Die große Klima-Diskussion

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Spezialwidde
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von Spezialwidde »

Petz hat geschrieben: 03.01.2025 - 10:05 Zumindest hat sich bei mir noch kein Kühlschrank vorgestellt der über ein variabel temperaturgesteuertes Expansionsventil verfügte - auch keine Autoklima mit einem solchen und ich hab im Lauf der Zeit doch etliche im Bekanntenkreis ausgemusterte Kühlschränke zerlegt um entweder meinen Kältemittelvorrat aufzufüllen und/oder weil ich den noch funktionierenden Kompressor für andere Zwecke brauchte.
Ein einfacher Kühlschrank hat natürlich kein thermostatisches Expansionsventil aber ein Kapillarrohr. Das hat eine selbsttätige Regelfunktion wenn man es so anordnet dass ein Teil davon durchs Saugrohr koaxial geführt wird. Ist bei jedem Kühlschrank den ich so kenne so gelöst. Du erinnerst dich vielleicht noch an ältere Kühlschränke bei denen man die Verdampferplatte noch sehen konnte, da schien es so als käme da nur ein Rohr rein. Das ist das Saugrohr, die Kapillare verläuft unsichtbar drinnen und endet an einer Quetschstelle, da wird eingespritzt. Ich will nicht zu sehr ins Detail gehen aber ab der Srecke wo im Rohr das Sieden beginnt und sich Dampfblasen bilden erzeugt das Kapillarrohr einen nennenswerten Strömungswiderstand und die gewünschte Drosselwirkung. Je länger diese Siedestrecke ist desto größer der Strömungswiderstand was äquivalent eines sich öffnenden und schließenden Expansionsventils ist. Je weiter hinten das passiert desto mehr Kältemittel lässt es also durch. Der Siedebereich innerhalb der Kapillare verschiebt sich dann im Betrieb durch Druck- und Temperaturänderungen so dass eine Selbstregulation erfolgt. Deswegen auch Kapillare, sonst könnte man auch eine einfache Einspritzdüse bzw Rohrverengung benutzen.
Bei der Autoklima muss ich dich leider ganz enttäuschen, die haben so gut wie alle ein TEV in Verbindung mit sauggasdruckgeregelten Kompressoren, anders könnten die riesig schwankenden Betriebsparameter gar nicht ausgeregelt werden. Das Expansionsventil befindet sich in der Regel im Anschlussblock vom Verdampfer integriert, man kann es schlichtweg nicht sehen.
Natürlich funktioniert das nur in einem recht engen Betriebsbereich, deswegen steht in der Bedienungsanleitung dann auch dass ein solcher Kühlschrank nur zwischen 15 und 32°C richtig funktioniert.
Nochmal zur Füllmenge: Ich hab mir mal die Mühe gemacht nachzuschauen: Bis 2015 galt eine (teure) jährliche Prüfpflicht ab einer Füllmenge von 3 Kg HFKW unabhängig von der Art. Also ist deine Füllmenge von 5 Kg zumindest für mich (zu) viel, Kompaktwärmepumpen schaffen es in der Regel mit 1-2Kg und entgehen diesen Folgekosten damit :) Nach den neues Bestimmungen gelten die Grenzen fürs CO2 Äquivalent. Ab 5 Tonnen gilt nun die jährliche Pflicht. Gehen wir mal von R410A aus (damals das Universalkältemittel für Klimaanlagen und Wärmepumpen) mit GWP 3922 sind es nun nichtmal mehr 2 Kilo Füllmenge. Selbst für das aktuelle R32 mit GWP 675 liegt die Grenze bei 7,4, dafür brauchst du aufgrund der thermodynamischen Eigenschaften etwa die anderthalbfache Füllmenge. Also auch schon ziemlich knapp. Jetzt kommst du :D
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Petz
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von Petz »

Spezialwidde hat geschrieben: 03.01.2025 - 10:43Jetzt kommst du :D
Deinen Erläuterungen der offiziellen Regeln ist nichts hinzuzufügen.
Die Kapillarrohrexpansionsventilvariante läuft für mich aber nicht unter "geregelt" da dort nur die gerade aktuell einwirkenden Temperaturverhältnisse den Durchfluß bestimmen.
Die alte Anlage hab ich damals schon mit R600a betrieben (Idee geklaut vom ehemaligen höchst innovativen DDR - Kühlschrankwerk Foron Scharfenstein), dies nicht nur aus Verfügbarkeits-, und Kostengründen des Kältemittels sondern auch deshalb, weil man sich spezielles Kompressorenöl spart sondern mit vorbehandeltem (sprich hochvakuumentfeuchteten) 0815 - Motoröl im Kältekreislauf arbeiten kann.

Es geistert mir auch noch die Idee im Kopf, den Kältemittelkreislauf der aktuellen Luft-Luft WP zwischen Verdampfer und Verdichter aufzutrennen und dort die immer noch vorhandene Erdspirale mit entsprechend erhöhter Kältemittelfüllung einzubinden weil dies den Wirkungsgrad gerade an sehr kalten Tagen noch deutlich verbessern müsste.
Petz setzt seine Aktivitäten mit Ende Juni 2020 stark zurück. Ich bleibe aber bis auf weiteres in Ausnahmefällen und per PN für Fragen, Hilfe beim Modellbau etc. noch aktiv.
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von Spezialwidde »

Petz hat geschrieben: 03.01.2025 - 13:34 Die alte Anlage hab ich damals schon mit R600a betrieben
Da würde ich aber auf jeden Fall R290 (Propan) nehmen, bei R600a kommst du beim Verdampfen unter den Atmosphärendruck. Falls es da mal ein Leck geben sollte zieht es Luftsauerstoff rein. Das will man bestimmt nicht! Bei den paar Gramm Gas im Kühlschrank ist die potenzielle Sprengkraft überschaubar aber bei Wärmepumpen würd ich das echt lassen.
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Petz
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von Petz »

Butan bevorzugte ich deshalb weil ich beim tiefliegenden Erdverdampfer nicht von stärkeren Minusgraden ausging und ich mir mit Butan einen besseren Wirkungsgrad versprach. Es gab am aus der Erde hochführenden Kältemittelleitungsteil auch nie einen Reif-, bzw. Eisbesatz.

Die von mir weiter oben schonmal verlinkten hocheffizienten Luft/Wasser WP´s nutzen Propangas als Kältemittel (ich stehe in keinerlei Beziehung zu dem Unternehmen):

https://lambda-wp.at/wp-content/uploads ... ureka_.pdf

Dieser Anlagentyp steht so wie meine alte ebenfalls komplett im Freien und nur der Wasserkreislauf führt ins Haus. Ich habe damals die theoretische Kältemittelübertrittsproblematik in den Wasserkreislauf bei Wärmetauscherversagen durch ein Überdruckventil im Wasserkreislauf gelöst das bei 1,5 bar ins Freie abbläst.
Petz setzt seine Aktivitäten mit Ende Juni 2020 stark zurück. Ich bleibe aber bis auf weiteres in Ausnahmefällen und per PN für Fragen, Hilfe beim Modellbau etc. noch aktiv.
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von gernot »

lesenswert!

wird leider noch massive Probleme machen

https://www.tuwien.at/tu-wien/aktuelles ... ochwasser/
bzw.
https://www.nature.com/articles/s41586-025-08647-2
Zusammenfassung

Es wird erwartet, dass der Klimawandel zu einer Zunahme von Starkniederschlägen und damit auch von Überschwemmungen führen wird1.
Zu den Ursachen für die Zunahme von Starkniederschlägen gehören die höhere Wasserspeicherkapazität einer wärmeren Atmosphäre und Veränderungen der atmosphärischen Zirkulationsmuster2, was in Zukunft zu einer Zunahme von Starkniederschlägen in den meisten Teilen Europas führen könnte3.
Die Erfassung der zeitlichen Entwicklung vergangener Veränderungen wurde jedoch durch Datenbeschränkungen und Messunsicherheiten erschwert, insbesondere bei kurzen Niederschlagsdauern wie 1 Stunde.
Hier zeigen wir einen Anstieg der täglichen Starkniederschläge um 8 % und der stündlichen Starkniederschläge um 15 % in den letzten vier Jahrzehnten, indem wir einen neuen Datensatz mit 883 Stationen in Österreich von 1900 bis 2023 analysieren.
Diese Zunahmen sind zwischen zwei unabhängigen Netzwerken völlig konsistent und traten nach einer Abschwächungsphase zwischen 1960 und 1980 auf.
Die Veränderungen bei den stündlichen Starkniederschlägen sind an den Temperaturanstieg angepasst, mit einer Empfindlichkeit von 7 % pro 1 °C Erwärmung, in Übereinstimmung mit der Clausius-Clapeyron-Skalierung.
Die Veränderungen der täglichen Starkniederschläge sind jedoch an den Indizes der atmosphärischen Zirkulation ausgerichtet und weisen nur eine geringe Korrelation mit der Lufttemperatur auf, was auf eine größere Rolle der atmosphärischen Zirkulationsmodi hindeutet als bisher angenommen.
Die täglichen Änderungen der Starkniederschläge stimmen in bemerkenswerter Weise mit dem beobachteten Anstieg der Überschwemmungen um etwa 8 % in großen Einzugsgebieten überein.
Die Veränderungen bei den stündlichen Starkregenereignissen stimmen in ähnlicher Weise mit den Veränderungen bei den Hochwasserereignissen in kleinen Einzugsgebieten überein, auch wenn die Hochwasserzunahme stärker ist (25 % in den letzten vier Jahrzehnten).
Maßnahmen zur Klimaanpassung beim Hochwassermanagement könnten daher für Flüsse, die kleinere Einzugsgebiete entwässern, dringlicher sein als für große Flüsse.

Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)
Der letzte Satz wurde letztes Jahr (leider) vom Hochwasser in NÖ bestätigt
zonk
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von zonk »

Kapillarrohrexpansionsventilvariante

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Tyrolens
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von Tyrolens »

gernot hat geschrieben: 14.03.2025 - 08:10 Der letzte Satz wurde letztes Jahr (leider) vom Hochwasser in NÖ bestätigt
Ja, leider hat sich das in den letzten Jahren noch mal deutlich verschärft, sodass zb sogar eine an sich sehr gut geschützte Region wie Tirol heute keinen ausreichenden Hochwasserschutz mehr hat.



Wie sich Top Destinationen an den Klimawandel anpassen:

https://www.spiegel.de/ausland/wintersp ... b6b60ad2ec
MarcB96
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von MarcB96 »

gernot hat geschrieben: 14.03.2025 - 08:10 lesenswert!

wird leider noch massive Probleme machen

https://www.tuwien.at/tu-wien/aktuelles ... ochwasser/
bzw.
https://www.nature.com/articles/s41586-025-08647-2
Zusammenfassung

Es wird erwartet, dass der Klimawandel zu einer Zunahme von Starkniederschlägen und damit auch von Überschwemmungen führen wird1.
Zu den Ursachen für die Zunahme von Starkniederschlägen gehören die höhere Wasserspeicherkapazität einer wärmeren Atmosphäre und Veränderungen der atmosphärischen Zirkulationsmuster2, was in Zukunft zu einer Zunahme von Starkniederschlägen in den meisten Teilen Europas führen könnte3.
Die Erfassung der zeitlichen Entwicklung vergangener Veränderungen wurde jedoch durch Datenbeschränkungen und Messunsicherheiten erschwert, insbesondere bei kurzen Niederschlagsdauern wie 1 Stunde.
Hier zeigen wir einen Anstieg der täglichen Starkniederschläge um 8 % und der stündlichen Starkniederschläge um 15 % in den letzten vier Jahrzehnten, indem wir einen neuen Datensatz mit 883 Stationen in Österreich von 1900 bis 2023 analysieren.
Diese Zunahmen sind zwischen zwei unabhängigen Netzwerken völlig konsistent und traten nach einer Abschwächungsphase zwischen 1960 und 1980 auf.
Die Veränderungen bei den stündlichen Starkniederschlägen sind an den Temperaturanstieg angepasst, mit einer Empfindlichkeit von 7 % pro 1 °C Erwärmung, in Übereinstimmung mit der Clausius-Clapeyron-Skalierung.
Die Veränderungen der täglichen Starkniederschläge sind jedoch an den Indizes der atmosphärischen Zirkulation ausgerichtet und weisen nur eine geringe Korrelation mit der Lufttemperatur auf, was auf eine größere Rolle der atmosphärischen Zirkulationsmodi hindeutet als bisher angenommen.
Die täglichen Änderungen der Starkniederschläge stimmen in bemerkenswerter Weise mit dem beobachteten Anstieg der Überschwemmungen um etwa 8 % in großen Einzugsgebieten überein.
Die Veränderungen bei den stündlichen Starkregenereignissen stimmen in ähnlicher Weise mit den Veränderungen bei den Hochwasserereignissen in kleinen Einzugsgebieten überein, auch wenn die Hochwasserzunahme stärker ist (25 % in den letzten vier Jahrzehnten).
Maßnahmen zur Klimaanpassung beim Hochwassermanagement könnten daher für Flüsse, die kleinere Einzugsgebiete entwässern, dringlicher sein als für große Flüsse.

Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)
Der letzte Satz wurde letztes Jahr (leider) vom Hochwasser in NÖ bestätigt
Ist leider keine Überraschung, wenn sich tendenziell durch die höheren Temperaturen in hohen Luftschichten die Höhenwinde immer weiter abschwächen.
Das wird gerade für Alle, die an kleineren Bächen wohnen, in den nächsten Jahren ziemlich lustig werden. Weil die wird man noch viel weniger auf dem Schirm haben als Flüsse.
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von Emilius3557 »

Hier mal eine (relativ kurzfristige) Veranstaltungsankündigung zum Thema "Skitourismus und Klimawandel" (aber auch andere Einflussfaktoren), auf die ich zufällig gestoßen bin und die v.a. für Mitglieder aus München/dem Münchner Umland vielleicht von Interesse ist:

https://tourismus.hm.edu/aktuelles/vera ... 80.de.html
Veranstaltung
Zukunft des Skitourismus

10.04.2025 18:30 Uhr

„Skitourismus im Wandel - Zwischen Boom und Klimakrise“

Historisch haben viele Destinationen in Mittelgebirgen und den Alpen den Wintertourismus entlang des Skisports entwickelt: Alpinski und Langlauf waren der Mittelpunkt des Winterproduktes. Doch stehen viele dieser Destinationen vor Herausforderungen: Klimawandel, demographischer Wandel, veränderter Wettbewerb sowie ein sich wandelndes Reiseverhalten im Winter. Dies führt zur Frage, wie traditionelle Winterdestinationen auf diese Veränderungen reagieren können, um sich für die Zukunft wettbewerbsfähig und krisensicher auszurichten.

Am 10. April um 18:30 Uhr laden wir Sie zu Impulsreferaten und anschließender Diskussion ein. Mit unserer Referentin und unseren Referenten möchten wir verschiedene Perspektiven auf die Herausforderungen und Lösungsansätze einnehmen sowie diese mit Ihnen austauschen.

Unsere Gäste sind:
- Univ. Prof. Dr. Ulrike Pröbstl-Haider (Institut für Landschaftsentwicklung, Erholungs- und Naturschutzplanung, BOKU Wien)
- Thomas Aichner (Geschäftsführer der Ski- und Radverleihkette Rent a Sport, Südtirol)
- Simon Guggi (Leiter Marketing und Nachhaltigkeit der Snow Space Salzburg Bergbahnen AG)
- Dominik Prantl (freier Journalist: publiziert seit vielen Jahren zu Themen des alpinen Tourismus unter anderem in der Süddeutschen Zeitung)

Wir freuen uns zusammen mit allen Wintersport- und Berggebietsfreunden sowie Touristikern der Mittelgebirge und Alpen auf einen spannenden Austausch!
Standort ist die Fakultät für Tourismus der Hochschule München in München-Neuhausen (gut erreichbar per U1 Maillingerstr. oder Trambahn Hochschule/Lothstr.).
Man muss sich anmelden, dazu gibt es im obigen Link einen weiteren.
Besinnung auf die Kernkompetenzen - altbewährte Dummschwätzerei...

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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von snowflat »

Das Expertenforum „Klima.Sport.Schnee“ hat in einem Positionspapier die Auswirkungen der Klimakrise auf den Winter- und Bergsport beleuchtet. Die Erwärmung und die damit verbundenen Veränderungen stellen eine Herausforderung für die Tourismusbranche dar. Diese müsse sich aktiv an Klimaschutzmaßnahmen beteiligen, hieß es.
Quelle: Klimakrise bedroht Winter- und Bergsport
Kanada - 29.01.2017 bis 10.02.2017
Du kannst Dir Glück nicht kaufen. Aber Du kannst skifahren gehen und das ist ziemlich dasselbe!
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von NeusserGletscher »

Expertenforum. Hat jemand in dem Artikel etwas grundlegend neues gefunden, was wir bislang nicht schon wussten?
Welche Ursachen hat die stärkere Klimaerwärmung der mitteleuropäischen Gebirgsräume und weiterer Teile Europas im Vergleich zum globalen Trend?
Die Erklärung hätte mich auch interessiert.
Die Zunahme der Temperatur betrifft alle Jahreszeiten und ist weiterhin im Alpenraum und weiten Teilen Europas deutlich stärker ausgeprägt als im globalen Mittel.
LOL. Die Erde ist zu 70% mit Wasser bedeckt. Jedes Kind lernt in der Grundschule, dass sich Land schneller erwärmt als Wasser. Die Aussage "die Zunahme der Temperatur über einer Landfläche XYZ ist stärker als im globalen Mittel" trifft auf nahezu jeden Kontinent der Erde zu. Und für so eine Banalität braucht es ein mit Doktoren und Professoren besetztes Expertenforum?

Die vermutlich sachlich zutreffendere Fragestellung wäre, ob sich Europa schneller erwärmt als andere Kontinente. Dass sich die Alpen schneller erwärmen als das platte Land, ergibt sich aus dem Umstand, dass mit dem Abschmelzen der Gletscher die reflektierende Eisschicht abnimmt und gleichzeitig der freigelegte Fels sich erwärmt. Was auf einen sich selbst verstärkenden Effekt hinaus laufen sollte.
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von TONI_B »

Hast du nur den Artikel gelesen oder auch das Positionspapier?

Dort wird schon detaillierter auf die Probleme eingegangen!

Zudem haben Forscher immer das Problem, dass sie ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse der breiten Masse verständlichen erklären müssen, denn eine wissenschaftliche Publikation liest ja keiner bzw. hätte er sehr wahrscheinlich Probleme mit dem Verstehen.

Leuten, wie dir, sei empfohlen sich diese Publikationen zu besorgen - dort findest du die Antworten bzw. die Bestätigung oder auch nicht für deine eigene "Expertenmeinung".
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von NeusserGletscher »

TONI_B hat geschrieben: 03.07.2025 - 09:07 Hast du nur den Artikel gelesen oder auch das Positionspapier?
Hast Du denn das Positionspapier gelesen? Die Ziate stammen allesamt aus dem Positionspapier.
TONI_B hat geschrieben: 03.07.2025 - 09:07 Leuten, wie dir, sei empfohlen sich diese Publikationen zu besorgen - dort findest du die Antworten bzw. die Bestätigung oder auch nicht für deine eigene "Expertenmeinung".
Solche oberlehrerhaften Ratschläge sind für eine sachliche Diskussion eine echte Bereicherung.

Ich interpretiere dies mal als Bestätigung meiner Kritik an dem Positionspapier. Denn wenn ich inhaltlich falsch läge, sollte es Dir ja leicht fallen, meine Aussagen zu widerlegen.
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von TONI_B »

NeusserGletscher hat geschrieben: 04.07.2025 - 23:48Hast Du denn das Positionspapier gelesen? Die Ziate stammen allesamt aus dem Positionspapier.
Ja, aber deine Zitate sind halt sehr selektiv, damit du dich über die "Doktoren und Professoren" lustig machen kannst.
NeusserGletscher hat geschrieben: 04.07.2025 - 23:48Solche oberlehrerhaften Ratschläge sind für eine sachliche Diskussion eine echte Bereicherung.
Genau so wie deine, immer wiederkehrenden, Seitenhiebe auf die Wissenschaft.
NeusserGletscher hat geschrieben: 04.07.2025 - 23:48Ich interpretiere dies mal als Bestätigung meiner Kritik an dem Positionspapier. Denn wenn ich inhaltlich falsch läge, sollte es Dir ja leicht fallen, meine Aussagen zu widerlegen.
Wo habe ich geschrieben, dass deine Aussagen über den Anteil der Ozeane falsch wären? Es ging mir um deine unsachliche Kritik an den Experten.
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von Petz »

TONI_B hat geschrieben: 03.07.2025 - 09:07Dort wird schon detaillierter auf die Probleme eingegangen!
Aber ich muß Kollege Neusser Gletscher insoferne recht eben als das in dem Papier nix wirklich Neues drinsteht.
Und man kann noch 100 derartiger Publikationen in die Welt setzen solange das grundsätzliche Problem, daß klimawandelleugnenden Regierungen die Fakten am Allerwertesten vorbeigehen, nicht gelöst wird.
Das würde aber ein Sanktionsregime implizieren in dem die EU (und hoffentlich auch China das die Zeichen der Zeit trotz diktatorischem Regime ganz offensichtlich verstanden hat) ein Verbot des Inverkehrbringens für alle Güter erlässt, die nicht dem Stand der Technik entsprechend zunehmend Co2 - arm und final ab 2040 Co2 - neutral produziert werden. Ohne dieses haben wir nicht nur keine Chance die Klimaerwärmung zu stoppen sondern mindern unsere Wettbewerbsfähigkeit durch die erforderlichen Investitionen in Klimaschutzmaßnahmen. Die fehlen dann zwangsläufig andernorts und begünstigen dadurch indirekt auch noch die Wirtschaft genau jener Staaten die keine Maßnahmen erlassen.
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von NeusserGletscher »

TONI_B hat geschrieben: 05.07.2025 - 05:47
NeusserGletscher hat geschrieben: 04.07.2025 - 23:48Hast Du denn das Positionspapier gelesen? Die Ziate stammen allesamt aus dem Positionspapier.
Ja, aber deine Zitate sind halt sehr selektiv, damit du dich über die "Doktoren und Professoren" lustig machen kannst.
Es ist eine der Kernaussagen, die direkt in der Einleitung an erster Stelle zu dem Positionspapier steht. Offenbar war diese für die Verfasser so wichtig, dass sie selbst und nicht ich diese an vorderster Stelle positioniert haben.

Wenn jemand die Binsenweisheit, dass sich Landmassen schneller erwärmen als der Durchschnitt des Planeten, derartig heraus stellt ohne eine andere als die naheliegende Begründung zu liefern (und nicht einmal die), dann muss er auch den Spott ertragen. Übrigens erzählt man auf fast allen Kontinenten der Erde den Bewohnern seit über 10 Jahren, dass sich "ihr" Kontinent schneller erwärmt als der Durchschnitt. Such mal nach "XYZ warming faster than the global average", da findest Du nahezu alle Kontinente :lol:

Das ist eine genau so sinnfreie Feststellung wie "die Ostsee ist an der tiefsten Stelle tiefer als im Durchschnitt". Selbstverständlich ist dies so, denn das ist die Bedeutung von "Durchschnitt". Es ist nicht nötig, dies besonders heraus zu stellen.

Ich bezweifele ja nicht, dass es wärmer wird. Aber wenn von akademischer Seite in der Debatte um das Klima solchen Banalitäten und Allgemeinplätze bemüht werden, dann weckt dies bei mir Zweifel der anderen Art.
Petz hat geschrieben: 05.07.2025 - 07:29 ab 2040 Co2 - neutral
Das tragische daran ist, dass Deutschland nach 25 Jahren Energiewende und Kosten von bis zu einer Billion Euro seinen Strom im Vergleich mit Westeuropa am dreckigsten produziert - bei höchsten Kosten für private Haushalte und die Industrie. In der gesamten EU liegt Deutschland auf einem der hintersten Plätze, nur Länder wie Polen und Tschechien produzieren ihren Strom noch dreckiger. Versprochen wurde, dass der Strom sauber und gleichzeitig billiger wird. Offenbar haben unsere Nachbarn besser verstanden, wie das geht. Würde Deutschland seinen Strom genau so sauber produzieren wie die Schweiz, Frankreich, Österreich, Portugal, Spanien, Island, Belgien, Grönland oder Dänemark, dann könnte Deutschland bereits heute seine Klimaziele für 2045 erreichen. Die Energiepolitik der letzten 25 Jahre war nicht nur teuer, sondern klimaschädlich und dumm.

Der Zufall hat mich diesen Artikel im Spiegel aus dem Jahr 2004 finden lassen. Manche Äußerungen erscheinen in der Retrospektive geradezu prophetisch. Damals war der Spiegel halt noch nicht so missionarisch unterwegs wie heute.
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Petz
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von Petz »

NeusserGletscher hat geschrieben: 05.07.2025 - 10:11Würde Deutschland seinen Strom genau so sauber produzieren wie die Schweiz, Frankreich, Österreich, Portugal, Spanien, Island, Belgien, Grönland oder Dänemark, dann könnte Deutschland bereits heute seine Klimaziele für 2045 erreichen.
Der Vergleich hinkt aber wenn man ihn aus einem wirtschaftlich neutralen Blickpunkt betrachtete. Müssten nämlich die AKW - Betreiber ausnahmslos alle anfallenden Kosten der Endlagerung ihres radioaktiven Abfalls bis zum St. Nimmerleinstag auch selbst tragen anstelle sie der Allgemeinheit und somit auch noch zukünftigen Generationen aufzubürden, wäre Atomstrom schon heute absolut unverkäuflich.
Petz setzt seine Aktivitäten mit Ende Juni 2020 stark zurück. Ich bleibe aber bis auf weiteres in Ausnahmefällen und per PN für Fragen, Hilfe beim Modellbau etc. noch aktiv.

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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von NeusserGletscher »

Petz hat geschrieben: 05.07.2025 - 14:08
NeusserGletscher hat geschrieben: 05.07.2025 - 10:11Würde Deutschland seinen Strom genau so sauber produzieren wie die Schweiz, Frankreich, Österreich, Portugal, Spanien, Island, Belgien, Grönland oder Dänemark, dann könnte Deutschland bereits heute seine Klimaziele für 2045 erreichen.
Der Vergleich hinkt aber wenn man ihn aus einem wirtschaftlich neutralen Blickpunkt betrachtete. Müssten nämlich die AKW - Betreiber ausnahmslos alle anfallenden Kosten der Endlagerung ihres radioaktiven Abfalls bis zum St. Nimmerleinstag auch selbst tragen anstelle sie der Allgemeinheit und somit auch noch zukünftigen Generationen aufzubürden, wäre Atomstrom schon heute absolut unverkäuflich.
Weder Portugal, Dänemark, Island, Grönland noch Österreich nutzen Kernenergie zur Stromerzeugung. AKW gibt es unter den genannten Ländern lediglich in Frankreich, Spanien, der Schweiz und in Belgien.

Was hinkt da jetzt?

Abgesehen davon sollen AKW der vierten Generation weniger hochradioaktive Abfälle und insgesamt weniger Abfälle produzieren.

Bei der Betrachtung der Ewigkeitskosten gilt es halt abzuwägen. Atomabfälle verursachen Kosten. Das Klima an die Wand zu fahren aber ebenso wie die Wirtschaft an die Wand zu fahren.

Was sind die Alternativen? Als Binnenland haben wir nicht genug Wind, als Land nördlich der Alpen zu wenig und zu unplanbar Sonne. Geothermie scheidet auch weitgehend aus und Laufwasser ist auch nicht ausreichend vorhanden. Biomasse ist teuer und auch begrenzt. Mir fällt da ehrlich auch grad nichts zu ein.

Vielleicht würde es ja helfen, mal zu schauen, was andere Länder besser machen als Deutschland? Wenn nach 25 Jahren Deutschland bei der klimafreundlichen Stromerzeugung Schlußlicht ist, dann sollte man nicht einfach achselzuckend zur Tagesordnung über gehen. Leider weiß die Mehrheit der Deutschen nicht einmal, dass wir bei der Stromerzeugung die größten Klimasünder sind. Weil in der Summe die Nachrichten ein anderes, aber leider falsches Bild vermitteln.
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Petz
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von Petz »

NeusserGletscher hat geschrieben: 05.07.2025 - 15:44Weder Portugal, Dänemark, Island, Grönland noch Österreich nutzen Kernenergie zur Stromerzeugung. AKW gibt es unter den genannten Ländern lediglich in Frankreich, Spanien, der Schweiz und in Belgien.
Was hinkt da jetzt?
Völlig richtig aber Du lässt bei der Betrachtung die großen topografischen Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern außer Acht. Das man sich z. B. in den Gebirgsländern die Möglichkeit der Wasserkraft zunutze machte ist nicht einer politischen Weitsicht in der Vergangenheit, sondern der traditionellen Nutzung von den Mühlrädern angefangen geschuldet was uns z. B. hier in Österreich natürlich heute sehr zugute kommt. Allerdings muß man kritisch anmerken das die theoretischen Möglichkeiten der Wasserkraft nicht annähernd ausgeschöpft sind weil man seit jeher Kleinkraftwerksbetreibern (und ich kenne ein paar) gerne jeden Prügel zwischen die Füße wirft dem man habhaft werden kann. Dabei wären gerade dezentrale Energieversorger wichtig weil sie u. a. den Netzausbau ersparten; einige Gemeinden in DE haben die Zeichen der Zeit erkannt und bereits autarke Energieversorgungssysteme etabliert.
Ich halte von einer Weiternutzung oder Neuerrichtung von AKW´s beim aktuellen Stand der Technik (noch) nichts aber würde dafür plädieren, mit einer Endlagerung speziell der hochradioaktiven Abfälle unbedingt noch zuzuwarten weil es hoffnungsvolle Entwicklungen gibt, die zu einer erneuten Nutzung der darin vorhandenen Restenergie führen und den finalen Endlagerungsaufwand stark verringern könnten.
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von NeusserGletscher »

Petz hat geschrieben: 05.07.2025 - 19:39 Völlig richtig aber Du lässt bei der Betrachtung die großen topografischen Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern außer Acht.
Lustig. Ich würde eher behaupten, die Initiatoren dieser verkorksten Energiewende haben seinerzeit die topografischen Gegebenheiten in Deutschland völlig außer acht gelassen.
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von judyclt »

Petz hat geschrieben: 05.07.2025 - 19:39 Allerdings muß man kritisch anmerken das die theoretischen Möglichkeiten der Wasserkraft nicht annähernd ausgeschöpft sind weil man seit jeher Kleinkraftwerksbetreibern (und ich kenne ein paar) gerne jeden Prügel zwischen die Füße wirft dem man habhaft werden kann.
Da ist aus meiner Sicht leider was dran. Es ist ja nicht so, dass ständig zu wenig Strom da ist, sondern bei den Erneuerbaren sind die Schwankungen eben groß. Anstatt auf Teufel komm raus auch noch die Wälder zu verspargeln, täte man gut daran, sich mindestens ebenbürtig um Speichermöglichkeiten zu kümmern. Nicht falsch verstehen: Ich finde die Windenergie sinnvoll, obwohl ich die Teile selbst massenhaft in Sichtweite hab. Man gewöhnt sich dran und verdient gutes Geld damit, aber mit dem Aufstellen ist es halt nicht getan.
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von j-d-s »

Das mit dem Atommüll ist seit jeher eine Pseudodiskussion, weil man als allererstes immer die Prämisse aufstellt, dass jedes Land seinen Atommüll im eigenen Land endlagern muss. Überall anders ist man für internationale Kooperation, hier aber nicht, auch wenn es freilich gar keinen Sinn macht, weltweit über 50 Endlager zu errichten, wenn auch 5 große genügen würden.

Es gibt genug Gegenden in der Welt, die weitgehend menschenleer sind und für lange Zeit nicht betreten werden können, bspw. Atomwaffentestgebiete, und übrigens ist Müll aus der Atomwaffenproduktion um ein vielfaches radioaktiver als selbst hochradioaktiver Atommüll von Kraftwerken.

Und vor allem müssen wir sowieso bereits den Atommüll irgendwo endlagern, denn wir haben bereits welchen, und ob man jetzt zu dem eh schon vorhandenen dann in dem Endlager noch ein bisschen mehr hinbringt ist nun wirklich wenig relevant.
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von Petz »

@ Neusser Gletscher ; soviele Möglichkeiten zur Errichtung von Wasserkraft-, und/oder vor allem Pumpspeicherkraftwerken nötiger Kapazität gibt Deutschlands Landschaft aber zum Unterschied zu den Gebirgsländern wirklich nicht her.
judyclt hat geschrieben: 05.07.2025 - 23:08Es ist ja nicht so, dass ständig zu wenig Strom da ist, sondern bei den Erneuerbaren sind die Schwankungen eben groß. Anstatt auf Teufel komm raus auch noch die Wälder zu verspargeln, täte man gut daran, sich mindestens ebenbürtig um Speichermöglichkeiten zu kümmern.
Meiner Meinung nach fehlt es nicht nur gravierend am Ausbau von Speicherkapazitäten sondern nach wie vor auch deutlich an der entsprechenden Gesamtstrommenge denn wir sollten die aktuelle Chance nutzen uns jetzt endlich möglichst energieautark aufzustellen und in den Überschußzeiten der Erneuerbaren Wasserstoff bzw. Co2- neutrale Flüssigkraftstoffe erzeugen die man ja auch zur Energiepufferung nutzen kann. Sonst hätten wir weder aus der Ölkrise noch aus des Neozaren aktuellen Machtspielen irgendetwas gelernt.
@ j-d-s ; abgesehen davon das ich der Meinung bin das sich jedes Land um seinen Müll egal welcher Art gefälligst selbst zu kümmern hat, sehe ich in einer kumulierten Endlagerung ein deutlich größeres Risiko. Da braucht sich in einem dieser endlagerbetreibenden Länder dann nur ein Schurkenregime etablieren das hochradioaktive Abfälle in z. B. schmutzige Bomben füllt oder sie terroristischen Organisationen rüberwachsen lässt. Abgesehen davon machten sich jene Länder die ihren Abfall nicht selbst lagern, auch nicht nur von der Kostenseite her betrachtet gnadenlos erpreßbar, sondern verzichteten auch auf die Möglichkeit einer Nachnutzung/Reduktion in der Zukunft durch entsprechende Reaktorentwicklungen.
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von NeusserGletscher »

KI sagt:
Im EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) wurden Speicher zunächst nicht explizit vorgeschrieben, da der Fokus primär auf dem Ausbau der erneuerbaren Erzeugungsanlagen lag.
Speicher schmälern halt die Rendite. Da haben die Lobbyisten seinerzeit gut Arbeit geleistet. Sie sind aber dabei auch nicht auf großen Widerstand gestoßen.
Petz hat geschrieben: 06.07.2025 - 06:25 Meiner Meinung nach fehlt es nicht nur gravierend am Ausbau von Speicherkapazitäten sondern nach wie vor auch deutlich an der entsprechenden Gesamtstrommenge denn wir sollten die aktuelle Chance nutzen uns jetzt endlich möglichst energieautark aufzustellen
Die Notwendigkeit, daß volatile Energiequellen wie Sonne und Wind Unmengen an Speicherkapazität sowie Backups in Form konventioneller Kraftwerke sowie enorme Überpakazitäten auf der Erzeugerseite benötigen, haben viele bis heute nicht erkannt.

Sowohl Batteriespeicher als auch Windräder benötigen allerdings Rohstoffe, die wir auch nicht im Land in ausreichender Menge haben. Wir ersetzen damit eine Abhängigkeit durch eine andere. Von den Kosten, die am Ende auf den Strompreis umgelegt werden, gar nicht zu reden.
j-d-s hat geschrieben: 06.07.2025 - 04:19 Das mit dem Atommüll ist seit jeher eine Pseudodiskussion
Und wenn es nicht der Müll ist, dann sind es die Risiken eines Super-Gaus, Tsunamis oder was auch immer.

Die einzige technische Lösung, die derzeit in Deutschland funktioniert, wurde aus ideologischen Gründen abgeschaltet und eine Debatte über den Wiedereinstieg wird bis heute blockiert. Andere Länder diskutieren bereits über einen Ausstieg aus dem Ausstieg aus der Kernenergie. Deutschland ist der Geisterfahrer in der Energiepolitik, der glaubt, mit Sonne und Wind könne man nördlich der Alpen in einem Binnenland ohne beständig wehenden Seewind die Energieversorgung sicher stellen und alles zu bezahlbaren Kosten.

Wenn alle Stricke reißen argumentiert man mit virtuellem Wasserstoff, der irgendwo in Ländern nahe des Äquators aus Sonne und Wind produziert wird und dann hier in virtuellen Gaskraftwerken in Strom gewandelt wird. Nichts von dem existiert seit dem Start in die grüne Zukunft vor 25 Jahren bis heute in nennenswertem Umfang. Von den kommenden Kosten und dem Ressourcenverbrauch einmal ganz zu schweigen.

Genau wegen der Kosten hat das norwegische Unternehmen Equinor das 2022 ins Leben gerufene Projekt einer Pipeline für blauen Wasserstoff 2024 gestoppt. Gaskraftwerke benötigen exotische Metalle, denn die Turbinen sind hohen Belastungen ausgesetzt. Auch diese müssen importiert werden. Es gibt wegen der Schwankungen in der Nachfrage in den letzten 20 Jahren heuer nur noch drei Hersteller, deren Auftragsbücher voll sind. Und Habecks Batteriefabrik hat grad mit ihrer Pleite 600 Steuermillionen mit in der Insolvenz versenkt.


Ich finde es immer drollig, wenn Gegner der Nutzung von Kernenergie mit dem fehlenden Enlager argumentieren (was sie selber seit Jahrzehnten verhindern). Aber die ganzen Luftschlösser bei der Nutzung von Sonne und Wind völlig ausblenden.


Um die Gegenwart zu vestehen, muss man die Vergangenheit kennen. Vor 25 Jahren hat man den Deutschen erzählt, man könne die komplette Energieversogung zu geringeren Kosten (einer Kugel Eis) klimafreundlich auf Sonne und Wind als Hauptenergieträger umstellen und am Ende würde der Strom sogar noch günstiger. Mit diesem Versprechen hat man intakte Kraftwerke zerstört und dysfunktionale Wind- und Solarparks aus dem Boden gestampft. Im Ergebnis hat man hunderte Milliarden versenkt und der Strommix in Deutschland ist dreckig und teuer.

Die gleiche Klientel, die vor 25 Jahren schon nicht in der Lage war, aus fachlicher Sicht die Energiewende zu gestalten, ist aber weiter am Ruder und bestimmt den Kurs. Im Gegensatz zu vor 25 Jahren hat Deutschland einiges an Wirtschaftskraft und Industrie unwiederbringlich verloren. Deswegen ja der üble Trick mit den Sonderschulden. Damit versucht man noch, die Illusion ein wenig länger aufrecht zu erhalten.

Das wird eines nicht mehr allzu fernen Tages eine harte Landung in der Realität geben. Am Ende hat es nicht einmal dem Klima geholfen.
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Petz hat geschrieben: 05.07.2025 - 19:39 Ich halte von einer Weiternutzung oder Neuerrichtung von AKW´s beim aktuellen Stand der Technik (noch) nichts aber würde dafür plädieren, mit einer Endlagerung speziell der hochradioaktiven Abfälle unbedingt noch zuzuwarten weil es hoffnungsvolle Entwicklungen gibt, die zu einer erneuten Nutzung der darin vorhandenen Restenergie führen und den finalen Endlagerungsaufwand stark verringern könnten.
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