Die "amerikanisierung" des Wintersports
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Re: Die "amerikanisierung" des Wintersports
Beim Thema Querfahren hat es bereits eine Änderung der FIS-Regeln gegeben, nachdem es einige strittige Gerichtsurteile von Extremcarvern(sowohl Ski- und Snowboarfahrer) gab.
Die Regel mit dem Querfahren wird nun unter Beachtung, dass man ein eindeutiges Fahrverhalten ablesen kann (regelmässige, langgezogene Carves) nicht berücksichtigt. Bei einmaligem Queren der Piste, bei Kreuzungen z.B. hingegen gilt diese Regel.
@ FIS-Regeln: Die sind eigentlich nur noch Schall und Rauch für die Leute, ausser es geht vor Gericht, dann werden die Augen gross, dass Se haftbar gemacht werden...
Die Regel mit dem Querfahren wird nun unter Beachtung, dass man ein eindeutiges Fahrverhalten ablesen kann (regelmässige, langgezogene Carves) nicht berücksichtigt. Bei einmaligem Queren der Piste, bei Kreuzungen z.B. hingegen gilt diese Regel.
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- Bumps
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Re: Die "amerikanisierung" des Wintersports
Stimmt, die Möglichkeit der Haftungsbefreiung gehen weiter, Du unterschreibst (oder akzeptierst mit Bezahlung) bei nahezu jeder, noch so harmlosen Aktivität wie Fliegenfischen etc., dass der Veranstalter an nichts schuld ist, was auch immer passieren könnte.Jens hat geschrieben:Die Klagen mit der Katze usw. kommen ja nur dadruch zustande, weil es nicht in der Betriebsanleitung stand.
Auf der Rückseite der Skipässe und teilweise sogar auf der Innenseite der Türen von Klokabinen steht, dass alles in Eigenverantwortung passiert und jegliche Haftung ausgeschlossen ist.
Dies führt umgekehrt zu den typischen, oft zitierten Stilblüten bei Warntafeln, an Stellen, wo man die Haftung nicht wegbedingen kann.
Eine, die sehr schön in dieses Forum passt:
Arapahoe Basin (A'basin), an der Bushaltestelle des öffentlichen Skibus':
Attention, you are entering high alpine area....
an was denkt Bumps sofort? Geletschespalten??? Lawinen??? Felsklippen??? Steinschlag????
Nein, weit gefehlt...
.... walkways may be slippery
die grösste aller Gefahren
Schöne Pisten sind GELB!
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Re: Die "amerikanisierung" des Wintersports
Rein was das "Überholen" angeht, ja. Aber überholen tu ich per Definition erst, wenn der Langsamere ebenfalls in meine Richtung fährt. Ansonsten ist es "kreuzen" (ca 90° zur Fahrtrichtung) oder "Entgegenkommen" (ca 180° zur Fahrtrichtung).TPD hat geschrieben:Doch in Sache Überholen sind die FIS-Regeln recht klar formuliert (Regeln 1 bis 4).
Abgesehen davon kann ich da nirgendwo den Begriff "Queren" finden. Von dem her kann man auch die ganze Pistenbreite abgrasen.
Bezüglich Queren, sieh Dir das hier an: http://www.skiclub-gerlingen.de/fisregeln.htm
Das war vor der von Af erwähnten Änderung übrigens auch der Wortlaut und die entsprechende Bebilderung, die immer noch an den meisten Liftanlagen im deutschsprachigen Alpenraum zu finden ist.
Im von mir angeführten Bsp. des Anfängers, der schnurgerade zwischen jeder Kurve von Rand zu Rand fährt, ist übrigens kein eindeutiges Fahrverhalten abzulesen - er könnte ja wirklich nur einmalig traversieren, woher weiß ich, dass danach noch eine Kurve kommt?
---> Rekordsaison 2002/03: 65 Skitage <---
Saison 2009/10: 30 Skitage (Arlberg: 10, Garmisch-Classic: 3, Axams: 1, Lenggries: 1, Winklmoos-Steinplatte: 1, Spitzing: 1, Wildschönau: 2, Alpbachtal: 1, Dolomiti Super Ski: 10)
Saison 2010/11: 27 Skitage (Arlberg: 13, Garmisch-Classic: 1, Axams: 2, Lenggries: 5, Sudelfeld: 1, St. Johann i. T.: 1, Winklmoos-Steinplatte: 3, Stubaier Gletscher: 1)
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Re: Die "amerikanisierung" des Wintersports
Wenn Du es nicht weißt, bleibst Du eben dahinter bis Du es weißt. Siehe Regeln 3 und 4.flauschiges Murmele hat geschrieben: Im von mir angeführten Bsp. des Anfängers, der schnurgerade zwischen jeder Kurve von Rand zu Rand fährt, ist übrigens kein eindeutiges Fahrverhalten abzulesen - er könnte ja wirklich nur einmalig traversieren, woher weiß ich, dass danach noch eine Kurve kommt?
Gruß, Tom
- flauschiges Murmele
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Re: Die "amerikanisierung" des Wintersports
Darum geht es doch gar nicht. Es geht darum, dass jemand, der die Piste auf gesamter Breite kreuzt (sei es nun queren oder extremal lange Schwünge), das Unfallrisiko für sich selbst und andere unnötig erhöht, denn die Fahrtrichtung auf einer Piste ist nun mal vormehmlich parallel zur Falllinie. Aber nein, es gibt immer irgendwo einen Haufen Juristen, die meinen mit ihrem Protektionistischen Der-schwächere-darf-niemals-schuld-sein-Gehabe auch noch den minderbemitteltsten Menschen gegen die eigene Unumsichtigkeit absichern zu müssen. Damit rauben sie ihm noch den allerletzten Anreitz zur Eigenverantwortung, womit wir wieder bei der Amerikanisierung wären. Juhu, wir dürfen den Förster verklagen, wenn wir "aus Versehen" gegen nen Baum fahren! Super! Als nächstes dürfen dann wohl kleine Kinder auf ICE-Trassen spielen.
Entschuldigt meinen Zynismus, aber irgendwo erwarte ich im Rahmen eines geregelten Miteinander auch, dass der Einzelne ein wenig mitdenkt.
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Re: Die "amerikanisierung" des Wintersports
Interessant, dass noch keiner eine Ski-Führerscheinpflicht fordert
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Re: Die "amerikanisierung" des Wintersports
@ flauschiges Murmele:
Also entschuldige mal. Das Extremcarving nimmt auch bei Skifahrern zu und Anfänger fahren halt nun mal ungewöhnlich. Ab 2 Kurven ist eine Regelmässigkeit erkennbar und du musst dich entsprechend einstellen.
Wo kommen wir denn hin, wenn ich nicht mehr fahren darf, wie es mir Spass macht, nur weil ein dahinrasender Intelligenzlegastheniker hinter mir mich zusammenfahren könnte.
Als nächstes wird lt. deiner Logik wohl die Anzahl und der Radius der Carves je lfm Piste festgelegt, incl. der Fläche die Jeder auf der Piste maximal verbrauchen darf.
Also entschuldige mal. Das Extremcarving nimmt auch bei Skifahrern zu und Anfänger fahren halt nun mal ungewöhnlich. Ab 2 Kurven ist eine Regelmässigkeit erkennbar und du musst dich entsprechend einstellen.
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Re: Die "amerikanisierung" des Wintersports
Anhand der Antworten sehe ich, das nicht nur ich mir Gedanken zu dem Thema mache-
Ich möchte keine Diskusion über das für und wieder von Helmen im Wintersport aufnehmen, die Frage ist meiner Meinung nach eine andere.
Muß ich mich beim Anstehen am Lift als Anti-Sportler bezeichen lassen, weil ich keinen Helm trage??Ich hätte größte Lust gehabt der betreffenden Person zu antworten, das er seinen Helm sehr bald brauchen könnte, habe es aber gelassen, ich hatte Urlaub
Ich habe selbst erlebt, wie Urlauber an einer Jausenstation ihre Skijacken an einem Heizpilz getrocknet haben und anschließend vom Wirt Entschädigung verlangten, weil ihre Skikleidung an dem Pilz verschormt ist.
Ich finde ein solches Verhalten ist an Unverschämtheit kaum zu überbieten, hier soll für das Ergebnis der eigenen dämlichkeit jemand anderes aufkommen
Wenn ich an einem Lift lese, das die bediente Abfahrt nur für geübte Skifahrer geeignet, dann ist die Aussage doch unmissverständlich.
Obwohl ich mich als guter Skifahrer fühle und ich seit 25 Jahren regelmäßig Wintersport betreibe, überlege ich dann, ob ich mir eine solche Abfahrt heute gebe.
Was ich dann vorfinde, wenn ich in diese Abfahrt einfahre, spottet i.d.R. jeder Beschreibung.
Die Falllinie ist kaum zu fahren, weil viele die nichtmal einen Umsteigeschwung zustande bringen, irgentwie seitlich abrutschen. Was tun diese Leute hier, lautet dann meine Frage
Liftbetrieber nehmen sich des Problemes an und verschärfen es indirekt damit noch.
Eisplatten auf den Pisten werden als unzumutbar empfunden.
In schlechten Wintern werden Pisten gesperrt, nur weil ein paar offene Stellen drin sind.
Lifte die "schwierige Gebiete" erschließen werden abgebaut.
Dieses Anspruchsdenken der Urlauber, das im Winterurlaub überall 6er KSB`s zu stehen haben, bei Postkartenwetter und 2 Meter Schnee, mit der Garantie das es beim Sport nicht zu Verletzungen kommen kann ist schlicht unerfüllbar!!
Das müßte einmal wieder deutlicher kommuniziert werden.
Gruß
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Muß ich mich beim Anstehen am Lift als Anti-Sportler bezeichen lassen, weil ich keinen Helm trage??Ich hätte größte Lust gehabt der betreffenden Person zu antworten, das er seinen Helm sehr bald brauchen könnte, habe es aber gelassen, ich hatte Urlaub
Ich habe selbst erlebt, wie Urlauber an einer Jausenstation ihre Skijacken an einem Heizpilz getrocknet haben und anschließend vom Wirt Entschädigung verlangten, weil ihre Skikleidung an dem Pilz verschormt ist.
Ich finde ein solches Verhalten ist an Unverschämtheit kaum zu überbieten, hier soll für das Ergebnis der eigenen dämlichkeit jemand anderes aufkommen
Wenn ich an einem Lift lese, das die bediente Abfahrt nur für geübte Skifahrer geeignet, dann ist die Aussage doch unmissverständlich.
Obwohl ich mich als guter Skifahrer fühle und ich seit 25 Jahren regelmäßig Wintersport betreibe, überlege ich dann, ob ich mir eine solche Abfahrt heute gebe.
Was ich dann vorfinde, wenn ich in diese Abfahrt einfahre, spottet i.d.R. jeder Beschreibung.
Die Falllinie ist kaum zu fahren, weil viele die nichtmal einen Umsteigeschwung zustande bringen, irgentwie seitlich abrutschen. Was tun diese Leute hier, lautet dann meine Frage
Liftbetrieber nehmen sich des Problemes an und verschärfen es indirekt damit noch.
Eisplatten auf den Pisten werden als unzumutbar empfunden.
In schlechten Wintern werden Pisten gesperrt, nur weil ein paar offene Stellen drin sind.
Lifte die "schwierige Gebiete" erschließen werden abgebaut.
Dieses Anspruchsdenken der Urlauber, das im Winterurlaub überall 6er KSB`s zu stehen haben, bei Postkartenwetter und 2 Meter Schnee, mit der Garantie das es beim Sport nicht zu Verletzungen kommen kann ist schlicht unerfüllbar!!
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Re: Die "amerikanisierung" des Wintersports
Genau das ist der Punkt. Ich fahre ebenfalls mit Helm und Protektor und ich glaube deswegen nicht, dass ich dadurch einen Freibrief zum Rasen habe. Ich fahre nach wie vor entsprechend meinen Fähigkeiten und mit Rücksicht auf Andere. Die Gefahr zusammengefahren zu werden ist aber allgegenwärtig, denn in der Tat hat sich durch die Penetration des Carvingskis auch das Verhalten der Skifahrer auf den Pisten verändert und man findet häufig ein hohes Maß an Selbstüberschätzung vor. So bin ich gerade im Weihnachtsurlaub von einem Anfänger umgesäbelt worden der glaubte, man müsse sich nur ein paar Skier besorgen und draufstellen und einfach mal los fahren. Dass der eigentlich erst mal auf einen Übungshang und in einen Skischule hingehörte, hat der irgendwie nicht verstanden. Ich jedenfalls war in dem Moment froh, dass ich Helm und Protektor getragen habe, das wäre sonst böse ausgegangen.flauschiges Murmele hat geschrieben:Glaube das siehst Du etwas falsch. Ich trag zB Helm und Rückenprotektor, weil ich Bedenken hab, zusammengefahren zu werden. Die neuen Ski sind leider derart, dass immer mehr Leute sich einfach nur meinen auf die Kante stellen zu müssen, und ab geht die Post. Und schon sind sie schneller als sie es kontrollieren können.Überhaupt, wer heute ohne Helm Ski oder Snowboard fährt, der ist vollkommen verantwortungslos.
Dem stimme ich zu. Seit der Helm an Bedeutung gewonnen hat, ist das Skifahren "nach Gehör" nicht mehr möglich. Die Fahregeräusche, die sich in dem Helm sammeln sind einfach zu stark. Mit diesem Nachteil muss man leben. Daher habe ich ruhigen Gewissens hin und wieder mal den Kopfhörer auf den Ohren, damit kann man das nervige Rauschen beim Fahren etwas kompensieren.flauschiges Murmele hat geschrieben:Den hörste auch ohne Musik nicht; habs selber schon oft gemerkt. Der Fahrtwind übertönt irgendwann selbst AC/DC oder Metallica bei voller LautstärkeVerachten wir wirklich jeden ohne Helm und fahren selber mit Helm und Protektoren nebst Kopfhörer, damit wir auch den schnelleren hinter uns nicht hören?
Der Szossi
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- flauschiges Murmele
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Re: Die "amerikanisierung" des Wintersports
Und wo kommen wir hin, wenn ich nicht mehr fahren darf wie's mir Spaß macht, bloß weil ein Schnarchzapfen vor mir die Kurve nicht gebacken kriegt, weil er aus Selbstüberschätzung in zu steilem Gelände unterwegs ist?Af hat geschrieben:Wo kommen wir denn hin, wenn ich nicht mehr fahren darf, wie es mir Spass macht, nur weil ein dahinrasender Intelligenzlegastheniker hinter mir mich zusammenfahren könnte.
Ich hab ja nichts gegen Carvingschwünge; wenn wenig los ist mach ich sowas selber auch gern. Aber find mal eine Piste die frei genug ist, um die Schwünge wirklich komplett auszucarven. Insbesondere, wenn Du richtig carvst, schwingst Du am Ende eines jeden Schwunges ein Stück hangaufwärts, und da greift wieder die nächste FIS-Regel.
Und mal ehrlich, beobachtest Du wirklich jeden Einzelnen auf einer Piste mit 100 Leuten ganz genau bevor Du losfährst?? Es kann doch nicht angehen dass einer für zehn Leute Rücksicht nehmen muss und die anderen neun gar nicht?!
Versteh mich hier bitte nicht falsch; ich bin selber Skilehrer und viel mit Anfängern unterwegs. Eine der ersten Sachen die ich den Leuten beibringe, ist, maximal die halbe Pistenbreite für ihre Schwünge zu verwenden. Ganz einfach weil man dadurch ohne großen Aufwand Risiken vermeidet.
Ich geb mir auch selber Mühe die Leute im Auge zu behalten und nehme schon auch Rücksicht, gerade wenn irgendwo Kinder unterwegs sind. Allerdings hab ich schon oft Situationen gesehen, wo zB eine extrem flache Piste rechts mit einer Klippe und links mit einer Felswand endet, und jeder normale Mensch fährt dort Schuß, um nicht stehen zu bleiben - und plötzlich hebt ohne ersichtlichen Grund irgend so ein Rindsviech quer!
Was soll man da noch sagen, im Schussbereich zu traversieren ist eine Gefahr, die seh ich doch, und vermeide sie tunlichst.
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Saison 2009/10: 30 Skitage (Arlberg: 10, Garmisch-Classic: 3, Axams: 1, Lenggries: 1, Winklmoos-Steinplatte: 1, Spitzing: 1, Wildschönau: 2, Alpbachtal: 1, Dolomiti Super Ski: 10)
Saison 2010/11: 27 Skitage (Arlberg: 13, Garmisch-Classic: 1, Axams: 2, Lenggries: 5, Sudelfeld: 1, St. Johann i. T.: 1, Winklmoos-Steinplatte: 3, Stubaier Gletscher: 1)
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Re: Die "amerikanisierung" des Wintersports
Och Leute...wir haben so viel spannende Diskussionen...aber kann man nicht ein bisschen beim Thema bleiben? Über Anfänger, Profis, Holländer, kreuzende SKifahrer oder gar Snowboarder.... wurde doch bereits x-fach alles bis ins letzte Korn ausdiskutiert, oder? Ausserdem hat das alles nichts mehr mit dem Ursprungsposting zu tun.
Die Thematik "Unterschied Alpen vs USA" lässt sich vielleicht recht gut in zwei Kategorien einteilen:
a.) Infrastruktur, Betrieb, Rahmenbedingungen: Unterschiede Alpen vs. USA
b.) Benutzerverhalten: Unterschiede Alpen vs. USA
Also hier bitte nur über a.) und b.) diskutieren.... weil das Thema ja sehr interessant ist. Finde ich
Die Thematik "Unterschied Alpen vs USA" lässt sich vielleicht recht gut in zwei Kategorien einteilen:
a.) Infrastruktur, Betrieb, Rahmenbedingungen: Unterschiede Alpen vs. USA
b.) Benutzerverhalten: Unterschiede Alpen vs. USA
Also hier bitte nur über a.) und b.) diskutieren.... weil das Thema ja sehr interessant ist. Finde ich
>> Die unaufhaltsame Industrialisierung des Skiraums führt zu Banalisierung und somit zum Verlust der magischen Skisportfreude<<
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Re: Die "amerikanisierung" des Wintersports
@ flauschiges Murmele:
Ganz einfach...ich fahr nur noch wenn wenig los ist. Und dann sicher ich mich doppelt ab, dass kein Hirsch von oben daherschiesst oder unten ein Anfänger im Weg steht. Ist freie Bahn gehts runter, so schmal wie möglich. Nach 3-8 Carves ist bei mir Krafttechnisch eh aus und ich setz mich wieder an den Rand.
Auf vollen, unübersichtlichen oder zu schmalen Pisten fahr ich eh ganz normal, da ich eher vorsichtiger bin. Fährt im Ziehweg jemand so, dass ich nur schwer vorbei komm, mach ich halt langsamer.
@ Richtig Carven: Auch das leichte Bergauffahren am Ende des Schwungs wurde schon ausführlich von Gerichten behandelt und ist in die Rechtssprechung integriert. Die Coolen 270° oder gar 360° Kurven sind hiervon logischerweise ausgenommen.
@ Schnarchzapfen: Als Könner musst du aber auf Anfänger aufpassen, ned umgekehrt.
@ Pisten die das zulassen: Livigno, Dolomiten, Kaserer 2, Gefrorene Wand 2, Seitejöchl, Tiefenbach, Rettenbach....etc...gibt genug, wenn man danach sucht...
Ganz einfach...ich fahr nur noch wenn wenig los ist. Und dann sicher ich mich doppelt ab, dass kein Hirsch von oben daherschiesst oder unten ein Anfänger im Weg steht. Ist freie Bahn gehts runter, so schmal wie möglich. Nach 3-8 Carves ist bei mir Krafttechnisch eh aus und ich setz mich wieder an den Rand.
Auf vollen, unübersichtlichen oder zu schmalen Pisten fahr ich eh ganz normal, da ich eher vorsichtiger bin. Fährt im Ziehweg jemand so, dass ich nur schwer vorbei komm, mach ich halt langsamer.
@ Richtig Carven: Auch das leichte Bergauffahren am Ende des Schwungs wurde schon ausführlich von Gerichten behandelt und ist in die Rechtssprechung integriert. Die Coolen 270° oder gar 360° Kurven sind hiervon logischerweise ausgenommen.
@ Schnarchzapfen: Als Könner musst du aber auf Anfänger aufpassen, ned umgekehrt.
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Re: Die "amerikanisierung" des Wintersports
Ja eben, da sagst Du es ja schon. Wahrscheinlich tust Du es deswegen, weil Du sehr gut weißt, dass es sonst sowohl für Dich als auch für den HirschAf hat geschrieben:Und dann sicher ich mich doppelt ab, dass kein Hirsch von oben daherschiesst...
Von mir aus ist hiermit der Punkt auch abgehakt, bevor wir zu weit vom Topic abdriften.
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Re: Die "amerikanisierung" des Wintersports
Relevant sind aber die aktuellen Regeln. Einfach blöd wenn da noch veraltete Tafeln herumhängen. Aber Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.Bezüglich Queren, sieh Dir das hier an: http://www.skiclub-gerlingen.de/fisregeln.htm
Das war vor der von Af erwähnten Änderung übrigens auch der Wortlaut und die entsprechende Bebilderung, die immer noch an den meisten Liftanlagen im deutschsprachigen Alpenraum zu finden ist.
Abgesehen davon unter "Traversieren" verstehe ich in diesem Kontext etwas ganz Anderes als grosse Bögen über die ganze Pistenbreite zu fahren. Hier geht es wohl eher um Situationen bei Pisten-Kreuzungen bzw. Vereinigungen. Da kann man natürlich nicht "blind" an den gegenüberliegenden Pistenrand fahren. Hingegen im Normalfall ist es nun wirklich nicht verboten die ganze Pistenbreite zu nutzen.
Sobald man beim Carven Hangaufwärts fährt kommt natürlich die entsprechende Regel zur Anwendung.
Und bei breiten Pisten sollte es gar nicht so ein Problem sein, einen solchen lahmen "Rasenmäher" zu überholen.
Gemäss Regel 4 muss man ja eh genügend Abstand halten. Und somit sollte es eigentlich nicht zu einer Kollision kommen, wenn da jemand überraschenderweise die Richtung ändert.
Problematisch wird es erst auf einem engen Ziehweg. Und hier muss man sogar damit rechnen dass plötzlich ein "Profi" ausschert, weil er einem Stein ausweichen muss !
In solchen Situationen warte ich lieber ein paar Minuten vor der Engstelle, bis sie wirklich frei ist, als irgend einen Unfall zu risikieren.
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Re: Die "amerikanisierung" des Wintersports
Naja so wie ich Sauerland verstanden habe ging es ihm weniger um den Unterschied USA/Europa als vielmehr um Eigenverantwortung vs. Vollkaskomentalität. Die "amerikanischen Verhältnisse" sollten wohl als allgemeines, nicht spezifisch auf das Skifahren gerichtetes, Synonym für eben diese Vollkaskomentalität dienen. Da muss man nicht zwangsläufig das große transatlantische Fass aufmachen.Kris hat geschrieben:Och Leute...wir haben so viel spannende Diskussionen...aber kann man nicht ein bisschen beim Thema bleiben?
[...]
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Re: Die "amerikanisierung" des Wintersports
HalloSauerland_6_CLD hat geschrieben:Wenn ich an einem Lift lese, das die bediente Abfahrt nur für geübte Skifahrer geeignet, dann ist die Aussage doch unmissverständlich.
Obwohl ich mich als guter Skifahrer fühle und ich seit 25 Jahren regelmäßig Wintersport betreibe, überlege ich dann, ob ich mir eine solche Abfahrt heute gebe.
Stand am Samstag vor dem selben Problem in Verbier. Am Start der Abfahrtsroute war ein großes Schild " Nur für geübte Skifahrer", in 4 Sprachen. Ich selbst bin Skilehrer und seit fast 20 Jahren jeden Winter fast 30 Tage auf Ski unterwegs. Ich war kurz davor mit der Gondel runter zu fahren da es nur diese eine Piste gab die dahin führte wo ich hin wollte. Dachte mir aber bevor du zur Gondel gehst schaust du dir mal das ganze von oben an. Als ein Skilehrer mit Kind in die Piste einfuhr bin ich sie dann auch gefahren.
Das gleiche letztes Jahr in PdS. Waren zu siebt in einer Gruppe, alles gute Skifahrer. Auch ein Schild nur für geübte Skifahrer, wir sind geschlossen die grüne Umfahrung gefahren ohne groß zu überlegen.
Ich denke mal das es bei Pisten mit dem Schild "Nur für geübte Skifahrer" gleich ist wie mit der Harakiri. Da kann man dann nach dem Skiurlaub zu hause erzählen wie toll man doch ist das man so eine Piste runter gekommen ist.
Gruß Andreas
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Re: Die "amerikanisierung" des Wintersports
Hmmm.....stimmt...eigentlich hast du vollkommen Recht. Verflixt. Nagut.McMaf hat geschrieben:Naja so wie ich Sauerland verstanden habe ging es ihm weniger um den Unterschied USA/Europa als vielmehr um Eigenverantwortung vs. Vollkaskomentalität. Die "amerikanischen Verhältnisse" sollten wohl als allgemeines, nicht spezifisch auf das Skifahren gerichtetes, Synonym für eben diese Vollkaskomentalität dienen. Da muss man nicht zwangsläufig das große transatlantische Fass aufmachen.Kris hat geschrieben:Och Leute...wir haben so viel spannende Diskussionen...aber kann man nicht ein bisschen beim Thema bleiben?
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Re: Die "amerikanisierung" des Wintersports
Naja diese Schilder sagen manchmal genau so wenig aus, wie die Pistenfarben...Wenn ich an einem Lift lese, das die bediente Abfahrt nur für geübte Skifahrer geeignet, dann ist die Aussage doch unmissverständlich.
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Re: Die "amerikanisierung" des Wintersports
In französischen Pistenplänen hat mittlerweile jeder Stangenschlepper, sofern er nicht am Idiotenhügel steht, ein Gefahrensymbol. Meiner Ansicht nach auch übertrieben.
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Re: Die "amerikanisierung" des Wintersports
Dito, allein was ich immer am Arlberg lese "nur für geübte Skifahrer", z.B. Schindlerkar. Da sind die Skilehrer mit uns Drei-Bierkisten-Hochs runterTPD hat geschrieben:Naja diese Schilder sagen manchmal genau so wenig aus, wie die Pistenfarben...Wenn ich an einem Lift lese, das die bediente Abfahrt nur für geübte Skifahrer geeignet, dann ist die Aussage doch unmissverständlich.
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Re: Die "amerikanisierung" des Wintersports
Es ist auch ein kleiner Unterschied ob man dort mit Skilehrer fährt oder ohne.
Für Solofahrer gilt das Schild, ansonsten muss der Skilehrer entscheiden was er seinem Schüler zumuten kann. Irgendwie muss man es ja lernen, das geht irgendwann nicht mehr am Idiotenhügel.
Gruß, Tom
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Re: Die "amerikanisierung" des Wintersports
Vollkaskomentalität und alles für den Skifahrer vorkauen sind an und für sich nichts schlimmes?Foto-Irrer hat geschrieben:dass es immer mehr Sicherung und diese "Vollkaskomentalität" gibt ist doch an und für sich nichts schlimmes. Skisport soll vor allem eines, Spaß machen, und warum diesen Spaß nicht einer breiten Bevölkerungsschicht zugänglich machen bzw. mehr auf deren Wünsche eingehen???
Vergleicht das doch einfach mal mit dem Auto! Autofahren macht auch Spaß und soll nicht nur Rennfahrern vorenthalten sein. Dieselbe Argumentation, die ihr hier gegen Sicherheitsbügel, automatische Schließmechanismen etc. an den Tag bringt, ist doch dieselbe Diskussion wie in den 70ern, als die Anschnallpflicht für Autos eingeführt wurde! Da fühlten sich auch viele eingeengt und haben protestiert!
und zweifelt jemand von Euch heute an der Gurtpflicht???
Mag sein, dass Protektoren und Helm bei einigen ein falsches Sicherheitsgefühl vermitteln und die daher umso schneller sind. Kann man doch genauso mit dem Airbag im Auto sehen oder der Schutzabschaltung von neuen Küchenherden oder selbstständig schließenden Kühlschränken.
Dann möchte ich dir zu den Leuten die sich das alles vorkauen lassen und "Vollkaskoskifahren" wollen dies hier sagen:
Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit.
Ich weiss, dass Kant die Unmündigkeit etwas anders meint als ich hier, aber im Endeffekt komme ich sowieso immer wieder auf den selben Punkt zurück: Dadurch, dass den Skifahrern heutzutage alles an (un)möglichem Sicherheitsequipment nachgeworfen wird und sich Mr. 08/15 auch drauf einlässt wird er niemals lernen mit kritischen Situationen im Skisport umzugehen, seinen Fahrstil dem "Rund-Um-Sicherheitspaket"-Gefühl anpassen und erst damit zur Gefahr für andere auf der Piste. Aber mit 2 Sachen hängen wir in Deutschland ja schon ewig hinter (wobei b) ein Problem fast aller Staaten heutzutage ist):
a) Wäre die Drogenpolitik/prävention
b) Wird dem Menschen aufgrund eines Verständnisses der Notwendigkeit von Sicherheit in allen Bereichen (also auch im Skisport) von Seiten des Staates und der Medien, eine Lebensweise eingeimpft, die ihn unselbstständig, verantwortungslos kurzum eben unmündig machen.
So und jetz zerreist mich
Erst wenn der letzte SL stillgelegt,
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werdet Ihr herausfinden, daß der Skisport tot ist!
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Re: Die "amerikanisierung" des Wintersports
^^ wobei der "ausgeweitete Sicherheitsbegriff" uns nicht aus altruistischen Gründen ("wir wollen dass es ihnen immer gut geht") aufoktruiert wird, sondern weil Sicherheit im Laufe der Zeit ein sich immer verkomplizierende Business geworden ist.
Das war politisch so gewollt, vor etwa 20 Jahren wurden in Europa diesbezüglich die Weichen gestellt: Sicherheit soll der Wirtschaft nicht mehr als lästiges Kostenübel entgegenstehen, vielmehr sollte sich ein neuer Markt bilden, der mit der Entwicklung, zur Verfügung Stellung, Versicherung und Überwachung von Sicherheitseinrichtungen Geld verdient.
War dies ehemals zu guten Teilen eine staatliche Aufgabe, so ist der "Staat" heute weder in der Ausarbeitung noch in der Überwachung der Sicherheitsnormen primär führend. Da der Sicherheitszirkel früher trägen Behörden oblag, und im Falle eines Unfalls oft genug die Ursachen irrelevant waren, konnte ehemals zB. ein Arbeiter vom mangelhaften Baugerüst fallen, ohne dass dies für den Ersteller nachhaltige Konsequenzen gehabt hätte.
Deutschland besass bereits seit langen eine weit entwickelte Sicherheitskultur, hier sind die Änderungen der letzten Jahrzehnte weniger Markant als in anderen Ländern wie zB. Italien zu spüren. Galt letzteres ehemals als gepriesenes (oder gefürchtetes) Land des "Laissez-Faire" und "alles ist erlaubt", agiert dort heute auf vielen Ebenen eine ausgeprägte Sicherheitsindustrie die auch in immer mehr Bereiche vordringt (Zb. müssen in Kürze zahlreiche auch private Aufzüge neu erbaut werden, obwohl keine 15 Jahre alt).
Insgesamt ergibt sich aus der privaten (Überwachungsvereine, Versicherungen) oder quasiprivaten (Normungsinstitute) Ausübung des Sicherheitsgedankens selbstredend auch der Wunsch nach der Ausweitung der Märkte, nach der Entwicklung neuer Märkte.
Dazu wird der Sicherheitsbegriff implizit "ausgeweitet" auf jene Märkte, die eben bisweilen noch nicht besetzt waren. Was letztendlich zur fragwürdigen weil vielfach überaus weitreichenden Freistellung der Verantwortung für das Individuum führt.
Letztendlich findet diese Entmündigung gesamtheitlich auch Einzug in den Zeitgeist: So Legt der Kunde bei vielen Produkten von sich aus Wert auf besondere Sicherheit, oder kann ohne künstlich hochgeschraubte Sicherheitsvorkehrungen nicht mehr "ruhig schlafen", d.h. der Kunde fordert die "Sicherheit" mittlerweile selbst aktiv ein... (vgl. auch hier im Forum...).
Gleichzeitig möchten immer mehr Menschen aus dieser Banalisierung ausbrechen, was dann z.B. zu Freizeitformen mit erhöhtem Risikofaktoren führt, die es früher so nicht gab und für die es ehemals wohl auch nicht das heutige intensive Verlangen gab (zB. Freeride Ski, Paragleiten, Sportklettern,...-auch jene Exponenten finden sich hier im Forum
).
Interessant wird es sicherlich in Zukunft zu beobachten, wie das geänderte Sicherheitsverständnis die "Ausbruchsbewegung" betrachtet bzw. einschätzt. Dies umsomehr, als dass mit Freeride, Paragleiten etc. im Tourismus wesentlich weniger Geld zu verdienen ist, als mit rundumversicherten Massensportarten.
Zb. verträgt ein Skigebiet nur eine verhältnismässig geringe Anzahl an Freeridern, weil der Pulver je nach Gebiet und Besuchslage nach wenigen Stunden bereits weggebügelt sind.....
Das weiss der Touristiker auch... und handelt entsprechend.
Das war politisch so gewollt, vor etwa 20 Jahren wurden in Europa diesbezüglich die Weichen gestellt: Sicherheit soll der Wirtschaft nicht mehr als lästiges Kostenübel entgegenstehen, vielmehr sollte sich ein neuer Markt bilden, der mit der Entwicklung, zur Verfügung Stellung, Versicherung und Überwachung von Sicherheitseinrichtungen Geld verdient.
War dies ehemals zu guten Teilen eine staatliche Aufgabe, so ist der "Staat" heute weder in der Ausarbeitung noch in der Überwachung der Sicherheitsnormen primär führend. Da der Sicherheitszirkel früher trägen Behörden oblag, und im Falle eines Unfalls oft genug die Ursachen irrelevant waren, konnte ehemals zB. ein Arbeiter vom mangelhaften Baugerüst fallen, ohne dass dies für den Ersteller nachhaltige Konsequenzen gehabt hätte.
Deutschland besass bereits seit langen eine weit entwickelte Sicherheitskultur, hier sind die Änderungen der letzten Jahrzehnte weniger Markant als in anderen Ländern wie zB. Italien zu spüren. Galt letzteres ehemals als gepriesenes (oder gefürchtetes) Land des "Laissez-Faire" und "alles ist erlaubt", agiert dort heute auf vielen Ebenen eine ausgeprägte Sicherheitsindustrie die auch in immer mehr Bereiche vordringt (Zb. müssen in Kürze zahlreiche auch private Aufzüge neu erbaut werden, obwohl keine 15 Jahre alt).
Insgesamt ergibt sich aus der privaten (Überwachungsvereine, Versicherungen) oder quasiprivaten (Normungsinstitute) Ausübung des Sicherheitsgedankens selbstredend auch der Wunsch nach der Ausweitung der Märkte, nach der Entwicklung neuer Märkte.
Dazu wird der Sicherheitsbegriff implizit "ausgeweitet" auf jene Märkte, die eben bisweilen noch nicht besetzt waren. Was letztendlich zur fragwürdigen weil vielfach überaus weitreichenden Freistellung der Verantwortung für das Individuum führt.
Letztendlich findet diese Entmündigung gesamtheitlich auch Einzug in den Zeitgeist: So Legt der Kunde bei vielen Produkten von sich aus Wert auf besondere Sicherheit, oder kann ohne künstlich hochgeschraubte Sicherheitsvorkehrungen nicht mehr "ruhig schlafen", d.h. der Kunde fordert die "Sicherheit" mittlerweile selbst aktiv ein... (vgl. auch hier im Forum...).
Gleichzeitig möchten immer mehr Menschen aus dieser Banalisierung ausbrechen, was dann z.B. zu Freizeitformen mit erhöhtem Risikofaktoren führt, die es früher so nicht gab und für die es ehemals wohl auch nicht das heutige intensive Verlangen gab (zB. Freeride Ski, Paragleiten, Sportklettern,...-auch jene Exponenten finden sich hier im Forum
Interessant wird es sicherlich in Zukunft zu beobachten, wie das geänderte Sicherheitsverständnis die "Ausbruchsbewegung" betrachtet bzw. einschätzt. Dies umsomehr, als dass mit Freeride, Paragleiten etc. im Tourismus wesentlich weniger Geld zu verdienen ist, als mit rundumversicherten Massensportarten.
Zb. verträgt ein Skigebiet nur eine verhältnismässig geringe Anzahl an Freeridern, weil der Pulver je nach Gebiet und Besuchslage nach wenigen Stunden bereits weggebügelt sind.....
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Re: Die "amerikanisierung" des Wintersports
An sich ist dagegen nichts zu sagen. Ich selber finde es jedesmal schön, jemandem der noch nie auf Ski gestanden ist, den Sport näher zu bringen. Klar ist, dass solche Leute dann mehr Schutz brauchen als erfahrene Skifahrer. Hier sehe ich dann aber auch die Skischulen zB in der Pflicht, den Anfängern zu sagen, "achtet aber auf folgende Risiken:..." sodass diese nach und nach ein eigenes Bewusstsein für Gefahren im Skisport entwickeln können.Foto-Irrer hat geschrieben:... Skisport soll vor allem eines, Spaß machen, und warum diesen Spaß nicht einer breiten Bevölkerungsschicht zugänglich machen bzw. mehr auf deren Wünsche eingehen???
Stimme insgesamt zu. Es stoßen hier oft zwei Mentalitäten aufeinander, die man so umschreiben könnte: Der Anbieter sagt, "Es kommt oft zu Zusammenstößen und Stürzen auf der Piste. Drum trage einen Helm, damit reduzierst du die Wahrscheinlichkeit schwerer Verletzungen um das mtw. Fünffache." Der (unerfahrene) Käufer denkt, "Wenn ich einen Helm trage, kann mir nichts mehr passieren!". Und genau letztere Denke gilt es, seitens ALLER Dienstleistenden im Wintersportsektor (Gerätehersteller, Sportgeschäfte, Bergbahnbetreiber, Skischulen usw.) zu minimieren.Chense hat geschrieben:...Dadurch, dass den Skifahrern heutzutage alles an (un)möglichem Sicherheitsequipment nachgeworfen wird und sich Mr. 08/15 auch drauf einlässt wird er niemals lernen mit kritischen Situationen im Skisport umzugehen, seinen Fahrstil dem "Rund-Um-Sicherheitspaket"-Gefühl anpassen und erst damit zur Gefahr für andere auf der Piste...
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Re: Die "amerikanisierung" des Wintersports
Halloflauschiges Murmele hat geschrieben:1. ... dagegen ist nichts zu sagen. Klar ist, dass solche Leute (Anfänger) dann mehr Schutz brauchen als erfahrene Skifahrer. Hier sehe ich dann aber auch die Skischulen zB in der Pflicht, den Anfängern zu sagen, "achtet aber auf folgende Risiken:..."Foto-Irrer hat geschrieben:... Skisport soll vor allem eines, Spaß machen, und warum diesen Spaß nicht einer breiten Bevölkerungsschicht zugänglich machen bzw. mehr auf deren Wünsche eingehen???
2. "Wenn ich einen Helm trage, kann mir nichts mehr passieren!". Und genau letztere Denke gilt es, seitens ALLER Dienstleistenden im Wintersportsektor (Gerätehersteller, Sportgeschäfte, Bergbahnbetreiber, Skischulen usw.) zu minimieren.
zu 1.: Vom VDS gibt es da so einen schönen Flyer mit Tipps wie man sich beim Skifahren verhalten soll. Diesen Flyer geben wir immer am Kursende den Schülern aus und erklären ihnen auch nochmals, dass sie immer rücksichtsvoll fahren sollen. Naja leider stößt das meistens auf taube Ohren.
zu 2.: Beim harten Alkohol warnen die Hersteller ja auch, dass man nicht zu viel trinken soll. So was könnte die Skiindustrie auch machen. Auf jede Verpackung einen großen Aufkleber das man immer schön rücksichtsvoll fahren soll und das Equipment nicht vor Unfällen schützt.
Gruß Andreas
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