Neues zur Verbindung Sportgastein - Mölltaler Gletscher

Infrastrukturelle Neuigkeiten aus Österreich: Aktuelle Informationen zu neuen Seilbahnen, Pistenbauten und Modernisierungen in den Skigebieten.
Tyrolens
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Beitrag von Tyrolens »

Nur kann man das nicht pauschal beurteilen. Ischgl lebt sehr gut vom Tourismus, aber im Pitztal gab und gibt es Konkurse in Hülle und Fülle!

Es gibt halt nur eine begrenzte Zahl an Touristen, um die sich alle Regionen streiten müssen. Dass ein paar dann leer ausgehen, ist wohl das Gesetz des Marktes. Aber dass man dann versucht, durch extreme Expansion mit aller Gewalt doch noch ein paar Gäste abzubekommen, ist mehr als uneinsichtig.

Und ganz provokant gesagt: Vielleicht lebten die Ischgler damals besser und v.a. gesünder, als heute. Wenn man sich deren Selbstmordrate ansieht, könnte das sogar stimmen...


Egal, bleiben wir on topic! Gab oder gibt es Pläne, die Mölltaler Gletscherbahnen zum Sonnblick hin zu erweitern? Und dass dem Schultz nicht nur der Mölltaler Gletscher "gehört", sondern auch die kalser Lift, könnte auch verschiedene Interpretationen zulassen. ;)

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miki
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Beitrag von miki »

^^Ja, in meiner Schublade gibt es mehr als eine verunstaltete Karte mit einer Skigebietserweiterung Mölltaler Gletscher - (Rauris) - Sonnblick - Fliessalm (Heiligenblut) :lol: ! Bevor ich Mitglied im Forum wurde dachte ich eigentlich ich wäre der einzige der sowas macht, jetzt bin ich etwas beruhigt, nachdem ich weiss, dass es noch andere derartig 'geistig gestörte' auf der Welt gibt :twisted: !

Jetzt mal im Ernst: nein, ich habe zu keinem Zeitpunkt was von Erweiterungsplänen Richtung Sonnblick gelesen. Sportgastein und Rauris waren schon mehrmals geplant (auch mit Pisten), der Sonnblick nicht. Kann aber gut sein das mir was entgangen ist :? . Warum es keine Sonnblick - Projekte gibt weiss ich nicht - der Berg sieht ganz nach einem guten Skiberg aus. Vielleicht ist der Sonnblick aber selbst dem Schultz 'zu heilig', als beliebten und leichten Dreitausender würde ihn der Alpenverein bestimmt nicht kampflos 'hergeben' ... ich höre fast schon den Aufschrei :fluchen:
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starli
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Beitrag von starli »

Nachdem wohl nicht nur ich gar nicht so richtig wußten, wie das ausschaut.....

schaut euch mal das Bild an...

Was mir jetzt erst klar wird: die Bahn richtung Mölltaler Gletscher in Sportgastein wäre ja genau entgegengesetzt der jetzigen Bahn? Dachte das wäre als Verlängerung der jetzige gedacht gewesen - aber das ist ja genau in die andere Richtung??
Wolperdinger
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Beitrag von Wolperdinger »

Hey Starli,

woher hast du denn die Karte?? Ist ja hochinteressant...Kannst du mir mal den Link posten??

Danke
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starli
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Beitrag von starli »

Wie Link, den siehst doch eh, wennst draufklickt :) Download sie dir doch einfach, dann kannst du damit rummalen wie du willst :)

Siehe auch ab hier:
http://www.ski-world.net/forum/viewtopi ... 1692#21692 ff
Alpi(ausgeloggt)

Beitrag von Alpi(ausgeloggt) »

Gastein bietet ganzes Tal als Tauschobjekt an
Eine Liftverbindung von den Skigebieten in Gastein über das Schareck ins Mölltal ist Bad Gastein ein ganzes Tal wert: Für einen Lift durch Kernzone des Nationalparks Hohe Tauern bietet die Gemeinde das Siglitztal am Rande des Nationalparks an.


"Zwei Liftstützen schaden Nationalpark nicht"
Dieses Tauschgeschäft soll das Land umstimmen. Denn genau dort, wo das Kärntner Skigebiet erschlossen werden soll, sind Liftbauten verboten. Dabei will Gastein unbedingt einen Zugang zum Mölltaler Gletscherskigebiet.

"Dann dürfen wir überhaupt nichts mehr hinstellen", sagt Bürgermeister Manfred Gruber, "Ich glaube, dass zwei Liftstützen dem Nationalpark nicht schaden."

430 Hektar in Tal als Tauschobjekt
Gruber bietet deshalb 430 Hektar Grund am Rande des Nationalparks als Tauschobjekt für die Lifttrasse durch die Nationalpark-Kernzone ins Spiel - das Siglitztal.

"Das ist eine große Fläche, die wir als Gegenleistung einbringen", sagt Gruber. Sie sei eine "schöne Erweiterung" der Kernzone des Nationalparks.



LH: "Kein Tauschgeschäft auf Zuruf"
Landeshauptmann Franz Schausberger (ÖVP) ist von dem Vorschlag aus Gastein nicht begeistert: "Es geht jedenfalls nicht so, dass man auf Zuruf ein Tauschgeschäft macht. Es ist nicht möglich, dass man zwei Stützen in die Kernzone hinstellt und irgendwo ein Stückerl dazugibt."

Die Diskussion im Gasteinertal über die Verbindung nach Kärnten flaut seit 1969 nicht mehr ab. Was jetzt fehlt, sind konkrete Gespräche mit dem Land.
Jay
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Beitrag von Jay »

Aus der "Kleine zeitung"
Naturschützer gegen Gletscher-Erschließung

Der Mölltaler soll von Salzburg aus erschlossen werden. Doch die Bahn würde durch Nationalparkgebiet führen. Darf man drei Hektar opfern?

EVA GABRIEL, DANILO REIMÜLLER

Was bringt ein schneearmer Winterbeginn? Weniger Streusalz, frühen Schlussverkauf, ein verregnetes Silvester - und: Urangst im Schitourismus, in der sogar Ideen von Anno dazumal wieder ausgegraben werden. Weil das segensreiche Weiß bis Ende Dezember nur spärlich fiel, fordert nun Bad Gastein einen Anschluss auf den Mölltaler Gletscher. Was schon in den 50ern des vorigen Jahrhunderts erwogen und wieder verworfen wurde, soll jetzt Arbeitsplätze in der Salzburger Gemeinde sichern, denn sie drohen zu einem Viertel wegzubrechen - wintertouristisch macht man im Dezember, Jänner, Februar und März Geschäft und der Dezember fällt fast schon zur Gänze weg.

Sicherheit. An vorderster Front pocht SP-Bürgermeister Manfred Gruber auf die neue Salzburg-Kärnten-Connection. "Wir brauchen den Gletscher für den Tourismus", sagt Gruber. Sein bestes Argument: Am Mölltaler müsse man aus Sicherheitsgründen neben der bestehenden Stollenbahn ohnehin einen zweiten Abgang bauen.

Offene Türen. Bei Gletscherbahnen-Betreiber Heinz Schultz rennt er damit offene Türen ein. Schultz hat das Projekt sowohl für eine unterirdische Stollen- also auch für eine oberirdische Gondelbahn bereits ausgearbeitet in der Schublade, samt Konsens der Grundbesitzer. Die Investition freilich wäre gewaltig. Aber Schultz "würde sich da drüber trauen, denn es wäre ja gut für den Gletscher".

Naturschutz. Doch hier spießt sich einmal mehr die Wirtschaft mit dem Naturschutz: Der zweite Mölltaler-Abgang würde geradewegs durch Nationalpark-Gebiet führen und zwar durch die am strengsten geschützte Kernzone, die außerdem noch "Natura 2000"-Areal ist und EU-rechtlich geschützt.

"Anmaßung". Für Alpenvereins-Naturschutz-Mann Peter Haßlacher und den Kärntner Nationalpark-Chef Peter Rupitsch eine Anmaßung. "Das wäre ein Präzedenzfall, der die ganze Idee Nationalpark ad absurdum führen würde." Außerdem fragen sich die beiden, wie mit der Zerstückelung des Nationalparks wohl dem Tourismus geholfen wäre, wo doch der Nationalpark selbst ein Tourismusfaktor ist, noch dazu ein nachhaltiger.

Auch unter der Erde. Bad Gastein bietet für die drei Hektar Gletscher 400 Hektar Ausgleichsfläche an, was aber die Salzburger Landespolitiker auch nicht überzeugt. Man zeigt sich bisher wenig begeistert, den Nationalpark wenn auch nur zu einem kleinen Teil opfern zu müssen. Auch die Lösung mit der Stollenbahn kommt nicht an. Naturschützer Haßlacher sagt: "Ein Nationalpark gilt auch unter der Erde." Bürgermeister Gruber sagt: "Wenn ein Nationalpark bis zum Erdmittelpunkt reicht, muss ich lachen." Es ist zu erwarten, dass sich vor den Landtagswahlen in beiden Bundesländern gletschermäßig nicht viel tut. Aber danach? Gastein hinkt, wie es heißt, vergleichbaren Gebieten um 80 Vollauslastungstage nach. Und da hängt viel dran...
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miki
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Beitrag von miki »

Außerdem fragen sich die beiden, wie mit der Zerstückelung des Nationalparks wohl dem Tourismus geholfen wäre, wo doch der Nationalpark selbst ein Tourismusfaktor ist, noch dazu ein nachhaltiger.
Wie bitte? Nationalpark als Tourismusfaktor? Wer es glaubt wird seelig :totlach:
Das glauben die Herren Hasslacher & Rupitsch ja selbst nicht - wenn das stimmen würde, wäre der Gasteiner Bürgermeister nicht so heiss für die Gletscheranbindung - er wird wohl besser wissen was für den Tourismus in seinem Tal gut ist als zwei überbezahlte Klugsch****er die in Innsbruck bzw. Klagenfurt sitzen. Oder wollen die beiden (wieder einmal) sagen das die Leute in den Tälern nicht wissen was gut für sie ist - das wäre schon etwas beleidigend :evil: .
Gastein hinkt, wie es heißt, vergleichbaren Gebieten um 80 Vollauslastungstage nach.
Ich glaube alleine dieser Satz sagt alles zum Thema 'Nationalpark als Tourismusfaktor' :evil:, ich weiss wirklich nicht warum man noch Studien zu dem Thema erstellen muss.

Und jetzt warte ich auf einen Frontalangrif :versteck: ... habe da einige Namen im Kopf von denen ich es erwarte ... mal sehen ob ich mich irre :wink:.
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Beitrag von Tyrolens »

miki hat geschrieben:Wie bitte? Nationalpark als Tourismusfaktor? Wer es glaubt wird seelig :totlach:
Doch doch, das stimmt schon. In Österreich werden sogar die Nationalparks zu Touristenattraktionen gemacht. Jedenfalls war es im Tauern Gebiet vor Gründung des Nationalparks wesentlich ruhiger.

Und nein, die Menschen in den Tälern wissen nicht, was "gut" für sie ist. Das ist allerdings ein Problem, das die meisten Menschen westlicher Kultur haben...

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miki
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Beitrag von miki »

habe da einige Namen im Kopf von denen ich es erwarte
Nr. 1: richtig erraten :lol:
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Beitrag von Emilius3557 »

Nr. 2 erräts du auch richtig! :D
Wie bitte? Nationalpark als Tourismusfaktor? Wer es glaubt wird seelig
Genau das ist das Forschungsgebiet unseres Instituts, bzw. meines Chefs. Ich kann dazu nur soviel sagen, dass die Berchtesgadener über die Ergebnisse unserer Forschungen sehr erstaunt waren, weil sie den NP bislang eher als "Störfaktor" gesehen haben.
Zum Thema "Nationalpark als Tourismusfaktor" kann ich dir die Veröffentlichung "MSSW Band 43" empfehlen, die beschäftigt sich genau damit.

Im NP Hohe Tauern wurde eine ähnliche Studie noch nicht durchgeführt (bei der Größe auch nicht ganz unaufwändig), bin mir aber sicher, dass die Ergebnisse dort ähnlich seien werden.
Dass ein NP ein gänzlich anderer Tourismusfaktor ist als eine skitechnische Gletscheranbindung ist natürlich völlig klar, aber ich weiß nicht, ob Gastein nicht andere Probleme hat bzw. ob die Anbindung ans Wurtenkees DIE Rettung wäre. Gastein hat eine sehr lange Tourismustradition (Bäder, Adelige etc.), gut ausgebaute "konventionelle" Skigebiete (wobei sie aus den Nordflanken am Graukogel sicher mehr machen könnten: EUB statt DSBs, Beschneiung etc.). In Sportgastein gibts keine weiteren, sinnvollen/maßvollen Ausbaumöglichkeiten? Z.B. die lange Nordabfahrt zur Mautstelle?
Das Problem der kurzen Saison haben fast alle anderen Skigebiete dieser Höhenlage auch, Gastein wird nicht das einzige Gebiet sein, dass darunter leidet. Der NP ist IMHO eine Möglichkeit die Frühjahr-Sommer-Herbst-Saison aufzuwerten ohne große infrastrukturelle Maßnahmen, die ja auch erstmal finanziert sein wollen.
Dass Hr. Schultz als Betreiber dafür ist, wundert nicht, durch die Gastein-Anbindung käme sein Gletscher auch für die Münchner-Skimeute wieder in Reichweite, ich als Betreiber würde das wohl auch wollen.
Interessant ist die abwartende Haltung des ÖVP-Landeshauptmanns.
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k2k
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Beitrag von k2k »

Stehe ich auch auf der Liste? Egal, ich kenne die Gegend nicht so gut und kann deshalb nicht so viel dazu sagen. Aber was ich hier so gelesen habe, könnte man die vorhandenen Skigebiete dort noch enorm verbessern, bevor man an den Gletscher geht. Vielleicht sollten wir mit dem Forum doch noch eine Beraterfirma für Skigebiete aufmachen und den Leuten sagen, was ihre Skigebiete wirklich aufwertet ;-)
"Seilbahnen sind komplexe technische Systeme. Sie sind Werke innovativen vielschichtigen Schaffens und bilden ein spannungsvolles Zusammenspiel technischer und wirtschaftlicher, politischer, sozio-kultureller und landschaftlicher Faktoren." (Schweizerisches Bundesamt für Kultur)
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Beitrag von Tyrolens »

Das Problem wird sein, dass es mit der Zubringerbahn nicht getan sein wird. Die Kapazitäten am Schareck sind ja jetzt schon an ihren Grenzen. Wenn noch Skifahrer aus Bad Gastein hinzukommen, wird man am Schareck ausbauen müssen. Möglichkeiten gäb?s ja zu Genüge.
Nur sollten die Touristiker nicht so verlogen sein, und am besten gleich von Anfang die gesamten Pläne herausrücken.


@marius: Wie sieht denn nun die Wertschöpfung eines NP aus? Ungefähr?
Emilius3557
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Beitrag von Emilius3557 »

@tyrolens: das lässt sich nicht verallgemeinern. In Berchtesgaden ist es so, dass das Gebiet eben schon "immer" ein Touristenmagnet war (Königsee, Bartholomä, Obersalzberg :D ) und relativ wenige der befragten Besucher "nur" bzw. "extra" wg dem NP gekommen sind. In den Hohen Tauern könnten das schon mehr Leute sein (z.B. in den Dörfern im Pinzgau, die keine Lifte haben).
Um mal eine Zahl zu nennen: 206 Vollzeitarbeitsplatzäquivalente (tolles Wort!) sind errechnet worden, bzw. 2,7 % der Beschäftigten des Inneren Landkreises Berchtesgaden.
Ein NP hat aber nicht nur rein quanitativ messbare Auswirkungen: man kann gut argumentieren, dass ein NP deswegen Touristen anlockt, weil er dank seiner Existenz Landschaftsverbauung/Zerstörung etc. verhindert und unberührte bzw. nur nachhaltig bewirtschaftete Landschaft garantiert.
Jay
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Beitrag von Jay »

Neuer Anlauf für eine Gletscherbahn

08. Juli 2004

Eine Bahn von Gastein auf den Mölltaler Gletscher ist wieder im Gespräch. In Bad Gastein trafen sich Ortschefs und Vertreter der Gletscherbahnen.
Bad Gastein (SN-S.P., heba). Seit Jahren wird über die Aufschließung des Mölltaler Gletschers von Salzburg aus diskutiert. Mittwoch ließ man das Projekt in Bad Gastein wieder aufleben.

Bürgermeister, Tourismus-Experten und die Geschäftsführer der Mölltaler Gletscherbahnen trafen sich in Bad Gastein, um über die Aufschließung des Mölltaler Gletschers vom Gasteinertal aus zu sprechen. Derzeit ist der Gletscher nur über eine Stollenbahn von der Kärntner Innerfragant aus zu erreichen.

Vize-Bgm. Manfred Gruber (SPÖ) aus Bad Gastein erwartet sich mit einer Ankopplung an den Gletscher mehr Gäste. "Mit einem Gletscher kann man besser werben." Zudem gebe es neue Pläne. "Es ist nicht mehr die Seilbahn in der Kernzone des Nationalparks im Gespräch, sondern eine 5000 Meter lange Stollenbahn außerhalb dieser Zone."

Negative Stimmen kommen aus Dorfgastein. Bgm. Rudolf Trauner (SPÖ): "Ich halte von dieser Idee nichts. Sie lässt sich nicht mit dem Nationalpark Hohe Tauern vereinbaren. Wir haben mit Sportgastein Skipisten auf 2600 Meter Höhe. Es wäre besser, diese auszubauen."

Bgm. Benedikt Lang (SPÖ) aus Bad Hofgastein will zum Projekt nichts sagen. "Ich schaue mir erst die Pläne an."

Bei den letzten Gesprächen im Jahr 2002 hatte es von Seiten des Nationalparks und des Alpenvereins Einwände gegeben, ebenso von den Politikern in Kärnten und Salzburg.

Unabhängig von den Ambitionen in Gastein gibt es auf Rauriser Seite den Ruf nach einer Skiverbindung. Frieda Nagl, couragierte Wirtin: "Unser Tal stirbt einen langsamen touristischen Tod. Wir brauchen einen Lift in Kolm Saigurn." Dort solle die Niedere Scharte erschlossen werden. Damit wäre auch von Rauriser Seite der Mölltaler Gletscher erreichbar. Das Problem dabei: Der Bereich Niedere Scharte liegt in der Außenzone des Nationalparks Hohe Tauern. Das Land ist strikt gegen diese Liftpläne.

© SN.
Ebenfalls aus den Salzburger nachrichten ein Kommentar:
Der Standpunkt: Auf die eigenen Stärken besinnen


08. Juli 2004







S eit 25 Jahren macht ein Projekt im Gasteinertal immer wieder die Runde. Eine Freiluft-Seilbahn soll die Skifahrer von Gastein aus auf das Schareck über dem Mölltaler Gletscher bringen. Mitten durch den Nationalpark Hohe Tauern. Liftstützen in der Kernzone des Gebiets mit eingerechnet.

Den Gasteinern wurde der Mund mit einer Reihe von Vorteilen wässrig gemacht. Nicht nur würden die Gäste-Nächtigungen in der Tourismusregion um 50.000 steigen und ein Umsatzplus von 14,5 Mill. Euro erreicht. Gastein hätte damit endlich sein Gletscherskigebiet.

Bisher zerbrach das Projekt am Widerstand der Gegner. Die Salzburger und Kärntner Landespolitik sowie der Alpenverein und der Nationalpark lehnen es ab. Auch der Bürgermeister von Dorfgastein zieht nicht mit den Bad Gasteinern und Hofgasteinern mit. Das Unterfangen sei nicht mit dem Nationalpark vereinbar. Statt einer 5000 Meter langen Stoppelbahn - die sieht das neue Projekt vor - fordert er eine Besinnung auf eigene Stärken, sprich eine Verbesserung der bestehenden Skigebiete.

Ebenso zukunftsträchtig sind die neue Therme in Bad Hofgastein und die im Bau befindliche in Bad Gastein. Darauf sollte sich das Gasteinertal konzentrieren, um dem Kurstatus der Region weiter gerecht zu werden.

Nicht jedes Skigebiet braucht eine Gletschbahn.

© SN.
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starli
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Beitrag von starli »

Stoppelbahn
stand das echt so drin? :)

Stollen - Stoppel .. knapp vertippt :)
Jay
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Beitrag von Jay »

Ich bin unschuldig, hab nichts geändert ;-) Vielleicht ist da ja irgendein Stoppelfeld drüber oder so? :lol:

jakob

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Alpi
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Beitrag von Alpi »

Gletscherbahn-Wünsche abgelehnt
An einer Lift-Verbindung von Sportgastein auf das Schareck (3.122 m) und zum "Mölltaler Gletscher" habe Salzburgs Seilbahn-Wirtschaft kein Interesse. Das sagt deren Sprecher Helmut Stöckl zu neuen Forderungen von Gasteiner Politikern.


Neuerlich Verhandlungen mit Betreiber
Vorbereitungen für den nächsten Winter trifft die Seilbahnwirtschaft.

Erst vor kurzem fand neuerlich ein Gespräch zwischen der Geschäftsführung der Mölltaler Gletscherbahnen mit Vertretern aus dem Gasteinertal statt. Diskutiert wurde neuerlich über eine Variante, bei der mit einer fünf Kilometer langen Stollenbahn die Kernzone des Nationalparks Hohe Tauern umgangen und das Schareck von Gastein aus erschlossen werden soll.

Bad Gasteiner Gemeindepolitiker aus allen Parteien versuchen seit Jahren das Projekt gegen den Widerstand der Landesregierung voranzutreiben.

Widerstand seit Jahren
Wie berichtet sind neben der Seilbahnwirtschaft auch das Land Salzburg, alpine Vereine und Umweltschützer strikt gegen die weitere Erschließung des Gletschers auf Kärntner Seite der Tauern. Die Rede ist beim Alpenverein von "höchst fragwürdigen Zuständen bei Ökologie und Landschaftsschutz", die sich seit Inbetriebnahme des Gletscher-Skigebietes auf dem Schareck präsentieren würden.

Der mittlerweile stark abgeschmolzene Gletscher heißt eigentlich "Wurtenkees" und wurde vor Jahrzehnten aus kommerziellen Gründen vom Betreiber in Kärnten zu "Mölltaler Gletscher" umbenannt.
von orf.at
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starli
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Beitrag von starli »

Gäbe es im Herbst überhaupt noch freie Kapzität für einen zweiten Zubringer? Wenn die Abfahrt mal zur Mittelstation geht, sollte es ja dank der "geringen" Kapazität der Zubringerbahn zu relativ wenig Wartezeiten kommen...?
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Alpenkoenig
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Beitrag von Alpenkoenig »

So nochmal dieses Topic ausgegraben. Nachdem ich ja vor kurzem am Mölltaler oben war, noch ein paar Ergänzungsphotos, um sich das Gebiet auch besser in natura vorstellen zu können. Wie in den Vorgängerposts schon erwähnt, ist die Wahrscheinlichkeit nicht allzu groß, daß das Projekt in nächsten Jahren verwirklicht wird. Finde ich sehr schade, denn man vergibt hier eine große Chance auf eine tolles schneesicheres hochalpines Schigebiet. Und zusätzlich würden weitere Bahnen und Abfahrten sowohl Sportgastein als auch den Mölltaler Gletscher ordentlich aufwerten. Von einer reinen Zubringerbahn aus Sportgastein halte ich wenig, denn es würde das jetzige Schigebiet nur zusätzlich verstopfen. Wenn, dann auch mit zusätzlichen Abfahrten zu den Goldbergbahnen.
Träumerei werden jetzt so manche antworten und ich muß denen leider Recht geben, denn Politik und Naturschutz, insbesondere in bezug auf den Nationalpark Hohe Tauern sprechen hierzu eine ganz andere Sprache.

Bild

Grün eingegrenzt ist der Nationalpark Hohe Tauern, durch den eine violett markierte Schiroute, die in Sportgastein endet, führt. Ebenfalls eingezeichnet der Imhofstollen, der die unterirdische Verbindung des Gasteiner- mit dem Rauriser Tal ermöglicht.

Bild

Bild

Die Photos aus dem Mölltaler Bericht. Sollte jemand Photos von Sportgasteiner Seite auf das Schareck besitzen, bitte dazuposten. Oder beim nächsten Besuch das Gasteinertales daran denken.
Schnee
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Schiroute vom Schareck nach Sportgastein

Beitrag von Schnee »

Zur Diskussion empfehle ich die Internetseite:

www.lwz-salzburg.org

dann weiter "auf Touren" anklicken

dann Saison 03/04 auswählen

dann Tour am 26.5.2004 auswählen (auch 30.5.2004 geht aufs Schareck)

generell sehr gute Internetseite

Ich selbst habe die Tour noch nicht gemacht.
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Beitrag von Alpenkoenig »

Cooler Link+danke+und hallo im Forum!
Interessant auch die Photos von der Tour im Kaukasus - mit Seilbahnphotos.
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Beitrag von trincerone »

GIbts nicht von Gastein nach Mallnitz eh schon einen Tunnel, Tauernschleuse?

@Schigebiete in Nationalparks: (nicht Naturparks, NSG, LSG, sondern "echte" Nationalparks)

Gletscherschigebiet Grande MOtte in Tignes (PNV)
Schigebiet Péjp (NP Stilfser Joch)
ex-Gletscherschigebiet Chavière in Val Thorens

@Nationalparkexklaven zwecks Schigebieterweiterung:

kann man pauschal meines Erachtens nicht beurteilen. Sicher besteht immer das Problen, dass NP nichts bringen, wenn man ihre Grenzen immer dann ändert, wenn sie einem unbequem werden.

Andererseits stehe ich nach wie vor zu meiner Meinung, dass bei jeder Neubaumaßnahme im Einzelfall zu beurteilen ist, wie sinnvoll und notwendig sie ist und dem gegenüber wie stark der Eingriff ist (Reversibilität, Ausmaß der Veränderung. Auswirkungen auf Flora und Fauna).

So halte ich beispielsweise viele Eingriffe außerhalb von Nationalparks in Form und Ausmaß für total übetrieben und denke auf der anderen Seite, dass auch bestimmte Verbindungen durch Nationakparks, so sie denn in einer Form ausgeführt werden, die z.B Reversibel und nur mit geringen Eingriffen verbunden ist (z.B. KEIN Pistenbau), möglich sein sollten, wenn sie sich als sinnvoll erweisen.
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thomasg
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Beitrag von thomasg »

@trincerone: der tunnel, von dem alpenkoenig sprach, war aber vom gasteiner ins rauriser tal.
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Beitrag von Tyrolens »

trincerone hat geschrieben:GIbts nicht von Gastein nach Mallnitz eh schon einen Tunnel, Tauernschleuse?

Klar gibt's den. Nur ist das ein Eisenbahntunnel. Man muß dort mit dem Auto auf den Zug und dann wieder runter und noch ca. eine halbe bis dreiviertel Stunde bis zur Talstation der Gletscherbahn fahren.

Im Übrigen ist das Mölltal ziemlich lässig. Man könnte fast meinen, dass dort die Uhr ein wenig stehengeblieben sei.

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