Sonnenschutz für's Zugspitzplatt

Medienberichte rund um den Wintersport: Aktuelle TV-Tipps, Presseartikel, Unfallmeldungen und Diskussionen zu Nachrichten aus der Alpinwelt.
Jay
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Beitrag von Jay »

snowotz hat geschrieben:Da sollte dringend eine Ausnahmeregelung gemacht werden, denn Gletscherschutz ist ja schließlich auch Naturschutz! :evil:
Wieso ist Gletscherschutz Naturschutz? Was hat das für Auswirkungen, wenn ein Gletscher abschmilzt? Manchmal frage ich mich, ob man nicht einfach die Natur walten lassen sollte...

Jakob

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br403
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Beitrag von br403 »

Hmm, stimmt schon. Vor allem hat man ja festgestellt, dass die Gletscher schon mal vor vielen Tausend Jahren viel kleiner waren als heute, man hat im Eis Bäume gefunden. Vielleicht kommt jetzt halt einfach wieder eine Zeit wo die Gletscher kleiner werden, warum auch immer...

Aber ich danke das können die Spezialisten wie Marius besser beantworten, von mir nur der Leihenhafte Kommentar dazu.
molotov
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Beitrag von molotov »

jo das schon, aber nie ging eine erwärmung so schnell von statten. von daher scheint die vermutung dass der mensch dran schuld ist nahezuliegen.
ich baue ja noch immer auf eine abschwächung des golfstromes, haben wenigstens wir in europa noch ordentliche winter
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Emilius3557
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Beitrag von Emilius3557 »

auf eine abschwächung des golfstromes, haben wenigstens wir in europa noch ordentliche winter
Na viel Spaß bei den weiter steigenden Energiepreisen! Schon Privat-Wald zur Brennholzziehung gepflanzt?! :D
Wieso ist Gletscherschutz Naturschutz? Was hat das für Auswirkungen, wenn ein Gletscher abschmilzt? Manchmal frage ich mich, ob man nicht einfach die Natur walten lassen sollte...
Das sind die Fragen, ja...
Falls der Schneeferner wirklich komplett abschmelzen sollte, wäre das zwar bedauerlich, aber ich denke in diesem Fall bspw. nicht, dass z.B. die Trinkwasserversorgung von Garmisch oder gar München gefährdet sein würde. Dazu ist dieser Gletscher mittlerweile zu klein.
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snowotz
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Beitrag von snowotz »

Das Zitat, daß Gletscherschutz Naturschutz ist kommt nicht von mir, sondern ich hab nur die Aussageen der Naturschützer selbst in Ihren Berichten formuliert!
Trotzdem finde ich, daß man versuchen sollte Gletscher als Naturschauspiel zu erhalten, und da gehört natürlich auch Beschneiung dazu.
Das Abdecken mit Planen wird wohl kaum ausreichen!
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Jay
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Beitrag von Jay »

snowotz hat geschrieben:Trotzdem finde ich, daß man versuchen sollte Gletscher als Naturschauspiel zu erhalten, und da gehört natürlich auch Beschneiung dazu.
Das Abdecken mit Planen wird wohl kaum ausreichen!
Naturschauspiel und künstlich am Leben erhalten, ist das nicht ein kleiner Widerspruch?

Jakob
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McMaf
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Beitrag von McMaf »

snowotz hat geschrieben:Das Zitat, daß Gletscherschutz Naturschutz ist kommt nicht von mir, sondern ich hab nur die Aussageen der Naturschützer selbst in Ihren Berichten formuliert!
Trotzdem finde ich, daß man versuchen sollte Gletscher als Naturschauspiel zu erhalten, und da gehört natürlich auch Beschneiung dazu.
Das Abdecken mit Planen wird wohl kaum ausreichen!
Hier wird auch einfach die ideologische Seite vieler Naturschützer deutlich.
Auf der einen Seite ermahnen sie uns, wenn wir zu viel Auto fahren oder zu viel Abgase in die Luft jagen und begründen dies mit der Klimaerwärmung, welche ja riesig große Auswirkungen z.B. auf eben jene Alpengletscher habe. Vordergründig könnte man also wirklich denken, den Naturschützern würde es auch um die Gletscher an sich gehen.
"Pustekuchen" ... wenn es ihnen wirklich auch um die Gletscher ginge, würden sie Sachen wie, Gletscherplanen auslegen oder Beschneiung der Gletscher nicht derart kritisieren. Dies würde ja wenigstens eine Übergangslösung sein. Gletscher verlieren nachweislich weniger an Masse oder gewinnen sogar noch an Masse hinzu.
Man kann also nur zu dem Schluss kommen, dass sie entweder die rein ideologische Schiene fahren wollen, praktisch legitimiert die Menscheit zu belehren "besser" zu leben, oder sie sind einfach nur absolut Weltfremd und glauben tatsächlich daran, dass der Prozess des Gletscherschwundes durch ökologischeres Verhalten der Menschheit aufgehalten werden kann.
Vielleicht ist es auch beides, was solche Naturschützer reitet. :?
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Beitrag von molotov »

also bei allem was recht ist und man über naturschützer denkt.
aber dass sie gegen planen auf gletschern sind hat schon seine berechtigung, das sind einfach weitere eingriffe und belastungen für die natur. und gletscherschutz dieser art hat nichts mit naturschutz sondern mit reinem gewinndenken zu tun, ich finds trotzdem ok ;)
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McMaf
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Beitrag von McMaf »

Nur so Interesse halber. Aber wie beeinträchtigen Gletscherplanen die Natur, oder bringen Belastungen für die Gletscher? Versteh ich nicht.

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snowotz
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Beitrag von snowotz »

Belastungen für die Natur bringen sie höchstens bei der Herstellung und vielleicht noch beim Transport, mehr wohl nicht!

Schön aussehen tun sie natürlich nicht, da wär mir sicher die Beschneiung zum Gletscherschutz viel lieber.
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Beitrag von snowflat »

Zum Wohl des Gletschers: Zugspitzplatt wird vor Regen und Sonne geschützt

Umweltschutz auf Deutschlands höchstem Berg. Bereits zum 15. Mal decken Helfer das Eismassiv mit Matten und Planen ab

„Das Problem der Klimaerwärmung ist nicht neu. Anfang der 70iger Jahre beispielsweise lag im Vergleich auch wenig Schnee auf der Zugspitze“, weiß Manfred Haas, Betriebsleiter Skigebiet Zugspitze. „Wir haben bereits Anfang der 90iger Jahre überlegt, wie wir den Schnee und somit das Eis des Gletschers über den Sommer retten können“. Und so deckte er die eisige Pracht zusammen mit Helfern vor 14 Jahren zum ersten Mal ab.

Um zu verhindern, dass der Zugspitz-Gletscher immer weiter schmilzt, kaufte die Bayerische Zugspitzbahn Bergbahn AG im Jahre 1993 die ersten Kunststoffmatten und LKW-Planen und legte diese aus. „Anfangs war das Projekt zwar erfolgreich, aber noch verbesserungswürdig“, so Haas, der seit dem ersten Tag für die Organisation und Durchführung der Abdeckung verantwortlich zeichnet. „Wir mussten den Gletscher erst besser kennen lernen, um ihn jedes Jahr aufs Neue richtig einpacken zu können“, fügt der Betriebsleiter augenzwinkernd hinzu. Aber genau darauf kommt es auch heute noch an: „Jedes Jahr stellen wir im Herbst die Schwachstellen des Gletschers – also die größten Veränderungen – fest und entscheiden dann, wo wir den Schutz im darauf folgenden Frühling anbringen“.

Anfang Mai gehen knapp 20 Männer an die Arbeit, die Planen werden händisch verlegt. „Eine Plane ist fünf Meter breit, 30 Meter lang und wiegt ungefähr 130 Kilogramm“, klärt Haas auf. „Das ist körperliche Schwerstarbeit“. Im Normalfall sind die Arbeiter knapp zwei Wochen damit beschäftigt, die Planen über den ausgesuchten Gletscherabschnitt zu legen, durch Ösen miteinander zu verknüpfen und mit Holzbalken zu beschweren. „Je nach Wetter dauert der Einsatz noch länger“, bemerkt der Betriebsleiter Skigebiet Zugspitze. „Es ist sogar schon vorgekommen, dass die Planen zum zweiten Mal verlegt werden mussten“. Denn auf knapp 2962 Meter Höhe kann es manchmal ganz schön stürmen.

LKW-Planen zur Sicherung des Zugspitz-Gletschers? Funktioniert das wirklich? „Ja, das tut es“, versichert Haas. „Die Abdeckung isoliert und leitet das Regenwasser sowie die Sonneneinstrahlung ab. Dadurch bleibt der Schnee auf dem Gletscher liegen und schützt das darunter liegende Eis“, erklärt der Techniker. In der letzten Sommersaison konnten so bis zu 12.000 Kubikmeter Schnee gerettet werden, das entspricht einer Schneehöhe von drei bis fünf Metern.

In diesem Jahr wollen die Verantwortlichen der Bayerischen Zugspitzbahn Bergbahn AG mehr Schnee durch die heißen Monate bringen und decken deshalb auch mehr Areal ab. „Rund 9.000 Quadratmeter Gletscherfläche werden eingepackt, das entspricht einer Größe von eineinhalb Fußballfeldern und sind 3.000 Quadratmeter mehr als in der vergangenen Saison“, so Haas. „Ich verspreche mir davon, dass wir mindestens 30.000 Kubikmeter Schnee am Ende des Sommers auspacken dürfen. Das entspricht der Fläche eines Fußballfeldes und etwa der Höhe eines einstöckigen Hauses“. Denn: „Wir sehen den Gletscher als wichtigen Bestandteil unserer Umwelt und bemühen uns, diesen so lange als möglich zu schützen und zu erhalten“.
Quelle: SBN
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br403
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Beitrag von br403 »

Übrigends wurde das sehr schön mal in der ARTE Serie "Die Unverfrohrenen" gezeigt wie das gemacht wird...
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snowflat
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Beitrag von snowflat »

Zugspitzgletscher
Sonnenschutz ohne Wirkung


Planen sollen Deutschlands letzten Gletscher vor dem Schmelzen schützen. Vermutlich vergeblich: Der Gletscher auf der Zugspitze schrumpft von Jahr zu Jahr.

„Der Gletscher ist unsere Lebensader“, begründet Frank Huber von der Zugspitzbahn den Kampf um das Eis. „Wir tun alles, um ihn zu retten.“ Seine Angestellten unterstützen ihn dabei. Das „Sterben“ seines Gletschers macht Huber zunehmend melancholisch: „Ich bin mit dem Gletscher groß geworden. Es ist traurig, daran zu denken, dass die Kinder meiner Kinder eines Tages nicht mehr wissen werden, wie er sich anfühlt und aussieht.“

Seit 14 Jahren kämpft Huber deshalb mit Schutzfolien gegen die Schmelze in den Sommermonaten. Dieses Jahr ist die Schutzfläche um die Hälfte größer als bisher und deckt 9000 Quadratmeter ab. 30 000 Kubikmeter Eis und Schnee können damit gerettet werden. Das entspricht dem Volumen einer einstöckigen Fabrikhalle von der Größe eines Fußballfeldes.

Für den Winter wurden ähnlich innovative Ideen entwickelt: Kontrollierte Explosionen lassen Lawinen auf das Gletscherfeld niedergehen, um mehr Schnee zuzuführen. Zusätzlich verhindern Schneezäune, dass der Wind die Flocken von der Oberfläche weht.

Die Schutzfolien sind Geldverschwendung
Ob Deutschlands letzter Gletscher damit gerettet werden kann, ist zweifelhaft: Seit Beginn des Industriezeitalters schrumpft das Eisfeld. Im Jahr 1910 war der Gletscher noch 80 Meter dick, heute sind es gerade 45 Meter. Immer schneller nahm der Gletscher während der vergangenen 25 Jahre ab.

Auch die Folie, die das Sonnenlicht reflektiert, wird das Schmelzen nicht aufhalten können. „Mit der Plane und all den anderen Dingen, die wir tun, werden wir den Prozess nur verlangsamen können. Wir sind nicht in der Lage, den Gletscher zu retten“, sagt Huber.

Kritiker sehen die Folie deshalb als große Zeit- und Geldverschwendung: „Die Abdeckung wird den Gletscher nicht retten, weil sie nur einen kleinen Teil für den Wintersport abdeckt“, sagt Markus Weber, Glaziologe an der Bayrischen Akademie der Wissenschaften in München. „Sie ist teuer und der Effekt ist begrenzt.“ Dass die Sorge um den Tourismus ein Hauptmotiv für die Arbeit ist, gibt Huber offen zu: „Die Zugspitze lebt vom Tourismus. Unser Ziel ist es, den Skibetrieb am Laufen zu halten.“ Gerade bei der schlechten Schneelage in diesem Winter seien viele Skiläufer auf den Gletscher geflüchtet.

Der Gletscher wird verschwinden
Der Zugspitzgletscher wird wahrscheinlich das Schicksal der meisten anderen Eisdecken in den Alpen teilen: Die zwischenstaatliche Sachverständigengruppe über Klimawandel der Vereinten Nationen (IPCC) sieht die Zukunft der Alpengletscher gefährdet. Die Experten des Weltklimarats gehen davon aus, dass kleinere Alpengletscher verschwinden, während größere Gletscher bis zum Jahr 2050 zwischen 30 und 70 Prozent ihres Volumens einbüßen werden. Die Ursache sehen die Sachverständigen in den weltweiten Emissionen an Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen, welche die Atmosphäre aufheizen.

Einige der 500 000 Touristen, die jedes Jahr die Zugspitze per Seil- oder Zahnradbahn erreichen, müssen sich heute bereits einschränken. Als Reaktion auf das Abschmelzen, habe man aufgehört, für Snowboarder Rampen in den Gletscher zu graben, sagt Huber. Viele Snowboard-Fahrer hätten der Zugspitze deshalb den Rücken gekehrt. Die Alternative wäre aber noch schlechter gewesen: „Der Gletscher wäre in zehn bis 20 Jahren verschwunden gewesen, wenn wir weiter Half-Pipes gegraben hätten.“
th/Reuters
Quelle: http://www.focus.de/reisen/urlaubstipps ... 55137.html (dort gibts auch noch ein Video)

Bilder:
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Beitrag von Carvergirl »

Also ich finde das Verhalten der BZB genau richtig, nur es könnten halt noch mehr Stellen abgedeckt werden. Realistisch im Bezug auf SChutz muss man sagen, dass eigentlich der gesamte Ferner abgedeckt werden müsste.
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Beitrag von MaQ »

Hm ,eigentlich könnte man zwecks Personal da doch mal ne Aktion "Rette deine Heimat" machen ,bei der alle die wollen mithelfen können ,bei der Aktion (auch finanziell). Da wär ich auch jeden Fall dabei ... 8)
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Beitrag von Carvergirl »

Ich finde auch, dass man mal für den Erhalt des SChneefernes sammeln könnte, vielleicht gibt es ja genug Geld, um eine oder zwei neue Planen zu kaufen...!
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snowflat
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Beitrag von snowflat »

Zugspitze: „Wir zögern die Gletscherschmelze hinaus“

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^^ Zugspitze: Pflöcke gegen die Gletscherschmelze einschlagen

04. Mai 2007

Herr Huber, seit Donnerstag bedecken Sie und etwa 20 Kollegen von der Bayerischen Zugspitzbahn Bergbahn AG Gletscherflächen der Zuspitze mit Planen. Hat das wirklich Sinn?
Ja. Es dient vorrangig den Skifahrern und dem Tourismus. Wir legen den Winter über Schneedepots an. Das ist Bestandteil unseres Snowfarmings. Wir bestellen die Schneeflächen wie ein Bauer seine Felder. Und mit den Folien können wir den Schnee vor der Sonne schützen und die Depots für die nächste Skisaison erhalten. In diesem Jahr haben wir wegen des heißen Aprils früher als sonst begonnen, die Folien auszulegen. Sie werden etwa 9000 Quadratmeter Gletscherfläche bedecken.

Die Folien haben also lediglich wirtschaftliche Gründe und dienen nicht dem Erhalt des Gletschers?
Letztlich wollen wir sicherstellen, dass der Skibetrieb aufrechterhalten werden kann. Aber wir denken nicht nur an die Wirtschaftlichkeit des Skigebiets, sondern auf lange Sicht auch an den Gletscher. Wir leben von dem Gletscher und wollen ihn natürlich so sanft wie möglich behandeln, um das Skigebiet zu erhalten.

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^^ Mit vereinten Kräften verlegen Mitarbeiter der Zugspitzbahn Folien auf dem Gletscher

Dennoch können Sie nicht verhindern, dass der Gletscher schmilzt?
Wir können mit unseren Folien die globale Klimaveränderung und die Erderwärmung nicht aufhalten. Den Gletscher können wir nicht retten. Er wird eines Tages verschwunden sein. Aber wir können es zumindest hinauszögern. Wir versuchen, den Gletscher in seiner vorhandenen Form zu halten, indem wir den Schnee konservieren.

Ist die Arbeit in dieser Hinsicht nicht ziemlich frustrierend? Schließlich war der Gletscher im Jahr 1910 noch 85 Meter dick, heute sind es gerade 45 Meter.
Ich habe eine sehr emotionale Bindung zum Gletscher. Ich bin nun seit 24 Jahren hier tätig und lebe mit dem Gletscher. Ich sehe den Gletscher dahinschmelzen. Das ist Natur. Mir blutet das Herz, wenn ich daran denke, dass die Kinder meiner Kinder vielleicht keinen Gletscher mehr sehen können.

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^^ Die reflektierenden Folien sollen die Schmelze verlangsamen

Also ein verlorener Kampf?
Ach, naja. In meiner Brust schlagen zwei Herzen. Eines, das blutet, und eines, das an das Skigebiet denkt. Ich bin schließlich selbst Skifahrer. Und der Skibetrieb muss von Jahr zu Jahr aufs Neue geplant werden. Das Snowfarming macht meinen Job interessant. Erst im Herbst sehen wir, ob wir die richtigen Stellen abgedeckt haben. Dann wissen wir, ob sich der Aufwand gelohnt hat.

Was heißt gelohnt?
Wenn wir einen Jahrhundertsommer bekommen, dann kann es passieren, dass der ganze Aufwand sich nicht lohnt. Da steckt viel Energie drin. Das sind nicht nur die Folien, sondern wir arbeiten vom ersten Tag des Skibetriebs bis zum letzten Tag am Snowfarming.

Bild
^^ Skigebiet-Leiter Frank Huber

Sind denn die Folien überhaupt erforderlich, oder ist es im Endeffekt nur Verschwendung?
Wenn ich Skifahren für etwas Überflüssiges halte, dann ist es Verschwendung. Aber an unserer Arbeit hängen auch viele Arbeitsplätze, die wir sichern können.

Aber die hängen doch nicht von den Folien ab?
Nein, nicht direkt. Wenn ich weiß, ich kriege im Herbst zwei Meter Schnee, dann wären die Folien umsonst. Aber das kann ich nun einmal nicht wissen.

Bild
^^ Vor allem die Skipiste wird abgedeckt, den Helfern geht es in erster Linie um den Tourismus

Wie ist denn die Idee entstanden, den Gletscher flächenweise mit Planen abzudecken?
Das machen wir nun schon seit 14 Jahren. Damals haben wir angesichts des kleiner werdenden Gletschers überlegt, was wir tun können, um den Skibetrieb zu gewährleisten. Die Idee war, Schneedepots anzulegen und diese den Sommer über zu erhalten. Wir haben dann ganz klein angefangen, die Folien einzusetzen, und so ging es immer weiter.

Wie lange wird, auch mit Hilfe der Folien, der Skibetrieb auf den Gletscherflächen noch möglich sein?
Zumindest die nächsten zehn Jahre. Was dann ist, das kann niemand vorhersagen.

Die Fragen stellte Philip Eppelsheim


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^^ Ob sich die Mühe gelohnt hat, zeigt sich erst im Herbst

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^^ Schon seit 14 Jahren wird versucht, die Schmelze aufzuhalten - mit mäßigem Erfolg

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^^ Die Umweltforschungsstation Schneefernerhaus auf der Zugspitze: Die Gletscherdecke hat sich seit 1910 nahezu halbiert

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^^ Dass der Gletscher einmal vollkommen verschwinden könnte, können sich die meisten Helfer kaum vorstellen

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Bayerische Zugspitzbahnen, ddp, REUTERS
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Beitrag von jefflifts »

8O Wie viel Schnee ham die den noch? Bei de eiem Bld guckt ja grad noch so der Mast raus
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snowflat
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Beitrag von snowflat »

jefflifts hat geschrieben:8O Wie viel Schnee ham die den noch? Bei de eiem Bld guckt ja grad noch so der Mast raus
Das was Du wohl meist ist bereits das Depot, das sie angelegt haben ...
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Beitrag von Stani »

jwahl hat geschrieben:
snowotz hat geschrieben:Da sollte dringend eine Ausnahmeregelung gemacht werden, denn Gletscherschutz ist ja schließlich auch Naturschutz! :evil:
Wieso ist Gletscherschutz Naturschutz? Was hat das für Auswirkungen, wenn ein Gletscher abschmilzt? Manchmal frage ich mich, ob man nicht einfach die Natur walten lassen sollte...

Jakob
1. Gletscher sind wichtige Wasserreservoirs, damit spielen sie eine bedeutende Rolle (Trinkwasser bzw Wasserversorgung für die Landwirtschaft).

2. Albedo, damit haben sie ein "Kühleffekt" für unsere Klima


3. Murgänge, besonders nach einem Gewitter/Unwetter, wo große Wassermengen abkommen

etc

zum Thema Zugspitze

also sie werden dort 9000 m2 abdecken, was für die gesamte Gletscheroberfläche des nördlichen Schneeferners (360 000 m2) ziemlich gering ist
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stivo
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Beitrag von stivo »

Das ist wirklich gering. In einem anderen Topic habe ich auch schon geschrieben, dass allein ein Abdecken der Lifttrassen schon 8000m² Fläche beanspruchen würde (800m lang, 2,5m breit bei 4 Liften).
Bei solch einem kleinen Gletscher sollte man noch viel mehr abdecken.

Wieso verwendet man eigentlich an der Zugspitze LKW Planen und nicht irgendwelchen Flies wie es andere Gebiete auch machen? Die Planen sind ja wahrscheinlich nicht schlecht und erfüllen ihren Zweck, aber trotzdem könnte man noch schauen, dass man vielleicht ganz weiße Planen verwendet, was hier bei manchen nicht der Fall ist.

Kann man den konservierten Schnee eigentlich im Herbst so einfach verteilen? An der Bergstation der Gletscherseelifte, wo schon seit Jahren abgedeckt wird, entsteht inzwischen ein richtiger Berg und zwischen dem nicht abgedeckten Bereich und dem abgedeckten Bereich gibt es doch schon eine ziemlich heftige Kante!?
Rob
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Beitrag von Rob »

stivo hat geschrieben:Wieso verwendet man eigentlich an der Zugspitze LKW Planen und nicht irgendwelchen Flies wie es andere Gebiete auch machen? Die Planen sind ja wahrscheinlich nicht schlecht und erfüllen ihren Zweck, aber trotzdem könnte man noch schauen, dass man vielleicht ganz weiße Planen verwendet, was hier bei manchen nicht der Fall ist.
Ich habe mich auch schon gewundert warum die Planen so schmutzig grau sind, voellig weisse Planen werden doch viel mehr bringen??
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720°
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Beitrag von 720° »

soviel ich weiss sind diese weissen Vlies Planen, nicht "irgendwelche" Planen, sondern ein Spezialvlies der recht teuer ist! Das könnte vielleicht die Erklörung sein warum man auf der Zugspitze auf ein anderes Produkt setzt?

Also eine Spendenaktion für Zugspitz-planen würde ich sofort unterstützen. Man könnte ja auch die Planen als Werbeflächen vermieten. Der Spender bekommt als Dankeschön sein Firmenlogo auf die Planen gedruckt, quasi als überdimensionale Werbefläche :lol: Dann hätten auch die Ökoaktivisten eine Sommerbeschäftigung und ordentlich was zu meckern... ich erinnere mal an die geplante Werbeaktion von Milka.
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noisi
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Beitrag von noisi »

Ich meine das hat es schonmal gegeben an irgendeinem Gletscher in Österreich, daran beteiligt war eine Zahncremefirma. Die Matten wurden zwar ausgerollt, später aber wieder entfernt weils verboten wurde (soweit ich mich erinnern kann zumindest).

Warum wird eigentlich gerade der Gletscherseelift abgedeckt und nicht irgendwo anders?
Carvergirl
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Beitrag von Carvergirl »

Wo würdest du denn abdecken?

Am Gletschersee ist der meiste Schnee vorhanden, und am Schneefernerkopf wurden letzten Sommer viele Steine entfernt!
Bis Weihnachten nur selten online.

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