscheidung Einspeisen, Produktion, Eigenverbrauch gar nicht möglich ist! Und in Spanien eher kommerzielle, große Freiflächenanlagen entstehen, die nur einspeisen.

Ja, das sind alles berechtigte Einwände, die man in einer fundierten Betrachtung klären sollte. Aber selbst nach Deinem verlinkten PDF sieht es für 2011 bei der Sonneneinstrahlung so aus:

TONI_B schrieb:

Südspanien und Sizilien: 1700 - 2000 kWh/m^2
Mitteleuropa: 1000 - 1200 kWh/m^2
 
Ja, ein Faktor 1,5 ist geografisch und meteorologisch klar. Aber nicht 2,5!

Ich kann mich noch gut erinnern, als wir 2009 die erste PV-Anlage aufs Dach montierten, welche Aussagen es da gab: "Das rentiert sich hier nicht!" "In zehn Jahren sind die Module kaputt!" usw. usw.

12 Jahre später haben wir die Anlage erweitert (nicht nur SW-Seite, sondern mehr oder weniger am Flachdach!). Die "alte" Anlage bringt nach 15 Jahren noch mehr als 90% der Leistung und die "neue" liefert mehr obwohl sie nicht optimal ausgerichtet ist, aber die neuen Module haben einen höheren Ertrag.

Mit 9,1kWp erzeuge ich 10000kWh im Jahr. 6000kWh gehen ins eAuto, 2000kWh ins Haus und 2000kWh werden eingespeist. Der Netzbetreiber sieht, dass ich 2000kWh einspeise bei 10kWp. Das wären also nur 200kWh/kWp.a - es sind aber 1100kWh/kWp.a

Daher meine Zweifel an den Daten!

Noch dazu habe ich einen 27,6kWh Speicher, denn ich auch aus dem Netz laden kann. Oder aus dem ich ins Netz einspeisen kann. D.h. ich kann netzdienlich meinen Solarstrom verteilen. Das ist für mich sinnvoller, als Strom über 2000km zu transportieren.
 
TONI_B schrieb:
Mit 9,1kWp erzeuge ich 10000kWh im Jahr. 6000kWh gehen ins eAuto, 2000kWh ins Haus und 2000kWh werden eingespeist. Der Netzbetreiber sieht, dass ich 2000kWh einspeise bei 10kWp. Das wären also nur 200kWh/kWp.a - es sind aber 1100kWh/kWp.a

Daher meine Zweifel an den Daten!

Noch dazu habe ich einen 27,6kWh Speicher, denn ich auch aus dem Netz laden kann. Oder aus dem ich ins Netz einspeisen kann. D.h. ich kann netzdienlich meinen Solarstrom verteilen.

Ja nun, jetzt lichtet sich der Nebel. Du hast bei Deinem Wohnort das Glück, dass er südlicher als Deutschland liegt. Und dann einen vermutlich eher atypisch großen Speicher, mit dem Du Überschüsse puffern kannst. Beides zusammen dürfte die Erklärung liefern, wie Du auf diesen hohen Ertrag kommst.

Aber obwohl dein Speicher Dein Haus für einige Tage versorgen kann, reicht der nicht für die saisonale Speicherung. Du kannst damit keine Überschüsse aus dem Sommer für den Winter speichern. Die Frage ist daher, wie sich die höhere Ausbeute an Solar in Spanien über das Jahr verteilt. Ich vermute, dass dort vor allem im Winter sich mehr Strom erzeugen lässt als nördlich der Alpen. Das würde am Ende bedeuten, dass wir weniger Speicher und Backup-Kraftwerke benötigen. Meine Forderung ist daher, dass man endlich damit anfängt, die begrenzten Mittel dort einzusetzen, wo sie die größte Wirkung entfalten. Am Ende wird es ein gesunder Mix zwischen verschiedenen Lösungen sein.
 
Welchen genauen Sinn hat eigentlich dieses ganze Jonglieren mit den Zahlen? Solange der Nutzen im positiven Bereich liegt, ist der Einsatz sinnvoll.
 
NeusserGletscher schrieb:
Ja nun, jetzt lichtet sich der Nebel. Du hast bei Deinem Wohnort das Glück, dass er südlicher als Deutschland liegt. Und dann einen vermutlich eher atypisch großen Speicher, mit dem Du Überschüsse puffern kannst. Beides zusammen dürfte die Erklärung liefern, wie Du auf diesen hohen Ertrag kommst.
Der Ertrag in kWh/kWp.a hat mit einem Speicher aber absolut nichts zu tun...
Und meine geografische Breite entspricht der von München - auch wenn es in Ö liegt. D.h. auch in Deutschland sind Erträge von 1000kWh/kWp.a üblich.

NeusserGletscher schrieb:
Aber obwohl dein Speicher Dein Haus für einige Tage versorgen kann, reicht der nicht für die saisonale Speicherung.
Das habe ich auch nie behauptet! Aber eine HGÜ von Spanien nach D zu bauen kostet ein Vielfaches von lokalen regenerativen Energien.
 
j-d-s schrieb:
Das ist eine Pseudo-Argumentation, weil die "Erneuerbare Energie" genauso wie sämtliche "Klima- und Umweltschutz"-Sachen noch viel massiver gefördert werden als es Kernkraft jemals wurde, da brauchst du nur den aktuellen Bundeshaushalt (also auch alle Einzelpläne) durchlesen, da ziehen sich die Milliarden für diese Zwecke durch sämtliche Ministerien durch...

Und dabei sind der Allgemeinheit auferlegte Kosten noch gar nicht mitgerechnet, bspw. in Industrie und Heizung/Gebäudeenergieeffizienz, wo man auch immer weiter und immer höhere Energieeffizienz- und Ausstoß-Maximalwerte festlegt, was freilich auch viele Milliarden kostet.

Wenn man daher eine Gesamtrechnung aufmacht, ist das Günstigste die Braunkohle (weil man da riesige Mengen auf einmal abbaggern kann), danach kommt Kernenergie.

Aber heutzutage wird jede Vernunft und eigenes Nachdenken durch ideologisiertes Nachplappern ersetzt, das konnte man 2015 exemplarisch merken dass eine "Willkommenskultur" für illegale Wirtschaftsmigranten ausgerufen wurde, geht weiter mit dem Feldzug gegen Plastik (obwohl hier auch bisher keine für Menschen nennenswerten Probleme vorhanden waren mit den in D im Jahr 2000 geltenden Vorschriften, arbeitet man seitdem mit massiven Einschränkungen und Verboten) und betrifft heute nahezu jeden Bereich, wo dann sogar gegen die besonders umwelt- und klimafreundliche Atomkraft durch Falschbehauptungen argumentiert wird (interessanterweise nur in D, der Rest der Welt ist da vernünftiger), sowie bei den Vorschriften zur Heizung und Gebäudeenergieeffizienz, und trotz kontinuierlichen Beweises des Gegenteils immer weiter an gescheiterten Konzepten festgehalten wird, weil sie eben ideologisch als einzig richtig und gangbar deklariert wurden.

Ganz aktuell merkt man, dass die Grün-ideologischen Konzepte (das umfasst nicht nur die Partei der Grünen, sondern wird auch von CDU, CSU, SPD, FDP usw. vertreten, ganz entscheidend übrigens über die EU mit CDU-Kommissionspräsidentin von der Leyen) technisch und wirtschaftlich völliger Unsinn sind, bei der genannten Energiepolitik, darüber hinaus bei der Industriepolitik wo viele Betriebe aus D abwandern und dann eben zu deutlich laxeren Vorgaben in die USA und nach Indien gehen, und dass das Gerede vom "Grünen Wirtschaftswachstum" noch nie funktionieren konnte, sondern immer eine "Wachstumsrücknahme" (das ist beinahe sozialistischer Euphemismus für "Rezession") aus den Konzepten folgt.

Dass man in Anbetracht all diesen unbestreitbaren Scheiterns und des großen Schadens, den diese Konzepte anrichten, nicht endlich insgesamt von den bisherigen Konzepten abweicht und stattdessen auf Deregulierung und Marktwirtschaft setzt, denn wenn man keine Verbote und Einschränkungen erlässt setzt sich am Markt eben das Beste durch, ist eines der großen Probleme, die wir heute in den westlichen Gesellschaften haben.
Selbst in der Migrationspolitik weigern sich bis heute große Teile der Politik, endlich die Sache vom Kopf auf die Füße zu stellen und durch konsequente Maßnahmen dem Problem zu begegnen, statt immer weiter auf nicht umsetzbare Phrasen zu setzen wie eine "europäische Lösung" (die meist inhaltlich sowieso nicht sinnvoll sind oder eben von Ungarn oder Polen blockiert werden) oder gar "Fluchtursachen bekämpfen" (da hat mir noch nie jemand erklären können, wie man die Machthaber in Afghanistan, Persien, Syrien oder Eritrea davon abhalten soll, Fluchtursachen zu erzeugen).

Am Besten merkt man sowas übrigens immer daran, wenn jemand sich so äußert, dass man quasi identisch in den Medien oder bestimmten Positionspapieren diese Aussage findet, dass derjenige sich nicht selbst über eine eigene Position nachgedacht hat, sondern nur das nachplappert, was er woanders gehört hat.

Alles klar. Alles linksgrünversiffte Parteien außer AFD.

Heul aber bitte in 20 bis 30 Jahren nicht rum, wenn bei fortschreitenden Klimawandel du dir das Skifahren nicht mehr leisten kannst, weil ein Teil der Skigebiete bis dahin dicht macht und die anderen Skigebiete sündhaft teuer geworden sind. Du hast es so gewollt.
 
jo26861 schrieb:
NeusserGletscher schrieb:
Genau deswegen plant man derzeit den Bau neuer Gaskraftwerke.

vielleicht währe Kohle klimafreundlicher..............

https://www.youtube.com/watch?v=kMmbkIvog48

Methan 30 mal Klimawirksamer als CO2
jedes Bohrloch hat Schlupf.
es gibt superspreader in den USA bis zu 20% Schlupf (x30 klimaschädlich... ist schon einiges)
normal etwa 2%


Dir ist aber schon klar, dass in einem Gaskraftwerk Methan zu CO2 verbrannt wird, oder ?

Bei deinem Beitrag könnte man denken, du meinst, Gaskraftwerke emittieren Methan und nicht CO2.
 
Pancho schrieb:
Welchen genauen Sinn hat eigentlich dieses ganze Jonglieren mit den Zahlen? Solange der Nutzen im positiven Bereich liegt, ist der Einsatz sinnvoll.

Das ist der Unterschied zwischen Planwirtschaft und Marktwirtschaft.

Bislang wurde der Ausbau von Wind und Solar nach planwirtschaftlichen Prinzipien voran getrieben. Hätte man die Prinzipien der Marktwirtschaft verstanden und angewendet, dann hätte man Wind und Solar dort gefördert, wo es den größten Nutzen verspricht. Also mit gleichem Aufwand ein höherer Ertrag erzielt werden kann. Das wäre am Ende sogar nicht nur ökonomischer sondern auch ökologischer gewesen.

Außerdem ist es ein Unterschied, ob Solarzellen dort stehen, wo sie Winterschlaf halten müssen oder dort, wo sie auch im Winter höhere Erträge versprechen.

Martin_D schrieb:
Dir ist aber schon klar, dass in einem Gaskraftwerk Methan zu CO2 verbrannt wird, oder ?

Bei deinem Beitrag könnte man denken, du meinst, Gaskraftwerke emittieren Methan und nicht CO2.

Dass bei der Förderung von Erdgas aus "nicht konventionellen Lagerstätten", bekannt als Fracking, vermehrt Methan austritt, ist Dir bekannt?
 
manche Dinge kann der Markt aber nur schwer lösen. Ich glaube, es wäre vor 20 Jahren (und auch heute noch) der Bevölkerung schwer zu erklären gewesen, dass man nun öffentliche Fördergelder ausgibt, um die Stromproduktion in einem weiter entfernten Land aufzubauen (Stichwort: Versorgungssicherheit).
Hauptprobleme beim Strom sind ja die schwere Speicherbarkeit und die Verluste beim Transport. Deshalb war die Lösung, den Strom im eigenen Land produzieren zu lassen.
Aber wie gesagt, man hätte so 2010 rum anfangen müssen, die bestehenden Fördersystem zu überarbeiten (z.B. Speicherlösungen bzw. garantierte Einspeisemengen der Produzenten ab einer Betriebsgröße).
 
kaldini schrieb:
manche Dinge kann der Markt aber nur schwer lösen. Ich glaube, es wäre vor 20 Jahren (und auch heute noch) der Bevölkerung schwer zu erklären gewesen, dass man nun öffentliche Fördergelder ausgibt, um die Stromproduktion in einem weiter entfernten Land aufzubauen (Stichwort: Versorgungssicherheit).

Die aktuelle Regierung macht doch aber genau dies. Wir bauen LNG Terminals, damit uns die USA ihren Fracking-Dreck zu Mondpreisen verkaufen können. Oder schließen Vereinbarungen mit weit entfernten Ländern über die Lieferung von "grünem" Wasserstoff. Die einzige im Land vorhandene Energiequelle, die beständig Strom ohne größere Investitionen in Speicher oder Backup-Kraftwerke liefern kann, ist die Kohle. Und aus deren Förderung möchte man ja bekanntlich aussteigen. GGf. noch Kernenergie, aber ich weiß nicht, ob die Förderung von Uran im Erzgebirge noch wirtschaftlich wäre. Und da ist man ja bereits auch raus.

Ergänzung: in geringem Unfang liefern auch Biomasse und Wasserkraft konstant Energie.

kaldini schrieb:
Hauptprobleme beim Strom sind ja die schwere Speicherbarkeit und die Verluste beim Transport.

Mit HGÜ sind die Verluste marginal. 3% pro 1.000 Kilometer plus Konverter. Die werden durch die größere Ausbeute in südlicheren Gefilden mehr als kompensiert. Strom wird sich, abgesehen von Pumpspeicherkraftwerken, auf absehbare Zeit nicht kostengünstig und gleichzeitig effizient über längere Zeiträume speichern lassen. Daher sollte sich der Ausbau von Sonne und Wind auf die Regionen konzentrieren, wo die Anforderungen an die Speicherung von Natur aus geringer sind.

kaldini schrieb:
Deshalb war die Lösung, den Strom im eigenen Land produzieren zu lassen.

Da war der Wunsch der Vater des Gedanken.
 
Woher kommt der Wahn, dass Sonne und Wind bei uns nicht wirtschaftlich sind bzw. die Versorgungssicherheit nicht gegeben ist?

Diese "Dunkelflauten", die immer heraufbeschworen werden, hat es in den letzten Winter nicht gegeben. Ganz im Gegenteil: am 1.1.2024 war so viel elektrische Energie im Netz vorhanden, dass der Strompreis negativ wurde.

Mit vielen kleinen Speichern im Haushalt bzw. großen Speichern im GWh-Bereich, die derzeit schon gebaut werden, kann man das auch schaffen - wenn man will. Für die Investition einer HGÜ von Spanien nach Ö oder D kann man viele solcher Speicher anlegen. Ich erzeuge auch im Winter (Nov-Jän) halb so viel Strom wie ich - ohne eAuto - verbrauche. Mit einer vernünftigen Mischung aus zentraler und dezentraler Erzeugung und Speicherung von Strom kann es gelingen. Nur wollen muss man und nicht immer nur die angeblichen politischen Fehlentscheidungen der Vergangenheit aufzeigen.
 
TONI_B schrieb:
Woher kommt der Wahn, dass Sonne und Wind bei uns nicht wirtschaftlich sind bzw. die Versorgungssicherheit nicht gegeben ist?

Sonne und Wind sind in Deutschland bzw. Mitteleuropa durchaus an bestimmten Orten und Regionen wirtschaftlich. Die Installation von Solarzellen in Südspanien ist aber vermutlich wirtschaftlicher als etwa in Hamburg.

TONI_B schrieb:
Diese "Dunkelflauten", die immer heraufbeschworen werden, hat es in den letzten Winter nicht gegeben.

Gar nicht? Auch nicht Anfang Dezember?

TONI_B schrieb:
Ganz im Gegenteil: am 1.1.2024 war so viel elektrische Energie im Netz vorhanden, dass der Strompreis negativ wurde.

Die Perioden mit Überangebot sind auch aus technischer (!) Sicht beherrschbar, da kann man abregeln (sofern sich die Module abregeln lassen).

TONI_B schrieb:
Mit vielen kleinen Speichern im Haushalt bzw. großen Speichern im GWh-Bereich, die derzeit schon gebaut werden, kann man das auch schaffen - wenn man will. Für die Investition einer HGÜ von Spanien nach Ö oder D kann man viele solcher Speicher anlegen.

Interessant. Hast Du dazu mal Zahlen? Und wenn das alles so super einfach und billig ist, wieso reichen dann alle Speicher in Deutschland zusammen nur für wenige Stunden?

TONI_B schrieb:
Ich erzeuge auch im Winter (Nov-Jän) halb so viel Strom
Die andere Hälfte kommt aus der Steckdose?
TONI_B schrieb:
wie ich - ohne eAuto - verbrauche.
Ich halte das für anekdotische Evidenz. Deine Installation erscheint mir nicht als repräsentativ für das, was im Mittel in Deutschland an Solar installiert wurde. Zumal Du ja in Österreich und damit südlicher als Deutschland wohnst. Und die Wärmepumpe, die Du dieses Jahr einbauen wolltest, dürfte in der Bilanz auch noch nicht enthalten sein, oder?

Versteht mich nicht falsch. Ich halte das, was Du da machst, für vorbildlich. Und dort, wo die Voraussetzungen gegeben sind, auch für nachahmenswert. Aber halt nicht für repräsentativ.

Außerdem redest Du stets um das Kernproblem herum. Es kommt nicht auf Mittel- oder Spitzenwerte an. Bei der Erzeugung von Strom muss an 365 Tagen im Jahr das Angebot zu jeder Sekunde genau so groß sein wie die Nachfrage. Dieses Verhältnis spiegelt sich in der Netzfrequenz wieder. Über- oder unterschreitet diese einen sehr engen Korridor, dann bricht das Netz zusammen. Da spielt es keine Rolle, ob dies landesweit an 3 oder 30 Tagen im Jahr passiert. Es sollte in unserer von Elektrizität abhängigen Gesellschaft und Wirtschaft auf keinen Fall passieren, nicht landesweit, nicht mehr als ein paar Stunden und erst recht nicht tagelang.

Außerdem wird sich selbst nach optimistischen Prognosen der Bedarf an elektrischer Energie durch den Verzicht auf Öl und Gas mindestens noch verdoppeln und vor allem die Nachfrage im Winter steigen.

TONI_B schrieb:
Mit einer vernünftigen Mischung aus zentraler und dezentraler Erzeugung und Speicherung von Strom kann es gelingen.

Das versuche ich seit einigen Tagen zu erzählen.

TONI_B schrieb:
Nur wollen muss man und nicht immer nur die angeblichen politischen Fehlentscheidungen der Vergangenheit aufzeigen.

Die Fehler der Vergangenheit zu erkennen heisst auch, deren Wiederholung zu vermeiden. Es gibt noch Orte, an denen sich Wind und Sonne in Mitteleuropa wirtschaftlich nutzen lassen? Da spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, das auch zu tun. Aber bevor man mit der Brechstange auf jedes Haus Solarmodule drauf setzt, muss man sich fragen, ob die gleiche Fläche in Südspanien nicht erheblich mehr Energie liefern kann.

Außerdem plant die aktuelle Regierung ja aus meiner Sicht weitaus fragwürdigere Vorhaben, darunter den Bau von Wasserstoff-Pipelines, Kooperationen mit Ländern außerhalb Europas zur Lieferung von Wasserstoff etc., obwohl erhebliche Zweifel an der Wirtschaftlichkeit und der Umweltfreundlichkeit bestehen.

Ich halt es daher für sinnvoller, erst einmal in Europa das Potential an Sonne und Wind auszuschöpfen und länderübergreifend nutzbar zu machen, bevor man sich erneut in die Abhängigkeit politisch instabiler Länder außerhalb Europas begibt.
 
Im Erzgebirge wird sogar bis heute verwertbares Uran erzeugt und verkauft, weil das Grubenwasser abgepumpt werden muss, und dieses dann nach Uran gefiltert wird, sodass beim Schacht Königstein da jährlich bis 2008 ca. 1.500 Tonnen zusammenkamen, spätere Zahlen sind vermutlich niedriger, aber immer noch nennenswert.

Stand 1990 gab es in den Schächten der Wismut-Bergbaugesellschaft, mit den damaligen Methoden und damaligem Wissen der DDR-Behörden noch mindestens 132.000 Tonnen Uran, zuvor waren 251.000 Tonnen abgebaut worden.

Von daher kann man davon ausgehen, dass dort, vor allem mit heutiger Technik und Wissenschaft, sich ne ganze Menge herausholen lässt.
 
NeusserGletscher schrieb:
Dieses Verhältnis spiegelt sich in der Netzfrequenz wieder. Über- oder unterschreitet diese einen sehr engen Korridor, dann bricht das Netz zusammen. Da spielt es keine Rolle, ob dies landesweit an 3 oder 30 Tagen im Jahr passiert.

auch die zunehmend volatile Netzfrequenz ist ein Problem der Industrie . Bei meinem Bruder waren auf einmal 20 hochsensible Maschinen kaputt. Bei der Untersuchung stellte sich heraus daß genau zu diesem Zeitpunkt die Netzfrequenz auf die Grenzwerte zum Lastabwurf gefallen waren.


Nach Microsoft setzt auch Google auf Atomkraft, um Rechenzentren in Zeiten stromhungriger Künstlicher Intelligenz zu betreiben.
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/bis-zu-sieben-kraftwerke-google-will-atomstrom-einkaufen-110047308.html

neben der sicheren Versorgung ist auch die Stabiltät der Frequenz ein Faktor.
 
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