Da machst du aber ein Fass auf phifue
Ich muss ehrlich sagen, das Brandnertal hatte es noch nie einfach. Das mit der finanziellen Situation der Bergbahnen ist immer wieder Thema, wo man schon viele Wege gehen musste, damit man weiter kommt. Ich erinnere mich noch sehr gut, wie schwierig es damals war, als die Dorfbahn diskutiert wurde inkl. der Verbindung mit dem Bürserberg, wo man von Haustür zu Haustür quasi gegangen ist (Beteiligung durch Bürger, Beteiligung durch die Beherbergungsbetriebe, ...), die Gemeinden sind immer wieder mit eingesprungen usw. usf.
Verschärft wird das ganze halt auch, dass die Winter immer kürzer werden und die Beschneiungskapazitäten einfach nicht genügend sind. Vieles wurde gemacht die letzten Jahre, aber man merkt immer wieder, es reicht nicht aus. Brand ist von der Lage her einfach auch nicht gesegnet, der Föhn ist Dauergast, das frisst dir den Schnee einfach schnell weg.
Und die notwendigen Investitionen sind sehr hart und von günstig weit entfernt. Ich kenne Brand, als es aus vielen Schleppliften noch bestand, Gulma, Palüd, etc. waren noch Schlepplifte. War sicher wirtschaftlich einfacher zu betreiben.
Das Brandnertal kommt aus meiner Sicht an den Punkt, den man einfach nicht mehr abreden darf, welches Angebot kann man dem Gast bieten? Eine reduzierte oder alternative Form? Also damit ihr meine Gedanken versteht, eine Mischung aus sanftem Tourismus und nicht mehr hochdimensionierten Anlagen und Pisten, die einfach wirklich teuer im Betrieb sind. Sehr schwierig, das zu bewerkstelligen. Oder einfach auch die Fragen mal stellen, ob Skigebietsteile eingestellt werden müssen. Oder eine Reduktion der Lifte, warum gibt es drei Schlepplifte, die für Kinder ausgelegt sind? Ja klar, sind die in unterschiedlichen Teilen vom Skigebiet.
Man nehme nur mal die Betriebszeiten her. Die neue Loischbahn fährt im Sommer von Mai bis November, gute 6 Monate. Im Winter 3 - 4 Monate und da sind die Kosten deutlich höher für Beschneiung, Präparation usw. usf. als wie die Angestellten im Sommer, die den Bikepark in Schuss halten. Das zeigt, wo halt auch mehr Möglichkeiten für Einnahmen gibt.
In der Haut vom GF der Bergbahnen möchte ich auch nicht stecken, es weht ihm auch ordentlich Gegenwind und er ist bemüht. Man kann jetzt sagen, was man will, aber er traut sich Schritte zu gehen, die notwendig sind.
Die SiMo / BTV als Eigentümer kann ich mir nicht vorstellen, im Montafon gibt es auch noch genug Investitionsbedarf (z.B. die neue 10er MGD am Hochjoch), welcher auch gestemmt werden muss. Die Illwerke arbeiten auch momentan an Konzepten, die mehr Sommertourismus abdecken und weniger Winter, scheinbar ist da die Zukunft der Matschwitzbahn komplett offen. Auch die Ausbaupläne im Golm (die möglich wären, gibt Raum dafür) sind komplett vom Tisch. Sind schon etwas ältere Infos von Mitarbeitern, ob die noch so stimmen weiss ich nicht.
Ich mache das Fass nur ein wenig weiter auf, Vorarlberg steht an und für sich an einem Punkt, wo man einige Überlegungen anstellen muss. Ich vergleiche das oft mit Tirol und auch der Ostschweiz, hier wurde die letzten Jahre viel gemacht um Angebote für unterschiedliche Altersgruppen zu schaffen. In Vorarlberg ist vieles im Sommer darauf ausgelegt, dass man Wanderer hoch befördert und dann hat es sich. Damit gewinnt man auf Dauer keinen Blumentopf.
So, tut mir leid für das Wirrwar, phifue hatte mich angestiftet.