Gondelabsturz in Hochoetz - 4 Schwerverletzte

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christopher91
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Re: Gondelabsturz in Hochoetz - 4 Schwerverletzte

Beitrag von christopher91 »

Puhh die ganzen Verletzungen klingen jetzt eher schon übel.

Lagorce
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Re: Gondelabsturz in Hochoetz - 4 Schwerverletzte

Beitrag von Lagorce »

Mal abwarten.

Zeugenaussagen sind in solchen Fällen jedoch oft mit Sorgfalt zu interpretieren, u.a. auch weil das ganze Ereignis nur ein paar Sekunden dauerte.

Bzgl. Daten in meinem vorherigen Beitrag: Habe mich ausschliesslich auf "allgemeine" Daten sowie Angaben von der RM Reportage (Link erwähnt) bezogen. Die Berechnungsbeispiele sind als (hoffentlich) durchaus realistisch zu betrachten, Abweichungn von den effektiven Berechnungen sind dadurch bedingt, dass mir die genauen Anlagendaten wie z.B. die Seilrechnung nicht bekannt sind.

Für das Durchrutschen des Förderseils in der Klemme ist, wie weiter oben aufgeführt, der maximale Hangabtrieb massgebend, nicht alleinig das maximale Gewicht des Fahrzeugs.
Für die minimale senkrecht nach unten gerichtete Seilausreisskraft ist hingegen nur das maximale Fahrzeuggewicht massgebend.
Einzelheiten wären den EN zu entnehmen.

Die Typenzulassungsprüfbedingungen sind in den EN definiert, gewisse davon finde ich persönlich was merkwürdig, IIRC wird z.B. auf x Messungen nur der Mittelwert berücksichtigt, jedoch nicht Extremwerte sowie statistiche Parameter. Rein theoretisch wäre auf den x Messungen eine grosse Streuung erlaubt sofern der Mittelwert die Vorgaben erfült.
Die für die Elektrotechnik massgebenden EN des CEN/TC 242 habe ich früher mal ganz genau durchgelesen und dabei sind mir doch ein paar Kuriositäten aufgefallen. Sinngemässes gilt jedoch ebenfalls für andere elektrotechnische Normen (gewisse Sprachversionen sind sogar mit gravierenden Fehlern behaftet, ist mit früher mal bein einer bekannten Norm die von einer VDE Norm als IEC und dann harmonisiert als EN übernommen wurde und witzigerweise ist in gewissen Normen-Gremien Französisch eine offizielle Sprache, jedoch nicht Deutsch, was total lächerlich ist, da sich Französisch nicht gut als technische Sprache eignet und zudem die Terminologie viel weniger formal und einheitlich gehandhabt wird, z.B. FR, CH, und CA setzen da teilweise unterschiedliche Fachbegriffe ein, im Seilbahnbereich sind CH und FR in Französich z.T. unterschiedlich und die ersten Ausgaben des mehrsprachigen EN Seilbahnlexikons wiesen dutzende Fehler auf).

Effektive Gewichte und andere Kräfte können etwas von meinen Annahmen abweichen, gesamthaft sollten die Berechnungsbeispiele dennoch in etwa korrekt sein.
Bei der Klemmkraftprüfung wurde die minimale Betätigungskraft auf die Kuppelrolle erwähnt, diese gilt als Auslösegrenzwert. Die effektiv erforderlichen Betätigungskräfte sind stets höher um über eine ausreichende Sicherheitsmarge zu verfügen.

Einzelheiten zur Klemmkraftprüfung folgen im Topic zum Zwischenfall in Visperterminen. Werde hier lediglich Link einfügen.
Grund dazu ist, dass bei Visperterminen bereits ein Zwischenbericht der SUST (CH Unfalluntersuchungsbehörde) vorliegt.

BTW Für IT, DE und AT findet man kaum was, sogar das BEAT-TT und das SRMTG sind da noch offener obwohl die Franzosen das "Circulez, il n'y a rien à voir" oder das "Pour faire disparaître un problème il suffit de fermer les yeux" bevorziehen.

Zu diversen Zwischenfällen bei der Eibsee-Zugspitze 120+1-ATW findet man nirgends was brauchbares (u.a. Kollision Bergefahrzeug, vermutete Fehlbedienung bei Netzausfall, Zugseilüberschlag (Zugseilüberwurf)).
Zur FBM-Gruppenformieurung nach Stützenkollision findet man nix, ebensowenig über diverse abgestürzte FBM, usw.
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snowflat
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Re: Gondelabsturz in Hochoetz - 4 Schwerverletzte

Beitrag von snowflat »

- Nach drei Gutachten stellt die Staatsanwaltschaft fest, dass das Unglück hätte nicht verhindert werden können
- Ursache war eine Fichte, welche mit einer am Wurzelstock verbundenen Zirbe zusammen auf eine darunter stehende Fichte kippte
- Zusammen fielen die Bäume dann auf das Seil, rutschten auf diesem talwärts bis zur Gondel 39, wo die rutschenden Bäume die Klemme teilweise oder ganz öffneten
- Seilbahntechnisches Gebrechen kann ausgeschlossen werden
- Das Seil wies keinerlei Beschädigungen auf
- Bei der Kontrolle des Baumbestandes konnte auch kein schuldhaftes Verhalten festgestellt werden
- Es handle sich bei den umgestürzten Bäumen um eine sog. abstrakte Gefahr, die nicht erkennbar gewesen wäre
- Das dritte Gutachten aus dem Bereich Fortwirtschaft kommt zum Ergebnis, dass die Lockerung der oberen Fichte nicht im Vorwege feststellbar gewesen wäre. Möglich ist eine Lockerung des Gesteins oder Bodens
- Somit sind dem Betriebsleiter und dem Waldaufseher kein schuldhaftes Verhalten nachzuweisen, die gesetzlichen Aufgaben wurden erfüllt
- Ob noch zivilrechtliche Folgen resultieren ist bislang unbekannt

Quelle: Seilbahn-Drama in Hochoetz mit fünf Schwerverletzten: Keine Anklage
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Re: Gondelabsturz in Hochoetz - 4 Schwerverletzte

Beitrag von snowflat »

ORF berichtet gleichlautend:
Der Gondelabsturz im Skigebiet Hochoetz (Bezirk Imst) Anfang Jänner, bei dem eine dänische Urlauberfamilie teils schwer verletzt worden war, hat keine strafrechtlichen Folgen. Das Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen den Betriebsleiter der Bahnen und einen Waldaufseher wurde eingestellt.
Ermittlungen nach Gondelabsturz eingestellt
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Re: Gondelabsturz in Hochoetz - 4 Schwerverletzte

Beitrag von snowflat »

Die Frage, inwiefern Seilbahnbetreiber für den angrenzenden Wald verantwortlich sind, beschäftigt die Branche auch noch ein Jahr nach dem Gondelunglück von Hochötz. Sechs Urlauber wurden bei dem Unfall, der von einem umstürzenden Baum verursacht wurde, schwer verletzt. Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen dazu ein.
Quelle: Beispielloser Gondelunfall in Ötz jährt sich
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Re: Gondelabsturz in Hochoetz - 4 Schwerverletzte

Beitrag von CrystalMountain »

Untersuchungsbericht Kabinenabsturz bei der Seilbahn Acherkogelbahn Hochötz

Meldung mit Link: https://seilbahn.net/sn/berichte/berich ... =agh586zyf

Untersuchungsbericht: https://www.bmimi.gv.at/dam/jcr:cb00958 ... UB_1-0.pdf (PDF)
Untersuchungsbericht Seite 27 hat geschrieben:Gemäß Betriebsvorschrift sind die entlang der Seilbahntrasse stockenden Bäume jährlich auf ihre Standfestigkeit zu überprüfen. Aufgrund mangelnder Indikatoren, die auf eine Schädigung des umgestürzten Baumes hingewiesen hätten, war eine Instabilität nicht erkennbar. Die das Ereignis auslösenden, ca. 200 Jahre alten Bäume, waren weder durch Krankheit noch durch Schädlinge geschwächt.
Auch durch ein häufigeres Monitoring, als in der Betriebsvorschrift vorgeschrieben, wäre die Instabilität der Bäume mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht erkennbar gewesen.
Abstrakte Naturgefahren, wie das spontane Umstürzen von Bäumen, sind im Alpenraum nicht mit absoluter Sicherheit auszuschließen. Es besteht ein Restrisiko für Schäden an der Anlage, das Restrisiko für Personenschäden ist äußerst gering. In Österreich gibt es seit der Erschließung mit Seilbahnen keinen vergleichbaren Unfall mit schwer verletzten Personen.[2]

Ursächlicher Faktor
Ursächlicher Faktor des Ereignisses war das plötzliche Umstürzen einer ca. 28 m hohen Fichte, welche ca. 22 m horizontal und ca. 34 m schräg oberhalb der Seilbahntrasse stand. Gemeinsam mit einer im Wurzelstock verwachsenen Zirbe stürzte dieser Baum auf eine darunter stehende ca. 25 m hohe Fichte, welche ca. 15 m horizontal und ca. 20 m schräg oberhalb der Seilbahntrasse stand. Beide Fichten stürzten auf das Förderseil, wobei die untere Fichte mit der Seilklemme der Kabine Nr. 39 kollidierte und die Seilklemme dieser Kabine dadurch gewaltsam vom Förderseil gelöst wurde.

Ergriffene Maßnahmen
Vom SB-Unternehmen wurden die von einem: einer SV empfohlenen Baumgruppen, die im felsigen Gelände unmittelbar oberhalb der Stütze 8 der Seilbahntrasse stockten, vor Beginn der Sommerseilbahnsaison 2024 gefällt.[18] Es handelt sich um eine präventive Maßnahme mit dem Ziel der Verjüngung des Schutzwaldbestandes.
Lagorce
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Re: Gondelabsturz in Hochoetz - 4 Schwerverletzte

Beitrag von Lagorce »

Finde den Bericht sehr enttäuschend.

Umkippende Bäume sind streng betrachtet hier rein externe Einflüsse, dies bzgl. Grundursache ("weshalb fielen Bäume um, und weshalb konnten sie dabei den Betrieb der Seilbahn beeinträchtigen?"), die nicht direkt seilbahtechnisch relevant sind.

Seilbahtechnisch relevant wäre m.E. jedoch gewesen, genau abzuklären, wie die Klemme vom Förderseil weggedrückt wurde, wie sie mechanisch beschädigt wurde, ob die Schliesskraft aufgrund von externen Einwirkungen auf gewisse Klemmenteile reduziert wurde (bereits beim Aufprall oder eher beim darauffolgendem Mitreissen des Baums?).

Hätte dazu eine ausführliche Analyse des Versagevorganges der Klemme erwartet, insbes. mit Auswertung der Beschädigungsspuren sowie Verformungen imkl. FEM Analysen. Ebenso zusätzliche Tests mit im Zwischenfall nicht involvierten Klemmen mit einem Förderseilreststück (eine solches wird für allfällige Prüfungen, insbes. bei einem schweren späteren Zwischenfall, vom Betreiber aufbewahrt, es handelt sich dabei um einen kurzen Restbschnitt, der von der Originallänge übrig blieb).
Etwaig relevante Durchmesserunterschiede sind dabei jedoch zu beachten, ebenso die Oberflächenbeschaffenheit, wobei Förderseile i.Ggs. zu Tragseilen verzinkt sind, so dass langzeitgelagerte Musterlängen nicht so schnell rosten.

Leider sind in Österreich nur sehr wenige Seilbahnzwischenfalluntersuchungsberichte erstellt worden.
Habe einen anderen Bericht schnell durchgeblättert, leider konnte ich mir kein genaueres Bild des Ursachen machen, da die Textformulierung abstrus ist und weder Fotos noch Zeichnungen des Türbetätigungs- sowie Verriegelungsmechanismus vorhanden sind. Zudem sind gewisse wichtige Vorgänge nur lakunär umschrieben, ob die mutwillig so ist kann ich nicht weiter beurteilen (früher wurden nicht einmal die Anlagen genannt und Logos vom Bildmaterial von Hand wegretouchiert).

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass man gewisse Informationen zurückhält und willkürlich auf genauere Analysen verzichtet.

Hätte von einem österreichischen Untersuchungsbehörde eine wesentlich sachlichere Vorgehensweise erwartet.

IMO sollte sich das BMIMI mehr auf kompetente technische Sachlichkeit als auf woke-gerechte Textformulierung konzentrieren!
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Re: Gondelabsturz in Hochoetz - 4 Schwerverletzte

Beitrag von mayrhofner »

In dem Bericht wird der Klemmemtyp der Anlage auch fälschlicherweise als DS108 angegeben, obwohl die Anlage laut den Bildern eindeutig DT Klemmen (die mit den Torsionsstäben) besitzt.
And now for something completely different...
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Mr400Liter
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Re: Gondelabsturz in Hochoetz - 4 Schwerverletzte

Beitrag von Mr400Liter »

Wie ich das Gendern liebe :lach:

Jay
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Re: Gondelabsturz in Hochoetz - 4 Schwerverletzte

Beitrag von Jay »

Lagorce hat geschrieben: 26.06.2025 - 22:34 Finde den Bericht sehr enttäuschend.

Umkippende Bäume sind streng betrachtet hier rein externe Einflüsse, dies bzgl. Grundursache ("weshalb fielen Bäume um, und weshalb konnten sie dabei den Betrieb der Seilbahn beeinträchtigen?"), die nicht direkt seilbahtechnisch relevant sind.

Seilbahtechnisch relevant wäre m.E. jedoch gewesen, genau abzuklären, wie die Klemme vom Förderseil weggedrückt wurde, wie sie mechanisch beschädigt wurde, ob die Schliesskraft aufgrund von externen Einwirkungen auf gewisse Klemmenteile reduziert wurde (bereits beim Aufprall oder eher beim darauffolgendem Mitreissen des Baums?).

Hätte dazu eine ausführliche Analyse des Versagevorganges der Klemme erwartet, insbes. mit Auswertung der Beschädigungsspuren sowie Verformungen imkl. FEM Analysen. Ebenso zusätzliche Tests mit im Zwischenfall nicht involvierten Klemmen mit einem Förderseilreststück (eine solches wird für allfällige Prüfungen, insbes. bei einem schweren späteren Zwischenfall, vom Betreiber aufbewahrt, es handelt sich dabei um einen kurzen Restbschnitt, der von der Originallänge übrig blieb).
Etwaig relevante Durchmesserunterschiede sind dabei jedoch zu beachten, ebenso die Oberflächenbeschaffenheit, wobei Förderseile i.Ggs. zu Tragseilen verzinkt sind, so dass langzeitgelagerte Musterlängen nicht so schnell rosten.

Leider sind in Österreich nur sehr wenige Seilbahnzwischenfalluntersuchungsberichte erstellt worden.
Habe einen anderen Bericht schnell durchgeblättert, leider konnte ich mir kein genaueres Bild des Ursachen machen, da die Textformulierung abstrus ist und weder Fotos noch Zeichnungen des Türbetätigungs- sowie Verriegelungsmechanismus vorhanden sind. Zudem sind gewisse wichtige Vorgänge nur lakunär umschrieben, ob die mutwillig so ist kann ich nicht weiter beurteilen (früher wurden nicht einmal die Anlagen genannt und Logos vom Bildmaterial von Hand wegretouchiert).

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass man gewisse Informationen zurückhält und willkürlich auf genauere Analysen verzichtet.

Hätte von einem österreichischen Untersuchungsbehörde eine wesentlich sachlichere Vorgehensweise erwartet.

IMO sollte sich das BMIMI mehr auf kompetente technische Sachlichkeit als auf woke-gerechte Textformulierung konzentrieren!
Schade, dass Deine interessante Analyse mit so einer unnötigen populistischen Aussage endet. Als ob irgendjemand weniger Arbeit in eine Analyse steckt, weil gegendert wird.
judyclt
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Re: Gondelabsturz in Hochoetz - 4 Schwerverletzte

Beitrag von judyclt »

Jay hat geschrieben: 27.06.2025 - 07:49 Schade, dass Deine interessante Analyse mit so einer unnötigen populistischen Aussage endet.
Vielleicht etwas überspitzt formuliert, aber unnötig finde ich den Hinweis auf den Aspekt Geschlechtersprache hier leider nicht. Mittlerweile klappt es doch ganz gut, dass zum Beispiel von Fahrgästen und nicht von (männlichen) Skifahrern in einer Gondel gesprochen wird. An vielen Stellen lassen sich Texte ohne großen Aufwand und Einschränkungen bei der Lesbarkeit geschlechtergerecht verfassen. Das finde ich gut und sollte weiter vorangetrieben werden.

Im Gutachten ist man aber auch aus meiner Sicht über das Ziel hinausgeschossen und ruft nur Gegner und Sturköppe auf den Plan und konterkariert damit das eigentlich Ziel der gleichberechtigten Kommunikation im Alltag. Beispielhaft reicht schon dieser kurze Abschnitt mit 9! Genderdoppelpunkten:
Diese: Dieser informierte telefonisch um 10:10
Uhr den: die BL, dass eine Kabine im Bereich der „Alten Mittelstation“ abgestürzt sei.[09]
Eine Minute später, um 10:11 Uhr, meldete der: die BL-Stv. dem: der BL ebenfalls
telefonisch den Kabinenabsturz. Der: Die BL-Stv. fuhr zu diesem Zeitpunkt mit der SB
talwärts und sah die abgestürzte Kabine auf der Seilbahntrasse liegend.
Der: Die BL alarmierte daraufhin um 10:14 Uhr die Leitstelle Tirol. Mit der Alarmierung
wurde auch die Landesleitzentrale der Polizei verständigt.
Der: Die BL beorderte eine:n in der Nähe der Absturzstelle arbeitenden MA zur Ersthilfe an
die Unfallstelle, welche:r um 10:17 Uhr eintraf.
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Mr400Liter
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Re: Gondelabsturz in Hochoetz - 4 Schwerverletzte

Beitrag von Mr400Liter »

Ich denke mir hald in diesem Fall, dass der Behörde ja ohnehin die Informationen vorliegen werden, wer am Unfalltag bei der Anlage Dienst verrichtete. Somit könnte man ja zB einfach von der Maschinistin, dem Betriebsleiter oder dem Mitarbeiter sprechen.
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Seilbahnjunkie
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Re: Gondelabsturz in Hochoetz - 4 Schwerverletzte

Beitrag von Seilbahnjunkie »

judyclt hat geschrieben: 27.06.2025 - 10:45
Jay hat geschrieben: 27.06.2025 - 07:49 Schade, dass Deine interessante Analyse mit so einer unnötigen populistischen Aussage endet.
Vielleicht etwas überspitzt formuliert, aber unnötig finde ich den Hinweis auf den Aspekt Geschlechtersprache hier leider nicht. Mittlerweile klappt es doch ganz gut, dass zum Beispiel von Fahrgästen und nicht von (männlichen) Skifahrern in einer Gondel gesprochen wird. An vielen Stellen lassen sich Texte ohne großen Aufwand und Einschränkungen bei der Lesbarkeit geschlechtergerecht verfassen. Das finde ich gut und sollte weiter vorangetrieben werden.

Im Gutachten ist man aber auch aus meiner Sicht über das Ziel hinausgeschossen und ruft nur Gegner und Sturköppe auf den Plan und konterkariert damit das eigentlich Ziel der gleichberechtigten Kommunikation im Alltag. Beispielhaft reicht schon dieser kurze Abschnitt mit 9! Genderdoppelpunkten:
Diese: Dieser informierte telefonisch um 10:10
Uhr den: die BL, dass eine Kabine im Bereich der „Alten Mittelstation“ abgestürzt sei.[09]
Eine Minute später, um 10:11 Uhr, meldete der: die BL-Stv. dem: der BL ebenfalls
telefonisch den Kabinenabsturz. Der: Die BL-Stv. fuhr zu diesem Zeitpunkt mit der SB
talwärts und sah die abgestürzte Kabine auf der Seilbahntrasse liegend.
Der: Die BL alarmierte daraufhin um 10:14 Uhr die Leitstelle Tirol. Mit der Alarmierung
wurde auch die Landesleitzentrale der Polizei verständigt.
Der: Die BL beorderte eine:n in der Nähe der Absturzstelle arbeitenden MA zur Ersthilfe an
die Unfallstelle, welche:r um 10:17 Uhr eintraf.
Hier hat jemand klar das Thema gendern nicht verstanden. An der Stelle ist durchgehend von konkreten Personen die Rede, die man konkret bezeichnen kann. Ich gehe davon aus, dass das sogar recht einfach mit der klassischen Einteilung nach Mann und Frau funktionieren würde, vermutlich sogar mit der klassischen Technikereinteilung nach Mann.

Die Formulierung von Lagorce weist aber nicht auf diesen Umstand hin, sondern klingt nach klassischer Antihaltung gegenüber dem grundsätzlichen Thema.
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Re: Gondelabsturz in Hochoetz - 4 Schwerverletzte

Beitrag von Lagorce »

Dass es darum ging, nicht bekanntzugegen, ob eine aufgeführte Person männlich oder weiblich ist, war mir von Anfang an klar, nur:
1) Die Schreibweise finde ich blödsinning, unangenehm zu lesen und offensichtlich wokegerecht formuliert.
2) Sinnvoller ist m.E. ggf. ein einführender Vermerk, dass die eingesetzte Formulierung Genderneutral gemeint ist, wobei man dann den Text wie vor dem Aufkommen der Wokeintegristen verfassen kann, ist in der Schweiz ausserhalb z.B. der Medien, Verwaltungen und Hochschulen zum Glück immer noch ziemlich verbreitet.
3) Jahrgang (oder Alter zum gegebenen Zeitpunkt) und Geschlecht sind m.E. nicht schutzwürdig und gehören zum nützlichen sachlichen Informationsgehalt von Untersuchungsberichten. Es gehrt dabei keinesfalls um irgendeine Diskriminierung sondern um eine rein sachliche (m.E. gerechfertigte) Information.

Mir geht es nicht darum, weiter über dieses Thema zu diskutieren, die gendergerechte Textfomulierung des Berichtes bringt nichts und macht den Text unnötig mühsamer zu lesen. Point barre.

Als Beispiel: Auszug eines SUST Unfallberichtes (https://www.sust.admin.ch/inhalte/BS/20 ... x_SB_D.pdf, wurde anderswo im Forum diskuiert, werde dort noch was kurz posten):

2.6.1.4 Technischer Leiter

Person
Jahrgang 1983, Anstellung bei BFL

Berufserfahrung
Der zuständige Technische Leiter war seit fünf Jahren in dieser Funktion bei der BFL tätig. Zuvor arbeitete er bereits 13 Jahre als Elektriker bei der BFL. Bevor er Technischer Leiter wurde, absolvierte er die Ausbildung zum Seilbahnfachmann.

(Zeilenumbruchzeichen und Spaltenformatierung habe ich von Hand entfernt.)
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Re: Gondelabsturz in Hochoetz - 4 Schwerverletzte

Beitrag von Ram-Brand »

Oh je. Jetzt ist wohl mal wieder der Punkt erreicht, wo man nicht mehr seine Meinung zu einem Thema sagen darf, ohne gleich in eine Ecke gestellt zu werden. :roll:

Wenn man was negatives zum Thema "Gendern" sagt, ist man gleich Populist, oder N...i, R...ts, etc.
Wenn man was dafür sagt ist man Grün, L..ks, etc.

Kann man es nicht einfach dabei belassen, das es jemand gut oder schlecht findet?


Lagorce Meinung kann ich jedenfalls sehr gut verstehen. Durch viele "Leitlinien" wie man heutzutage Kommunizieren soll, um nicht irgendwenn zu Beleidigen, Benachteilen etc., könnte man denken, dass das Sachliche in so einem Bericht auf der Strecke bleibt.


Und jetzt viel Spaß dabei mich auch in eine Schublade zu stecken. :wink:
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