GIFWilli59 hat geschrieben: 06.10.2023 - 00:24 Der Grund ist wohl, dass es dem Ersteller ThomasK selbst etwas zu viel geworden ist und er anscheinend auch rhetorisch ins Hintertreffen geraten ist.
Wie kommst du darauf, dass es mir zu viel geworden ist?
Ich habe beschrieben, dass der Wahlkampf hier in München bzw. Bayern inzwischen völlig hysterisch geführt wird und ich froh bin, wenn der Wahlkampf vorbei ist. Du müsstest mal sehen, wie bei den Wahlkampfveranstaltungen in der Münchner Innenstadt sich die Parteien gegenseitig die Brocken um die Ohren schmeißen.
Alleine gestern hauten auf dem Odeonsplatz die Grünen verbal auf Söder ein. Ich vermute, dass es hier um verletzte Eitelkeiten geht, denn Söder hat klargemacht, dass die Grünen nicht in die Bayerische Staatsregierung kommen werden. Da wurde dann gestern von der Gegenseite am Odeonsplatz nicht zitierfähig gefaucht, was das Zeug hielt.
Der Wahlkampf hat doch mit dem Alpinforum nichts zu tun.
turms hat geschrieben: 06.10.2023 - 09:14 was Frau Wagenknecht beschreibt sehe ich das nicht als Linkskonservative Partei. Mehr als Sozialdemokratische (1/3) - liberale Partei (2/3).
Quasi , laut meiner Erfahrung Linke ist Linke (allerdings ich habe Erfahrungen mit diesem Thema außerhalb Deutschlands ). Wenn Frau Wagenknecht so machen will bzw. soll, entweder sie lügt oder sie gehört nicht zu den Linken. Was bedeutet z.b. für Frau Wagenknecht "Spitzenverdienern"? jemand mit 6.000 Netto? 4.500 Netto? weil wenn Sie mit Spitzenverdienern die Leute die 2.500 Netto oder sogar 2.000 Netto kriegen meint, dann reden wir nicht über "Linkskonservative" sondern über Linksextremismus
Auf jeden Fall ich glaube sie ist echt Klug.
Man muss genau abwarten, welches Wahlprogramm die neue Partei beschließen wird.
Ich gebe dir recht, dass man sich den Einkommenssteuertarif genau angucken muss, den Sahra Wagenknecht mit ihrer Partei anstreben will.
Ich selbst bin Anhänger eines Pauschaltarifs von ca. 25 %. Jeder bekommt einen Freibetrag in Form einer negativen Einkommensteuer von z.B. -12000 €. Wenn man also nichts verdient, dann bekommt man vom Finanzamt 12000 €.
Diese 12000 € kann man als Bedingungsloses Grundeinkommen werten. Und dann gilt für jeden verdienten Euro pauschal ein Steuersatz von 25 %.
Wer also z.B. 40000 € im Jahr verdient, darf 30000 € behalten und 10000 € bekommt das Finanzamt. Zusammen mit dem Grundbetrag der negativen Einkommenssteuer von 12000 € hat er dann 42000 €. Wer nun z.B. 60000 € im Jahr verdient, darf 45000 € behalten und hat dann zusammen mit dem Grundbetrag somit 57000 €.
Die Steuerpolitiker würden sagen: Das Bedingungslose Grundeinkommen, das alle bekommen, ist steuerfrei, steht aber unter Progressionsvorbehalt.
Alle Sozialleistungen fallen weg, alle Arbeitsämter, Sozialbürgerhäuser usw. werden aufgelöst, eine gigantische Bürokratie abgebaut.
Ich bin der Meinung, dass die Knappheit der Güter über den Markt geregelt werden muss.
Ich bin auch dagegen, Verbrenner zu verbieten. Die Schäden des Autoverkehrs werden einfach auf die Mineralölsteuer umgelegt und wer dann bei Benzinpreisen von 5 € pro Liter meint einen Achtzylinder SUV-Karren, der 20 Liter auf 100 km verbraucht, fahren zu müssen, bezahlt dann eben seine von ihm verursachten Schäden über die höhere Mineralölsteuer. Wiederanpflanzungen, Beheben von Umweltschäden usw. werden dann aus dem Steueraufkommen der höheren Mineralölsteuer bezahlt.
Ich lehne es ab, die Leute in allen Bereichen zu bevormunden. Deshalb sind die Grünen für mich völlig unwählbar. Eine Grünliberale Partei, wie sie in der Schweiz existiert, würde ich durchaus wählen.
Mehrmals sind ja die Grünen mit ihrer Bevormundungspolitik gründlich auf die Fresse geflogen. Beispielsweise waren die Gesetze, die anderen Parteien vorschreiben wollten, 50 % ihrer Listenplätze mit Frauen zu besetzen glatt verfassungswidrig. Die Verfassungsgerichte von Brandenburg und Thüringen haben die von den Grünen beschlossenen und mitbeschlossenen Gesetze sofort einkassiert.
Ich gebe Boris Palmer durchaus recht. Eine Grünliberale Partei fehlt in Deutschland durchaus.
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Auch wenn ich wirtschaftspolitisch - anders als Sahra Wagenknecht - auf viel weniger Staat und mehr Markt und Eigenverantwortung setze, teile ich deine Meinung, dass sie recht intelligent ist.
Die freieste Marktwirtschaft auf der ganzen Welt ist Singapur.
Dort lässt der Staat den Menschen in wirtschaftlicher Hinsicht maximale Freiheit zu. Alles wird über den Preis geregelt. Beispiel Autoverkehr: In der 6-Millionen-Stadt gibt es nur ungefähr 650000 PKW-Lizenzen. Mehr verträgt die Stadt nicht. Wer Autofahren will, muss eine dieser Lizenzen beim Staat ersteigern. Nur die 650000 höchsten Gebote kommen zum Zug. Meistens muss man ca. 40000 € bezahlen, wenn man für 10 Jahre eine Lizenz bekommen will. Hinzu kommen dann auch noch Mineralölsteuern und Mautgebühren. Die Folge ist, dass es in Singapur nie Staus gibt. Mit den Einnahmen wird die U-Bahn gigantisch ausgebaut.
Man darf also in Singapur Autofahren, muss dann aber ordentlich zahlen. Aus den oben genannten Zahlen ergibt sich, dass ca. 90 % aller Singapurer logischerweise kein Auto haben und somit die U-Bahn sehr gut angenommen wird. Die Züge fahren alle 90 - 300 Sekunden.
Politisch gesehen ist Singapur teilweise eine Autokratie, aber wirtschaftswissenschaftlich gesehen der freieste Staat der Welt. Unternehmensgründern werden keine Steine in den Weg gelegt; es gibt keinen Kündigungsschutz, sodass Arbeitnehmer und Arbeitgeber ohne staatliche Bevormundung ihre Arbeitsverträge gestalten können wie sie wollen. Die Staatsquote ist extrem niedrig. Baugenehmigungen werden ziemlich schnell und sehr unbürokratisch erteilt.
Sollte Sahra Wagenknecht eine Partei gründen, werde ich sie nicht wählen, weil ich keine Bevormundung nebst Bürokratie durch den Staat will.
Deine Ansicht, dass man von Linksextremismus reden muss, wenn der Spitzensteuersatz von mehr als z.B. 50 % bereits ab 2500 netto greift, ist durchaus nachvollziehbar auch wenn ich in diesem Zusammenhang hier eher vom Sozialismus oder Kommunismus rede.
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In unserem Staat haben wir kein Einnahmenproblem, aber ein ganz massives Ausgabenproblem.
In den letzten Jahren ist die Staatsquote in Deutschland von 45 % auf 52 % angestiegen. Eine sehr beunruhigende Entwicklung.