ski-chrigel hat geschrieben:.... Wer oft im Frühling Ski fährt, weiss, dass sich das ab Anfangs April resp spät. nach Ostern nicht mehr lohnt. .
Im Engadin hat das Skifahren bis Anfang Mai seit Jahrzehnten funktioniert. Klar war meistens weniger los, aber es hat immer eine Gesamtrechnung für die Destination gegeben und die ging offenbar auf. Ich war die letzten 25 Jahre fast immer im Frühjahr Skifahren und viel im Engadin. Wenn ich zurückdenke, wie viel da teilweise los war, wenn das Wetter an den Wochenenden gut war, besonders als der Gipfel noch die vielen Pisten hatte. Außerdem war oft sehr spät noch Hahnensee offen. In den letzten Jahren hat man die Leistung der Corvatschbahn im Frühjahr immer weiter reduziert. Das hat aber nichts gebracht, denn es geht jetzt offenbar noch schlechter als zuvor. Im Endeffekt wurde der Frühling kaputtgespart.
Die Überlegung, jetzt nach Jahrzehnten auf einmal die Saison zu verkürzen, ist ein Eingeständnis, dass man es nicht mehr schafft, aus den genialen Voraussetzungen auch etwas zu machen. Das sehen übrigens auch die Einheimischen teilweise so.
“Wir sind gewohnt, daß die Menschen verhöhnen, was sie nicht versteh'n, Dass sie vor dem Guten und Schönen, das ihnen oft beschwerlich ist, murren.“ [Johann Wolfgang von Goethe]
3303 hat geschrieben:Im Engadin hat das Skifahren bis Anfang Mai seit Jahrzehnten funktioniert.
Tja, dass es früher immer funktionierte, heisst nicht, dass es das heute auch noch tut. Bedürfnisse haben sich verändert, der Eurokurs ist stetig gefallen, die Schweizer haben Österreich entdeckt etc etc.
Wenn ich nur schon sehe, wie in den letzten Jahren die Frequenzen in der Schweiz im Hochwinter zurückgegangen sind, auch im Engadin, dann wundert es mich nicht, dass der Frühling immer noch schwächer wird. Ich kann die Strategie des Engadins verstehen und nachvollziehen, was nicht heisst, dass ich sie gut finde. Obwohl ich ehrlicherweise auch gestehen muss, dass ich im Frühling seit einigen Jahren auch immer nach Österreich und nicht mehr ins Engadin fahre. Im April nach Ischgl, im Mai auf den Stubaier...
Und by the way: es geht den Österreichern wie gesagt gleich. Sölden verkürzt die Saison auch immer mal wieder. Das Pitztal sogar massiv. Offenbar rentiert es auch dort nicht mehr so gut wie auch schon.
Ihr werdet diesen Vorschlag zuerst wohl für wahnsinnig halten. Aber mittel- bis langfristig würde er durchaus Sinn machen. Sommerski ist lange schon vorbei. Aber mit Diavolezza zeigt sich, dass es durchaus Argumente für frühe partielle Öffnungen fürs Image Sinn machen kann. Am Gipfel gab es bis vor kurzem mehrere Pistenvarianten, die könnte man mit einer fixen oder kuppelbaren Sesselbahn wiederbeleben (inkl De Giorgi).
Die Argumente:
- Frühe Öffnung möglich. Angebote zusammen mit Diavolezza = interessantes sich ergänzendes WE-Angebot, so lohnt es sich hinzufahren. Ferienwohnungsbesitzer kommen auch in der Zwischen-/Vorsaison in die Region und nutzen das Angebot und verbreiten dessen Kunde als Mundpropaganda-Marketing weiter. Ich war.. so toll.. bereits schon... usw. -> Einzugsbereich Mailand = WE-Gäste Potential, weil im Herbst keine Konkurrenz
- gut fürs schneesichere Image
- im Frühling der Garant für Topverhältnisse, kann zusammen mit Diavolezza bis Ende Mai offen bleiben (siehe Angebot oben)
- im Hochwinter an kühlen und windigen Tagen nicht so top (steht der Lift dann manchmal still, holt er die Betriebstage immer noch mit Herbst/Frühling gegenüber den restlichen Anlagen nach und rechnet sich
- im Hochwinter kann die Bahn aber auch folgendes sein: an sonniger Lage mit fantastischer Aussicht, schneesicher, variantenreich, Gletscher. Faktor Sonne ist auf Corvatsch sehr wichtig, den der Rest ist die Hälfte des Tages ein Schattenloch (Problem Saas Fee). Kommt ein Zusammenschluss Hahnensee doch irgendwann, bleiben die Gäste am Morgen erst mal weg.
- die Gipfelbahn wird entlastet, denn es gibt Wiederholungsfahrten an der Sesselbahn (jeder der Gipfelbahn fährt, macht garantiert mind. eine Wiederholungsfahrt = hohe Freuquenzen)
- Pisten sind sehr einfach, eignet sich also für die heute immer mehr verfolgte Strategie vieler Bahnen
- für die Finanzierung: keine Beschneiung nötig wie sonst üblich
- für den Herbst (kann auch nur WE-Betrieb sein) gibts ne Telecorde / mobiler Babylift um an die Bergstation zurück zu gelangen
- super Antwort auf Klimawandel, hoch gelegen, schneesicher, tolle Aussicht - in schlechten Wintern ein tolles Notangebot (gab es im Engadin in jüngster Vergangenheit einige Male)
Wenn ein Argument ausfällt, gibt es doch mehrere die diese Bahn durchaus noch rechtfertigen.
Umweltschutz: da waren schon Lifte, da wird bewirtschaftet, da hat es Pisten, da ist Wintersportzone, keine Tiere oder Pflanzen gefährdet, nicht auf Gletscher stehend, kein Pistenbau nötig
Landschaftsschutz: ist von nirgends zu sehen, stört praktisch nicht, andere Anlagen ja auch da
Dateianhänge
rot: neue Bahn hellblau: ehemalige Sommerskilifte grün: mögliche Pisten, ähnlich wie früher vorhanden hellorange: heutige verbliebene Piste
Bildschirmfoto 2015-04-04 um 11.38.25.png (173.47 KiB) 5259 mal betrachtet
@3303: Die meisten Dinge die du hier beschreibst, liegen schon sehr lange zurück.
Die von dir erwähnten vielen Gipfelpisten am Corvatsch kenne ich eigentlich nur aus Erzählungen, bis auf die ursprüngliche Georgi-Piste. Die kenne ich als ständig geschlossene Piste im Pistenplan
@Klenme: Deine Ideen würden mir natürlich gefallen, aber das bleibt wohl ein Traum. Vielleicht bin ich ja auch sehr leicht zufrieden zu stellen, aber einen Gipfel einfach mit einer Pendelbahn hochzufahren und mit einer Abfahrt wieder runter gefällt mir auch. Selbst bei Lagalb, wo man sonst gar keine Anlagen hat.
Nicht dass ich etwas gegen Gondelbahnen oder Sesselbahnen hätte. Bin jetzt auch kein Nostalgiker, der sich einer Modernisierung verweigern würde. Aber ich KANN einen Berg mit schönen Pisten und schöner Aussicht auch ohne genießen.
@LGH - so enorm lange liegt das nicht unbedingt zurück. So vor 5-10 Jahren hat es begonnen, sich zu wandeln. Aber die Höhe und die Schneeverhältnisse im Frühling haben sich seitdem natürlich nicht geändert.
@Klemme: Interessante Ideen. Es gab ja sogar noch mehr Pisten. Man könnte sicher auch auf den Georgi einen Lift stellen. Dann hätte man ein richtiges Skigebiet mit zwei Geländekammern. Das Gelände und der Schnee sind wie Du sagst ja als Skigebietszone da, man müsste es eben nur nutzen.
Übrigens gab es zur Erneuerung der Gipfelbahn schonmal Überlegungen, einfach mit 2 KSBs hochzufahren und die PB wegzulassen. wegen Sommerbetrieb zum Aussichtspunkt wurde das aber nicht weiterverfolgt.
“Wir sind gewohnt, daß die Menschen verhöhnen, was sie nicht versteh'n, Dass sie vor dem Guten und Schönen, das ihnen oft beschwerlich ist, murren.“ [Johann Wolfgang von Goethe]
Zur Signal-Bahn gibt es leider keine News und die Strategie-Präsentaion 2030 http://www.mountains.ch/investoren/geschaeftsberichte/ ist leider komplett inhaltsleer. Die schaurige grauenvolle Animation eines "Winter-Olymps" auf Corviglia wird keinen Gast mehr bringen?
Der Akienkurs der Engadin Mountains AG ist scheinbar auf den "Schrottpreis" von 3,50 CHF/Aktie gefallen. Der Preis lag 2010 bei ca. 14 CHF. Da diese Saison trotz der Erhöhung des "Skipaß Inklusive" Tagespreises von 25 CHF auf 35 CHF scheinbar keinen Mehrumsatz gebracht hat, sind dauerhafte Verluste, keine Dividenden auf absehbare Zeit vorprogrammiert. Die Unternehmung kommt langsam aber sicher in Existenz-Probleme wenn nicht ein Geldgeber oder die öffentliche Hand einspringen wird. Die Verschuldung ist ja schon recht hoch - obwohl man ja bald einen großen Erneuerungsstau hat: Fast alle Lifte auf Corviglia sind 1991-1994 gebaut und daher wären fällig:
- Gondelbahn Celerina und Talstation ca. 20 Mio. CHF
- Signalbahn mit Verwaltungsgebäude ca. 30 Mio. CHF
- Sesselbahnen Alp Giop, Salastrains und Paradies durch 2 neue Anlagen ersetzen: ca. 25 Mio. CHF
- Sesselbahn Trais Fluors neue Sessel, etc. ca. 1 Mio CHF
= macht also ca. 76 Mio. CHF Investitionsbedarf in den nächsten Jahren + notwendige Erhaltungen + neue Hahnenseebahnen (falls bewilligungsfähig). Wie soll das bezahlt werden?
Es ist aber auch einfach alles aufs Wetter, Währung und fehlende Betten seit Jahren zu schieben und keinerlei Ursachen im Unternehmen oder der Führung zu suchen.
1. Mir ist immer noch z.B. vollkommen unverständlich warum die Destinationshomepage dermaßen unübersichtlich und schlecht für Skifahrer aufgebaut ist, und das Angebot am Berg derart schlecht verkauft.
2. Als sehr regelmäßiger Engadin-Gast wundere auch ich mich sehr oft über die Unfreundlichkeit des Liftpersonals auf der Corviglia. Ich könnte hier viele Beispiele nennen aber Kundenfreundlichkeit sieht meistens komplett anders aus. Das ist zwar nur ein sehr kleiner Baustein und sicher nicht Entscheidungskriterium für die Urlaubswahl aber dieser Punkt könnte ohne Kosten deutlich verbessert werden.
3. Endlich hat man es geschafft den Hahnensee-Express einzuführen, damit mehr Gäste verstehen, dass man problemlos von der Corviglia zum Corvatsch kommt. Werbung hierfür? Null?? Eintrag in Pistenpläne? Null??
Mit der inhaltsleeren Strategie 2030 und der Androhung: "Konzentration der Lifte auf Corviglia" (Schließung Alp Giop Sesselbahn??) kommt kein neuer Gast ins Engadin! Ich fürchte der Abwärtstrend wird weiter gehen, auch wenn es mir gar nicht gefällt, dass es weiter bergab geht im Engadin
Fast alle Lifte auf Corviglia sind 1991-1994 gebaut und daher wären fällig:
Lifte aus 1991-1994 zu ersetzen, ist Luxus, den man sich nicht leisten kann/soll. Die tun es noch ne ganze Weile. Solche hat selbst Ischgl noch im Programm. Und auch zB. Laax denkt nicht daran.
Die Mitarbeiterfreundlichkeit pauschal als schlecht zu betiteln, finde ich nicht fair. Es gibt einige ganz löbliche Beispiele, insbesondere der Schwarze auf Marguns. Generell finde ich, dass sich da das Engadin nicht von anderen Destinationen abhebt.
Ich habe ja nicht gesagt dass alle Lifte 1990-1994 sofort ersetzt werden müssen. Klar können die noch 10 Jahre mit neuen Sesseln laufen aber dann mit 30+ Jahren wird's halt auch irgendwann eng für eine Umlaufbahn.
Bzgl. Feundlichkeit: Natürlich betrifft das nicht alle und gerade der schwarze Liftler am Plateau Nair Tal in Marguns ist mit der freundlichste Mann im Gebiet. Ich bin ca. 4-5 Wochen im Winter im Engadin und sehe nur leider oft das genaue Gegenteil - das hat nichts mit Fairness zu tun sondern ist meine subjektive Meinung und ich bilde mir ein, einen ganz guten Überblick mit anderen Destinationen zu haben! Es ist sicher kein großer Punkt aber "Willkommen" fühlt man sich hier oft nicht!
Wenn aber alles so perfekt läuft und alle Gäste so zufrieden mit der Bergbahn sind? Warum kommt dann keiner mehr??????
Anhand meiner Skitage erkennst Du, dass ich auch einen recht guten Überblick habe und ich finde wie gesagt nicht, dass das Engadin unfreundlicher ist als andere. Auch in Österreich ist das nicht besser. Teilweise auch begreiflich, bei dem Job, den ich auch mal einen Winter lang gemacht habe, never again...
Ansonsten, wie gesagt, ich gehe mit Dir sehr einig. Dieses Problem haben aber viele Schweizer Gebiete...
Das mit der Lagalb-Schließung ist wirklich sehr schade. Ich hatte mich gerade letzten Winter frisch in diese Pisten verliebt
Hätte man die Lagalb gegen die Hahnensee-Bahnen getauscht, so hätte ich das mit einem lachenden und einem weinenden Auge gesehen. Wenn dies nun jedoch schon 2016 aus rein finanziellen Gründen geschieht, völlig losgelöst davon ob das Hahnensee-Projekt tatsächlich Realität werden kann, so bleiben nur noch die zwei weinenden Augen übrig… Ich frage mich sogar, ob man sich damit nicht sogar eine spätere Hahnensee-Erschließung noch weiter erschwert, da man die Lagalb-Renaturalisierung dann gar nicht mehr in die Waagschale werfen kann…
Auf jeden Fall hoffe ich nun umso mehr, dass zumindest das Hahnensee-Projket doch noch kommen wird!
Die Lagalb-Schließung alleine wird bei mir aber noch nicht dazu führen, dass ich nicht mehr ins Engadin gehen würde. (Das schafft höchstens der Wechselkurs, wenn er noch weiter steigen wird und ich mir die Schweiz irgendwann nicht mehr leisten kann…) Aber im Grunde liebe ich das Engadin zu sehr. Was ich allerdings jetzt schon sagen kann: die Wahrscheinlichkeit, dass ich jetzt noch zur Diavolezza fahren werde, wird in Zukunft bei mir sehr gering sein.
Für die übrigen Aussagen schließe ich mich ski-chrigel an: In all den Jahren Engadin ist mir das Lift-Personal entweder als ausgesprochen freundlich, oder als sachlich-neutral aufgefallen. Erfahrungen mit unfreundlichen Mitarbeitern hatte ich bis jetzt noch nie. Und zu den Anlagen: in meinen Augen sollten Lift-Anlagen, wenn sie ordentlich gewartet werden, eigentlich sehr, sehr lange halten. Eine Anlagen-Erneuerung macht in meinen Augen nur Sinn, wenn man entweder den Komfort steigert (z.B. Skilift durch Sesselbahn ersetzen), oder Kapazitäts-Engpässe behebt (an Stellen wo ständig große Wartezeiten entstehen). Eine reine Erneuerung weil es mal wieder "an der Zeit" wäre, scheint mir in den meisten Fällen als völlig übertrieben. Die Corviglia-Sesselbahnen empfide ich durch die Bank als schnell und bequem, und sehe da überhaupt keinen Austausch-Bedarf. Vielleicht muss man mal hin und wieder einige Hauben frisch polieren oder Stationen neu anstreichen… (Im übrigen ist aber trotzdem eine Modernisierung der Sesselbahnen Alp Giop und Salastrains geplant, cf Link oben, Seite 2.)
Wo ich mich snowworld zu 100% anschließe: "Die schaurige grauenvolle Animation eines "Winter-Olymps" auf Corviglia wird keinen Gast mehr bringen." Wenn ich mir Animtationen anschauen will oder mich über vergangene Olympiaden informieren möchte, so mache ich das an meinem Computer zuhause, und fahre dazu nicht auf einen Berg
Das war ja zu erwarten. Eins fügt sich zum Anderen.
Man schiebt es auf's Wetter etc. und reagiert wie zuletzt immer nur mit Leistungsabbau.
Das Ziel - Konzentration auf St. Moritz.
Beerdigung Verbindungskonzepot Diavolezza Lagalb (Bondo)
Wegfall Pendolino - gestrandete Gäste. Gebietswechsel unattraktiv.
Wegfall Kasse - nicht zuverlässig funktionierender Automat. "Nächstes Mal nicht mehr dorthin."
Verzögerung der Lawinensprengungen - Reduktion Betriebstage.
Verzögerung Präparation - Reduktion Betriebstage
Die Frequenzen auf Lagalb werden auf diese Weise bereits lange künstlich reduziert und alles fügt sich mit dem Konzentrationsprojekt St. Moritz zusammen.
Ohne Lagalb wird Diavolezza im Winter zunehmend defizitär werden und irgendwann wird das Skigebiet am Berninapass der Vergangenheit angehören. Das könnte dann vielleicht genug Ausgleich für den Hahnenseeausbau sein. So wird es wohl kommen, wenn die Gemeinde Pontresina nicht das Defizit auffangen wird.
Am besten wäre es sicher, wenn man Diavolezza Lagalb wieder aus den "mountains" herauslösen und seitens der öffentlichen Hand betreiben würde. Gerade für Pontresina volkswirtschaftlich vermutlich die bessere Lösung, als der fortwährenden Leistungsabbauphilosophie der "Mountains" ausgeliefert zu sein.
“Wir sind gewohnt, daß die Menschen verhöhnen, was sie nicht versteh'n, Dass sie vor dem Guten und Schönen, das ihnen oft beschwerlich ist, murren.“ [Johann Wolfgang von Goethe]
Naja, wenn man Protokolle der Pontresiner Gemeindeversammlung quer liest, sieht man, dass sie ein jährliches Budget von ca. 10 Millionen Franken haben. Ich glaube nicht, dass die es sich leisten können, jährlich 1.5 Mio. für den Betrieb der Lagalbbahn aufzubringen, und die Steuern dafür um 10 % anzuheben wird wohl auch nicht mehrheitsfähig sein.
Die Bedeutung der Lagalb für Pontresina selbst würde ich auch nicht überbewerten: Vom Dorf Pontresina ist es erheblich näher, nach Celerina zu fahren, als zum Bernina. Ich vermute daher, dass die Pontresiner gar keinen so grossen Anteil an den Lagalbgästen ausmachen, denn dorthin fährt man nicht weil es nah ist, sondern weil es was anderes ist. Halt vielleicht Leute, die sonst eher nach Andermatt oder Disentis fahren würden. Weil die Gäste aus dem ganzen Tal kommen, müsste die Finanzierung auch übergeordnet gelöst werden. Heute geschieht dies indirekt über den Skipass aus andern Gebieten, wozu man anscheinend wegen zunehmendem Kostendruck nicht mehr bereit ist. Ob die Verbundenheit mit der Lagalb regional gesehen so gross ist, dass sich eine neue Lösung ergibt, wird sich weisen....
Zur Lagalp muss ich ganz klar sagen: Bringt die Beweise, stellt die Geschgäftsberichte von der Zeit vor den Fusionen ins Netz und stellt die Geschäftsberichte nach Gebietsteilen seit der Fusion ins Netz. Zusätzlich brauche ich noch einen detaillierten Einnahmenverteilschlüssel. So lange solche Zahlen aber nicht veröffentlicht werden kann man viel behaupten. Noch was: Die Lagalpbahn wurde ja 19994 wohl auch nur mit fast doppelt so grossen Kabinen oder Kapazität neu gebaut weil die alte Bahn ständig leer fuhr und man nur Kapazitätsreserven für die Zukunft haben wollte.
Kommt mir irgendwie vor wie bei den DKM. So lange Corviglia nicht voll ausgelastet ( ständig Überlastet? ) ist kostet alles andere nur unnötig Geld. Würden wie hier in Z so rechnen könnten wir minimum 5 Bahnen oder Lifte sofort schliessen.
Das Dilemma hat nicht viel mit dem Angebot zu tun sondern grösstenteils mit dem währungsbedingten wegbeleiben der Gäste und der daraus resultierenden schlechteren Auslastung der Randgebiete. So lange es an der Corviglia nicht absolut voll ist fahr ich nicht nach Pontresina und wenn dort die Hälfte des Angebotes fehlt fahr ich erst recht nicht mehr dahin. Das ist ein Teufelskreis.
2. Als sehr regelmäßiger Engadin-Gast wundere auch ich mich sehr oft über die Unfreundlichkeit des Liftpersonals auf der Corviglia. Ich könnte hier viele Beispiele nennen aber Kundenfreundlichkeit sieht meistens komplett anders aus. Das ist zwar nur ein sehr kleiner Baustein und sicher nicht Entscheidungskriterium für die Urlaubswahl aber dieser Punkt könnte ohne Kosten deutlich verbessert werden.
Jetzt möchte ich aber doch gerne mal wissen wie du auf so was kommst oder was du mit den Mitarbeitern denn so alles redest um auf so eine Einschätzung zu kommen?
Zugegeben, ich bin zeitlich und geographisch bedingt bei weitem nicht in so vielen Skigebieten unterwegs wie viel andere hier im Forum, für ein paar internationale Topdestinationen hat es aber mittlerweile doch schon gereicht. Ausser mit einem Kabinenführer der Doppelstockbahn in Samnaun, wo ich ein oder zwei fachliche Fragen hatte, habe ich nie mit jemand anderem geredet als mit dem Kassapersonal um mir meinen Skipass zu kaufen. Ich habe also keine blassen Schimmer ob die Liftler im Ötztal, Ischgl, ganze Sella Ronda, Kronplatz, Portes du Soleil oder sonst wo freundlich sind oder nicht, denn ich habe noch nie mit einem von denen ein Wort gewechselt.
Was um himmels Willen stellen manche Leute also an damit es eine unfreundliche Reaktion gibt? Ich bin mir durchaus bewusst, dass gewisse Anweisungen die das Betriebspersonal teilweise geben muss, nicht immer gut ankommen, bei einer Sesselbahn mit durchschnittlich um die 8 sec Folgezeit hat man aber auch nicht genügend Zeit jedem Gast zu erklären warum das jetzt eben so ist. Entweder steht dann die Bahn den ganzen Tag still oder bis der Satz vom Liftler fertig ist und somit eine Sinn ergibt ist der Gast schon bei Stütze 3 drüber.
Solch eine Situation, auch wenn es mich nicht selber betrifft, erlebe ich persönlich als Skifahrer aber vielleicht alle 50 Fahrten mal.
ich bin vor etlichen Jahren viel an Lagalb und Diavolezza unterwegs gewesen, deshalb finde ich es sehr schade, dass die Lagalb vor der Schließung steht. Das Skifahren dort war "einfach anders". Ob die Diavolezza allein überlebensfähig ist wird sich zeigen.
Was die Unfreundlichkeit betrifft ging es mir im Engadin genauso. Ich empfand das Personal nicht nur als unfreundlich, sondern schlimmer noch als unfähig. Aber das sind natürlich immer Momentaufnahmen, das sollte man nicht überbewerten.
Interessant und traurig zugleich ist es, von der bevorstehenden Schließung des Skigebiets Piz Lagalb zu lesen. Am Lagalb sind wir in den 1980er und 90er Jahren Ski gefahren. Da gab es noch die mäßig an den Lagalb angebundenen Skilifte am Bernina-Hospiz, und ich habe mich damals gefragt, warum man in so einer top schneesicheren Lage nicht mehr aus dem Gesamtgebiet macht. Insgesamt gab es am Piz Lagalb 5 Schlepplifte mit zugehörigen Abfahrten! Später waren dann zuerst die genannten Skilifte weg, irgendwann der untere Schlepper auf Diavolezza-Seite usw. - das Angebot wurde immer kleiner, aber nicht günstiger.
Mit dem Ende des Skibetriebs am Lagalb schafft man es, im Raum Pontresina nach Alp Languard und Muottas Muragl schon das dritte Skiangebot einzustellen und sollte sich intern so langsam mal fragen, was man in den letzten Jahrzehnten eigentlich touristisch richtig gemacht hat. War hier zwischenzeitlich Paul N. Geschäftsführer? Bis an der Diavolezza nur noch Sommerbetrieb ist, ist es nur noch eine Frage der Zeit.
Zuletzt geändert von Harzwinter am 14.04.2015 - 21:44, insgesamt 1-mal geändert.
Da muss ich fast nächste Saison ein Wochenende im Ospizio Bernina übernachten um nochmal das Skigebiet Lagalb und Diavolezza ausnützen zu können. Schade! Hätte ich nicht gedacht, dass es so schnell geht.
Aus dem Geschäftsbericht habe ich entnommen, dass die Lage noch gar nicht so "fatal" ist für die Bergbahnen. Dennoch möchte man einen ganzen Berg schließen. Hier würde mich interessieren, ob eine Analyse gemacht wurde, welchen Marketing technischen Mehrwert die Kombination Lagalb/Diavolezza bei den Kunden und vor allem Stammkunden hat. Denn dieser ist ja nicht so einfach zu bemessen und ich weiß nicht, ob man sich vielleicht in ein paar Jahren fragt, ob man nicht das Skigebiet am Berninapass besser vermarkten hätte können. An die Seilbahnexperten habe ich hier eine Frage, ist es realistisch, dass eine einzige Großkabinenbahn 1,5 Mio Franken Verlust einfährt pro Saison? Kann das leider nicht wirklich einschätzen.
Heute habe ich mit einem Freund geredet, der dieses Jahr eine Woche im Engadin Skifahren war. Los war im Engadin so gut wie gar nichts in den Skigbieten, wie er meinte, und das in der Hauptsaison. Da muss man sich nicht wundern, dass die Lagalb geschlossen wird. Was uns aufgefallen ist, dass der "Chalet-Trend" im Engadin gefühlt komplett verschlafen wurde. Fast überall muss ich mit dem Auto oder mit dem Bus zum Skigebiet fahren, natürlich kann man auch in St. Moritz im Zentrum wohnen oder direkt an der Signalbahn, aber in der Regel hat man entweder einen weiten Fußweg oder den Skibus/Auto vor sich. Vergleiche ich das mit meiner Unterkunft in Les Deux Alpes dieses Jahr, dann war das insgesamt um einiges komfortabler. Ein schönes Chalet, direkt an der Piste, tolle und moderne Einrichtung im "Alpenstil" und das zu fairen Preisen. Hinzu kommt, dass ich nicht morgens "schick" zum Frühstücksbuffet muss, danach wieder mich umziehen muss, dann in ein Skigebiet fahren muss und das ganze Abends wieder retour. Was ich damit sagen möchte, für den gehobenen Urlaub gibt es in St. Moritz zum Großteil nur Hotels, Chalets findet man wenige, direkt an der Piste gar keine. Zu mindestens habe ich keines gefunden. Rund um die Sesselbahn Suvretta hätte man da sicherlich einige platzieren können. Ich kenne einige befreundete Familien, die sehr gerne in Italien oder in Frankreich in tolle Chaltes/Wohnungen gehen, die auch mal mehr kosten und das auch lieber machen, als in ein Hotel zu gehen.
Das sind ein paar Gedanken von mir zum Thema Unterkunft im Engadin, vielleicht gibt es den ein oder anderen der versteht, auf was ich hinaus möchte. Ich glaube nämlich, dass es auch einen Trend von Hotel in Richtung individuellem Chalet gibt. Das ist allerdings auch nur eine persönliche Vermutung. Für zukünftig bessere Zahlen sehe ich die Hahnenseeverbindung als extrem wichtig an. Da bin ich mal gespannt, ob diese kommt.
Zum Thema Personal kann ich noch sagen, dass ich bisher keine schlechten Erlebnisse hatte im Engadin. Vor allem ein paar positive!
Eine wirklich traurige aber für den Schweizer Tourismus leider nicht untypische Entscheidung. Nicht-Kerngebiete runterwirtschaften, dichtmachen, Investitionsstau bei Modernisierung, oft Defizite im Preis-Leistungsverhältniss und dann irgendwelchen unsinnigen Analysen heranziehen (lange vor dem Frankenverfall) um zu erklären warum der Schweizer Tourismus Wintertourismus zurückgeht (wobei ich noch nie gelesen habe, dass es an der relativ zurückgehenden Angebotsqualität liegen könnte).
Ich bin häufig und gerne im Oberengadin und zugegebenermassen spule ich mittlerweile auch die meisten Frequenzen auf den Sesselliften und Industrieskipisten der Corviglia und Corvatsch ab.
Der Grund warum ich die Stunde länger fahre und auch 30% mehr zahle, sind allerdings die Tage wo man mit max 50 anderen skifahrern den frisch gefallenen Neuschnee über dem Nebelmeer an der Lagalp teilt, die eine Abfahrt am Ende des Tages über den Festsaal der Alpen nach Morteratsch oder den Hahnensee oder die unverhofften April-Powder Tage am Corvatsch. Mehr und mehr dieser echten Höhepunkte verschwinden und damit diese nicht-zu-bezahlen-Momente, die einen Urlaub im Engadin von Destination X abheben.
Da der Geschäftsbericht nicht nach Skiberge aufgeschlüsselt ist habe ich kurz in andere Geschäftsberichte durchgeschaut um es abschätzen zu können. Nur das diese eine längere Betriebszeit aufweisen so dass ich auch nur riecht Werte habe. Ich gehe mal aus das die Summe sowohl aus den Betriebskosten, Kaptalkosten (Abschreibung), Personalkosten und Steuern bestehen. Das alles dürfte der Betrag von 1,5 Mio. SFr. recht nahe kommen. Unbekannte ist auch ob die Restaurants verpachtet sind oder in eigene Regie betrieben werden was sich auf die Personalkosten durchschlägt.
Bedenken muss man auch das die Lagalpbahn auch dann fährt wen die benachbarte Diavolezzabahn im Januar Geschlossen hat was für mehr Frequenzen nicht förderlich ist.
Aus meiner Sicht hat man verpasst an der Lagalp ein klares Profil zu geben um entsprechende Zielgruppen anzulocken. Wie es die Silvretta Seilbahn AG Ischgl mit der Piz Val Gorndabahn gemacht haben.
Die Diavolezzabahn wird aus meiner Sicht ohne die Lagalpbahn ziemlich an Skidays verlieren und danach die Betriebszeiten reduzieren.
Denn grössten Fehler haben die Verkehrsvereine gemacht und das ziemlich früh. Sie haben verpasst Celerina als Ort für Familien zu Entwickeln. Dazu vielleicht noch Unterkünfte für Gruppen (ca. 15.-- SFr. pro Bett) so dass der Gästemix sich in der Region anders aufstellte. Das hätte auch bewirkt das Oberengadin auch für weitere Gästesegmente Interessant würde.
Du kannst doch die Lagalp nicht mit dem Piz Val Gonda vergleichen. Letzterer ist direkt eingebundener Teil eines sehr großen Schigebiets, die Lagalp ist nur eine einzelne Bahn. Der Haupt Fehler liegt meiner Meinung nach genau da, man hat es nicht geschafft, sie vernünftig mit der Diavolezza zu verbinden. Das wäre zwar noch immer kein sonderlich großes Gebiet, aber deutlich besser als jetzt. Gerade in der Schweiz kann man nicht darauf setzen, dass jeder ein Auto dabei hat für den Gebietswechsel, vor allem nicht wenn man dort schon die Berninabahn vor der Haustür hat, und erst recht nicht, wenn man ohne eigenes Auto besser den Tag mit der Abfahrt nach Morteratsch beenden kann.
Morteratsch ist übrigens ein gutes Stichwort. Vielleicht hätte man versuchen sollen den Takt zwischen Morteratsch und Lagalp auf 30 Minuten zu verdichten. Damit hätte man die Möglichkeit geschaffen die Piste auch mehrmals am Tag zu fahren (öfter kommt man jetzt in Wengen von der Lauberhorn auch nicht mehr hoch glaub ich) und auch die Verbindung der beiden Teilgebiete wäre ein bisschen besser (natürlich noch nicht optimal). Wenn man dann ganz verwegen gewesen wäre hätte man in Morteratsch noch eine (K)SB gebaut an der man sich die Zeit bis zum nächsten Zug vertreiben kann (analog KSB Innerwengen).
Natürlich kostet sowas Geld, aber in Bergün geht es für die Rodler ja auch. Dort ist zwar viel los auf der Rodelbahn, aber ich bin mir nicht sicher ob das mehr ist als das Schifahrerpotential am Berninapass.
Ich bin Ende Februar diesen Jahres dort gewesen.
Landschaftlich ausgesprochen schön, aber man kennt das Gebiet nach einem Tag.
Der Gletscher Sessel ist der einzige Lift für den man die Ski nicht abschnallen muß.
Natürlich ist auch die 10 KM Gletscherabfahrt ein Erlebnis, selbst wenn sie 8 KM aus "Schiebestücken" besteht.
Der gebotene Komfort ist in diesem Skigebiet jedoch überschaubar.
Was mich vor allem entsetzt hat war der Publikumszuspruch.
Ende Februar war ich gefühlt fast alleine im Skigebiet, und zwar im ganzen Umfeld von St. Moritz.
Anderseits, ich fahre auch nicht wieder hin.
Ich habe direkt an der Signalbahn gewoht, für die Konditionen die dort aufgerufen werden bin ich in Zermatt aber deutlich besser aufgehoben, so mein persönliches Fazit.
Damit sprichst du wohl das große Problem der Region an, man bekommt andernorts einfach mehr fürs Geld. Ich habe das Gefühl, man hat in der Vergangenheit das Schigebiet mehr als Kulisse für gut betuchtes, am Schisport aber eher nebensächlich interessiertes Publikum benutzt. So schön die Landschaft dort oben auch ist, aber die Gebiete sind eben doch recht kleinteilig verglichen mit den Top Destinationen in der Schweiz, Österreich oder erst recht Frankreich. Wenn man schon so viel Geld ausgibt, dann will man eben auch etwas geboten bekommen. St Moritz ruht sich da viel zu sehr auf seinem Namen und seiner Geschichte aus.
Es gibt doch schon einen Kleinbusshuttle zwischen den Talstationen Diavolezza und Lagalb. Hat auch ganz gut funktioniert.
Der müsste zum Ende der Morteratsch ausgedehnt werden.
Mir hat es da oben super gefallen,war aber auch im April da, Lagalb ist ein schöner Skiberg, und das Wettfahren mit der Gondel hat immer Spass gemacht.
Seilbahnjunkie hat geschrieben: Ich habe das Gefühl, man hat in der Vergangenheit das Schigebiet mehr als Kulisse für gut betuchtes, am Schisport aber eher nebensächlich interessiertes Publikum benutzt. .
Das ist definitiv so.
Ein Verleih für Pelzmäntel und teure Ski (für Nichtskifahrer) füllt kein Skigebiet.