Vier neue Kraftwerke in Tirol geplant

Medienberichte rund um den Wintersport: Aktuelle TV-Tipps, Presseartikel, Unfallmeldungen und Diskussionen zu Nachrichten aus der Alpinwelt.
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starli
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Beitrag von starli »

Blöde Frage, aber..: Könnte man nicht einfach die Staumauer der bisherigen Stauseen

a) Weiter richtung Talausgang bauen

b) und dort höher bauen

c) und somit den jeweiligen Stausee in allen 3 Richtungen vergrößern?

Klar gehts nicht bei jedem Stausee, aber bei den meisten sollte das doch "rein theoretisch" möglich sein ?

berg
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Beitrag von berg »

und wie willst du dann den höhenunterschied zwischen speicher und turbine erreichen?
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starli
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Beitrag von starli »

Ich hab ja net gesagt, daß man es bis zum Taleingang bauen muß. Aber z.B. im Kaunertal könnt die Staumauer doch problemlos ein paar Hundert Meter noch weiter vorne stehen, oder? Und selbst wenn mans nicht weiter nach vorne setzen kann, höher bauen müßte doch auch meistens gehen, oder?

Oder ist das genau das, was unter "Erweiterungen im Zillertal" gemeint war?
berg
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Beitrag von berg »

im kaunertal wird die mauer kaum höher gebaut werden, denn da gibts große geologische probleme auf einer talseite. ein bestimmter hang beim speicher muss ununterbrochen kontrolliert werden, weil er langsam in den see rutscht.
Suedlaender
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Beitrag von Suedlaender »

@berg / neues schweizer atomkraftwerk

heikles thema. ich perönlich bin nicht gegen atomkraft aber ich denke das es sehr schwer wird ein neues akw zu bauen. breite bevölkerungsschichten sind dagegen und deswegen auch politisch ein heisses eisen. irgendwann werden die aber nicht drumherum kommen eine entscheidung zu treffen.
dafür spricht: alle akw's in der schweiz sind älterer bauart & das ende der laufzeit absehbar. meiner meinung nach besser eine anlage neuerer generation als eine alte, der gedanke der eigenversorgung spielt sicherlich auch eine rolle. es ist nämlich ein wenig scheinheilig selber keine akw's zu betreiben aber atomstrom (z.b. aus frankreich) zu beziehen.
dagegen spricht: entsorgung der abfälle nach wie vor ungelöst, risiko einer atomanlage.
das in tirol die wasserkraft ausgebaut wird finde ich gut, man sollte wo immer möglich die erneuerbaren energien ausbauen. in der schweiz wird dies wahrscheinlich nicht mehr möglich sein. das letzte mir bekannte grössere projekt (graubünden) musste aufgegeben werden aus umweltschutzgründen.
ich denke sowieso das aufgrund der aktuellen ölpreis entwicklung man wieder vermehrt auf wasserkraft bauen wird.
Michael Meier
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Beitrag von Michael Meier »

:gut: Atomstrom ja aber bitte mit bedacht. Abfälle fachgerecht gelagert, Wiederaufbereitung so sauber und präzise wie möglich. Und vor allem keine AKW's in der Nähe von Städten usw. Unsere Alpen sind so durchlöchert. Ideal währe ein Kernkraftwerk nach dem vorbild von Lucens im Untergrund. Dank der Tatsache dass das Atomkraftwerk von Lucens im Untergrund gebaut wurde, trat trotzt Supergau keine Stahlung aus.
Gibt genug stillglegte Kavernen oder Bubker der Armee welche Ideal für ein unterirdisches Kernkraftwerk währen. Uns sicher gegen Terroristen ist das auch noch.
Versuchsatomkraftwerk Lucens
Im Verlauf der 1960er Jahre wurde das unterirdische Versuchsatomkraftwerk Lucens (VAKL) erbaut. Mit dem Forschungs-Atomreaktor wurde am 29. Januar 1968 erstmals in der Schweiz Elektrizität mit Hilfe von Atomkraft erzeugt. Nach kurzer Betriebszeit ereignete sich jedoch am 21. Januar 1969 ein folgenschwerer Zwischenfall, als nach der Überhitzung eines Brennstoffelementes radioaktive Gase in die Kaverne entwichen. Das Unglück ist nach der Katastrophe von Tschernobyl/Ukraine und Three Mile Island/USA die drittschwerste Reaktorkatastrophe; jedoch bestand keine Gefahr für Mensch und Umwelt, weil sich der Reaktor in einem Bergstollen befand.

Der Versuchsreaktor von Lucens ist ein Symbol für den Fortschrittsglauben der schweizerischen Reaktorforschung während der 1960er Jahre. Der Unfall von Lucens muss aus heutiger Sicht als ein erfolgreicher Fehlschlag bezeichnet werden. Durch den Vorfall konnte in reaktor- und sicherheitstechnischer Hinsicht der Umgang mit kritischen Situationen gelernt werden.

Überdies hat der Verkauf des Moderators (Schweres Wasser) praktisch den gesamten Rückbau finanziert.
aus wikipedia
Michael Meier
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Beitrag von Michael Meier »

Ahh ja was ist eigendlich aus dem Projekt Grimsel plus geworden??
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Chasseral
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Beitrag von Chasseral »

^^ Stand vor längerer zeit was in der SEV. Soweit ich mich erinnere ist das ganz grosse Projekt gestorben, aber man will die bestehenden Werke optimieren. Kann mich aber nicht mehr an Genaueres erinnern.
Winter 2012/13: 22 Skitage
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berg
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Beitrag von berg »

immer mehr widerstand
17 Gemeinden gegen Kraftwerk
Der Protest gegen die Kraftwerkspläne der Tiroler Landesregierung ist weiter ungebrochen: Mittlerweile 17 Gemeinden im Wipptal und im Stubaital sprechen sich einstimmig gegen Wasserableitungen aus.


Einstimmiger Beschluss
Alle weiteren zehn Gemeinden der Region Wipptal hätten sich mit einem einstimmigen Beschluss hinter ihre beiden "Kraftwerksrebellen" Gschnitz und Trins gestellt, hieß es in einer Aussendung der Aktionsgemeinschaft "Kein Kraftwerk".

Aktionsgemeinschaft gegen Kraftwerk
Zusammen mit den fünf Gemeinden der Region Stubai sehe sich die Landesregierung damit einer "Phalanx" von 17 Gemeinden gegenüber, die sich geschlossen gegen die geplanten Wasserableitungen nach Sellrain-Silz aussprechen würde.


Landesregierung am Zug
"Die Landesregierung muss nun zeigen, ob sie die viel beschworene 'Eigenständigkeit und Selbstbestimmung der Regionen sowie deren aktives Mitentscheidungsrecht in Zukunftsfragen des Landes' selber ernst nimmt, sagten die Kraftwerksgegner.

Zusage von Landesrätin Hosp
Sie erinnerten neuerlich an die Zusage von Landesrätin Anna Hosp (ÖVP), sie könne sich eine Landesentscheidung gegen den Willen der Gemeinden nicht vorstellen.


Ja zu Wasserkraft, aber....
Die Wipptaler Gemeindechefs betonten, dass sie zur Erzeugung von Strom aus Wasserkraft stehen würden. Mit der geplanten Ableitung des Simmingbaches würden ihnen die "Nutzerfantasien" aber deutlich zu weit gehen.

Nein zu Bachfassungen in Schutzgebieten
Die Aktionsgemeinschaft lehnte Bachfassungen in Schutzgebieten klar ab. Der längst entschiedene Vorrang für die touristische Nutzung der Region dürfe von der E-Wirtschaft nicht in Frage gestellt werden.


Nein zu Kompromissen
"Nur aus purer Höflichkeit" werde man Vertreter der Tiwag nicht gleich weg schicken, wenn sie in Neustift "den Dialog suchen", meinte Neustifts Bürgermeister Peter Schönherr. "Kompromisse, Projektvarianten oder Tauschgeschäfte stehen dabei allerdings nicht zur Diskussion".

Auch die Sektion Stubai der Bergsportführer wolle einen "WildeWasserWeg" an den Stubaier Bächen realisiert sehen und keine Wasserableitung, wurde festgehalten.

Mit einem Transparent machte die Aktionsgemeinschaft am Sonntag beim Kirchtag auf der Grawa-Alm "bei dem von Wasserentzug bedrohten" Wasserfall und Naturdenkmal auf ihre Forderungen aufmerksam.
http://tirol.orf.at/stories/53043/

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Kris
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Beitrag von Kris »

das wird schwierig werden im Stubaital. Denn dieses geniesst einen ausserordentlich hohen wohlstand, die gemeinden kann man wohl als reich bezeichnen. E-Werke haben sich vor 40 jahren noch relativ gut in vielen ehemals bitterarmen talschaften "einkaufen" können, indem sie durch arbeit, beteiligung am stromerlös und allgemein durch anschluss an ein moderneres leben für eine rundum aktzeptierte steigerung des lebensstandards sorgten.

Dieser möglichkeit ist nun in den tourismustälern nicht mehr gegeben. Locken wird sicher auf ebene der gemeindepolitik offiziell oder inoffziell der kuhhandel. Kraftwerk gegen gute aufträge an das bauunternehmen vom bürgermeistercousin, oder gegen einen neuen kindergarten und erlebnisbad.
Da die talschaft jedoch dabei insgesamt nicht substantiell hinzugewinnt- der wohlstand ist ja schon da-, werden sich die politischen aktuere der gemeinden wohl in keine zu dreiste kuhandel einlassen können da sie ja wiedergewählt werden wollen.

Weil kuhandel das A und O (=interessensausgleiche) in der politik sind, haben wohl projekte in weniger betuchten tälern die besten realisierungschancen...

Aber im pitztal steht ja offensichtlich ein genialerer kuhandel an: Kraftwerk gegen lift-und pistenerschliessung. Da die lokale bevölkerung von beidem zu profitieren glaubt, wird es sich machen lassen....

Spannende geschichte...
>> Die unaufhaltsame Industrialisierung des Skiraums führt zu Banalisierung und somit zum Verlust der magischen Skisportfreude<<
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lanschi
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Beitrag von lanschi »

tirol.ORF.at
Ausbau Kaunertal von TIWAG überarbeitet
Am Montag hat die TIWAG neue Pläne für den Ausbau des Kaunertalkraftwerks vorgelegt. Darin wird vermehrt auf den Erhalt der Natur Rücksicht genommen.

Wasserfassungen um 300 Meter tiefer
Das Kraftwerk Kaunertal soll zu einer Kraftwerksgruppe ausgebaut werden. Mit einem Oberstufenspeicher im Taschachtal und einem Oberstufenkraftwerk Gepatsch wären dabei Eingriffe in die Natur sowohl im Ötz- als auch im Kaunertal nötig. Um diese notwendigen Eingriffe so gering wie möglich zu halten sehen die neuen Pläne der Tiwag jetzt folgendes vor.

Im Ötztal sollen die Wasserfassungen jetzt 300 Höhenmeter unterhalb des bisher geplanten Standortes entstehen. Damit bliebe der höher gelegene Naturraum in der betroffenen Region völlig unberührt, so Tiwag Chef Bruno Wallnöfer. Zudem soll die Zahl der Wasserfassungen von sieben auf vier reduziert werden.

110 KV-Leitung
Was das Kaunertal betrifft hat die Tiwag in den neuen Plänen die energiewirtschaftliche Auslegung des Gepatsch-Oberstufenkraftwerks überarbeitet. Das hat zur Folge, dass zur Stromableitung aus dem Kaunertal, anders als bisher, lediglich eine 110 KV-Leitung notwendig wäre.

Die dafür notwendigen Strommasten müssten statt 60 nur mehr 35 Meter hoch sein. Zudem könnten sie wesentlich besser ans Gelände angepasst werden, so Wallnöfer.

Die Tiroler Landesregierung will noch vor dem Sommer über den Bau von Wasserkraftwerken entscheiden.
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snowflat
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Beitrag von snowflat »

Reaktionen auf neuen TIWAG Vorschlag

Im Ötz- und Kaunertal reagiert man unterschiedlich auf die überarbeiteten Kraftwerkspläne der TIWAG. Während die Bürgerinitiativen nach wie vor von ihrem Nein nicht abrücken, zeigen sich die Bürgermeister gesprächsbereit.


Umweltschonende Variante
Der Ausbau des Kaunertalkraftwerks zu einer Kraftwerksgruppe soll wesentlich umweltschonender passieren als ursprünglich geplant. Die Strommasten durch das Kaunertal sollen deutlich kleiner werden, und die Wasserfassungen im Ötztal um 300 Höhenmeter in Richtung Tal wandern. Für Söldens Bürgermeister Ersnst Schöpf eine durchaus interessante Variante, wenn auch der Hochwasserschutz sei gewährleistet sei.


Gesprächsbereitschaft im Kaunertal
Gesprächsbereit zeigt sich auch der Bürgermeister im Kaunertal, Josef Raich. Zwar sei man prinzipiell gegen eine Stromleitung durchs Tal, Gespräche mit der TIWAG werde man aber führen.

Dass sich laut Bürgerinitiative mehr als 50 Prozent der Bevölkerung generell gegen einen Ausbau des Kraftwerks aussprechen kommentiert Raich so: "Diese Ablehnung nehme ich sehr ernst, aber wenn die Kraftwerkserweiterung eine nutzbringende Ergänzung ist, kann man nicht den Kopf in den Sand stecken und dagegen sein."
Quelle: ORF
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Beitrag von snowflat »

Wasserkraft: Laut Umfrage Mehrheit für Ausbau in Tirol

Die Umfrage wurde von der Tiwag in Auftrag gegeben. 55 Prozent sprechen sich demzufolge für einen Ausbau der Kraftwerke aus.

500 Menschen ab 18 Jahren wurden im Auftrag der Tiwag vom Meinungsforschungsinstitut OGM telefonisch befragt.

Schenkt man der Umfrage Glauben, so sind 55 Prozent der Tiroler für den Ausbau der vier konkreten Projekte in Malfon, Kaunertal, Sellrain-Silz und Raneburg-Matrei. 29 Prozent der Befragten sprechen sich dagegen aus.

Der Informationsstand der Bevölkerung zu den Tiwag-Projekten hat sich laut der Studie offenbar auf 85 Prozent vorbessert. Acht von zehn Tirolern wissen demnach über die Vorhaben der Tiwag Bescheid.

Tiwag-Chef Wallnöfer will aber weiter informieren. "Durch die Gespräche vor Ort haben wir die vier geplanten Kraftwerksprojekte optimiert und die Akzeptanz gesteigert.

Der Tiwag-Chef erwartet, dass alle vier Projekte umgesetzt werden.
Quelle: tirol.com
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Beitrag von snowflat »

Petition: Kraftwerksprojekt Kaunertal wird abgelehnt

Die Bürgerinitiativen von Kaunerberg und Kauns lehnen die Kraftwerkspläne der Tiroler Landesregierung im Kaunertal ab. Am Mittwoch haben sie eine entsprechende Petition an die Regierung übergeben.


Beitrag bereits geleistet
Mehr als die Hälfte der Bevölkerung der beiden Orte sprach sich darin gegen das Projekt aus.

Die Bürgerinitiativen befürchten vor allem eine Beeinträchtigung der Quellen und des Grundwassers durch den geplanten Druckwasserstollen. Das Kaunertal habe seinen Beitrag zur Stromversorgung bereits geleistet, wurde betont.
Quelle: ORF
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Beitrag von lanschi »

tirol.ORF.at
TIWAG-Kraftwerkspläne im Kaunertal
Die TIWAG will das bestehende Kaunertal Kraftwerk ausbauen. Die Gegner des Großkraftwerkes sehen in den jüngsten Umplanungen keine wesentlichen Verbesserungen. Die TIWAG meint einen machbaren Kompromiss gefunden zu haben.

Bis zu einer Milliarde Euro an Kosten
Die TIWAg will das bestehende Kaunertal Kraftwerk mit einem zweiten Speichersee ausbauen. Je nach Variante soll das rund eine Milliarde Euro kosten.

Drei Speicherseen für Kraftwerk
Mittlerweile stehen gleich drei Speicherseen zwecks Ausbau für das bestehende Kaunertal Kraftwerk zur Diskussion.

Verschiedene Varianten stehen zur Diskussion
Zum einen der Pitztaler Rifflsee. Dann ein Speichersee mit 190 Meter hohem Damm im Rofental hinter Vent. Als Kompromissvariante gilt ein Speichersee im Pitztaler Taschachtal.


Masten mit 30 Meter Höhe
Vor allem die Lage des neuen Stausees im Taschachtal biete einige Vorteile, erklärt TIWAG Projektabteilungsleiter Bernhard Hofer.

Dazu will die TIWAG die Ötztaler Bäche jetzt außerhalb der Ortschaften ableiten und bei der Stromleitung im Kaunertal mit rund 30 Meter hohen Masten auskommen.

Unterirdische Stromleitung abgelehnt
Abgelehnt ist dagegen der Wunsch der Gemeinde Kaunertal. Eine unterirdische Stromleitung sei technisch und finanziell nicht machbar, so die TIWAG.

Speichersee sei illegal
Trotz Umplanungen sehen die Gegner im Kaunertal, Pitztal und Ötztal keine Verbesserungen. Vor allem liege der Speichersee Taschach im Naturschutzgebiet und sei damit illegal, so Alfred Eiter, Kraftwerksgegner aus dem Pitztal.

Planungen noch nicht abgeschlossen
Laut Büroleiter von Naturschutzlandesrätin Anna Hosp sei es noch zu früh darüber zu urteilen. Die Planungen seien noch nicht abgeschlossen. Die Experten seien außerdem uneins, ob der geplante Stausee naturschutzrechtlich problematisch sei oder nicht.
Das müssten Experten in den nächsten Wochen abklären.
Würde der See am Rifflsee das Aus des Skigebiets bedeuten???
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Beitrag von lanschi »

Landesregierung will alle vier Kraftwerke
Die Landesregierung hat in ihrer Sitzung am Dienstag beschlossen, dass alle vier in die Endauswahl gekommenen Kraftwerkprojekte verwirklicht werden sollen. Die Kraftwerksgegner zeigen sich bestürzt.

Vier Kraftwerke
Es geht um die Kraftwerke Raneburg-Matrei in Osttirol, die Kraftwerke Sellrain Silz und Kaunertal sowie ein Kraftwerk im Malfontal. Diese Kraftwerke sollen neu gebaut bzw. ausgebaut werden

Diskussion im Landtag
Für diese vier Kraftwerke wurden Änderungen beschlossen, die in Richtung ökologischere Durchführung der Bau- und Planungsarbeiten gehen sollen.

Zusammen Alternativen prüfen
Beim Projekt Osttirol soll die TIWAG in Abstimmung mit der Gemeindeführung Alternativen prüfen - auf den Tisch kommt jetzt wieder ein altes Kraftwerksprojekt im Froßnitztal. Das allerdings im Nationalpark liegen würde, räumt Landeshauptmann Herwig van Staa ein:
"Dieses Projekt sollte man noch genau anschauen und auch mit den Umweltverbänden und Gegnern des geplanten Projekts diskutieren, ob für sie dieses Projekt akzeptabel ist. Selbst wenn dann das Gesetz hinsichtlich der Nationalparkgrenzen geändert werden müsste."

Inwiefern das realistisch ist, bleibt fraglich. Offenbar aber eine Reaktion auf die bisherigen Widerstände in Matrei.

Einige Auflagen
Für die übrigen drei Kraftwerksprojekte soll es dagegen jetzt gleich konkrete Planungen geben - damit sie dann für Umweltverträglichkeitsverfahren eingereicht werden können.

Mit einigen Auflagen: So soll es ökologische Verbesserungen für geplante Wasserfassungen im Stubai und Gschitztal geben, heißt der Auftrag der Landesregierung an die TIWAG. Beim Projekt Malfontal sei die Trinkwasserversorgung am Kappler Berg zu klären. Im hinteren Pitztal forciert die Landesregierung einen Speicher im Taschachtal.

Die am Dienstag vorgestellten Änderungen sollen kommende Woche im Landtag ausführlich diskutiert werden.

Kraftwerksgegner über Beschluss "bestürzt"
Unverständnis und Bestürzung hat bei der Tiroler Aktionsgemeinschaft "Kein Kraftwerk" der Beschluss der Landesregierung ausgelöst, auf allen vier Kraftwerken zu beharren. Die Regierung wolle Kraftwerke „auf Teufel komm raus“ bauen, die energiepolitischen Konzepte dazu würden "wohl hinterher kommen", hieß es. Die Kraftwerksgegner wollen nun alle ihre Möglichkeiten voll ausschöpfen.

Option 9
Auch für die "Option 9" - Ausbau von Sellrain-Silz zu einem Pumpspeicherwerk - soll ohne wesentliche Änderungen ein Verfahren eingeleitet werden, kritisierte die Initiative. Dabei hätte die TIWAG in ihrem Fortschrittsbericht von einem substanziellen Optimierungs- und Anpassungspotenzial gesprochen, das noch bis Jahresende auszuarbeiten sei.

Die Landesregierung gebe jetzt für ein Projekt grünes Licht, das offenbar die TIWAG selbst in dieser Form nicht wolle.
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