hindukusch hat geschrieben: 03.06.2024 - 18:41
Die Xelom-Maschine hat ja schon 5 Stunden. Während der Kaffeepause lädt man da locker nochmal 1 Stunde nach. Da kann man sich mit künftig grösserer Akkugrosse gut auch 8-10 Stunden Arbeitszeit vorstellen. Auch wird das Laden immer schneller. Xelom lädt jetzt mit 150 KW, in der Autobranche wurden schon 250 KW bis 350 KW gezeigt. Mit so grossen Akkus wie bei Raupen hat lassen sich eigentlich gut hohe Ladeleistungen umsetzen. Elektro wird bei den Pistenraupen kommen, auch mit nächtelangen Fahrzeiten. Pack 600 statt 300 KWh drauf und schon gehts.
PS: Der Verbrauch mit Anhänger steigt bei einem E-Auto nicht mehr als bei einem Auto mit Verbrennungsmotor. Wieso sollte er auch?
beast hat geschrieben: 03.06.2024 - 18:28
Also gröstes Problem sehe ich bei den Elektroraupen die Akkukapazität. Ja Tesla Elektro Autos sind super aber häng da Mal einen Anhänger ran dann geht der Verbrauch deutlich in die Höhe und ich würde schätzen eine Pistenraupe unter 3-4 Stunden Fahrzeit ist für die Skigebiete nicht nutzbar. Und selbst dann alle an den 300kw Lader für 30min?
Gerade hier sehe ich Potenzial für ein Wechselakkusystem. Das hätte nämlich auch den Vorteil dass der Ladevorgang der verbrauchten Akkus gleichzeitig mit dem Nutzen der Raupe durchgeführt werden kann.
beast hat geschrieben: 03.06.2024 - 19:24
Der Effizienz Vorteil von einem E Antrieb sinkt einfach bei steigender Geschwindigkeit oder Anhänger.
Nein, bzgl. Effizienz gibt es da keinen wesentlichen Unterschied diesbezüglich. Bei steigender Geschwindigkeit steigt der Luftwiderstand und darum der Verbrauch, wie auch beim Verbrenner. Verglichen mit dem Verbrenner haben E-Fahrzeuge bei hügeligem Gelände sogar zusätzliche Effizienzvorteile mit Hänger gegenüber dem Verbrenner, weil Sie das Gewicht nicht nur raufschleppen müssen, sondern einen Teil der potentiellen Energie beim Runterfahren wieder zurückgewinnen, im Vergleich zum Verbrenner, wo das Hängergewicht beim Runterfahren in Wärme verwandelt wird.
Gerade auch bei Pistenfahrzeugen wo es viel hoch und runter geht ist dieses Prinzip natürlich Klasse für einen E-Antrieb.
Wechselakku braucht es nicht. Es gibt ja bereits Nutzfahrzeuge mit riesigen Batterien. Der Tesla Lastwagen (40-Tönner) hat 900 KWh in der Zugmaschine, also etwa das dreifache dieser Xelon-Raupe. Damit ist der Beweis erbracht, dass man in ungefähr dem Bauraum einer Pistenraupe Akkus unterbringt, die nächtelanges Arbeiten erlauben. Man muss es einfach machen. Und dass es gemacht wird ist nur eine Frage der Zeit. Wer wird erster sein?
Die Zeit der Diesel ist vorbei, nicht nur im Strassenverkehr. Gerade Skigebiete werden eine Vorzeigerolle bzgl. Nachhaltigkeit einnehmen wollen und haben ja wohl das geringste Interesse an zusätzlichem Treibhausgas in der Athmosphäre.
Ist es denn wirklich so nachhaltig mit den ganzen Batterien???? Hat sich mal jemand um die Entsorgung Gedanken gemacht ?
Es gibt einfach nichts was umweltfreundlich ist. Da kann man auch beim Diesel bleiben…
die Akkus kann man entweder recyceln (dadurch gewinnt man einen Großteil der eingesetzten Materialien wieder) oder aber per Analyse schauen, welche Zellen ein Problem haben und nur diese gezielt austauschen, dann kann man den Akku wieder nutzen.
Diesel, der verbrannt wurde, ist weg.
Leider ist die Diskussion jetzt soweit von der harten Praxis am Berg weg, dass ich mich nun mal ausklinke und den Theoretikern hier mal das Feld für weitere Thesen überlasse.
Puh, ich glaub hier muss man ein paar Dinge richtigstellen, auf beiden Seiten. Ja, die Akkutechnologie hat große Fortschritte gemacht, aber man muss sich vor Augen führen was so eine Pistenraupe im Schubbetrieb an Energie benötigt. Ein guter Vergleich sind denke ich z.B. elektrische Schneepflüge wie es einen von Designwerk aus der Schweiz gibt. ( https://www.designwerk.com/post/blog/e- ... nbehoerde/ )
Dieser wurde letztens in Norwegen intensiv getestet. Das Ergebnis war, dass die Akkus mit guter Isolierung kein Problem mit den Temperaturen hatten und nach der Schicht schnell im Depot wieder geladen werden konnten. Der Verbrauch bei entsprechender Schneehöhe war aber natürlich auch hoch: zwischen 182 und 800 kWh/100 km.
Bei dem Tempo ist man für 100 km natürlich über 3 Stunden unterwegs, aber der 1000 kWh Akku wäre dann in 4 h leer.
Das Thema Rekuperation kannst du bei Pistenraupen vergessen. Die Raupen haben Ketten, keine Reifen. Der Großteil der potentiellen Energie beim bergab fahren wird in der Kette im Schnee verlutscht.
Akkurecycling ist kein Problem, je nach Methode lassen sich 95 bis > 99 % des Materials wieder recyclen. Vom Diesel sind es by the way 0 %, höchstens den Motor oder andere mechanische Teile kann man wieder einschmelzen.
Ein Wechselakkusystem würde die Raupe deutlich teurer werden lassen, denn das teuerste Bauteil des ganzen Fahrzeugs dürfte der Akku sein.
Das Nachladen sehe ich zukünftig nicht als Problem an. Die ganzen Seilbahnen eines Skigebiets benötigen sowieso bereits eigene Mittelspannungsanschlüsse, fast jeder Lift hat eine eigene Trafostation. Entsprechende Leitungen liegen also bereits. Ob da jetzt noch 1-10 MW mehr Leistung angezapft werden macht den Brei dann auch nicht mehr fett.
flamesoldier hat geschrieben: 04.06.2024 - 08:08
Ein Wechselakkusystem würde die Raupe deutlich teurer werden lassen, denn das teuerste Bauteil des ganzen Fahrzeugs dürfte der Akku sein.
Kommt halt drauf an, wenn ich ein E-Auto hätte wäre das natürlich indiskutabel, aber denken wir doch mal weiter. Hat man 2 Akkus im Wechsel halten die natürlich auch doppelt so lange bei der Dauerbelastung bzw. es wäre auch denkbar einen Akkublock für mehrere Arbeitsgeräte nutzen zu können, so wie mans ja bei Elektrowerkzeugen auch schon macht. Klar, alles eine Kostenfrage aber müsste man halt situationsgemäß ausloten. Ich fände es jedenfalls nicht so weit hergeholt.
Was tiefe Temperaturen angeht: Da seh ich gar kein Problem. Ein Akku erzeugt mehr als genug Verlustwärme um sich selber aufzuheizen, ich geh eher davon aus bei dem Leistungsumsatz einer Pistenraupe, die täglich mehrere Stunden läuft, muss er sogar gekühlt werden bzw. kann über einen Wärmeträgerkreislauf den Fahrerstand heizen ohne zusätzlich Strom für die Heizung liefern zu müssen. Die Probleme die man beim E-Auto so kennt lassen sich da nicht ohne weiteres übertragen. Den größten Ärger hat man da ja dass beim Parken der Akku im Winter komplett auskühlt und er mit zusätzlicher Energie, sei es aus sich selber oder der Ladesäule, auf Betriebstemperatur gebracht werden muss bzw die Heizung zusätzliche Energie erfordert.
Was die Nachhaltigkeit angeht: Man ist ja jetzt schon auf dem Trichter die Akkus doppelt zu nutzen. Hab ich fast täglich mit zu tun. Wenn sie bei einem E-Auto ausgewechselt werden haben die Zellen noch über 80% ihrer Ursprungskapazität. Die Blöcke werden zerlegt, die Zellen neu gematcht und in Photovoltaikspeichern weiterverbaut. Mit einem intelligenten Lademanagement, das sie im optimalen Betriebsbereich bewegt, halten die nochmal zig Jahre weil sie dann weit weniger beansprucht werden als im PKW Betrieb.
Ich sehe bei Wechselsystemen ein ganz anderes Problem. Bei großen Gebieten müsste man zwischen drin sehr weit zurück fahren. Lauter Wechselstationen im Gebiet zu verteilen wird dann sehr teuer.
Das Temperaturproblem sehe ich ebenfalls. Die Raupen werden nicht immer nur in Hallen abgestellt, sondern auch oft draußen. Da muss man sich dann schon was einfallen lassen. Allerdings könnte man natürlich dort einfach Stromanschlüsse installieren, dann kann man das ausgleichen. In Galtür gibt's übrigens auch offene Abstellplätze mit Stromanschluss, denn auch Dieselmotoren stehen nicht gerne in der Kälte und werden dann vorgewärmt. Da ist dann vom Handling kein Unterschied mehr zur Akkuraupe, die Stromanschlüsse müssen nur leistungsfähiger sein, dafür spart man sich das Tanken. Und Treibstofflogistik in einem Skigebiet ist sicher auch nicht einfach, zumindest in Gebieten in denen die Raupen nicht auf der Straße erreichbar sind.
Seilbahnjunkie hat geschrieben: 08.06.2024 - 12:43
Und Treibstofflogistik in einem Skigebiet ist sicher auch nicht einfach, zumindest in Gebieten in denen die Raupen nicht auf der Straße erreichbar sind.
Warum soll das so schwer sein wenn die Garage im Gebiet ist? Da gibt's große Tanks, die werden zu Beginn der Saison voll gemacht und sollten den Winter über reichen.
Da fährt dann der Tanklaster (mehrmals) rauf am Berg und macht voll.
Seilbahnjunkie hat geschrieben: 08.06.2024 - 12:43
Und Treibstofflogistik in einem Skigebiet ist sicher auch nicht einfach, zumindest in Gebieten in denen die Raupen nicht auf der Straße erreichbar sind.
Warum soll das so schwer sein wenn die Garage im Gebiet ist? Da gibt's große Tanks, die werden zu Beginn der Saison voll gemacht und sollten den Winter über reichen.
Da fährt dann der Tanklaster (mehrmals) rauf am Berg und macht voll.
Die müssten teilweise gigantisch groß sein. Irgendwann sind die Umweltauflagen viel zu groß, das sind ja Mengen die weit über eine normale Tankstelle hinausgehen.
Eine Pistenraupe verbraucht bei 1000 Betriebsstunden pro Saison um die 60 Tsd Liter Sprit. Bei ca 20 Pistenraupen nur in Ischgl wären das alleine circa 1,2 Mio Liter. Unmöglich das alles in Tanks den Winter über zu lagern.
Ich hab auch schon mal von einer Pipeline gelesen die von der Straße aus über eine längere Strecke ein Pistenraupendepot versorgen kann.
phifue hat geschrieben: 10.06.2024 - 10:58
Bei ca 20 Pistenraupen nur in Ischgl wären das alleine circa 1,2 Mio Liter. Unmöglich das alles in Tanks den Winter über zu lagern.
Ich hab auch schon mal von einer Pipeline gelesen die von der Straße aus über eine längere Strecke ein Pistenraupendepot versorgen kann.
In Sölden gibt es unter der Giggijoch Bergstation genau so einen Tank.
phifue hat geschrieben: 10.06.2024 - 10:58
Bei ca 20 Pistenraupen nur in Ischgl wären das alleine circa 1,2 Mio Liter. Unmöglich das alles in Tanks den Winter über zu lagern.
Ich hab auch schon mal von einer Pipeline gelesen die von der Straße aus über eine längere Strecke ein Pistenraupendepot versorgen kann.
In Sölden gibt es unter der Giggijoch Bergstation genau so einen Tank.
In Samnaun, auf dem Alp Trider Sattel, hat’s zum Beispiel auch so einen Tank. Hat mir der Betriebsleiter bei einer nächtlichen Mitfahrt mal erzählt. Auf Facebook (Jenal Transport) gibt’s Bilder, auf denen der Einbau/Ersatz eines solchen Tanks dort dokumentiert ist.
easyrider hat geschrieben: 10.06.2024 - 17:41
In Samnaun, auf dem Alp Trider Sattel, hat’s zum Beispiel auch so einen Tank. Hat mir der Betriebsleiter bei einer nächtlichen Mitfahrt mal erzählt. Auf Facebook (Jenal Transport) gibt’s Bilder, auf denen der Einbau/Ersatz eines solchen Tanks dort dokumentiert ist.
Hab da nix direkt gefunden, allerdings im Internet ein Bild von einer aus SFL. https://www.hechenblaikner.at/wp-conten ... stelle.jpg
Schon grob wie groß diese Tanklager sind, gut das da noch nichts passiert ist, das hätte große Folgen.
Und ich denke die Investitionen in solch ein Tanklager und die Wartung auf lange Zeit dürfte auch nicht gerade günstig sein. Im Gegenzug braucht die Ladeinfrastruktur für eine elektrische Pistenraupe weniger Platz.
Also sogar wir haben für unsere beiden Raupen und 2 Diesellifte knapp 100000 Liter Problemlos gebunkert. Und ich weiß dass andere Gebiete in Österreich bei weitem mehr Tankvolumen besitzen. Und welche Umweltauflagen sollen da ein Problem sein wenn die Tanks den Normen entsprechen und regelmässig geprüft werden? ist mal wieder sehr sehr viel gefährliches Halbwissen unterwegs hier.
Zum Thema E Raupen allerdings glaube ich nicht dass sich das in normalen Skigebieten durchsetzen wird. wie auch.
Die Kässborer Loipenpräpariermaschine die in unserer Gemeinde getestet wurde haben die nach 2 Monaten wieder abgeholt und so etwas wird auch sicher nicht mehr angeschafft. Permanent Probleme mit dem Akku. Sobald etwas Leistung verlangt wurde war der Akku kürzester Zeit leer, der Fahrer ist einige male zu Fuss heimgegangen etc.
Für ein Loipengerät das auf einem 2 km langen Rundkurs seine kreise dreht mag das schon gut sein, aber für was richtiges? Mal sehen was die Zeit noch bringt.
Und zum Laden brauchst Du da auch schon etwas mehr Power als die gängigen 300KW HPC Lader wenn Du das Teil ständig Nutzen willst.
Ich bin kein E Gegner, habe selber zwei E Autos, aber für solche Arbeitsgeräte die richtig Leistung brauchen wird das noch dauern. So eine Fräse frisst ja schon an die 100 KW Leistung, und wie geht das mit der ganzen Hydraulik?
markus hat geschrieben: 10.06.2024 - 19:11
und wie geht das mit der ganzen Hydraulik?
Das wär ne interessante Frage. Braucht man überhaupt noch Hydraulik? Die ist ja nur dafür da die Kraft des Dieselmotors an viele Aktoren zu verteilen. Das ließe sich durch elektrische Einzelantriebe doch gut lösen. Die dann vielleicht sogar insgesamt sparsamer wären.
Wenn ich allein an die Fronthydraulik denke, wären mir derzeit keine elektrischen oder elektrohydraulischen Aktuatoren bekannt, die diese hohen dynamischen Belastungen aufnehmen könnten und gleichzeit in diesem Arbeitsumfeld probemlos arbeiten würden.
easyrider hat geschrieben: 10.06.2024 - 17:41
In Samnaun, auf dem Alp Trider Sattel, hat’s zum Beispiel auch so einen Tank. Hat mir der Betriebsleiter bei einer nächtlichen Mitfahrt mal erzählt. Auf Facebook (Jenal Transport) gibt’s Bilder, auf denen der Einbau/Ersatz eines solchen Tanks dort dokumentiert ist.
Hab da nix direkt gefunden...
Es dauerte länger, bis ich die Bilder wieder hatte. Ist mittlerweile auch schon sechs Jahre her. Bei Interesse:
Zur Xelom/E Raupe
Ich glaube das die großen Platzhirsche wie Käss oder Prinoth eher in Richtung Wasserstoff gehen. Man hat das E Konzept zwar getestet aber ich glaube einfach das sich auf langfristige Sicht sicher Wasserstoff durchsetzt.
Denn auch wenn man neue Akkus entwickelt und die Fahrzeit enorm steigern kann ,muss man den ganzen Fuhrpark am Tag laden. Das heißt alles läuft Seilbahnen,Gastro, ev. noch ein teil der Beschneiung. Wenn man sich da Ischgl ansieht die auf der Idalp dann um 20 Maschinen gleichzeitg laden, geht da richtig Strom auf. Da kannst du dann gleich eine riesige Trafostation neben die Garage stellen.
Aber für Loipenzwecke ist die Xelom sicher keine schlechte Raupe, man muss ja nicht das ganze Rad neu erfinden, und TA weiß ja auch vom elektrotechnischen Teil bei der Beschneiung was auf das Fahrzeug zukommt.
Aber als Skigebietsbetreiber würde ich trotzdem lieber die 100E kaufen, das Design ist mir etwas zu futuristisch. Eher wie wenn sie aus Fernost kommt
Die Kabine sieht eher aus wie eine von einem New-Holland Mähdrescher, die passt einfach nicht drauf, zu groß und zu kantig.