Atomausstieg

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3303
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Re: Atomausstieg

Beitrag von 3303 »

Es geht ja nicht nur darum, ob es sich momentan wirtschaftlich um die lukrativste Lösung handelt, sondern auch um dezentrale Energieerzeugung und eine Vision davon, wie sich die Gesellschaft langfristig mit Energie versorgen will. Dezentrale Energieversorgung ist beispielsweise wesentlich weniger Störanfällig als Großkraftwerke. Ein weiterer Vorteil ist, dass man dadurch bzw. durch solche Energiegewinnung unabhängiger von Lieferungen aus dem Ausland (zB Kohle, Uran, Gas), also auch unabhängiger von politischen Krisen etc. wird. Bzw. sind wir derzeit absolut vom Ausland abhängig, was kein politisches Ziel sein kann. Ferner wird Forschung und Entwicklung forciert und somit die Wirtschaft gefördert. Wir erlegen den kommenden Genberationen gerade einen riesigen Schuldenberg auf. Vielleicht sollte man dann versuchen, denen dann wenigstens einen möglichst kleinen Atommüllberg zu hinterlassen.
Großkraftwerke liegen ja eher im wirtschaftlichen Interesse der Konzerne, da sich damit wesentlich mehr Gewinn erzielen lässt.
Es kommt da ganz auf den Betrachtungswinkel an.

Was ich übrigens bemerkenswert finde ist, dass hier im Forum technishcher Fortschritt und Entwicklung tendenziell oft befürwortet wird. Bei der Energieerzeugung gibt es aber auffällig viele, sehr konservative Meinungsäußerungen.
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McMaf
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Re: Atomausstieg

Beitrag von McMaf »

3303 hat geschrieben:Es geht ja nicht nur darum, ob es sich momentan wirtschaftlich um die lukrativste Lösung handelt, sondern auch um dezentrale Energieerzeugung und eine Vision davon, wie sich die Gesellschaft langfristig mit Energie versorgen will.
Völlig d'accord! Das ist eine positive Erscheinung die ich nicht leugnen möchte. Wenn sich jemand durch eine Solaranlage unabhängig machen möchte sollte er das tun. Wir machen uns aber auch mit anderen regenerativen Energieträgern (wenn nicht unbedingt von den Stromkonzernen, aber zumindest vom Ausland) unabhängig, die gleichzeitig jedoch wesentlich effizienter sind. Z.B. Windkraftanlagen. Man sieht doch gerade an den europäischen Nachbarn dass das Geld nicht auf den Bäumen wächst.
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Seilbahnjunkie
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Re: Atomausstieg

Beitrag von Seilbahnjunkie »

Das Problem ist eben, dass ander Energiträger (vor allem die Atomkraft) auch nicht das kosten was sie eigentlich kosten müssten. Wenn man dann die Einspeisevergütungen damit vergleicht erscheinen die ziemlich hoch. Schön wäre mal zu sehen was die Stromproduktion mit verschiedenen Methoden wirklich kostet.
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Pilatus
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Re: Atomausstieg

Beitrag von Pilatus »

Das Problem ist eben, dass ander Energiträger (vor allem die Atomkraft) auch nicht das kosten was sie eigentlich kosten müssten.
Das ist ein sehr theoretisches Argument, auf diesem Niveau müssten wir mindestens die hälfte der Weltbevölkerung sofort exektieren, weil wir sonst gar nicht überleben könnten. Die komplette Weltwirtschaft ist auf die Ausbeutung des Planeten ausgelegt, es gibt praktisch nichts, was nicht gigantische (theoretische) Folgekosten mit sich ziehen würde. Sogar Windrädchen und Solarzellen.
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Seilbahnjunkie
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Re: Atomausstieg

Beitrag von Seilbahnjunkie »

Super Einstellung, also nur weiter so.
Aber mal ernsthaft. Selbst wenn dirdie Zerstörungen und Ausbeutungen anderer Länder egal sind, dann subventionierst du trotzdem z.B. die Atomenergie mit deinen Steuergeldern. Wie will der Kunde da vergleichen was teurer ist?
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Re: Atomausstieg

Beitrag von Chense »

Seilbahnjunkie hat geschrieben:Super Einstellung, also nur weiter so.
Aber mal ernsthaft. Selbst wenn dirdie Zerstörungen und Ausbeutungen anderer Länder egal sind, dann subventionierst du trotzdem z.B. die Atomenergie mit deinen Steuergeldern. Wie will der Kunde da vergleichen was teurer ist?
Wenn du ehrlich bist wären 99% der Kunden doch sowieso unfähig das zu vergleichen selbst wenns möglich wäre ... Generation BILD ist das Stichwort ;-)
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Seilbahnjunkie
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Re: Atomausstieg

Beitrag von Seilbahnjunkie »

Da muss ich dir jetzt leider Recht geben, das ist ein großes Problem unserer heutigen Gesellschaft.
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Pilatus
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Re: Atomausstieg

Beitrag von Pilatus »

Seilbahnjunkie hat geschrieben:Super Einstellung, also nur weiter so.
Aber mal ernsthaft. Selbst wenn dirdie Zerstörungen und Ausbeutungen anderer Länder egal sind, dann subventionierst du trotzdem z.B. die Atomenergie mit deinen Steuergeldern. Wie will der Kunde da vergleichen was teurer ist?
Das ist doch keine Einstellung, das ist eine nüchterne Betrachtungsweise. Es gibt kein gut oder schlecht. Natürlich finde ich das auch nicht gut. Aber es ist nun mal fakt. Und wenn der Mensch irgendwie (mittelfristig, ewig ist sowieso nichts) überleben will, muss er nachhaltiger Wirtschaften. Ob das gelingt, da habe ich meine grossen Zweifel. Könnte mir durchaus vorstellen dass mit dem Ende der Bodenschätze auch die Zivilisation den Bach runter geht. Aber versuchen muss man es zumindest. Will man nun aber die Menschheit irgendwie durchbringen, muss man knallhart rational urteilen, eine Luxuslösung wird nie, nie, niemals umsetzbar sein.
Die Weltwirtschaft ist extrem abhänig von fossilen Brennstoffen - die Abhänigkeit der Konjunktur vom Oelpreis beängstigend. Zudem ist gerade Erdöl Ausgangsstoff für unzählige Produkte, ohne die unser Alltag gar nicht mehr denkbar. Es zu verbrennen ist eigentlich Verrat an der Menscheit.
Die fossile Energie lässt sich wohl weitgehend durch Strom ersetzen - und hier sind wir beim springenden Punkt:
Will man man die menschliche Zivilisation mittelfristig durchbringen, ist es dumm zum heutigen Stand der Technik auf Atomenergie zu verzichten. Sie ermöglich jenen Wohlstand zu halten bzw. erarbeiten, welcher dazu investiert werden kann, erst die fossilen Brennstoffe und dann von mir aus irgendwann mal die Atomenergie zu ersetzten. Von mir aus auch dank Subventionen.
Wie will der Kunde da vergleichen was teurer ist?
Streich mal die Subventionen für die erneuerbaren, man würde es ziemlich schnell merken. Keine Ahnung wie stark in der CH der Atomstrom tatsächlich subventioniert ist, wirkliche Subventionen die nicht nur theoretischer Natur sind, gibt es aber m.E. kaum. Ich bin nicht unbedingt gegen die Subvention von erneuerbaren Energien - schliesslich müssen die eines Tages unseren Energiebedarf decken. Eine private Firma wird kaum interesse haben, in ein "mehrere Generationen Projekt" zu investieren, da ist vmtl. der Staat gefragt (wie er das auch beim Atomstrom etc. gemacht hat).
Aber die Zeit ist noch nicht reif für das was Deutschland jetzt macht, richtig lächerlich ist es zudem, weil man die Atommeiler nicht mal durch erneuerbare ersetzen will, sondern durch fossile Brennstoffe.

Zudem steigt die Weltbevölkerung immer mehr an, immer mehr müssen sich immer weniger Ressourcen teilen. Die Zeit für Luxuslösungen ist schon lange vorbei.
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Seilbahnjunkie
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Re: Atomausstieg

Beitrag von Seilbahnjunkie »

So ein Blödsinn, die erneuerbaren Energien können spielend unsere Energieversorgung sicherstellen. Auserdem sind wir damit komplett unabhängig von Resourcen was die Energieversorgung angeht und wir werden uns dann aus den Kämpfen um die letzten Resourcen raushalten könen. Was soll denn daran bitte schlecht sein?

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McMaf
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Re: Atomausstieg

Beitrag von McMaf »

Bevor hier gleich etwas als Blödsinn abgetan wird:
So wie ich Pilatus verstanden habe, will er darauf hinaus, dass diese Resourcen auch für andere wichtige Güter, die nicht die Energieversorgung betreffen, benötigt werden. Stichworte wären da Öl/Plastik, Kunststoffe oder verschiedene Metalle die in allerlei Technik eine wesentliche Rolle spielen. Ich würde daher nicht leichtfertig ausschließen wollen, dass es trotz autarker Energieversorgung nicht zu Resourcenkonflikten kommen könnte.
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Pilatus
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Re: Atomausstieg

Beitrag von Pilatus »

Seilbahnjunkie hat geschrieben:So ein Blödsinn, die erneuerbaren Energien können spielend unsere Energieversorgung sicherstellen. Auserdem sind wir damit komplett unabhängig von Resourcen was die Energieversorgung angeht und wir werden uns dann aus den Kämpfen um die letzten Resourcen raushalten könen. Was soll denn daran bitte schlecht sein?
Du schwafelst einfach die Argumente nach, die irgend ein selbst ernannter Sachkundiger von sich gegeben hat. Dann habt ihr aber eine ziemlich beschissene Regierung, die will ja bis 2030 noch mehr fossile Brennstoffe verheizen als heute. Schon alleine der Ausstiegsplan zeigt, dass es nicht möglich ist. Solang "Brückentechnologien" nötig sind, welche das verheizen von fossilen Brennstoffen vorsehen, sind wir nicht so weit, dass wir auf die Atomkraftwerke verzichten können.

McMaf scheint mich verstanden zu haben...
Neben der absolut essentiellen Ressourcenproblematik kommen noch Umweltprobleme hinzu, welche durch das Verbrennen von fossilen Brennstoffen entstehen. Und das sind nicht nur durch so schwer fassbare Gebilde wie die Klimaerwärmung, sondern auch die ganze Feinstaubproblematik etc., die jedes Jahr tausende Todesopfer fordern. Die Angst vor dem "Atom" ist vielleicht nicht ganz unbegründet, gemessen am Risiko der Alternativen aber total lächerlich. Vermutlich wird es sowas wie Fukushima auch in Zukunft wiedermal geben. Das muss man evtl. bei der zukünftigen Plazierung von AKW mitbedenken.
Aber der Rummel um Fukushima ist irgendwie recht schnell verflogen. Die dreiköpfigen Mutanten sind wohl nicht schnell genug aufgetaucht...
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Seilbahnjunkie
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Re: Atomausstieg

Beitrag von Seilbahnjunkie »

Und was tust du? Du glaubst einfach alles was die Atomlobby erzählt, ist das etwa besser? Kannst du etwa die Kosten und Risiken der Atomkraft realistisch einschätzen?

Klar haben wir eine beschissene Regierung in Deutschland, ich hab ja nie was anderes behauptet. Die Laufzeitverlängerung hat erstmal die Entwicklung der regenerativen Energiequellen gebremst um dann wieder einen totalen Kurswechsel hinzulegen. Das aber nicht etwa weil man was aus Fukushima gelernt hat, sondern weil die CDU Ba-Wü verlohren hat (endlich).

Btw., viele Dinge kann man synthetisieren wenn man genug Energie zur Verfügung hat (theoretisch alles) und dazu brauche ich trotzdem keine Atomkraft. Was die Metallresourcen angeht, so ist das doch relativ unabhängig von der energiefrage, wäre mir neu, dass die verbrannt werden.
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Re: Atomausstieg

Beitrag von baeckerbursch »

Klar haben wir eine beschissene Regierung in Deutschland, ich hab ja nie was anderes behauptet. Die Laufzeitverlängerung hat erstmal die Entwicklung der regenerativen Energiequellen gebremst um dann wieder einen totalen Kurswechsel hinzulegen. Das aber nicht etwa weil man was aus Fukushima gelernt hat, sondern weil die CDU Ba-Wü verlohren hat (endlich).
Und mir hast du ein Lagerdenken vorgeworfen :lach:

So ein Blödsinn, die erneuerbaren Energien können spielend unsere Energieversorgung sicherstellen
Wenn dem wirklich so wäre, und das zu einem guten Preis, würde es der Markt sofort richten. Sprich es würden nur noch Kraftwerke für erneuerebare Energien gebaut werden. Da da anscheinend momentan nicht der Fall ist wird es mit der Konkurrenzfähigkeit nicht so weit her sein.
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Re: Atomausstieg

Beitrag von eMGee »

baeckerbursch hat geschrieben:Wenn dem wirklich so wäre, und das zu einem guten Preis, würde es der Markt sofort richten. Sprich es würden nur noch Kraftwerke für erneuerebare Energien gebaut werden. Da da anscheinend momentan nicht der Fall ist wird es mit der Konkurrenzfähigkeit nicht so weit her sein.
Das liegt doch an der starken Atomlobby :wink:
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Pilatus
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Re: Atomausstieg

Beitrag von Pilatus »

Der Beweis dass die Erneuerbaren noch nicht wirklich funktionnieren, ist dass man den Atomstrom primär durch fossile Energieträger ersetzen muss. Wieso sollten die bösen Stromkonzerne nicht Windrädchen aufstellen, wenn man ihnen sowieso die AKW wegnimmt?
Um zu diesem Schluss zu kommen, muss man von der Technik überhaupt nichts verstehen sondern nur logische Schlüsse ziehen.
Btw., viele Dinge kann man synthetisieren wenn man genug Energie zur Verfügung hat (theoretisch alles) und dazu brauche ich trotzdem keine Atomkraft.
Hmmm, doch, dann brauchst du die Atomkraft erst recht, weil du noch mehr Energie brauchst. Die Kosten für die künstliche Erdölsynthese sind gigantisch - und das obwohl heute Energie praktisch gratis ist. Du verwechselt einmal wieder machbar mit praktizierbar.

Die fossilen Brennstoffe werden früher oder später weg sein und der Wohlstand runter gehen. Ob wir bei diesen Perspektien auf die AKW verzichten sollten ist jedem selbst überlassen. Aber man sollte nicht immer den Unsinn erzählen, das einfach alles beim alten bleibt, nur die Energie plötzlich umweltfreundlich sein soll. Das ist naiv.

Interessant zum Thema Energie:
http://www.nzz.ch/nachrichten/web-tv/se ... wirtschaft
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Re: Atomausstieg

Beitrag von Seilbahnjunkie »

Ganz ehrlich, seit ihr wirklich der Meinung, dass der Markt derzeit funktioniert und nicht verzerrt ist? Dann kann ich euch leider auch nicht mehr helfen. Ich rede garnicht mal von den Manipulationen an der Strombörse, das glaubt ihr ja doch nicht, ich rede davon, dass die Endlagerkosten noch nicht absehbar sind und die Erforschung maßgeblich vom Steuerzahler getragen werden. Oder davon, dass die Versicherung von AKWs nicht annähernd ihr Risiko abdecken kann.

Diese Marktgläubigkeit ist total lächerlich. Wo war denn bitte der Markt als die Banken in schwierigkeiten kamen? Da war es auf einmal in Ordnung, dass man in den Markt eingreift. Hätte man das nicht getan, dann gäbe es jetzt einige Banken nicht mehr. Und wenn man nie in den Markt eingegriffen hätte, dann gäbe es auch keine Atomkraft, die Entwicklung war nämlich der Wirtschaft viel zu teuer.
Ich will jetzt nicht behaupten, dass die erneuerbaren Energien dann heute weiter wären, das weis ich nicht, aber AKWs hätten wir keine.
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Re: Atomausstieg

Beitrag von Chense »

Seilbahnjunkie hat geschrieben:Ganz ehrlich, seit ihr wirklich der Meinung, dass der Markt derzeit funktioniert und nicht verzerrt ist? Dann kann ich euch leider auch nicht mehr helfen. Ich rede garnicht mal von den Manipulationen an der Strombörse, das glaubt ihr ja doch nicht, ich rede davon, dass die Endlagerkosten noch nicht absehbar sind und die Erforschung maßgeblich vom Steuerzahler getragen werden. Oder davon, dass die Versicherung von AKWs nicht annähernd ihr Risiko abdecken kann.

Diese Marktgläubigkeit ist total lächerlich. Wo war denn bitte der Markt als die Banken in schwierigkeiten kamen? Da war es auf einmal in Ordnung, dass man in den Markt eingreift. Hätte man das nicht getan, dann gäbe es jetzt einige Banken nicht mehr. Und wenn man nie in den Markt eingegriffen hätte, dann gäbe es auch keine Atomkraft, die Entwicklung war nämlich der Wirtschaft viel zu teuer.
Ich will jetzt nicht behaupten, dass die erneuerbaren Energien dann heute weiter wären, das weis ich nicht, aber AKWs hätten wir keine.
Das Problem, dass du nicht siehst ist aber, dass der Markt sowohl Pro Atom als auch Pro erneuerbare verzerrt wurde und wird - Nur die Fossilen Energien werden "diskriminiert"
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Re: Atomausstieg

Beitrag von Seilbahnjunkie »

Ich hab nie was anderes behauptet, ich hab ja geschrieben, dass ich nicht weiß ob die Erneuerbaren dann weiter wären als heute.
Der Unterschied ist aber, dass die Hauptargumente für die erneuerbaren Energien der Umweltschutz, die Zukunftsfähigkeit und die Unabhängigkeit von Zulieferern ist. Das kann einem eine Subvention wert sein. (Ich sag bewusst nicht muss, obwohl ich das denke.) Das Hauptargument für die Atomkraft ist, neben dem Klimaschutz, aber Umwelt besteht nicht nur aus Klima, vor allem der billige Strom. Das kann eindeutig keine Subventionen wert sein, denn es ist egal ob ich mit meinem Strompreis oder meinen Steuern die Produktion zahle. Mehr noch sogar, wenn ich alles mit dem Strompreis bezahle habe ich einen Einfluss auf die kosten weil ich ja Strom sparen kann und z.B. in stromsparende Technologien wie z.B. LEDs investieren kann.
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Re: Atomausstieg

Beitrag von Foto-Irrer »

also die Deutsche Bahn will jetzt auch beim Atomausstieg mitmischen und probiert alternative Antriebstechniken :mrgreen:
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Re: Atomausstieg

Beitrag von SnarfFlevoland »

Tolle Sache! ;D Die Harzer Schmalspurbahnen sind aber schon seit Jahrzehnten Umweltbewusst (=kein Oberleitung). :lol:
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Re: Atomausstieg

Beitrag von Foto-Irrer »

das ist übrigens der "Metal Train", der zwischen Hamburg und Itzehoe für das Wacken Open Air im Einsatz war
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Re: Atomausstieg

Beitrag von Chasseral »

Der Generator von Biblis A soll als Phasenschieber am Netz bleiben. Die Vorbereitungen dazu sind derzeit im Gange.
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Re: Atomausstieg

Beitrag von Vadret »

Das AKW Mühleberg soll bereits 2013 für immer vom Netz genommen werden! Dies hat heute das Bundesverwaltungsgericht entschlossen!

http://www.20min.ch/news/dossier/atomen ... s-17892258
SEIT 150 JAHREN DAS EIN UND ALLES...
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Re: Atomausstieg

Beitrag von TPD »

Tja, da bin ich aber gespannt wie man ab 2013 den Ausfall von Mühleberg kompensieren kann...
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Re: Atomausstieg

Beitrag von rower2000 »

Ich bin ja immer noch ein Freund der thorium-brennstoffzyklusbasierten Flüssigsalzreaktoren. Wurden schon in den 60ern am Oak Ridge Natl Lab in den Staaten erfolgreich auf Erprobungsgrösse realisiert, können inhärent sicher gebaut werden und die Strahlung des Abfalls wird nicht durch Transurane mit Halbwertszeiten in den 100.000en bis Millionen von Jahren dominiert, sondern durch Spaltprodukte wodurch das Strahlungslevel bereits nach 300 Jahren (so lange geologisch sichere Abfalllager zu finden ist möglich, im Gegensatz zu 3.000.000 Jahren...) auf das Level von uran-/thoriumerzhaltigem Gestein vor dem Abbau abgesunken wäre.

Leider fällt in dem Fall die Urananreicherung, die Brennelementherstellung und die komplizierte U-235/Pu-239-Wiederaufbereitung weg was signifikante Einnahmequellen darstellt - weswegen die Technologie von der Leichtwasserreaktor-Atomlobby leider schubladisiert und begraben wurde.

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