alphachris2010 hat geschrieben: 27.09.2025 - 09:11
Der neue Tunnel an der Eisgrat Bergstation:
Wundert mich, dass Sie ihn nicht noch einige Meter tiefer gemacht haben. Kann aber auch täuschen.
Kommt:
Der Wintersport Tirol AG & Co. Stubaier Bergbahnen KG wurde mit dem o. g. Bescheid die Genehmigung der Änderung der Betriebsanlage erteilt. Aufgrund des starken Gletscherrückganges ist eine nochmalige Verlängerung der Betriebsanlage auf 128 m (zuletzt 72 m) notwendig.
Außer der Förderbandlänge ändert sich nichts an den technischen Gegebenheiten. Die Überwachung soll wie bereits genehmigt direkt und indirekt erfolgen.
Laut einem Bericht der Tiroler Tageszeitung muss heuer die Bergstation des Eisjoch-Sesselliftes neugebaut werden aufgrund der Gletscherschmelze. Die neue Bergstation wird allerdings ca. 25m niedriger liegen als die Bisherige.
Die Situation dort oben wird immer schlechter. Ich weiß, dass sie nichts dafür können, aber es ist halt Fakt. Früher kam man noch mit der Schaufeljochbahn auch zum Windachferner und zur Jochdohle, geht auch nicht mehr.
Meiner Einschätzung nach handelt es sich um ein sehr umfangreiches Projekt, insbesondere bei einer geplanten Investition von 10 Millionen Euro (laut Bericht TT).
Aus seilbahntechnischer Sicht dürften die direkten Kosten relativ überschaubar bleiben, sofern es lediglich um die Tieferlegung der Bergstation geht. Voraussichtlich wären nur ein bis zwei neue oder umgebaute Stützen im oberen Bereich erforderlich, zusätzlich zu den Arbeiten an der Station, die demontiert, zwischengelagert und wieder aufgebaut werden müsste – ein Verfahren, das Doppelmayr bei diesem Stationstyp mittlerweile aus Erfahrung (Mayrhofen) gut in einem Stück durchführen kann.
Es erscheint wahrscheinlich, dass diese Gelegenheit genutzt wird, um die Anlage gleich auf den aktuellen Stand der Technik zu bringen – etwa durch neue Steuerung oder neue bzw. modernisierte Sessel.
Nach meiner Einschätzung dürfte der Großteil der vorgesehenen Investition somit in Erd- und Betonbau fließen, zum Beispiel für den Bau der Station in Form einer „Kaverne“ mit Öffnungen nach vorne und hinten.
Es sei denn, man nutzt die Gelegenheit, auch die Gletscherstützen ab Höhe der Talstation der Schaufeljochbahn zu erneuern und in diesem Zuge felsgegründete Stützen zu errichten. In diesem Fall würde deutlich mehr in die Seilbahntechnik investiert werden, um diesen Bereich entsprechend anzupassen.
Seilbahnjunkie hat geschrieben: 13.02.2026 - 20:17
Die Situation dort oben wird immer schlechter. Ich weiß, dass sie nichts dafür können, aber es ist halt Fakt. Früher kam man noch mit der Schaufeljochbahn auch zum Windachferner und zur Jochdohle, geht auch nicht mehr.
Der Ziehweg von der Schaufeljochbahn zur Jochdohle ist seit dieser Saison neu angelegt, ein paar Meter tiefer als vorher. Das Joch dort zwischen Gaiskar und Windach wurde daher auch tiefer eingeschnitten.
Und ich dachte letztes Jahr die Bahn wird komplett neu gebaut. Ich vermute, dass sie Gletscherstützen komplett aufgelöst werden. Müsste inzwischen gehen.
Ein Übergang zum Windachferner ist damit wohl weg?
Schwoab hat geschrieben: 13.02.2026 - 21:50
Ein Übergang zum Windachferner ist damit wohl weg?
Es sei denn – wie oben beschrieben – man trägt das Joch ab, errichtet die Station neu (mit einem 90-Grad-Ausstieg) und versieht sie mit einer Betondecke, die anschließend wieder überschüttet wird. So wären Station und Skifahrer vor herabfallendem Geröll geschützt.
Mit je einer Öffnung nach vorne und hinten könnte man nach dem 90-Grad-Ausstieg wählen, ob man rechts in Richtung Eisgrat oder links Richtung Windbachferner fahren möchte.
Natürlich alles nur eine Überlegung, was man mit den zehn Millionen theoretisch anstellen könnte.
Naja, 25 Meter sind schon recht viel. Vermutlich dann dahin, wo aktuell der kurze "Ziehweg" zur Abfahrt unter der Schaufeljochbahn liegt. Also um von da zum Windachferner zu kommen müssen die Bagger schon ordentlich was wegschaufeln aus dem Joch. Und ob das möglich wär bei der eh schon völlig instabilen Bergseite bezweifel ich stark.
Aus meiner Sicht ist das dennoch garnicht so schlecht für den Bereich, da zumindest das Kurze Stück am Joch halbwegs wegfällt. Das ist vor allem in der Vorsaison ein Meer aus Steinen gewesen und hat somit die ganze Abfahrt unbefahrbar gemacht, weil sich die Steine mit der Zeit dadurch auf der ganzen Gletscherpiste verteilt haben.
Ja, das könnte man machen. Gibt's ja am Eisgrat mittlerweile auch schon. Und mit sowas ist man auch flexibel und läuft nicht Gefahr, dass man in ein paar Jahren schon wieder eine aufwendige neue Lösung braucht.
Edit: Die lokale Presse berichtet, dass die Station tatsächlich am identen Standort bleibt und durch Felsabtragung 25 m tiefer gelegt wird. Die angrenzende Felswand soll ebenfalls abgeflacht werden. Das Material soll in die Piste am Windachferner eingebaut werden.
Bei der Schaufeljochbahn sollte ja auch die Bergstation etwas niedriger kommen und etwas weiter richtung Kapelle wie ist da der aktuelle Stand
und Gaiskar eine Sesselbahn?
Seilbahn93 hat geschrieben: 16.02.2026 - 09:30
Bei der Schaufeljochbahn sollte ja auch die Bergstation etwas niedriger kommen und etwas weiter richtung Kapelle wie ist da der aktuelle Stand
und Gaiskar eine Sesselbahn?
Früher oder später wird man sich auch mit der Bergstation der Schaufeljochbahn befassen müssen. Insbesondere das Fundament der beiden Einfahrtsstützen ragt inzwischen teilweise frei und ist nicht mehr vollständig im gewachsenen Boden eingebunden.
Voraussichtlich wird man dort – wie bei der Bergstation der Eisjochbahn – durch ein Absenken versuchen, tragfähigeren bzw. weniger brüchigen Fels zu erreichen.
Eine Verlegung der Trasse näher an die Kapelle halte ich hingegen für wenig realistisch, da dies faktisch einem Neubau gleichkäme: Neben der Bergstation und sämtlichen Stützen müsste in diesem Fall auch das Gebäude der Talstation entsprechend angepasst werden..
"....Bergstation der Schaufeljochbahn .... Insbesondere das Fundament der beiden Einfahrtsstützen ragt inzwischen teilweise frei"
Die Einfahrstützen stehen auf der monolithischen Bodenplatte der Station. Das war beim Bau bereits mitgedacht, obwohl es anfangs – wenn ich mich recht erinnere – noch unabhängige Fundamente für die letzten Masten gab.
In der Tat sieht die steile Felsflanke dort, insbesondere von gegenüber betrachtet, rechts unterhalb der Station durchaus so aus, als würde dort „alles aufgehen“. Im Sommer ist das recht eindrucksvoll, im Winter fällt es weniger auf...
Die Einfahrtsstütze wurden vor einigen Jahren komplett neu gemacht, seit damals hängt das Fundament an der Bergstation. Früher war es ein ganz normales eigenes Fundament. Das kann man auf diesem Bild gut erkennen:
Das alte Fundament dürfte aber mittlerweile entfernt worden sein.
Es ist schon beeindruckend wie sich das Gelände dort ändert kontinuierlich. Vor der Einfahrstütze hat sich das Gelände jedoch nicht "gelöst", vielmehr wurde es 2024 von oben weggebaggert bzw. und der plattige Hang dann mit einem Array an Felsankern gesichert. Die hervorstehenden Anker stören ein wenig beim dort abfahren.
Zur Einordnung ein weiteres Bild vom letzten Sommer. In Rot eingekringelt die Höhenlage der ursprünglichen Umlenkscheiben der Schlepplifte Eisjoch II (von Eisgrat) links (errata: der zweite rote Kreis ist wohl nicht Eisjoch I). Wobei der Eisjoch I Lift irgendwann über das Joch weiter geführt um die hintere Gletrscher zu erschließen. Hierzu stand seine Umlenkstation weit hinten, in etwa auf der Rückseite vom Restaurant Jochdohle. Der Windachferner war damals noch richtig hoch auftragend und oben flach.
Jedoch wurde das Bildstöckljoch (Eisjoch wurde es für die Touristen genannt) bereits im Zuge des Baus der KSB runtergesprengt lt. Landeskarte, von 3133m auf 3116m also gut 17 Meter niedriger. In den letzten Jahren wurde zudem diskret hin und wieder die scharfe Kante am Übergang noch weiter runtergezogen, mal ein Meter hier und da.
Das etwas hellere beige Gestein an der Bergflanke mittig ging als Felssturz in einem der letzten Sommer (2024?) ab. Daraufhin wurde wohl der an und für sich interessante Schlepplift endgültig aufgelassen, und mit dem Gestein ein Schutzwall hingebaggert (erkennt man in dieser Perspektive nicht), der den Aussttiegsbereich des Schleppers durchquert.
Da die jetzige KSB Station augenscheinlich etwa 8 Meter oberhalb des Übergangs steht, würde ein Absenken um 25 Meter doch einen großen Eingriff darstellen. Ich kann mir nicht ganz vorstellen, wie das im Gelände dann aussehen möge ... das Gletscherende müsste hierfür in seiner Höhe um etwa 15 Meter weggebaggert werden.
Zuletzt geändert von Kris am 16.02.2026 - 18:10, insgesamt 1-mal geändert.
Die Bergflanke östlich der Bergstation wirkt alles andere als stabil. Es entsteht der Eindruck, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis sich Teile des brüchigen Gesteins lösen und auf die Bergstation stürzen.
Vor diesem Hintergrund erscheint meine Überlegung einer Einhausung der Bergstation umso sinnvoller.
Eigentlich unglaublich gute Aufnahmen, die die prekäre Situation des Stubaier Gletschers bestens dokumentieren. Danke Kris, dass du uns das so gut erläuterst!
Vielen Dank für die Bilder aus dem Sommer. Das ist ein sehr trauriger Anblick . Wird die Beschneiungsanlage im Zuge der Bauarbeiten an der Bergstation nach oben zum Joch verlängert? Das wäre sehr sinnvoll, besonders zur Verbesserung der Pistenverhältnisse zum Saisonstart und zum Erhalt des Restgletschers. Besten Dank im Voraus.
Der Klimawandel macht sich immer deutlicher bemerkbar. Am Stubaier Gletscher in Tirol müssen die Betreiber eingreifen: Die Bergstation der Eisjoch-Sesselbahn wird im kommenden Sommer abgerissen und 25 Meter tiefer neu aufgebaut.
Der Plan sieht vor: Abriss der bestehenden Bergstation, Abtragen eines Felskopfes unter der aktuellen Plattform, Abflachen einer angrenzenden Felswand und Wiederaufbau der Bergstation an fast derselben Stelle, jedoch 25 Meter tiefer.
Betreiber vs. Naturschutz:
Der Betreiber spricht von einer klassischen Instandhaltungsmaßnahme. Ein Naturschutzgutachten äußert dazu Bedenken und stellt fest, dass das Projekt möglicherweise über eine reine Instandhaltung hinausgeht. Daher liegt nun bei den zuständigen Behörden die Frage, ob eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) verpflichtend ist.
Die Anpassungen kosten schätzungsweise rund 10 Millionen Euro. Die Arbeiten sind für den kommenden Sommer geplant.