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Nordkorea, Paektusan, September 2014

Diese Reise ist zwar schon etwas länger her, aber ich denke mal es besteht trotzdem Interesse an einem Bericht aus Nordkorea mit Seilbahnen aber ohne Skigebiet.
Hauptteil des Berichts ist, passend zum Forum, der Tagestrip zum Peaktusan. Dies ist ein großer aktiver Vulkan direkt auf der Grenze zu China, der von nordkoreanischer Seite mit einer Standseilbahn "Marke Eigenbau" erschlossen ist. Zum Kratersee hinunter (wahrscheinlich der tiefste der Welt) führt noch eine GUB, die vermutlich aus irgendwelchen Second-Hand-Teilen zusammengebastelt wurde. Der Vulkan selbst ist wegen seiner Lage sehr schlecht erforscht - er ist aber für eine der stärksten Eruptionen der letzten 2000 Jahre verantwortlich.
Der Ausflug zum Paektusan war Teil einer einwöchigen Luftfahrtreise, bei der es vornehmlich darum ging, mit alten russischen Flugzeugen zu fliegen. Dazu kommt natürlich das übliche Sightseeingprogramm inklusive Pjöngjang, Kaesong und einige andere Orte.

Die Ankunft in Pjöngjang war etwas verspätet, aber auch im Dunkeln wacht der große Führer gut beleuchtet über einen :lach:
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Am nächsten Tag ging es nach Kaesong. Die Stadt ist hierzulande eher für die mal geöffnete, mal geschlossene Sonderwirtschaftszone mit dem Süden bekannt. Viel interessanter für Touristen ist aber der Fakt, dass Kaesong als ehemalige Hauptstadt des Königreichs Korea als einzige größere Stadt im Koreakrieg wegen seiner historischen Altstadt nicht zerbombt wurde. Neben den historischen Gebäuden gibt es natürlich die üblichen Prachtbauten in Form überdimensionaler Straßen ohne Verkehr und genauso überdimensionaler Statuen einer gewissen Persönlichkeit. Dazu etwas traditionelle koreanische Küche.
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Ebenfalls eine gewisse Bekanntheit haben die blauen Baracken genau auf der Demarkationslinie zwischen Nord- und Südkorea und der einzige Ort, an dem man diese Grenze zumindest ein paar Meter überschreiten kann. Wenn einem das eigene Leben lieb ist sollte man nur nicht zur Tür auf der anderen Seite der Baracke hinausgehen versuchen. Ansonsten wurden an diesem Ort allerlei Verhandlungen geführt, 1-2 km entfernt ist zudem der Ort, an dem das Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet wurde und ausgestellt ist.
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Am Nachmittag sind wir dann noch zu einer interessanten Grabstätte gefahren, die mitten im Nirgendwo lag. Dementsprechend hat man auch etwas mehr vom ländlichen Leben gesehen und natürlich die Armut. Auffällig ist, dass Mais (statt Reis, was ich erwartet hätte) das Hauptprodukt der dortigen Landwirtschaft darstellt. Freunde uralter Technik konnten sich hier und an anderen Orten auch über LKWs mit Holzvergasern freuen (daher der weiße Dampf/Rauch auf dem letzten Bild).
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Für den den nächsten Tag war der erste große Flughighlight vorgesehen: Mit einer Il-18 ganz in den Norden fliegen und von dort aus zum Paektusan. Die Il-18 war das zivile Mittel- und Langstrecken der UDSSR der 60er Jahre und ein sehr robustes und zuverlässiges Flugzeug. Die Zeiten dieses Typs sind aber lange vorbei und die letzte Passagierversion befindet sich in Nordkorea im Einsatz. Es waren noch 3 weitere Touristengruppen dort unterwegs, die aber allesamt deutlich weniger stylisch mit jeweils einer An-24 geflogen sind und dort in einem Hotel übernachtet haben.
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Vom Flugplatz aus wurden wir mit dem Bus bis an die Talstation der SSB auf den Paektusan gefahren. Normalerweise würde ich sagen, dass 30+ km Schotterpiste mit einem schweren Reisebus jetzt nicht unbedingt toll sind. Aber nach einigen Stunden Autobahnfahrt am Tag zuvor weiß ich, dass das aufgrund des miesen Straßenzustandes und der gigantischen Schlaglöcher deutlich belastender für den Anschlag der Stoßdämpfer ist, als so eine popelige Schotterpiste ;D
Die SSB selber sieht nach Italotrash aus mit viel bröselnden Beton, rostigen Stahl und morschen Holz. Das besondere Highlight waren die Türen der Wagen, die man gefühlt von der nächsten Hütte ausgebaut hat und die entweder offen oder komplett verrammelt waren. Außer uns wurden hier nur Soldaten rauf und runter befördert.
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Oben hat man einen wunderbaren Blick auf den Kratersee, dessen gegenüberliegendes Ufer in China liegt. Das hieß auch chinesisches Handynetz und so war jeder erstmal damit beschäftigt ein paar Nachrichten nach Hause zu schicken, was man aus Nordkorea sonst nicht wirklich kann.
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Von der Bergstation der SSB führt direkt die GUB hinunter zum Krater. Da wir ziemlich stark hinter dem Zeitplan waren ging sich eine Fahrt hinunter nicht mehr aus, wobei ich besagte Bahn auch nicht sehr vertrauenserweckend fand.
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Kurz vor 2 sollten wir wieder an der der Station für die Talfahrt sein. Mit deutscher Pünktlichkeit war es jedenfalls nichts und so begann die Talfahrt erst 5 nach 2...
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... und endete auf halber Strecke um 10 nach 2. Das wars mit dem Strom für heute (wovon natürlich nur unsere Guides wussten aber nicht gesagt haben, warum wir so pünktlich sein sollen) und zur Strafe mussten wir den Rest laufen. Dabei konnte ich einmal mehr Begutachten, wie wenig vertrauenswürdig der Weg neben den Schienen auf den Brücken aussieht.
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Unten angekommen und wieder weit hinter dem Zeitplan ging es zurück gen Flugplatz, allerdings auf einem anderen Weg, der zu Beginn einem Tal folgt, durch das die Grenze nach China verläuft. Der war aber genauso 25+ km Schotterpiste zum so schnell wie möglich drüberheizen ohne dabei Gas zu geben - geht ja bergab und der Fahrer muss Diesel sparen. Gekoppelt mit der miesen Treibstoffqualität hat der Bus dann auch irgendwo mit Überhitzung vom Kühler schlappgemacht, weil sich vermutlich irgendein FIlter zugesetzt hat. Da es aber eine Chinakarre ist und kein empfindlicher deutscher Bus hat der Fahrer das schwere Werkzeug geholt und mit viel Gewaltanwendung für 10 min am Motor rumgewerkelt. Dann gings weiter. Business as usual. :rolleyes:
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Picknickstop an einem idyllischen Wasserfall. Gibt im Umkreis von 50 km wohl keine Gastronomie.
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Rückflug nach Pjöngjang und ein kurzer Blick in das "moderne" Cockpit. Nett fand ich den alten gelben Bus, den es auch als Obus-Variante gab.
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Im weiteren Verlauf der Reise sind wir noch mit verschiedenen anderen Flugzeugen geflogen, unter anderem Il-62, Il-76, Tu-154, Tu-134 und An-24. Die Kabine mancher Flugzeuge erinnerte mich eher an 70er jahre Wohnzimmer als an Flugzeug. Auf dem Flughafen selbst hatten wir viele Freiheiten und konnten uns die verschiedenen Flieger genau anschauen, während sie unter freiem Himmel gewartet wurden.
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Abseits der Flugzeuge kam recht kurzfristig noch ein einstündiger Helikopterflug in die Berge nahe Pjöngjang dazu. Man sagt, dass der gute Kim Angst vor Helis hat und deswegen seine Sofaschaukeln nur verstauben. Also können sie auch Touristen damit rumfliegen. Da es zwei Helis waren, konnte man auch im Flug den jeweils anderen fotografieren.
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So viel zum erstmal zum Thema Nordkorea. Falls Interesse besteht kann ich auch noch eine Auswahl meiner restlichen Bilder posten, die dann eher das Land zeigen.
 
Genial - ja, bitte mehr Bilder - alles was irgendwie interessant ist :-)


Gesendet von iPad mit Tapatalk
 
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Die Abtsche Ausweich konnte der Chinese kopieren. Die Bucher Durrer Fangbremse war dann aber wohl zu kompliziert und unnötig.
 
Gibts da immernoch in jedem besseren Restaurant EDEKA-Frass? :D
 
Die SSB schaut schon nett interessant aus. Blöd halt mit dem Strom :)

Mich wunderts nur, dass du keine Probleme hattest, das alles (nicht nur SSB bezogen) fotografieren zu dürfen..
 
Vom fotografieren hat einen auch schon 2014 keiner abgehalten. Die Sachen die man wirklich nicht fotografieren soll, werden einem auch nicht gezeigt. Ist relativ einfach ;) Militär ist tabu, aber selbst das gibt nur "Ärger" wenn mans zu offensichtlich macht.
 
ATV schrieb:
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Die Abtsche Ausweich konnte der Chinese kopieren. Die Bucher Durrer Fangbremse war dann aber wohl zu kompliziert und unnötig.
Juckt ja auch nicht wirklich jemand in dem Land, falls die Bahn mal unten durch die Talstation fährt und alles nachher mit möglichst viel Handarbeit wieder zusammengebastelt wird. War trotzdem eine nette Bahn und der Stromausfall hat es nur interessanter gemacht.

Pilatus schrieb:
Gibts da immernoch in jedem besseren Restaurant EDEKA-Frass? :D
In den Westgeld-Supermärkten stand viel EDEKA-Zeug, aber in den Restaurants hatte ich nicht das Gefühl. Entweder es war typisch (nord-)koreanische Küche (normalerweise), die sich eher schwierig mit deutschen Produkten herstellen lässt oder es war Essen, bei dem ich vermutlich EDEKA-Fertigprodukte bevorzugt hätte. Zu guter letzt war das meiste Essen aber gut und lecker, nur am letzten Abend war es lecker, aber nicht gut. Nach dem Urlaub hatte ich erstmal ne Woche mit einem heftigen Magen-Darm-Infekt zu kämpfen.

starli schrieb:
Mich wunderts nur, dass du keine Probleme hattest, das alles (nicht nur SSB bezogen) fotografieren zu dürfen..
Pilatus schrieb:
Vom fotografieren hat einen auch schon 2014 keiner abgehalten. Die Sachen die man wirklich nicht fotografieren soll, werden einem auch nicht gezeigt. Ist relativ einfach ;) Militär ist tabu, aber selbst das gibt nur "Ärger" wenn mans zu offensichtlich macht.
Bei uns wurde das ganz einfach geregelt. Alles, was ein militärischer Checkpoint ist, war tabu. Ansonsten haben unsere Guides z.B. in bestimmten Museen oder im Mausoleum vorher schon klar gesagt, dass Fotos jetzt nicht mehr erlaubt sind. Man hält sich in Anbetracht der bewaffneten Soldaten an solchen Orten auch gerne frewillig daran. Einige militärische Fluggeräte haben wir fotografiert, das gab keine Probleme. Praktisch sieht man eh nichts wirklich wichtiges oder geheimes, daher wurde Fotografieren generell locker gehandhabt.

Ein paar Leute in unserem Bus mussten trotzdem unbedingt ihre dicken Spiegelreflexkameras an einem Checkpoint ans Fenster halten. Da haben sie uns am nächsten Punkt angehalten und recht überraschend die besagten Personen samt Kameras nach draußen beordert. Dort haben sie dann die Bilder auf der Speicherkarte angeschaut und alles, was nicht sein sollte, gelöscht. Schätze man hätte die Speicherkarte auch wechseln können (wäre aber vielleicht aufgefallen, dass die Bilder nicht passen). Ziel war offensichtlich mehr zu zeigen, dass sie es sein lassen sollen, sodass beide Seiten möglichst wenig Ärger haben.
 
^ Vmtl. ist auch in Nordkorea in Wirklichkeit alles halb so wild, als man dank deutscher Medien dann meint, oder? (Wie dass man z.B. auch tausende km durch Russland fahren kann, ohne in einen dieser haarsträubenden Dashcam-Unfälle verwickelt zu sein etc.)
 
Naja, ich glaub nicht dass alles halb so wild ist. Als Tourist bekommt man zwar sehr wohl die einfachen Lebensumstände der Menschen mit, aber an die Orte, wo das Regime seine Verbrechen verübt wird man natürlich nicht gebracht... Und alle Nordkoreaner, mit denen man als Tourist direkt zu tun hat und mit denen man sich unterhalten kann, sind schlussendlich Günstlinge und Profiteure des Systems. Als Europäer - insbesondere als Bürger eines kleineren Landes - ist es natürlich in Nordkorea recht gemütlich. Man ist als Devisenbringer geschätzt und die Chancen, dass man irgendwie in die Mühlen der grossen Politik gerät sind sehr klein. Bei amerikanischen Touristen sieht es ein bisschen anders aus, wenn man die jüngste Geschichte ein bisschen anschaut.
 
starli schrieb:
^ Vmtl. ist auch in Nordkorea in Wirklichkeit alles halb so wild, als man dank deutscher Medien dann meint, oder?
Als Tourist könnte man das meinen. Aber das Regime sorgt ganz gezielt dafür. Du bekommst nur das mit was auch gewünscht ist!
 
starli schrieb:
^ Vmtl. ist auch in Nordkorea in Wirklichkeit alles halb so wild, als man dank deutscher Medien dann meint, oder?

Ja und nein - zum großen Teil stimmt natürlich, was Pilatus und Spezialwidde geschrieben haben. Die machen Tourismus wegen der Devisen und möchten es natürlich recht attraktiv für die Touristen gestalten. Solange man keinen Mist anstellt und die politische Großwetterlage während der Reise nicht zum Beinahe-Krieg umschlägt, ist man in Nordkorea sehr sicher. Es ist klar, dass man nicht in die Nähe irgendwelcher Arbeitslager in den Bergen kommt oder plötzlich vor einem Folterkeller in einem der Regierungsgebäude in Pjöngjang steht. Aber das Gleiche gilt ja für jedes Land - so wie z.B. die USA ihr Folterlager in Guantanamo Bay haben/hatten und dort sicherlich keine Kuba-Touristen hinlassen. Keine Regierung lässt irgendjemand freiwillig dahin, wo sie ihre Verbrechen verüben, ob Nordkorea, die arabischen Länder, Russland,..., oder unsere tolle westliche Welt.

Gleichzeitig zu meiner Reise war ein TV-Team von irgendeinem deutschen Privatsender in Nordkorea um dort eine Doku zu drehen, die ich mir nachher auch teilweise angeschaut habe. Teilweise, weil im Kommentar total übertrieben wurde und die Bilder das nichtmal ansatzweise hergegeben haben. Weiterhin, weil sich die Nordkoreaner bei TV-Teams natürlich erheblich mehr Mühe geben eine wunderbare Fake-Welt aufzuzeigen (die bekannten "spontanen" Feste auf der Straße etc. aber auch Zensur der Aufnahmen). Das wäre auch denen viel zu viel Aufwand für normale Touristen, sodass ich nichts dergleichen zu sehen bekommen habe.

Darüber hinaus brauchen sie in Pjöngjang, dass ja als Stadt der Privilegierten gilt und wohin die meisten Nordkoreaner garnicht reisen dürfen, nicht wirklich irgendwas verstecken, einfach weil es den Leuten dort recht gut geht. Die restlichen Nebenwirkungen, also Strommangel, magere Versorgungslage (ein so armseliges Frühstück hab ich noch in keiner Unterkunft bisher erlebt, obwohl es das beste Hotel der Stadt ist), zerbröselnde Gebäude und Infrastruktur und totale Überwachung bei kompletter Abschirmung vom Ausland betreffen Touristen zum Teil genauso wie Einheimische.

Auf dem Land sieht etwas anders aus und ich war froh, dass wir jeden Abend zurück in Pjöngjang waren. Was ich so über die Hotels gehört habe - bei manchen hätte ich wahrscheinlich lieber im Bus geschlafen und mir aus dem Devisenladen in Pjöngjang etwas zu Essen mitgebracht. Die Armut und das Elend der Leute zieht sich nunmal so weit durch das Land, dass es einfach überall abseits der Städte und Autobahnen (deren Zustand genauso elend ist und deren Brücken schon teilweise von alleine eingestürzt sind, während der Rest so aussah, als ob er bald folgt) präsent ist und man im Prinzip nur aus dem Fenster vom Bus schauen muss. Oder Sanitäranlagen in einer nutzbaren Form braucht...

Als letzter Punkt: Es gibt noch die Gegenseite des Tourismus, nämlich, dass die Einheimischen die Touristen sehen. Jedes bisschen Interaktion hat das Potential das vom Regime verbreitete Weltbild in Frage zu stellen und wirklich verhindern können sie es nicht, gerade bei einer größeren Gruppe. Ein Beispiel sind Gruppen von Schulkindern, denen man doch mal schnell eine Kleinigkeit schenkt und bei denen unsere Guides etwas Übersetzungshilfe geleistet haben. Bevor die Lehrer gemerkt haben, dass ihre Schülergruppe gerade in die eine Touristengruppe in der Stadt diese Woche gelaufen ist und sie wieder getrennt haben, sind die Eindrücke schon längst entstanden. Klar sind das Kleinigkeiten und Propaganda + Indoktrinierung überbrückt viel, aber die Landbevölkerung ist sicher nicht dumm und denkt sich ihren Teil zu den Touristen.
 
Also ich habe neben Pjöngjang auch in Wonsan, Hamhung, in der Nähe von Nampo und in Kaesong übernachtet. Wonsan und Hamhung waren schon ziemlich schräge und abgelebte Buden (Aufzüge defekt, Strom nur im Zimmer, Löcher in den Bettlaken usw.). Aber eklig im Sinne von schmutzig/unhygienisch war es nie und diese Aufenthalte nie, das Essen war auch nicht schlechter als in Pjöngjang, und es hat mein Nordkoreabild schon noch einmal erweitert.
 
Pilatus schrieb:
Naja, ich glaub nicht dass alles halb so wild ist. Als Tourist bekommt man zwar sehr wohl die einfachen Lebensumstände der Menschen mit, aber an die Orte, wo das Regime seine Verbrechen verübt wird man natürlich nicht gebracht... Und alle Nordkoreaner, mit denen man als Tourist direkt zu tun hat und mit denen man sich unterhalten kann, sind schlussendlich Günstlinge und Profiteure des Systems. Als Europäer - insbesondere als Bürger eines kleineren Landes - ist es natürlich in Nordkorea recht gemütlich. Man ist als Devisenbringer geschätzt und die Chancen, dass man irgendwie in die Mühlen der grossen Politik gerät sind sehr klein. Bei amerikanischen Touristen sieht es ein bisschen anders aus, wenn man die jüngste Geschichte ein bisschen anschaut.

Du schreibst, es wäre für Bürger eines kleinen Landes (das verstehe ich als Synonym für international aus koreanischer Sicht politisch wenig relevant) in Nordkorea recht gemütlich. Meinst Du, dass man dort auch mit einem deutschen Pass keine Probleme bekommt? Mich interessiert Korea als Reiseziel generell, allerdings kenne ich mich mit der Politik die dort betrieben wird nur insofern aus, als dass ich sie über die Medien verfolge. Eine Antwort zu diesem Thema würde ich deshalb sehr begrüßen.
 
Also Deutsche waren einige da, ich denke das ist auch überhaupt kein Problem. Ungünstig ist es vorallem, wenn man Bürger eines Landes ist, das irgendwie in den Koreakrieg verstrickt ist... sprich USA, Japan etc. Da haben immer wieder Touristen Probleme gehabt. Man kann natürlich auch als Europäer zwischen die Räder der Diplomatie geraten, aber das ist doch sehr unwahrscheinlich. Bei kleinen Ländern ist das Konfliktpotenzial einfach potenziell nochmal kleiner (wobei... ausgerechnet als ich da war, hat die Schweiz kurz vorher die Ausfuhr einer neuen Gondelbahn von BMF nach Nordkorea verboten... hatte schon Angst man lässt mich nur gegen Lieferung der Seilbahn wieder raus :lach: )

Viele Grüsse
Daniel
 
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