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Ätna Süd, 29. 4. 2019 (+ ein wenig Rest - Sizilien)

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Ätna Süd, 29. 4. 2019 (+ ein wenig Rest - Sizilien)

Beitrag von miki » 15.05.2019 - 22:50

Die vergangenen Feiertage rund um den 1. Mai haben Mausi und ich auf Sizilien verbracht, natürlich mit einem Besuch auf den Hängen der Ätna. Wie es bei uns meistens der Fall ist, hatten wir noch 3 Tage vor dem Reisebeginn keine Ahnung wohin es heuer über die Feiertage geht (sowohl der 27. April als auch der 1. und 2. Mai sind in Slowenien Feiertage, und Schulen inkl. Unis haben sowieso die ganze Woche frei). Generell hatten wir, wie immer um diese Zeit, drei Varianten im Spiel, und zwar (a) eine Woche Skifahren in Frankreich, (b) eine Kombination aus 3 - 4 Tagen Mölltal + 3 - 4 Tagen an der slowenischen oder kroatischen Küste oder (c) eine Woche Flugreise irgendwohin im Mittelmeer. Mir wären (a) oder (b) natürlich lieber, leider waren die Wetterprognosen von Tag zu Tag schlechter und am Ende waren für den Mölltaler in den 9 freien Tagen genau 2 Tage mit halbwegs brauchbarem Wetter vorhergesagt ... nein Danke :nein: . Also schnell mal ein paar last Minute Angebote gecheckt: auf die meisten griechischen Inseln (mit Ausnahme Kreta, aber dort waren wir in den letzten 5 Jahren eh schon zweimal) gibt es Ende April noch keine Charterflüge, dann haben wir Mittwochabend fast schon Mallorca gebucht, auf einmal kommt Mausi mit der Idee: und was ist mit Sizilien? Ja wirklich, warum nicht? Die Wetterprognose war perfekt (Sonnenschein und maximal 21 Grad), die Flugverbindung ab Wien auch gut, am Donnerstag haben wir gebucht und am Sonntag in der Früh flogen wir schon von Wien via Palermo nach Catania.

Anflug auf Palermo:
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Nun fliegen wir bereits von Palermo nach Catania, links unter uns mit den winzigen Schneeresten sind die Madonie - Berge, mit mehreren 19xx m hohen Gipfeln. Irgendwo hier befindet sich auch das dritte, am wenigsten bekannte Skigebiet Siziliens am Piano Battaglia, leider kaum zu sehen da sich die Pisten auf Nordhängen befinden, und wir fliegen südlich vorbei:
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Beim Landeanflug auf Catania sehen wir die Ätna zum ersten Mal. Für einen 3000er und Ende April verdammt wenig Schnee:
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Der Berg ist im AF bereits gut dokumentiert, deshalb habe ich mit Fotos nicht übertrieben. Zu Beginn mal ein Pano, aufgenommen von der Strasse die von Nicolosi hinaufführt:
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Die Preise sind schon mal heftig, die Fahrt mit der EUB + anschliessend mit den 4 x 4 Bussen auf 2920 m hinauf kostet 63 Eur / Person, und fürs Parken verlangt man weitere 5 Eur. Natürlich ist es Abzocke, aber gut, sowas macht man eben einmal im Leben, oder evtl. zweimal, passt schon. Hinauf geht es mit einer recht neu aussehenden Agudio 6EUB, von einer neuen Leitner - EUB ist weit und breit nichts zu sehen. Eventuell wurde das Geld auf Sizilien für wichtigere Investitionen verwendet, z. B. ein paar Villen in Palermo :twisted: ?
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Vom gut 2900 m hohen Hochplateau Torre del Filosofo sind es noch mehr als 400 HM zum eigentlichen Gipfel, hinaufwandern darf man nur in der Gruppe und mit Guide (was natürlich exrta kostet). Aber so stürmisch und kalt wie es war, hatte auch keiner von uns Lust noch höher hinauf zu steigen:
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Aber auch die 'normale' Rundwanderung ist interessant genug. Wie gesagt, Schnee gab es oben kaum noch (ich habe schon Berichte gesehen wo es Ende April wesentlich winterlicher ausgesehen hat):
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Ich war zwar bereits auf ein paar Vulkanen, z. B. auf Teneriffa, La Palma oder Island, aber diese Landschaft mit den Kratern und schwarzen Lavafeldern ist immer wieder was besonderes:
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Im Skigebiet gibt es, neben der Agudio 6EUB, noch eine DSB sowie 3 Schlepplifte, wobei die DSB und die unteren beiden Schlepper keinen eigenen Pisten erschliessen, sondern paralell zur EUB stehen. Nur der oberste Schlepper, der von der Bergstation der EUB noch gut 100 HM weiter hinauf geht, erschliesst einen zusätzlichen Pistenabschnitt. In der Station habe ich sowas wie einen Pistenplan fotografiert:
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Der SL 'E' scheint recht neu zu sein:
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Bergstation SL 'D' und SL 'E' in Hintergrund:
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Trasse SL 'E' und EUB:
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EUB - Trasse, im Hintergrund ist schwach die Küste mit Catania zu erkennen:
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Bergstation der EUB:
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Schrotthaufen, Ersatzteillager, Vintage Collection oder whatever hinter der Talstation:
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Am Nachmittag haben wir die Ätna dann noch mit dem Auto umrundet, zuerst geht es auf der ostseitigen Strasse wieder (fast) ins Tal:
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Blick auf die Nordseite der Ätna vom Hauptplatz der kleinen Stadt Randazzo:
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BTW, in Randazzo habe ich ganz zufällig in einem Palazzo (Gemeindeamt oder so) irgendwelche öffentlich ausgestellten Raumordnungspläne (?) von Ätna gesehen. Falls ich die Legende richtig verstanden habe, sind die roten Gebiete unter strengem Schutz, die grünen (= beide Skigebiete Ätna süd und nord) unter weniger strengem:
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Ätna nord ist von der roten Zone umzingelt, hier wird man wohl nichts mehr erweitern können:
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Bei Ätna süd reicht interessanterweise die grüne Zone wesentlich weiter hinauf als die bestehenden Lifte und Pisten, theoretisch könnte man hier also noch eine 2. Sektion bauen die auch die Fahrt mit den 4 x 4 Bussen überflüssig machen könnte. Keine Ahnung ob sowas geplant ist, oder mal geplant war, und ob es wegen der vulkanischen Tätigkeit überhaupt machbar wäre, aber jemand hat sich bestimmt was dabei gedacht als diese Linien in die Landkarte eingezeichnet wurden:
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Westflanke der Ätna, aufgenommen von der Strasse zwischen Bronte und Adrano:
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Die Wetterprognose war übrigens fast richtig, nur am vorletzten Urlaubstag gab es eher wolkigen Himmel und ein paar Regenschauer. Am Abreisetag war es wieder sonnig und der Berg frisch angezuckert:
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Re: Ätna Süd, 29. 4. 2019 (+ ein wenig Rest - Sizilien)

Beitrag von starli » 16.05.2019 - 12:30

Und den Rest des Urlaubs auch irgendwas interessantes gemacht? Graffer-Korblift im Etnaland besucht? In der Skihalle gewesen? :)

Piano Battaglia hatte interessanterweise heuer übrigens sehr viel Schnee, während der Skibetrieb Ätna Nord bei weniger Schnee auch einige Zeit möglich war und am Ätna Süd ging heuer so gut wie nix.

Grüne Zone: Die Vorgänger-PB der Agudio-EUB ging ja etwas weiter hinauf, weiß aber nicht, wie weit, aber evtl. hängt das zuasmmen?
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Re: Ätna Süd, 29. 4. 2019 (+ ein wenig Rest - Sizilien)

Beitrag von miki » 17.05.2019 - 17:59

starli hat geschrieben:
16.05.2019 - 12:30
Und den Rest des Urlaubs auch irgendwas interessantes gemacht? Graffer-Korblift im Etnaland besucht? In der Skihalle gewesen? :)
Nach deinen Maßstäben war wohl wenig interessantes dabei: etwas Kultur (= Stadtbesichtigungen), etwas Kulinarik, ein wenig 'nur so' auf der Insel herumfahren. Ich mache zwar manchmal den Eindruck dass ich nicht so sehr der Fan von alten Mauern bin, aber ab und zu ein paar Kirchen, Burgen, Festungen oder römische Ausgrabungen finde ich durchaus interessant, und davon hat Sizilien wirklich viel zu bieten. Vor allem bei solch idealem Wetter, an der Küste gab es meistens so um 21, 22 Grad, in den Bergregionen im Inneren der Insel eher 15 - 17. Hier nur ein absoluter 'best - of' aus Catania ... :
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... Noto:
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... Syracuse:
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... Enna:
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Spaziergang an der Küste am einzigen 'Schlechtwettertag':
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Ausgrabungen einer römischen Villa mit erstaunlichen Mosaiken:
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Die Landschaft ist, vor allem im Inselinneren, zu dieser Jahreszeit erstaunlich lieblich und grün:
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Eindruck? Gemischt. Als Urlaubsinsel ist mir Sizilien sogar jetzt in der Nebensaison viel zu voll (kein Wunder, die Insel ist knapp grösser als Slowenien und hat zweieinhalbmal so viele Einwohner), ausserdem gibt es ausserhalb der absoluten touristischen Hotspots überall Müll und herumstreunende Hunde, schlimmer als in Rumänien. Auch Orte wo man meint in der Zentralafrikanischen Republik zu sein, Zeltstätte wo hunderte von ... ihr wisst schon was, nennt sie Flüchtliche, Migranten, Illegale, je nach eurer politischen Ausrichtung, es ändert nichts an der Tatsache dass Leute dort in Olivenhainen in Zelten, unter Kunststofffolien oder Pappendeckel ohne Fleiswasser ausharren. Andererseits, unser Hotel war perfekt und die touristischen Orte schön. Aber im direkten Vergleich zu kroatischen oder griechischen Urlaubsinseln kann Sizilien IMO nicht mithalten ...

Das Autofahren auf Sizilien ist ausserhalb der Ortschaften wie überall in Italien, mit idiotischen Geschwindigkeitsbegrenzungen und Überholverboten an die sich keiner hält. Mit einer Aussnahme: ich habe auf der Insel keine einzige fixe Radaranlage gesehen, entweder es werden auf Sizilien - im Gegensatz zu Norditalien - gar keine aufgestellt oder jemand sorgt dafür dass sie bald verschwinden :twisted: . Beispiel Autobahn Catania - Syracuse: es gilt eigentlich 130 km/h Limit, aber in allen Tunnels (jeweils mit 2 Fahrspuren + Abstellstreifen) und im Bereich der Ein/Ausfahrten gibt es unverständlicherweise eine 80er Beschränkung, aber wenn man dort z. B. 90 km/h fährt wird man manchmal auch von Sattelschleppern überholt, vor allem wenn es ein wenig bergab geht. Nach einem Tag haben wir es gecheckt, und am Ende der Woche sind wir dort munter mit 120 - 130 km/h durchgefahren. Innerorts geht es tlw. turbulent zu, aber man lernt schnell, inkl. Hupeneinsatz.
starli hat geschrieben:
16.05.2019 - 12:30
Piano Battaglia hatte interessanterweise heuer übrigens sehr viel Schnee, während der Skibetrieb Ätna Nord bei weniger Schnee auch einige Zeit möglich war und am Ätna Süd ging heuer so gut wie nix.
Immer wieder interessant, die Unterscheide auf kurzen Entfernungen (wobei, von Piano Battaglia bis Ätna Süd sind es immerhin fast 90 km, da können die Unterschiede in den Schneehöhen zwischen einem Obertauern und Katschberg oder Turrach und BKK auf wesentlich kürzeren Distanzen auch erstaunlich gross sein). Ich habe mal in GE nachgeschaut, und mein Foto vergrössert, mag sein (ohne Gewähr) dass ich einen Teil der Pisten von Piano Battaglia doch auf dem Foto habe:
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Re: Ätna Süd, 29. 4. 2019 (+ ein wenig Rest - Sizilien)

Beitrag von Salzkammergut » 22.05.2019 - 08:46

Auch Orte wo man meint in der Zentralafrikanischen Republik zu sein, Zeltstätte wo hunderte von ... ihr wisst schon was, nennt sie Flüchtliche, Migranten, Illegale, je nach eurer politischen Ausrichtung
Was meinst du mit, ihr wisst schon was? Was willst du sagen? Warum nur Punkte? Wie ist es dir ergangen, als du das gesehen hast? Gleichgültigkeit, Ablehnung?

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Re: Ätna Süd, 29. 4. 2019 (+ ein wenig Rest - Sizilien)

Beitrag von Kris » 22.05.2019 - 10:18

(del)
Zuletzt geändert von Kris am 22.05.2019 - 12:17, insgesamt 1-mal geändert.
>> Die unaufhaltsame Industrialisierung des Skiraums führt zu Banalisierung und somit zum Verlust der magischen Skisportfreude<<

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Re: Ätna Süd, 29. 4. 2019 (+ ein wenig Rest - Sizilien)

Beitrag von starli » 22.05.2019 - 12:08

Für einen 3000er und Ende April verdammt wenig Schnee:
Mitte Mai lag wieder mehr Schnee ;-)
-> http://www.sommerschi.com/forum/sommers ... tml#p51510
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Re: Ätna Süd, 29. 4. 2019 (+ ein wenig Rest - Sizilien)

Beitrag von miki » 23.05.2019 - 10:47

@starli: vielen Dank für die Fotos 8O , da waren wir 14 Tage zu früh dort ...
Salzkammergut hat geschrieben:
22.05.2019 - 08:46
Auch Orte wo man meint in der Zentralafrikanischen Republik zu sein, Zeltstätte wo hunderte von ... ihr wisst schon was, nennt sie Flüchtliche, Migranten, Illegale, je nach eurer politischen Ausrichtung
Was meinst du mit, ihr wisst schon was? Was willst du sagen? Warum nur Punkte? Wie ist es dir ergangen, als du das gesehen hast? Gleichgültigkeit, Ablehnung?
Was ich sagen will? Zum einen, dass ich als nicht - Muttersprachler nicht mehr weiss wie ich diese Leute nennen darf / soll. Seit 2015 verwendet die deutschsprachige Presse gefühlt jedes Jahr ein neues Wort (hängt auch von der politischen Farbe der jewiligen Zeitschrift/Fernsehsenders ab): Flüchtliche, Asylsuchende, Migranten, Schutzbedürftige, Illegale. Drei Punkte sind eben mein Schreibstil, auch wenn ich von der Schneesituation auf Ätna Mitte Mai schreibe, und ich habe keine Absicht mich dafür zu rechtfertigen.

Wie es mir ergangen ist? Zuerst mal bin ich der Meinung, wenn man schon die Leute ins Land gelassen hat, soll der Staat auch dafür sorgen dass sie wenigstens ein Dach über dem Kopf haben. Österreich hat - auf die Fläche des Landes oder Zahl der eigenen Einwohner umgerechnet - wahrscheinlich genau so viele aufgenommen, aber ich habe noch keinen gesehen der im Obstgarten unter einer Kunststofffolie leben müsste. Aber was will man schon von einer Politik erwarten, die nicht mal im Stande ist, dem eigenen Steuerzahler eine funktionierende Müllabfuhr oder Wasserversorgung zu ermöglichen (ich meine gelesen zu haben, dass 30% der ländlichen Haushalte auf Sizilien keinen Anschluss ans Wassernetz haben, in erster Linie weil eine gewisse Organisation, über die man dort besser nicht zu laut sprechen sollte, sich an Wassertransporten mit Zisternen eine goldene Nase verdient)?

Generell habe ich - und das bezieht sich nicht nur auf Sizilien - aber das Gefühl bekommen, dass die Italiener bei dieser Frage wesentlich gleichgültiger sind als z. B. die Slowenen oder Österreicher. Ich kann mich gut erinnern, wir waren im Herbst 2015 zum Höhepunkt der Migrationskrise mal in Triest, in der Altstadt. Am alten Hafen sassen und lagen massenweise Afrikaner rum, am Gehsteig, am Pier, aber die Einheimischen schein das wenig zu stören. Hierzulande würde (bewusst ein wenig überspitzt formuliert) mindestens 1/3 der Einheimischen laut schreien, was für eine Schande, was machen denn diese schwarzen hier, man solle sie schleunigst aufs erste Schiff verfrachten und nach Afrika schicken. Und an der Südgrenze einen mindestens 10 m hohen Zaun bauen. Und das 'andere' Drittel würde nicht weniger laut schreien, was für eine Schande, was machen denn diese armen Leute hier, man solle sie schleunigst gut unterbringen, am besten in einem 4* Hotel, mit drei warmen Mahlzeiten pri Tag, und sofort Schiffe losschicken um noch weitere ihrer Landsleute nach Europa zu holen, am besten aus lybischen Teritorialgewässern. Der Italiener macht aber einen (nicht allzu grossen, das wäre schon zu viel Mühe) Bogen um die herumliegenden, geht in seine Lieblingscaffetteria und trinkt seelenruhig seinen Espresso, ohne besondere positive oder negative Emotionen zu zeigen. Den Plantagenbesiztern auf Sizilien scheint die Situation auf jeden Fall wilkommen zu sein, in den Olivenhainen, Orangen/Erdbeerplantagen, Tomatengewächshäusern etc. habe ich kaum Weisse bei der Arbeit gesehen. Ist wohl so wie z. B. in den USA, einerseits holt Trump mit dem Wettern gegen die 'Illegalen' gute politische Punkte, andererseits wissen alle dass - falls man alle 'Illegalen' wirklich nach Mexiko zurückschicken würde - am nächsten Tag die Obstproduktion Kaliforniens zusammenbrechen würde :twisted: .
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