Quelle: har/rtr/dpa/apGOTTHARD-AUTOBAHN: Experten sprengen riesigen Risiko-Felsen
Gut drei Wochen nach dem tödlichen Felssturz auf die Gotthard-Autobahn haben Schweizer Bergexperten einen weiteren gefährlichen Steinvorsprung gesprengt. Eine gewaltige Gerölllawine donnerte ins Tal. Die Nord-Süd-Achse durch die Alpen bleibt aber noch einige Tage blockiert.
Zürich/Gurtnellen - Nach der kontrollierten Explosion heute um 11 Uhr stürzte eine Gerölllawine aus rund 5500 Kubikmeter Gestein 700 Meter tief ins Reuss-Tal. Zahlreiche Schaulustige beobachteten die riesige Staubwolke. Experten hatten die Detonation fast drei Wochen lang vorbereitet und den Fels mit 1,5 Tonnen Sprengstoff präpariert. Bis zuletzt war unklar geblieben, ob bei der Explosion größere Felsbrocken die Straße beschädigen würden, dies war jetzt aber nicht der Fall. Nach ersten Einschätzungen verlief alles nach Plan.
Der Sprengstoff war mit Trichtern in 88 gebohrte Löcher direkt in den riesigen Felskopf gefüllt worden. Die Spezialisten mussten mit Hubschraubern zur Bohrstelle gebracht werden und ihre Arbeit angeseilt verrichten, da ein plötzlicher Abbruch des Felsens nicht ausgeschlossen werden konnte.
Die beliebte Urlaubsroute A2 samt dem Gotthard-Tunnel war Ende Mai gesperrt worden, nachdem bei einem Felssturz auf ein Auto zwei Deutsche ums Leben gekommen waren. Anschließend wurde die Autobahn kurzzeitig wieder für den Verkehr frei gegeben, aber nach weiteren kleineren Felsabgängen erneut gesperrt.
In den kommenden zwei Tagen wollen Geologen die freigesprengte Abbruchstelle untersuchen, um weitere Felsstürze auszuschließen. Ende Juni soll die Strecke wieder befahrbar sein.
Die A2 über den Gotthard ist wichtigste Nord-Süd-Achse der Schweiz, über die fast 80 Prozent des Transitverkehrs der Alpen rollt. Die Strecke im Kanton Uri wird täglich von durchschnittlich 20.000, in der Ferienzeit sogar von 40.000 Autos benutzt.
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^^ Gewaltige Detonation: Gut drei Wochen nach dem tödlichen Felssturz haben Schweizer Bergexperten einen anderen gefährlichen Steinvorsprung gesprengt
^^ Kontrollierte Gerölllawine: 5500 Kubikmeter Gestein donnerten ins Tal