Frage zu Swoboda

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starli
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Beitrag von starli »


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motorschaden
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Beitrag von motorschaden »

schaut überhaupt nicht aktiv aus........



falls es jemanden interessiert:
Seilbahnkabinen aus Oberweis

Die ISR zu Besuch beim Kabinenhersteller Swoboda




Das Swoboda-Firmengebäude in Oberweis

"Einladend schön, weltweit bewährt“ – mit diesem Slogan wirbt der oberösterreichische Kabinenhersteller, die Fa. Swoboda Karosserie & Stahlbau GmbH, für seine Produkte und hat uns zu einer Werksbesichtigung eingeladen.
"Bereits 1956 (ein Jahr vor der ersten ISR-Ausgabe) wurde die erste Seilbahnkabine im Hause Swoboda produziert.", so Ing. Robert Vockenhuber, einer der beiden Geschäftsführer.

Nach zwei, drei Sätzen über die wechselvolle Geschichte des Hauses (Herstellung von Schmiedeeisen und Export in die USA, Seilbahnbau, über lange Zeit auch Automobilhandel und -werkstatt) sind wir mitten bei den Schwerpunkten der Geschäftstätigkeit von heute: Kabinenbau für Seilbahnen. Swoboda fertigt Kleinkabinen, Kabinen für Pendelbahnen, Standseilbahnen und Schrägaufzüge sowie für APM (Automated People Mover).

Neben der Massenfertigung für Kleinkabinen hat sich das Oberweiser Stahlkonstruktionsunternehmen vor allem mit der Spezialisierung auf Individualanfertigungen einen Namen gemacht: die drehbaren Kabinen für Malcesine in Italien, die Standseilbahnkabinen "Auge auf Graz" für die Schlossbergbahn, Kabinen für die Pendelbahn Piz Sella im Grödnertal in Südtirol, um nur einige aktuelle Projekte zu nennen.

Das Unternehmen

Ing. Robert Vockenhuber und Ing. Reinhard Aschauer, die beiden Geschäftsführer des Unternehmens, sind gemeinsam mit Ing. Max Bruckschlögl zu je einem Drittel Eigentümer der Swoboda Karosserie & Stahlbau GmbH. Im Zuge eines Management-buy-outs im Jahr 2001 erwarben sie die Anteile. Damals erfolgte auch die Trennung vom Automobilhaus, dessen Geschäftsleiter Ing. Trawöger wurde, der schon zuvor für die Automobilsparte verantwortlich war.

Der HTL-Ingenieur Vockenhuber wurde 1991 nach sehr kurzer Zeit im Betrieb bereits im Alter von 26 Jahren Geschäftsführer und lenkt nach den zuvor wechselvollen Jahren sehr erfolgreich zunächst den Kabinenbereich, schafft eine Neupositionierung des Hauses und hat 2001 selbst Anteile des Unternehmens übernommen.

Seit damals leitet er gemeinsam mit Ing. Reinhard Aschauer das Unternehmen. Aschauer war bereits Ende der 80er Jahre im Betrieb Bruckschlögl tätig, wechselte dann zum Salzburger Kranhersteller Palfinger in den Bereich International Sales – und hatte 2001 ebenso einen Drittelanteil der Fa. Swoboda übernommen. Seither bringt er seine Erfahrungen aus dem International Business als Geschäftsführer ein.

Die Fa. Swoboda hatte 2003 einen Jahresumsatz von 6,5 Mio € mit etwa 60 Mitarbeitern erwirtschaftet. Pro Jahr werden zwischen 300 und 400 Kleinkabinen sowie je nach Projekt und Bedarf unterschiedlichste Individualanfertigungen für Pendelbahnen, Standseilbahnen und Schrägaufzüge hergestellt.

Neben Kabinen für Seilbahnen werden auch Fahrzeugskabinen in Leichtalu-Bauweise für Einsatzfahrzeuge produziert und sind z.B. auf unterschiedlichen Feuerwehrautos der Fa. Rosenberger bzw. Spezialfahrzeugen auf Flughäfen zu sehen.

Individuallösungen für Kabinen, die ein Skigebiet prägen

"Das kundenorientierte Arbeiten, die gemeinsame Analyse und Feststellung der individuellen Bedürfnisse der Kunden, moderne Technik in der Fertigung und qualifizierte Mitarbeiter ermöglichen es, ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis zu bekommen.", erklärt Vockenhuber. "Schließlich sind es ja gerade die Kabinen, die ein Skigebiet wesentlich mitprägen, die einem Ort, einer Region ein unverwechselbares Aussehen geben. Daher unsere individuellen Lösungen, die im wahrsten Sinne des Wortes einladend schön sein müssen und auch sind."

Die zwei 120-Personen-Pendelbahn-Kabinen für Piz Sella mit trendigem Design und individueller Lackierung (eine Sieben-Schicht-Pearl-Lackierung in Sterling-Silver) entsprechen in der Farbgebung dem BMW Z4. Die Kabinen wurden aus extra leichten Aluminium-Legierungen hergestellt. Viel Glas – sogar im Dach, um dem Passagier den Blick nach oben zu ermöglichen und somit ein verstärktes "Schwebegefühl" zu vermitteln – wurde verwendet: Polycarbonatglas, das besonders UV-beständig ist. 17-Zoll-Monitore, Temperaturanzeigen, Infoanzeigeflächen in der Kabine runden das Angebot für Passagiere von heute ab.

Auch im "Auge auf Graz" wird viel mit Lichteffekten und Glas gearbeitet: Beinahe die gesamte Decke der beiden 52 Personen fassenden Standseilbahnkabinen wird aus Glas bestehen; und das Glas wird bis zur Fußbodenkante reichen. Die Türenantriebe werden sich im Boden befinden. Das "Auge auf Graz" – soeben in der Fertigung - wurde gemeinsam mit der Kunsthochschule in Graz entwickelt und bedeutet für die Fa. Swoboda einen intensiven Austausch zwischen Wissenschaft, Kunst und Industrie und das flexible Eingehen auf individuelle Kundenwünsche. Die Übergabe der Wagen wird im heurigen Frühjahr erfolgen.

Zu den Individualfertigungen zählen auch Schrägaufzüge wie etwa für die Berg-Isel-Bahn oder die 25-Personen-Kabine für die steirische Riegersburg. Individuell sind auch Lösungen für People-Mover wie etwa die Bahn im Opelwerk in Rüsselsheim oder die Autostadt von VW in München sowie das neue System für Ford.

Zu den Individuallösungen zählen im weiteren Sinne auch Fahrzeugkabinen für Feuerwehrautos (wie z.B. Auftragsfertigung für Fa. Rosenberger), Spezialkabinen im Bahnbereich sowie eine modernsten Anforderungen entsprechende Lackiererei für Stahl- und Alukonstruktionen. "Auf Kundenwunsch können natürlich auch so genannte Standardkabinen individuell gestaltet werden", so Ing. Aschauer. "Wir haben im Jahr 2003 etwa 300 Umlaufbahnkabinen geliefert, und zwar 6er- und 8er-Kabinen."

Firmen- und Werksbesichtigung

Mit der neuen Eigentümerstruktur erfolgte auch die Verlegung der Büroräumlichkeiten vom alten Schloss in ein modernes Büro. Dieses ist vom Gebäude her Teil der Produktionshalle und somit in deren unmittelbarer Nähe. Eine ansprechende Stahl-Glas-Konstruktion des Gebäudes sowie eine moderne Treppe aus Stahl-Alu mit Glas kombiniert, die im Betrieb selbst hergestellt wurde (ähnliche Elemente befinden sich auch in den Swoboda-Kabinen), bieten dem Besucher ein modernes, offenes Entree.

Im Planungsbüro erarbeiten die Ingenieure mit moderner CAD-Software das Design der jeweiligen Kabinen. Der Kundenwunsch steht dabei an oberster Stelle – muss jedoch stets im Einklang mit den statischen Erfordernissen, der Betriebssicherheit der Türen sowie der Festigkeit und Langlebigkeit der Materialien gebracht werden.

Nach dem Produktionsbüro gelangen wir in die Fertigungshalle für die Kabinen, wo man derzeit neben Standardkabinen die Kabinen "Augen auf Graz" erblicken konnte.



Pendelbahnkabinen in der Endfertigung

Anschließend ging es weiter zur Montagehalle, wo die Einzelelemente zusammengefügt, geschweißt und bearbeitet werden. Nachdem die Kabine, für die zu diesem Zeitpunkt noch eher das Wort "Stahl-Alu-Gerippe" zutreffend ist, den letzten Schliff erhalten hat, erfolgt die Weiterbehandlung in der Lackierstraße. Danach werden die Produkte in eine Trockenanlage weiter transportiert.
Erst danach können die mittlerweile farbig glänzenden Kabinen in der Fertigungs- bzw. Konfektionshalle mit Glas, Sitzbänken und weiterem Innenleben wie Monitoren, Infotafeln etc. bestückt werden. Nach dem Einbau der Türen und einer letzten Kontrolle warten die Kabinen auf den Ausflug in Skigebiete weltweit.

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Quelle: http://www.isr.at
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Alpenkoenig
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Beitrag von Alpenkoenig »

Wenigstens gibt es vom benachbarten Autohaus eine Webseite
http://www.automobile-swoboda.at/
Würde auch gerne mehr über die bewegte Firmenhistorie von Swoboda erfahren - vielleicht sollte man es einmal mit einer Mail probieren. Die beste Zeit dürfte Swoboda Mitte 70er bis Mtte 80er gehabt haben, dann nur mehr wenig neue Seilbahnen. Die letzte mir bekannte Bahn (unter Flagge SSG) ist die Panoramabahn in Großarl (1990). Dann kam außer Kabinen nichts mehr ... oder gibt es doch noch eine Neuere?
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