Nein, der größte „Aufreger“ ist die (theoretisch vermeidbare) Wartezeit. Die Effizienz (in Höhenmeter / min) ist natürlich super, wenn man unten einsteigt und es gleich los geht. Daher wäre der wichtigste Hebel in der Geschichte
a) in der Stoßzeit und Hochsaison Betriebszeiten verlängern und Ströme entzerren (zB erste Bergfahrt ab 7 Uhr, letzte Talfahrt 18 Uhr).
b) Stoßzeit: sofort losfahren wenn Bahn voll (oftmals steht sie minutenlang in der Station obwohl keine Person mehr rein passt)
c) Außerhalb der Stoßzeit einen Takt fahren, aber hier maximal ein Delta von Fahrzeit plus 10 min. Also zB am Pitztaler alle viertel Stunde. Wenn eine Schlange da ist, sofort fahren.
DAS wäre Komfort Verbesserung. Gilt auch für Pendelbahnen oder sonstige Bahnen die nicht im Umlauf operieren
100% Zustimmung. Genau an diesem Kundenverständnis mangelt es am Pitztaler enorm. Letzten Dienstag grad wieder 1:1 erlebt. Statt um 8.20 Uhr mit einer 3/4 gefüllten Bahn zu fahren, wartet sie bis um 8.30 Uhr, bis keiner mehr reinpasst.
Kostet halt alles Geld, das zusätzliche Personal um 7 und um 18 Uhr, die nschlechte Auslastung der Kabine, usw. Wäre mal interessant was eine Fahrt kostet.
Stäntn hat geschrieben: 08.05.2022 - 19:53
Nein, der größte „Aufreger“ ist die (theoretisch vermeidbare) Wartezeit. Die Effizienz (in Höhenmeter / min) ist natürlich super, wenn man unten einsteigt und es gleich los geht. Daher wäre der wichtigste Hebel in der Geschichte
a) in der Stoßzeit und Hochsaison Betriebszeiten verlängern und Ströme entzerren (zB erste Bergfahrt ab 7 Uhr, letzte Talfahrt 18 Uhr).
b) Stoßzeit: sofort losfahren wenn Bahn voll (oftmals steht sie minutenlang in der Station obwohl keine Person mehr rein passt)
c) Außerhalb der Stoßzeit einen Takt fahren, aber hier maximal ein Delta von Fahrzeit plus 10 min. Also zB am Pitztaler alle viertel Stunde. Wenn eine Schlange da ist, sofort fahren.
DAS wäre Komfort Verbesserung. Gilt auch für Pendelbahnen oder sonstige Bahnen die nicht im Umlauf operieren
Ich verstehe es trotzdem noch nicht ganz...
Punkt a) machen sie ja im Herbst, solange es morgens noch hell genug ist geht die erste Fahrt um 7 Uhr.
letzte Talfahrt 18 Uhr verstehe ich nicht ...
wenn der Skibetrieb um 16 Uhr endet und es dunkel wird, was soll man dann bis 18 Uhr oben am Gletscher noch machen ?
und alle Angestellten würden dann erst um 20 Uhr in das Tal kommen ?
Punkt b) habe ich noch nicht erlebt, es wird ja immer der Warteraum mit der Anzahl Personen für eine Bahn gefüllt.
und genau diese Anzahl wird auch nur zur Bahn durchgelassen....
Ich habe noch nie in der Bahn auf die Abfahrt warten müssen...
( die Ausnahme waren nur ab und zu wenn man eine Bahn mit einem Trainingsteam erwischt hat, und diese etwas
länger gebraucht hatten, bis sie Ihr ganzes Material verstaut hatten )
Punkt c) da habe ich kein Problem, und dieses machen sie ja ebenfalls...
ich bin abends schon oft mit der letzten Bahn in das Tal gefahren, welche dann nicht einmal halb voll war...
Grundsätzlich finde ich, haben sie im Pitztal , das mit der Ansteherei im Vergleich mit anderen Bahnen eigentlich schon sehr gut gelöst...
Bei Massenandrang steht man die meiste Zeit im Freien.. wenn dort einem der Nebenmann nicht passt weil er vielleicht nach Knoblauch stinkt...
kann man immer irgendwo anders hinstehen, und das kurze Stück dann im Gebäude bis zum Drehkreuz, dort kommt man ja meistens dann gleich durch in den Warteraum für die nächste Bahn.
Und dieser Warteraum ist ja so groß, das man dort immer sich auch abseits stellen kann, wenn einem die Menschennähe nicht passt...
( das gleich gilt übrigens ebenfalls für den Warteraum oben an der Bergstation für die Talfahrt.... )
Also insgesamt habe ich damit im Pitztal mit dem Gletscher Express kein Problem....
Da finde ich viele Großkabinen Pendelbahnen um ein vielfaches schlimmer....
Das Negativbeispiel ist für mich da immer die Rüfikopfbahn in Lech.... wielange man dort zusammengepfercht in dem Gebäude rumsteht, bis man endlich einmal an die Gondel kommt, und die Gondel dort habe ich noch nie nur halbvoll erlebt...
Diese war immer übervoll, und das Gedränge dort dann um ein vielfaches größer, als in den Maximalstoßzeiten die ich am Pitztalexpress erlebt habe....
Klemme hat geschrieben: 08.05.2022 - 18:24
Interessant ist eher, dass 22 Jahre nach Kaprun die gleiche Firma wieder Züge für Tunnelbahnen baut. Während bei der Renovation des Pitzexpress damals noch besonders die Sicherheitsmerkmale hervorgehoben wurden, hört man diesmal nichts.
Der Brand wurde damals durch einen Heizlüfter ausgelöst den der Betreiber eingebaut hat, der Hersteller hatte damit nichts zu tun.
Betont wird die Sicherheit heute nicht mehr, weil das Standard ist und der Unfall nicht mehr so in den Köpfen hängt.
die sagen sie, wenn ich mich richtig erinnere bei jeder Bergfahrt auch über die Lautsprecheransage in der Bahn durch....
aber natürlich immer noch länger als bei der Rüfikopfbahn...
wobei mir diese immer gefühlt in dieser vollgequetschten Gondel immer viel länger vorkommt...
Eine noch so vollgequetschte Gondel ist für mich immer angenehmer, als eine Tunnelbahn. Zugluft, Aussicht, etc. fehlen einfach und machen die Fahrt unangenehm.
Klemme hat geschrieben: 08.05.2022 - 18:24
Interessant ist eher, dass 22 Jahre nach Kaprun die gleiche Firma wieder Züge für Tunnelbahnen baut. Während bei der Renovation des Pitzexpress damals noch besonders die Sicherheitsmerkmale hervorgehoben wurden, hört man diesmal nichts.
Der Brand wurde damals durch einen Heizlüfter ausgelöst den der Betreiber eingebaut hat, der Hersteller hatte damit nichts zu tun.
Betont wird die Sicherheit heute nicht mehr, weil das Standard ist und der Unfall nicht mehr so in den Köpfen hängt.
Das ist so nicht korrekt. Swoboda hat die Heizlüfter bestellt, eingebaut und die Züge so geliefert. Mit je zwei Lüftern im oberen und zwei im unteren Führerstand. Also insgesamt 8 Geräte. Dies, obwohl das Gerät für diesen Zweck nicht zugelassen war und zusätzlich durch Swoboda in der Konstruktion verändert wurde. Die Gletscherbahn hätte lediglich durch den betriebseigenen Elektriker den unprofessionellen Einbau feststellen und dann von sich aus ändern können. Interessant ist die Tatsache, dass Swoboda wieder Gletscherbahnzüge baut, nicht so sehr aus sicherheitstechnischen Gründen - zumal Sensibilität da sein dürfte und die Prüfbehörde sehr genau hinschauen wird. Das Problem ist eher ein psychologisches für die Öffentlichkeit sowie für Angehörige. Dafür, dass es nur so wenige mögliche Aufträge sind im Markt, hätte man auf diese Sparte aus Pietätsgründen verzichten können. Kann man moralisch be- bzw. verurteilen. Besonders, weil damals niemand in den Gerichtsverfahren Verantwortung übernehmen musste und die ganze Aufarbeitung eine grauenhafte Farce war. Dass diese Firma, egal ob verkauft und weiterentwickelt, wieder Züge für Tunnelbahnen bauen darf und auch will, muss Opfer und Hinterbliebene schwer treffen. Dazu noch in Österreich, wo die Justiz mit Gott argumentierte bei der Urteilsverkündung. Finde ich persönlich schon der Hammer.
Tut mir leid, dass ich die Diskussion direkt abwürge, aber der Kaprun-Prozess hat nichts mit den Neuigkeiten am Pitztaler Gletscher zu tun. Für Kaprun gibt es ein eigenes Thema - bei Bedarf kann dort gerne weiterdiskutiert werden: viewtopic.php?f=35&t=44
Klemme hat geschrieben: 08.05.2022 - 18:24
Interessant ist eher, dass 22 Jahre nach Kaprun die gleiche Firma wieder Züge für Tunnelbahnen baut. Während bei der Renovation des Pitzexpress damals noch besonders die Sicherheitsmerkmale hervorgehoben wurden, hört man diesmal nichts. Die Entscheidung, schwarz lackierte Elemente bzw. Türen zu nutzen, sieht am Computer super aus - in der Realität sieht das sehr schnell sehr hässlich aus. Siehe Gondeln Arena-Express innen, oder im Funival mit den roten Akzenten. Hellere Farben oder natürliche Materialien wie Chromstahl, Riffelblech etc. würden Lackschäden weniger hervorheben und ein größeres, weniger klaustrophobisches Ambiente schaffen. Ohne Abstufungen kommt die Decke näher, wirkt dann gedrungener. Beim Sunnegga-Express hat der Raumeindruck dadurch gelitten - die hellen Farben kompensieren das dort aber gut und ist optisch eben langlebiger. Subjektiv finde ich das Fensterband auch sehr schmal auf dem Rendering, aber ist sowieso besser als die Bullaugen vorher. Insgesamt finde ich es aber kein freundliches, sicheres Design, sondern das Ding wirkt dunkel und gefährlich. Der James-Bond-Look ist vielleicht für die vorbelasteten Tunnelbahnen nicht Stilmittel der Wahl...
Ich weiß nicht was an einer Standseilbahn schlecht sein soll.
In 8 Minuten ist man oben. Mit einer 10er Gondel würde man ca. 30 Minuten brauchen da die Trasse auch viel länger wäre.
Aber es gibt immer mehr Leute die sich nicht in eine Gemeinschaft einfügen können.
Am liebsten würden sie alleine in einer 10er Gondel sitzen!
Warum zitierst du mich dabei? Ich habe lediglich über das Design des Innenausbau philosophiert. Meine Aussage war, dass dunkler Lack schnell viele und besonders sichtbare Kratzer bekommen wird und dass die Abtreppung einen besseres Raumgefühl gibt. Ich habe dabei nicht Tunnelbahnen an sich angegriffen, ich mag die persönlich sogar. Man kann es den Passagieren jedoch wirklich nicht nachsehen, wenn sie sich in solchen Bahnen an das Unglück von Kaprun erinnert fühlen.
Wenn du mit "in die Gemeinschaft einfügen" mich oder ebendiese Passagiere meinst, dann finde ich diese Formulierung etwas unglücklich und ziemlich übergriffig.
Zum Glück hat jeder die Wahl, ob und welches Gebiet er besucht und muss nicht in enge Fahrzeuge steigen, wenn er sich nicht wohlfühlt. Den Betreiber trifft keine Schuld, denn man konnte beim Bau spätere Entwicklungen nicht voraussehen und er hat sich lange Zeit für eine überirdische Alternative eingesetzt. Dass der Trend eher Richtung kleinere FBM's geht, ist in Pandemiezeiten mehr als nur verständlich. Das Ropetaxi in Laax und die sowieso oft gewählte Gondelbahn bestätigen diesen Trend. Mit Aussicht 30min sitzen kann halt subjektiv empfunden für manche bequemer sein als 10min so eng stehen zu müssen.
Skisport ist zwar per se der Massensport der Generation Wirtschafts- und Babyboom schlechthin, aber deswegen muss weder ich noch niemand anders sich irgendwo in irgendwas einfügen, solange er weder Gesetze, Sicherheit noch Wohlbefinden anderer Individuen verletzt. Wenn die Skiindustrie nicht aufpasst, wird es vor allem sie selber sein, welche genau diese Dinge verletzt - Stichwort Klimawandel und CO2-Reduktion, da geschieht noch viel zu wenig (ja, am Pitztaler gibts Solarpaneele, I know). Es wäre also eher an den Tiroler Seilbahnbetreibern sich in die Gemeinschaft unserer Spezies besser einzufügen und nicht Gipfel ohne Bewilligungen wegzusprengen, Notwege auch ohne Bewilligungen in die Gegend zu zimmern oder eben Angehörigen mit einer Bahn vom Katastrophenhersteller vor den Kopf zu stoßen.
maba04 hat geschrieben: 09.05.2022 - 12:09Tut mir leid, dass ich die Diskussion direkt abwürge, aber der Kaprun-Prozess hat nichts mit den Neuigkeiten am Pitztaler Gletscher zu tun. Für Kaprun gibt es ein eigenes Thema - bei Bedarf kann dort gerne weiterdiskutiert werden: viewtopic.php?f=35&t=44
Den Prozess müssen wir tatsächlich nicht nochmal hier aufrollen. Sorry.
Aber ich finde schon, dass es Teil der Neuigkeiten-Diskussion sein darf, wenn neue Züge bestellt werden und dies bei ausgerechnet diesem Hersteller geschieht. Nicht dass dieser es technisch nicht könnte oder mittlerweile eine ganz andere Firma ist als damals, sondern es ist aus meiner Sicht eben eher geschmacklos den Hinterbliebenen von Kaprun gegenüber und es könnte durchaus eine breite Öffentlichkeit interessieren, die in Zukunft mit eben diesen neuen Zügen fahren soll. Moralisch durchaus ein diskutabler Moove. Und dass bei einer solchen Diskussion die Bewertung mit historischem Kontext passiert, ist verständlich und notwendig. Wenn dabei nicht korrekt argumentiert wird (Swoboda hat nun mal falsch eingebaut in seine letztmals gebauten Züge), wollte ich dies für die anderen Mitleser korrigieren. Wie sonst soll denn diese Neuigkeit allgemein korrekt eingeordnet werden können? Das Detail ist ein festgestellter und überprüfbarer Fakt, keine Meinung. Korrekte Fakten tragen immer am besten zu einer Grundlage einer Diskussion bei.
Für mehr Kontext auf den richtigen Thread verweisen ist korrekt vom Moderator. Akzeptiere und befürworte ich. Ich musste mich eben gerade hier auch verunglimpfen und zitieren lassen, ich würde mich anscheinend nicht "in die Gemeinschaft einordnen", obwohl ich nur das Design der Bahn angesprochen habe. Dieser Angriff ohne Zusammenhang blieb unkommentiert - die Richtigstellung eines wichtigen Faktes aber nicht.
Hypothetische Frage: Fühlen sich hier österreichische Seelen etwas unwohl, wenn für Züge einer Standseilbahn im Tunnel halt fast zwangsweise das schlimmste österreichische Unglück der Nachkriegszeit steht und das bei einer erneuten Konstruktion solcher halt nun zum Diskurs beiträgt?
Freie Meinungsäußerung zu Entscheidungen von Betreiber und Hersteller der NEUEN Züge gehören meiner Meinung nach genau deswegen und genau hierher. Dass diese kontrovers sein könnte, haben die Akteure ja offensichtlich in Kauf genommen. Ich schätze es, dass das Alpinforum genau wegen seiner Unabhängigkeit eine wichtige und gewichtige Stimme im Kosmos der Skigebiete ist.
maba04 hat geschrieben: 09.05.2022 - 12:09Tut mir leid, dass ich die Diskussion direkt abwürge, aber der Kaprun-Prozess hat nichts mit den Neuigkeiten am Pitztaler Gletscher zu tun. Für Kaprun gibt es ein eigenes Thema - bei Bedarf kann dort gerne weiterdiskutiert werden: viewtopic.php?f=35&t=44
Den Prozess müssen wir tatsächlich nicht nochmal hier aufrollen. Sorry.
Aber ich finde schon, dass es Teil der Neuigkeiten-Diskussion sein darf, wenn neue Züge bestellt werden und dies bei ausgerechnet diesem Hersteller geschieht. Nicht dass dieser es technisch nicht könnte oder mittlerweile eine ganz andere Firma ist als damals, sondern es ist aus meiner Sicht eben eher geschmacklos den Hinterbliebenen von Kaprun gegenüber und es könnte durchaus eine breite Öffentlichkeit interessieren, die in Zukunft mit eben diesen neuen Zügen fahren soll. Moralisch durchaus ein diskutabler Moove. Und dass bei einer solchen Diskussion die Bewertung mit historischem Kontext passiert, ist verständlich und notwendig. Wenn dabei nicht korrekt argumentiert wird (Swoboda hat nun mal falsch eingebaut in seine letztmals gebauten Züge), wollte ich dies für die anderen Mitleser korrigieren. Wie sonst soll denn diese Neuigkeit allgemein korrekt eingeordnet werden können? Das Detail ist ein festgestellter und überprüfbarer Fakt, keine Meinung. Korrekte Fakten tragen immer am besten zu einer Grundlage einer Diskussion bei.
Für mehr Kontext auf den richtigen Thread verweisen ist korrekt vom Moderator. Akzeptiere und befürworte ich. Ich musste mich eben gerade hier auch verunglimpfen und zitieren lassen, ich würde mich anscheinend nicht "in die Gemeinschaft einordnen", obwohl ich nur das Design der Bahn angesprochen habe. Dieser Angriff ohne Zusammenhang blieb unkommentiert - die Richtigstellung eines wichtigen Faktes aber nicht.
Hypothetische Frage: Fühlen sich hier österreichische Seelen etwas unwohl, wenn für Züge einer Standseilbahn im Tunnel halt fast zwangsweise das schlimmste österreichische Unglück der Nachkriegszeit steht und das bei einer erneuten Konstruktion solcher halt nun zum Diskurs beiträgt?
Freie Meinungsäußerung zu Entscheidungen von Betreiber und Hersteller der NEUEN Züge gehören meiner Meinung nach genau deswegen und genau hierher. Dass diese kontrovers sein könnte, haben die Akteure ja offensichtlich in Kauf genommen. Ich schätze es, dass das Alpinforum genau wegen seiner Unabhängigkeit eine wichtige und gewichtige Stimme im Kosmos der Skigebiete ist.
So eine Scheisse hier zu Posten ist von meinem Gefühl her auch eine Katastrophe! Wenn ich Inhaber von Carvatech und Verantwortlicher bei den Gletscherbahnen wäre, kämen jetzt die besten Anwälte ins Spiel…
Nochmal zu der Zeit-Rechnung:
Das Problem bei Pendelsystem (egal ob Standseilbahn oder Pendelbahn) ist ja das man oft warten muss - gerade wenn wenig los ist.
Ich habe es schon öfter erlebt, dass ich fast 30 Minuten auf die nächste Fahrt warten musste, wenn ich die vorherige Abfahrt verpasst habe und zu einer Zeit unterwegs war, wo das Gebiet eben nicht so voll war, das die Gondel Zwischenfahrten gemacht hätte.
Auch am Pitztaler Gletscher habe ich schon mal knapp eine halbe Stunde in der Talstation verbringen müssen.....
Und dann werden aus den 8 Minuten Fahrzeit halt schnell 38 Minuten.
Im Schnitt ist die Fahrzeit also (bei 30 Minuten Takt und 8 Minuten Fahrzeit) 27 Minuten.
Zur Gondel:
Hier war ja die Rede von 30 Minuten Fahrzeit - dass erschließt sich mir nicht ganz.
Die Länge von der 3S Fernkogel 1 wäre ja ungefähr 4 km. Bei 7,5m/s wären das knapp 8 Minuten
Grabkogl Ost und West sollen ca. 2200m lang sein - macht bei 6 m/s ca. 6 Minuten.
Also 14 Minuten reine Fahrzeit - natürlich dann Plus ein und Auskoppeln, also sagen wir 16 Minuten. Dann Plus Umsteigen vielleicht 20 min - aber keine 30 Minuten.
Wenn man jetzt aber noch mit einrechnet, das man ja auch bei der Standseilbahn noch weiter Gondel muss (das kurze Stück zum Gletschersee-Pister runter mal ausgenommen), ist die Rechnung noch eine andere:
"Alte" Linie: Gletscherexpress + Wildspitzbahn (ca. 5,6 Minuten Fahrzeit)
Idealfall: 13,6 Minuten
Durchschnitt: 32,6 Minuten
Worst Case: 43,6 Minuten
Alles natürlich plus Umsteigenzeiten, Ein-/Aussteigen, ...
Erreichte Höhe: 3420m
"Neue" Linie: Fernkogel 1 + Fernkogel 2 (Annahme: Fernkogel 2 ca. 1,3 km, laut google maps Messung):
Knapp 12 Minuten
Auch hier: plus Umsteigenzeiten, Ein-/Aussteigen, ...
Erreichte Höhe: 3171m.
Fazit: Ich bin zwar ca. 250m "tiefer" als über die alte Line, dafür aber im Schnitt über 20 Minuten schneller - somit hat hier die Gondelverbindung klare Vorteile gegenüber dem Gletscherexpress.
Ausnahme ist halt nur, wenn ich es schaffe, direkt eine Abfahrt des Gletscherexpress abzupassen.
ski-chrigel hat geschrieben: 09.05.2022 - 12:00
Eine noch so vollgequetschte Gondel ist für mich immer angenehmer, als eine Tunnelbahn. Zugluft, Aussicht, etc. fehlen einfach und machen die Fahrt unangenehm.
Wenn es ne große Gondel ist (Funitel, 3S, PB) und du in der Mitte stehst, siehst du auch nicht aus dem Fenster raus...
Ich persönlich finde Tunnelbahnen großartig (auch wenn mir jede nicht-Ski-Abschnall-Bahn lieber ist als jede Ski-Abschnall-Bahn), weil die typischerweise in kurzer Zeit große Höhen überwinden. Außerdem darf man nicht vergessen, dass sie quasi null windanfällig sind (der Tunnel selbst gar nicht und der Freiluft-Abschnitt nur sehr minimal, jedenfalls wenn da keine Bäume drauffallen können).
Die "Gefahr" bei Tunnelbahnen schätze ich einerseits heute sehr viel geringer ein als vor dem Unglück, weil man da jetzt natürlich viel stärker aufpassen wird. Aber ich sehe es auch so, dass, so schlimm das Unglück war, es auch in Straßentunneln immer wieder teils schwere Unglücke gab und trotzdem hat man dieselben nach Reparaturarbeiten wieder geöffnet. Eine gewisse Lebensgefahr gehört zum Leben dazu. Und objektiv gesehen ist die wohl im Straßenverkehr größer als beim Ski- und Seilbahnfahren.
švi-nigel hat geschrieben: 06.05.2022 - 12:55
Ich meine dass ist schon schlüssig was in dem Wikipedia Aritkel steht:
Das Unternehmen wurde im April 2001 von neuen Eigentümern übernommen. Am 1. Sept. 2005 wurde die Swoboda Seilbahnbau GmbH in Carvatech umbenannt. Der Name CARVATECH verweist auf die aktuellen geschäftsführenden Gesellschafter hin (CARosserie Vockenhuber Aschauer).
ski-chrigel hat geschrieben: 09.05.2022 - 12:00
Eine noch so vollgequetschte Gondel ist für mich immer angenehmer, als eine Tunnelbahn. Zugluft, Aussicht, etc. fehlen einfach und machen die Fahrt unangenehm.
Wenn es ne große Gondel ist (Funitel, 3S, PB) und du in der Mitte stehst, siehst du auch nicht aus dem Fenster raus...
Steh ich aber nie. Entweder früh, oder als einer der letzten rein.
Zudem haben Pendelbahnen oft Sitztplätze für bei wenig Betrieb (oder wie bei der Piz Val Gronda immer). Tunnelbahnen oft nicht. Die alte am Pitztaler hatte je nach Pobreite drei oder vier Plätze in der Mitte. Wie sieht das bei der neuen aus?
ski-chrigel hat geschrieben: 09.05.2022 - 12:00
Eine noch so vollgequetschte Gondel ist für mich immer angenehmer, als eine Tunnelbahn. Zugluft, Aussicht, etc. fehlen einfach und machen die Fahrt unangenehm.
Wenn es ne große Gondel ist (Funitel, 3S, PB) und du in der Mitte stehst, siehst du auch nicht aus dem Fenster raus...
Steh ich aber nie. Entweder früh, oder als einer der letzten rein.
Zudem haben Pendelbahnen oft Sitztplätze für bei wenig Betrieb (oder wie bei der Piz Val Gronda immer). Tunnelbahnen oft nicht. Die alte am Pitztaler hatte je nach Pobreite drei oder vier Plätze in der Mitte. Wie sieht das bei der neuen aus?
morgens hat man ja keine Chance diese runter zu klappen, aber abends bin ich ja schon oft mit der letzten Bahn dort runter...
da ist es oft ziemlich entspannt und die Bahn oft nur halb voll, und man kann diese Sitze abklappen...
Das war vor allem in den Zeiten sehr angenehm, als es oben am Gletscher eigentlich nur Stehplätze gegeben hat..
und es noch keine Mittelbergbahn gegeben hat, und zu Zeiten der alten Wildspitzbahn...
und die einzige Sitzgelegenheit dieser Verbindungssessel vom Mittelberg zurück zum Restaurant war...
da war ich dann sehr froh über diese Klappbank ...
und man nicht auch noch bei der Talfahrt wieder stehen musste....
Vor allem war dieses jeweils meistens das erste Skifahren der Saison, und da war die viele Schleppliftfahrerei am Ende schon sehr grausam....
Hoffentlich sind die neuen Züge leiser und nicht mehr so am Rumpeln. Also mehr Komfort wäre schön. Freundliche, helle warme Farben würden ihr übriges tun. Vielleicht können die neuen Züge auch schneller gezogen werden?
Und ob da nun Swoboda drauf steht oder nicht, ist mir egal. Oder fliegt jetzt niemand mehr mit Airbus? Außerdem bin ich mir sicher, dass nach einem so schrecklichen Unglück die Sicherheit im weiteren Betrieb deutlich erhöht wird/ist.
maba04 hat geschrieben: 09.05.2022 - 12:09Tut mir leid, dass ich die Diskussion direkt abwürge, aber der Kaprun-Prozess hat nichts mit den Neuigkeiten am Pitztaler Gletscher zu tun. Für Kaprun gibt es ein eigenes Thema - bei Bedarf kann dort gerne weiterdiskutiert werden: viewtopic.php?f=35&t=44
Den Prozess müssen wir tatsächlich nicht nochmal hier aufrollen. Sorry.
Aber ich finde schon, dass es Teil der Neuigkeiten-Diskussion sein darf, wenn neue Züge bestellt werden und dies bei ausgerechnet diesem Hersteller geschieht. Nicht dass dieser es technisch nicht könnte oder mittlerweile eine ganz andere Firma ist als damals, sondern es ist aus meiner Sicht eben eher geschmacklos den Hinterbliebenen von Kaprun gegenüber und es könnte durchaus eine breite Öffentlichkeit interessieren, die in Zukunft mit eben diesen neuen Zügen fahren soll. Moralisch durchaus ein diskutabler Moove. Und dass bei einer solchen Diskussion die Bewertung mit historischem Kontext passiert, ist verständlich und notwendig. Wenn dabei nicht korrekt argumentiert wird (Swoboda hat nun mal falsch eingebaut in seine letztmals gebauten Züge), wollte ich dies für die anderen Mitleser korrigieren. Wie sonst soll denn diese Neuigkeit allgemein korrekt eingeordnet werden können? Das Detail ist ein festgestellter und überprüfbarer Fakt, keine Meinung. Korrekte Fakten tragen immer am besten zu einer Grundlage einer Diskussion bei.
Für mehr Kontext auf den richtigen Thread verweisen ist korrekt vom Moderator. Akzeptiere und befürworte ich. Ich musste mich eben gerade hier auch verunglimpfen und zitieren lassen, ich würde mich anscheinend nicht "in die Gemeinschaft einordnen", obwohl ich nur das Design der Bahn angesprochen habe. Dieser Angriff ohne Zusammenhang blieb unkommentiert - die Richtigstellung eines wichtigen Faktes aber nicht.
Hypothetische Frage: Fühlen sich hier österreichische Seelen etwas unwohl, wenn für Züge einer Standseilbahn im Tunnel halt fast zwangsweise das schlimmste österreichische Unglück der Nachkriegszeit steht und das bei einer erneuten Konstruktion solcher halt nun zum Diskurs beiträgt?
Freie Meinungsäußerung zu Entscheidungen von Betreiber und Hersteller der NEUEN Züge gehören meiner Meinung nach genau deswegen und genau hierher. Dass diese kontrovers sein könnte, haben die Akteure ja offensichtlich in Kauf genommen. Ich schätze es, dass das Alpinforum genau wegen seiner Unabhängigkeit eine wichtige und gewichtige Stimme im Kosmos der Skigebiete ist.
So eine Scheisse hier zu Posten ist von meinem Gefühl her auch eine Katastrophe! Wenn ich Inhaber von Carvatech und Verantwortlicher bei den Gletscherbahnen wäre, kämen jetzt die besten Anwälte ins Spiel…
In Audis, BMW und Autos von anderen Hersteller sind auch schon Menschen gestorben. Und trotzdem dürfen diese Firmen weiterhin Autos bauen. Und trotzdem werden von vielen Menschen genau diese Marken gekauft.
Warum sollten daher für Seilbahnbauer und Betreiber andere Gesetze gelten? Ich bin aber froh darüber das man trotz der vielen Toten weiterhin noch einen Audi oder BMW kaufen kann und mit der Standseilbahn auf den Pitztaler Gletscher und mit der Gondel ( etwas langsamer als früher ) auf das Kitzsteinhorn fahren kann.
Viele der Kritiken betreffen aber eher das Betriebskonzept als die Bahn selber. Es ist nicht sicher dass man bei einem anderen Anlagetyp ein besseres Konzept hätte.
Da eine oberirdische Bahn fast zwangsweise auf der Strecke verlaufen müsste wie bei der "geplanten" Gebietsverbindung, es mehr als eine Anlage bräuchte um ins heutige Gebiet zu kommen und eine "kleine" Gebietsverbindung nur mehr ein relativ kleiner Schritt wäre würde das Bewilligungsverfahren ein ziemlich langer Kampf werden, mit ungewissem Ausgang.
Auch wenn man für die Zukunft was oberirdisches schon konkret am planen wäre, man kann mit gewissen Umbauten an der bestehenden SSB nicht so lange warten bis ein zweiter Zubringer steht, vor allem nicht wenn man nicht weis wann dieser denn überhaupt betriebsbereit wäre.
Eine so schlimme Rumpelkiste ist die jetzige übrigens auch nicht, abgesehen vom jeweils obersten Wagenabteil welches wohl zwecks Materialtransport vollständig mit Riffelblech ausgekleidet ist.
Klar ist dass nachher auch noch eine Tunnel-SSB und bei weitem keinen Super-Premium-Anlage, aber nehmen wir dass was kommt denn mehr wird es zumindest in naher Zukunft nicht geben. Mir persönlich ist d2 x am Tag die SSB immer noch lieber als in den beiden Nebentälern mit dem Auto bis auf 2700 rauf zu fahren.