icedtea hat geschrieben: 13.12.2018 - 14:37
Überraschend finde ich hier höchstens, dass ein Blatt wie die FNP darüber in ihrem Onlinebereich berichtet
Ist ganz normal, das ist eine Zusammenfassung aus Agenturmeldungen von APA und dpa. Darum ist das in vielen Medien auch nahezu deckungs-/wortgleich. Alltagsgeschäft.
Überraschend finde ich hier höchstens, dass ein Blatt wie die FNP darüber in ihrem Onlinebereich berichtet
Der Artikel ist auf den ersten Blick Deckungsgleich mit dem von Merkur-Online den ich heute früh gelesen habe, und darin hatten mich die Überschriften auch schon verwundert. Typisch Tageszeitung eben... Sonntag oder Montag hies es noch irgendetwas mit "Gondel-Drama"... Der Artikel wird wie kopiert, vllt. sind die Zeitungen iwie vernetzt
Üblicherweise gibt es solche Artikel vorformuliert von der Nachrichtenagentur zu kaufen, deshalb ähneln oder gleichen sich Artikel über Themen, von denen der Otto-Normal-Journalist keine Ahnung hat, oft sehr.
JohnnyDriver hat geschrieben: 15.12.2018 - 09:19
Der Wimbachexpress ist heute wieder auf Strecke und laut interaktiven Skikarte auch wieder geöffnet...
Das ging ja schnell! Wäre nun Zillertal Shuttle auch offen würde ich die Woche hinfahren
Einheits Presseagenturbrei ist leider mittlerweile Stand des (Abfall-)Journalismus geworden. Recherchiert oder zumindest verifiziert wird kaum, sogar auffällige Fehler werden 1:1 übernommen, was auch Quellen erkennen lässt nachdem der Text geringfügig umformuliert wurde.
News Recherchen über technische Zwischenfälle zeigen sehr gut auf, dass ausser vielleicht sehr lokale kleine Medien, sich die meisten anderen Medien blindlings auf Agenturdepeschen basieren.
Das ganze Gejammer über das Aussterben der Medien wegen Internet, usw, ist lächerlich. Seit Jahren ist seriöser Journalismus selten geworden. Besonders schlimm ist es in Frankreich, wo die "Pensée unique" (stark politisch korrektes geprägtes Einheitsdenken) nahezu dikatorialisch durchgesezt wird.
IIRC stammt der 0.34 rad Grenzwinkel aus früheren nationalen Vorschriften mit Angabe in % anstelle Winkel, war glaub in den BAV pre-CEN Verordnungen so formuliert.
Technisch betrachtet gibt es zum Zwischenfall nicht viel zu sagen. Die Aussage mit dem Sechser im Lotto hat nichts mit effektiven Wahrscheinlichkeiten aus einer probabilistischen Risikoanalyse zu tun. Über die Berechnung realistischer Eintrittswahrscheinlichkeiten für ein solches Ereingnis könnte man endlos streiten. Unwahrscheinlich? Ja. Extrem unwahrcheinlich? Njein: Ja insofern man vom Personentransport ausgeht oder zumindest bei fahrender Bahn, nein insofern man Windstärken betrachtet, die ein solches Aufschaukeln ermöglichen.
Winde, die zu Kollisionen führen würden WENN man die Bahn fahren würde, sind also solche nicht "extrem" selten, unüblich ist lediglich, dass man nicht mehr frühzeitig genug den Betrieb einstellen konnte oder eingestellt hat.
Diese Wahrscheinlichkeiten irgendwie quantifizieren kann man zwar schon, ob es was bringt ist eine andere Frage. Probabilistische Risikoanalysen werden in vielen Bereichen erstellt, ein Teil der Quantifizierungen bleibt dennoch mehr oder weniger subjektiv.
Ich gehe davon aus, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit mechanisch die Bahn vollständig i.O. war und alle Sicherheitsanforderungen zum Zeitpunkt des Zwischenfalls erfüllte. Einzige offene technische Frage ist die Parametrierung des Überlastschutzes des Antriebs. Dass keine Streckensicherung frühzeitiger ansprach, kann man nicht unbedingt als Fehlfunktion betrachten. Auch hier ist es m.E. sehr wahrscheinlich, dass keine Fehlfunktion des Stützenüberwachungen vorliegt, da diese nicht für die Erfassung von Kollisionen vorgesehen sind.
Also bahntechnisch (d.h. hier ohne Bezug auf "human Factor") betrachtet würde ich höchstens eine fehlerhafte Parametrierung des Überlastschutzes der FU als Mitursache dass nicht früher automatisch angehalten wurde. Zuzüglich könnte man noch abklären, ob die Anzahl Anemometer und deren Platzierung entsprechend den lokalen Anforderungen erfolgte.
Leitner wird sich sicher die Strom- bzw. Dremomentaufzeichnungen genau anschauen, davon wird man jedoch kaum was erfahren.
Dass starke Windböen zum Aufscheukeln von Fahrbetriebsmittel weit über dem zulässigen Längs- sowie Querpendelungswindel führen kann, ist wie bereits erwähnt bestens bekannt und auch nicht so extrem selten. Nur i.d.R. schafft man es, die Bahn vorher leer zu fahren bevor (ggf. nach Garagierung falls noch möglich) die Bahn dann stillgesetzt wird.
Sieht man sich die Videos an ist es eigentlich offensichtlich, dass es technisch unmöglich ist für so extreme Querlagen Streckenbauwerke sowie Stationseinfahrten auszuführen.
Erhöht man den maximalen Querpendelungswinkel kommt das Problem der Berührung der Bordscheiben der Seilrollen, nur kann man diese nicht beliebig abändern, da ansonsten die Sicherheit der Seilführung nicht mehr ausreichend ist. Die Geometrie der Klemmenbacken kann man auch nicht beliebig für einen hohen Querpendelungswinkel optimieren, dann kann z.B. die Flächempressung zu gross werden, usw. Meine damit, dass die Entwicklung einer Klemme einen Kompromiss darstellt damit man die verschiedenen Anforderungen erfüllen kann.
Rillentiefe,Überstand der Bordscheiben,... Dazu gibt's detailierte EN Vorgaben.
Interessant ist m.E., dass die Stütze ink. Rollenbatterien, usw. trotz vermutlich sehr hoher Belastung des Stützenkopfes in Seilrichtung eigentlich nicht massiv beschädigt wurde, irgendwie auch ein positiver Beweis für recht hohe Sicherheitsreserven (habe mich nie mit der Statik der Bauwerke befasst, da kenn ich mich gar nicht aus).
Edit:
Habe die Rutschgrenze für Klemmen falsch aufgeführt: früher galt 3x Hangabtrieb an steilster Stelle, demnach
F=3*sin(Seilwinkel)*Fahrzeugmasse*9.81
Wobei:
F in [N]: Kleinste Kraft bei der die Klemmen bei Zug parallell zur Seilachse beginnt zu rutschen, Mindestwert; bei effektiven Prüfungen wird ein etwas höherer Wert erreicht, damit im worst Case Fall die vorgeschriebene Mindestkraft noch erreicht wird. Diese Kraft wird mittels Hilfseinrichtung vom Betreiber selbst periodisch überprüft, Bedingungen wie Nässe können Werte etwas beeinflussen.
Seilwinkel (bzgl. Horizontale); Neigungswinkel an der steilsten stelle der Bahn, oft werden Standardvorspannungen eingestellt, d.h. die Federn werden nicht für eine Bahn spezifisch vorgespannt sondern sind bis zu eine vorgegebenen Steilheit zugelassen. Hängt auch zusammen mit der Gehängelänge sowie Konstruktion der Rollenbatterien, das diese Faktoren für die Längspendelfreiheit massgebend sind.
Fahrzeugmasse in [kg]: Masse des vollbeladenen Fahrzeugs, meist wird mit 80 kg pro Person gerechnet.
Die angegeben Beispielswerte in kN sind realistisch für die eingesetzen Klemmen, die effektiven Werte der LPA-L kenn ich nicht, die sind zwar nicht geheim und wären sicher auffindbar.
Zahlreiche technische Daten inkl. diverse Pläne sind in öffentlichen Ausschreibungen frein zugänglich, da sämtliche Herstellers bestens über die Produkte der Konkurrenz informiert sind. Ob man nach Ablauf des Ausschreibungsfrist noch an die archivierten Unterlagen kommte, u.a. gem. Öffentlichkeitsprinzip, ist stark von lokalen Gesetzgebungen abhängig und oft muss man dies vorort abklären.
Interessant ist, dass wie bereits erwähnt, Vorschriften stets maximale Auslenkungen für Querpendelung und maximale Auslenkungen für Längspendelung GETRENNT betrachten, jedoch keine Werte für kombiniertes Längs- und Querpendels vorschreiben und genau die können u.U. problematisch sein, da oft beim erreichen der einen Grenzwinkels, der andere Grenzwinkel nicht mehr kollisionsfrein erreicht werden kann.
Bzgl. Windemssungen würde ich den Einsatz der erwähnten 2D Ultraschallwindmesser bevorziehen, da diese Windböen besser erfassen können und zudem zuverlässiger als mechanische Geräte sind, da sie keine beweglichen Teile aufweisen. Die Wahl der optimalen Anordnungen der Anemometer ist nict immer so einfach, vorteilhaft wäre es, die Verkabelung so vorzusehen, dass man nachträglich weitere Anemometer installieren könnte oder ggf. existierende versetzen kann. Man kann allerdings auch mit Solarpanels speisen und Wireless übertragen falls man nicht klassisch überträgt (überlagertes Signal (Windgeschwindigkeit und -richtung) oder getrennte Aderpaare).
Betrachtet man die heutigen Kosten einer IP-basierten Videoüberwachung kann es durchaus sinnvoll sein, die gesamte Strecke mit CCTV Videoüberwachung auszustatten.