Glacier3000 Bergstation abgebrannt

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Seilbahnjunkie
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Re: Glacier3000 Bergstation abgebrannt

Beitrag von Seilbahnjunkie »

Ich bin ja auch kein Freund der Zaha Hadid Stationen in Innsbruck, aber denen kann man die künstlerische Leistung nicht absprechen. Aber vor allem die alte Bergstation, die ja scheinbar auch von ihm war, sah für mich nach einem reinen Zweckbau ohne gestalterische Ansprüche aus.
Zuletzt geändert von Seilbahnjunkie am 02.11.2025 - 11:12, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Glacier3000 Bergstation abgebrannt

Beitrag von TPD »

Steht im Artikel, dass das Rechaud aus Plastik war und in der Anleitung stand, dass es nicht gestapelt werden darf.
Habe mich zuerst auch gefragt, was bei einem Rechaud aus Plastik sein soll?
Aber vermutlich geht es hier um ein sogenanntes Dochtenbrennerrechaud? Und hier gibt es tatsächlich Modelle, wo ein Spiritustank aus Kunststoff im Gehäuse versteckt ist. Also von Aussen sieht man das nicht mal...
Und in der Tat hat ich bei einem solchen Rechaud auch schon Mühe zu erkennen ob die Flamme nun brennt oder nicht!
Sber voe allem die alte Bergstation, die ja scheinbar auch von ihm war, sah für mich nach einem reinen Zweckbau ohne gestalterische Ansprüche aus.
Und die neue Station soll ja mehr oder weniger gleich aussehen, da es ein Wiederaufbau ist und kein kompletter Neubau;)
Aber man hat die Chance genutzt und die Nutzfläche, Energieeffizienz etc. optimiert
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Re: Glacier3000 Bergstation abgebrannt

Beitrag von NeusserGletscher »

TPD hat geschrieben: 01.11.2025 - 09:06 Aber vermutlich geht es hier um ein sogenanntes Dochtenbrennerrechaud? Und hier gibt es tatsächlich Modelle, wo ein Spiritustank aus Kunststoff im Gehäuse versteckt ist. Also von Aussen sieht man das nicht mal...
Das klingt plausibel. Stapelt man die übereinander, dann schmilzt das untere Rechaud dem oberen den Tank auf. Der verbliebene Spiritus läuft aus, fängt Feuer und das wars dann.

In dem Fall gehört derjenige, der den Mist bestellt hat, auf die Anklagebank.
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Re: Glacier3000 Bergstation abgebrannt

Beitrag von TPD »

In dem Fall gehört derjenige, der den Mist bestellt hat, auf die Anklagebank.
Was ja in diesem Fall auch geschieht.
Wobei man ehrlicherweise erwähnen muss, dass diese Dochtenbrenner in der Gastro sehr beliebt sind.
Aber keine Ahnung ob man heute noch zwischen Metall- und Plastiktank auswählen kann oder ob da unabhängig von der Preisklasse immer ein Plastiktank verbaut wird?
Die im Artikel erwähnte Marke Stöckli ist nicht gerade günstig.
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Re: Glacier3000 Bergstation abgebrannt

Beitrag von NeusserGletscher »

TPD hat geschrieben: 01.11.2025 - 11:37
In dem Fall gehört derjenige, der den Mist bestellt hat, auf die Anklagebank.
Was ja in diesem Fall auch geschieht.
Wenn denn die Geschäftsführung Einfluss auf die Bestellung hatte. Die Frage ist auch, ob so ein brandgefährliches Rechaud überhaupt für die professionelle Gastronomie zugelassen ist.
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Re: Glacier3000 Bergstation abgebrannt

Beitrag von TPD »

Wenn denn die Geschäftsführung Einfluss auf die Bestellung hatte.
Ich nehme mal an im Rahmen der Ermittlung wurde geprüft wer für die Beschaffungen zuständig ist.
Und falls es nicht geregelt wäre, dann hängt eh der Chef.
Aber im betroffenen Fall hat ja die Betriebsleiterin den Lieferschein unterschrieben.
Die Frage ist auch, ob so ein brandgefährliches Rechaud überhaupt für die professionelle Gastronomie zugelassen ist.
Ich denke nicht dass diese Rechaud gefährlicher sind als andere.
Problem dürfte die unsachgemässe Behandlung sein.
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Re: Glacier3000 Bergstation abgebrannt

Beitrag von Lagorce »

Blödsinnige Juristerei:
https://www.20min.ch/fr/story/incendie- ... -103448805

Weiss jemand, um welches Stöckli Modell es sich handelt?

Technisch betrachtet ist es für mich mehr als fragwürdig, dass eine CE Konformitätserklärung für ein Réchaud mit Flüssigbrennstoffbehälter aus [sprich zwangsläufig brennbarem] Kunststoff überhaupt von Stöckli ausgestellt wurde.
Ein derartig fehlerhaftes Design kann m.E. unmöglich vernüftige Produktemindestsicherheitsanforderungen erfüllen.

Kenne zwar die spezifischen Produkte-EN nicht, nur sollte sowas niemals zulässig sein. Ebensowenig Réchauds mit einer Holzplatte (siehe aktuelles Stöckli Sortiment).
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Re: Glacier3000 Bergstation abgebrannt

Beitrag von Skipapi »

Freispruch! Zu Recht meiner Meinung nach.

https://www.blick.ch/schweiz/westschwei ... 12216.html

"Die Restaurantbesitzerin, die wegen fahrlässiger Brandstiftung im Restaurant Botta in Glacier 3000 in Les Diablerets (VD) angeklagt war, wurde freigesprochen. Das Gericht befand, dass sie ihre Sorgfaltspflicht nicht verletzt habe, indem sie die Gebrauchsanweisung für zehn neue Fondue-Rechauds nicht konsultiert hatte. "
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Re: Glacier3000 Bergstation abgebrannt

Beitrag von TPD »

Interessanterweise hiess es in älteren Medienberichte die Geschäftsführerin habe die Lieferscheine entgegengenommen. In den neusten Berichte heisst es aber, dass sie gar nichts von der Lieferung wusste.
Das ist natürlich schon ein signifikanter Unterschied! Andererseits frage ich mich dann schon wie kommt es zu solchen Falschmeldungen oder weshalb wurde dann nicht ein Verfahren gegenüber dem Küchenchef eröffnet?
Kenne zwar die spezifischen Produkte-EN nicht, nur sollte sowas niemals zulässig sein.
Die meisten Flaschen mit Brennspiritus sind auch aus Kunststoff. Und wenn ich eine solche Flasche auf eine Wärmequelle stelle, wird dies irgendwann auch ungemütlich...
Problem man hat vergessen die Flamme zu löschen und das ist per se schon mal gefährlich. Und dann hat man die Rechauds auch noch verbotenerweise gestapelt.
Da helfen selbst die besten Normen nichts. Ausser Feuer wird per se verboten.
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Re: Glacier3000 Bergstation abgebrannt

Beitrag von Skipapi »

Es ist eine unglückliche Verkettung von Umständen:
-Ein Hersteller produziert ein- zumindest für den Gastrogebrauch- ungeeignetes Produkt.
Jemand entscheidet es einzukaufen.
Es wird übersehen, dass es -ev. anders als andere verwendete Rechauds, ev vom gleichen Hersteller- nicht gestapelt weden sollte. Wer hat je die Gebrauchsanleitung eines Rechauds gelesen, insbesondere wenn er täglich mit solchen hantiert?
Ein Rechaud wird versehentlich nicht gelöscht.
Alle verlassen den Berg.
Es kommt zum Brand.
Es dauert ewig bis der Feueralarm ausgelöst wird (keine (funktionierenden) Melder in diesem Bereich?).
Wurden Fehler gemacht? Retrospektiv gesehen offensichtlich. Aber Fehler dieser Art machen wir alle regelmässig. Dafür kann man doch niemanden strafrechtlich verurteilen.
Für solche Fälle gibt es Versicherungen. Zum Glück blieb es beim -wenn auch hohen- Sachschaden.
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Re: Glacier3000 Bergstation abgebrannt

Beitrag von Seilbahnjunkie »

Doch, man kann Leute schon für Fehler strafrechtlich belangen. Es gibt bestimmte Sorgfalltspflichten die einzuhalten sind, und wenn man dagegen verstößt kann das durchaus strafrechtlich relevant sein. In diesem Fall hat das Gericht das anders gesehen, aber das kann man nicht pauschal so sagen.
Beim Flugzeugzusammenstoß über Überlingen 2002 wurden mehrere beteiligte Personen für ihre Fehler zu Bewährungsstrafen verurteilt, also strafrechtlich belangt, und zwar von schweizer Behörden.
Zuletzt geändert von Seilbahnjunkie am 11.11.2025 - 20:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Glacier3000 Bergstation abgebrannt

Beitrag von Skipapi »

Natürlich kann man Menschen für Fehler strafrechtlich belangen, das stelle ich selbstverständlich nicht in Abrede.
Ich sage lediglich, für solche Fehler, wie sie hier gemacht wurden nicht. Hier wurden meiner Meinung nach keine Sorgfaltspflichten verletzt.
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Re: Glacier3000 Bergstation abgebrannt

Beitrag von Seilbahnjunkie »

Ich kann jetzt schlecht was anderes behaupten, wenn schon gerichtlich entschieden wurde, dass dem so ist. In meinem Verständnis ist es aber durchaus relevant, dass man sich mit der korrekten Handhabung potentiell gefährlicher Geräte vertraut macht, gerade im professionellen Bereich.
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Re: Glacier3000 Bergstation abgebrannt

Beitrag von NeusserGletscher »

Typischerweise zündet man Spiritusflaschen nicht an. Spirituskocher dagegen schon.

Im Internet habe ich diese Anleitung zu einem Rechaud dieses Herstellers gefunden.

Mir war nicht bekannt, dass es überhaupt solche Brenner mit Plastiktank gibt. Wieso baut man die nicht wie früher aus Blech? Der Hinweis in der Anleitung ist ja ganz nett. Aber bei einem gewerblichen Einsatz würde ich voraussetzen, dass der Hinweis deutlich sichtbar auf dem Gerät zu stehen hat. Erst recht, wenn der Tank von außen nicht zu sehen ist. Gerade in der Gastronomie hat man es oft mit Fluktuation und Aushilfen zu tun, da kann man nicht erst sämtliche Anleitungen aller gefährlichen Gegenstände herunter beten, bevor ein Neuer servieren darf.
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