trincerone hat geschrieben:mir sei der dezente Hinweis auf den Spiegelartikel S. 214 Ausgabe der vergangenen Woche gestattet.
Mir sei der dezente Hinweis auf den folgenden Link gestattet, hinter dem sich der genannte Artikel verbirgt: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,298098,00.html
(sorry trincerone, normalerweise klaue ich keine solchen Formulierungen, aber die hier hat mir gefallen )
"Seilbahnen sind komplexe technische Systeme. Sie sind Werke innovativen vielschichtigen Schaffens und bilden ein spannungsvolles Zusammenspiel technischer und wirtschaftlicher, politischer, sozio-kultureller und landschaftlicher Faktoren." (Schweizerisches Bundesamt für Kultur)
Ich würd sagen ob ein Schigebiet diesen oder jenen Hersteller bevorzugt, hängt auch von der Qualität des Gelieferten und nicht nur vom Preis ab.
Denn wenn man eine Bahn von einem anderem Hersteller baut, horcht man sich vorher bei Gebieten um die schon eine dieses Typs besitzen.
Man kennt sich in der Branche und da man einen Lift ja nicht
"probefahren" kann müssen andere Erfahrungswerte her.
Wegen Ersatzteillager glaube ich kaum daß jemand die Wahl trifft! Eher besteht in diesen Fällen schon eine jahrelange gute Geschäftsbeziehung.
In den meisten Betrieben wird ganz klar zwischen Vor- und Nachteilen abgewogen bevor eine Entscheidung getroffen wird.
In manchen Betrieben ist auch nur der Preis entscheidend!
Das kann im Grunde auch in Ordnung gehen, wenn eine genaue und detaillierte Ausschreibung vorhanden ist, und die Hersteller sich an diese halten!
Gerade bezüglich der Kosten stellen aber sowohl vorhandene Ersatzteile und Lagerfläche wie auch vorhandene Erfahrungen des Personals mit der Technik der Antriebe und Stationen einen wichtigen Faktor da!
trincerone hat geschrieben:Gerade bezüglich der Kosten stellen aber sowohl vorhandene Ersatzteile und Lagerfläche wie auch vorhandene Erfahrungen des Personals mit der Technik der Antriebe und Stationen einen wichtigen Faktor da!
Ersatzteile spielen bei der Wahl eines Herstellers keine Rolle. Viel wichtiger ist, ob dann mal was dringendes innerhalb weniger Stunden vor Ort ist. Der Ersatzteilservice ist desshalb schon was wichtigeres. Was für Ersatzteile hat eine Bahn:
- Da sind ein paar Elektrobauteile (Steckbar)
- Keilriemen in diversen Grössen
- Ein paar Rollen zu den Battereien
- Einlageringe zu den Rollen
- Pneus zu Pneuförderer (sind meist gängige Grössen)
- Etwas Kleinmaterial
- Spezialwerkzeug für die Wartung (Klemmen, Einlageringe aufziehen)
Wenn nun 2 Anlagen miteinander bestellt werden, ist alles vom gleichen Hersteller zueinander kompatibel, und daher sicher ein Vorteil. Aber 1 - 2 Jahre Unterschied, und du kannst es vergessen. Und in der Schweiz wird der Steuerungsbauer meist von der Bahnunternehmung ausgewählt. Hier stehen eigentlich nur 2 praktisch ebenbürtige Firmen zur Auswahl. So ist es möglich, 2 verschiedene Hersteller der Anlagen mit dem gleichen Steuerungsbauer zu haben. Aber die Teile passen meist auch dann noch nicht zueinander.
Für das Personal gibt es auch keine grossen Vorteile. Ist ja mittlerweile alles fast das gleiche. Jeder guckt jedem ab.
Die einen Klemmen sind etwas Wartungsfreundlicher als die anderen. Das geht dann schon eher wieder in den Entscheidungsprozess mit ein. Bei den Pneuföderen gibt es in der Wartung auch Unterschiede. Teilweise müssen für den Keilriemenersatz div. Teile herausgeschraunt werden. Andere können mit wenigen Handgriffen ersetzt werden.
Bei den Pistenfahrzeugen ist es ähnlich. Bei gleichen Modellen passt es logisch zueinander. Aber bei einem Modellwechsel inerhalb der gleichen Herstellers ist es mit vielen Teilen auch fertig. Beim Auto ist es das gleiche.
Na also gerade beim Auto ist es aber nach meiner Erfahrung (und da hab ich Gegensatz zu liften ein bisschen praktische Erfahrung) eben so wie ich oben gesagt hab: da kannst z.B. bei Audi (wobei nur die bis Mitte der 90er gut kenn) aus allen Modellen einer Reihe so ziemlich alles tauschen, bis auf wenige Ausnahmen. Da gibts mindestens 6 oder 7 Modelle, die fast die gleichen Teil verwenden. Und bestimmte Sachen kannste sogar aus'm Golf nehmen. Und da kannst Du sogar, nicht wenige Teile aus der Nachfolgereihe nehmen. Da kommst Du insgesamt bestimmt auf 6 bis 7 Fertigungsjahre, die sich gut untereinander als Ersatzteillager verwenden lassen und die aufgrund ähnlicher Konstruktionsweisen auch noch genau die Vorteile bezüglich Erfahrungwerte haben, von denen ich oben sprach. Wenn ich also in 7 Jahren eine Fuhrpark von 10 Autos hätte anschaffen müssen, hätt es sich extrem gelohnt, die alle aus der Baureihe zu nehmen. Ist ja noch heut so, dass man super auf Schrotti Ersatzteile kriegt, weil die Modelle eben alle häufig die gleichen Teile verwendet haben. Genau da hast Du dann die Erfahrungsvorteile und den Ersatzteilvorteil, von dem ich oben sprach. Aus genau dem Grund wird mein nächste Auto auch wieder ein Audi aus der Baureihe werden, obwohl ich auch schon mit einem 3er BMW aus der Zeit geliebäugelt hatte. Aber die Audis kenn ich mittlerweile ganz gut und hab noch jedemenge Ersatzteile auf dem Dachboden.
Bei Liften kann ichs im Detail nicht beurteilen, ich hab da meine Erfahrungen übertragen.
Hägar hat geschrieben:
Bei den Pistenfahrzeugen ist es ähnlich. Bei gleichen Modellen passt es logisch zueinander. Aber bei einem Modellwechsel inerhalb der gleichen Herstellers ist es mit vielen Teilen auch fertig. Beim Auto ist es das gleiche.
Das stimmt bei Pistenfahrzeugen nicht ganz denn hier unterscheiden sind die verwendet Teile auch zwischen den einzelne Serien des gleichen Modells, sprich Baujahr. Dies kenne ich zum Beispiel bei LH 500 von Serie 9 auf 10 oder beim Leitwolf von 1 auf 2!
Zum einen hat das mit der Produktentwicklung zu tun, zu anderen scheint es auch als ob die das nur einfach so machen um die Kunden zum Kauf und Lagerung weiter Ersatzteile zu bewegen.
Im allgemeinen muß man sagen das sich das Service der beiden großen in der Branche im Bezug auf Ersatzteillieferung und Verfügbarkeit der Monteure sehr auch unterscheidet.