Denkmalschutzwürdige Schweizer Bergbahnen

Lost Places im Schnee: Historische Seilbahnen, geschlossene Skigebiete (LSAP) und die Geschichte alter Liftanlagen in den Alpen.
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Chasseral
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Beitrag von Chasseral »

Ich nehme die Weissenstein-Diskussion nochmals hier auf, denn im Neuheiten-Topic ist sie auf jeden Fall OT.

Ich kann die von Hägar geäussterten Bedenken nachvollziehen und verstehe die Beamten beim BAV sehr gut, dass sie bei den Auflagen für historische Anlagen keine grossen Zugeständnisse machen können. Die haben wie erwähnt sicherlich bereits jetzt gewisse Haftungsrisiken aufgrund der laufend gewährten Ausnahmen.

Dennoch ist aus meiner Sicht eine Lösung denkbar, die alle Beteiligten zufriedenstellt. Nehmen wir als Beispiel, dass sich ein Verein gründet, der die Gumenbahn museal betreiben will. Aus meiner Branche kenne ich das Prinzip, dass von technischen Vorschriften abgewichen werden kann, wenn das Ziel der Vorschriften - nämlich die Sicherheit - auf andere Art und Weise sichergestellt wird. Ein Verein hat ja die Eigenart, dass da unheimlich viele Leute gerne und mit Engagement zu Werke gehen. Es könnte daher machbar sein, in gewissem Umfang Technik durch Menschen zu ersetzten. Im Extremfall würde das so aussehen:

An den 10 Betriebswochenenden im Sommer würde an jeder Stütze und an jeder Stationsausfahrt ein Vereinsmitglied stehen, ausgerüstet mit einem speziellen Funkgerät, das die Befehle "Not-Aus" (für den Fall einer Entgleisung) und "sanfte Verzögerung bis zum Stillstand" (bei Klemmenrutschen) übertragen kann. Ausserdem würde ich seitens BAV die Betriebsgeschwindigkeit auf 1,8 m/s reduzieren. Das erhöht die Sicherheit und stört die Fahrgäste nicht, da die ja mit einer Museumsbahn nicht möglichst schnell oben sein wollen, sondern möglichst lange damit fahren wollen. Wenn das ganze dann noch ohne Zustupf vom Staat erfolgt, dann können doch alle zufrieden sein:
- Das BAV, weil die Sicherheit durch Auflagen hergestellt ist und weil der Anspruch des Übertragens auf neuere Bahnen ausgeschlossen ist.
- Die Skifahrer, weil sie diese Bahn überhaupt nicht interessieren muss - sie läuft nicht mehr im Winter und ist nicht Bestandteil des Skigebietes.
- Die Freunde historischer Bahnen, weil dieses Kulturdenkmal erhalten bleibt.
- Der Steuerzahler, weil es ihn nicht belastet.

Voraussetzung ist natürlich, dass sich ein paar hundert Enthusiasten finden, die Bereit sind, ihre Freizeit und ihr Geld in das Projekt zu stecken. Wenn der Zuspruch nur halb so gross ist wie bei der DFB, dann sollte das klappen. :wink:

Ob mein Szenario realistisch ist was das BAV betrifft, kann ich als Laie nicht beurteilen, aber dieses Szenario wäre aus meiner Sicht das einzig denkbare, das zum Erhalt einer solchen Bahn führen könnte.
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Pilatus
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Beitrag von Pilatus »

^^ Nur dass vermutlich die Stützenbewacher einschlafen würden weil zu 99.999% nichts passiert :wink:

Ich weis trotzdem nicht, ob das BAV das zulassen würde. Das Problem ist vorallem, dass die Bahn an modernen Massstäben gemessen wird, die Stützenaktion würde den Schreibtischseilbahner eher noch mehr zur Überzeugung bringen, dass es sich um eine gefährliche Bahn handelt.
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Jens
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Beitrag von Jens »

Da möchte ich den mal sehen, der angesichts aktueller Vrokommnisse eine Entscheidung für ein solches Vorgehen treffen würde, wie Chasseral es beschrieben hat. Derjenige würde jetzt schon mit einem Bein im Knast stehen.
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