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Abtenau | Lammertallift | St. Martin a.T. | 06.01.2020

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Abtenau | Lammertallift | St. Martin a.T. | 06.01.2020

Beitrag von vovo » 15.01.2020 - 23:42

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Es empfiehlt sich, an sonnigen Feiertagen wie dem 06.01.2020 entweder daheim zu bleiben, oder zumindest kleine, abgelegene Gebiete aufzusuchen, um dem Massenansturm zu entgehen.
Mir gelang das an meinem ersten Skitag in den 20er-Jahren wenigstens zur Hälfte, denn ich kam um die A 8 und die Tauernautobahn kaum herum, um nach Abtenau im Lammertal zu gelangen.

Doch der frühe Aufbruch in der Landeshauptstadt ließ mich gerade noch so durchkommen. Die A 995 war noch leer, doch auf der A 8 bis zum Inntaldreieck braute es sich bereits zusammen und vor der Abzweigung zur A 93 Richtung Schiwelt und Zillertal staute es sich auf beiden rechten Fahrbahnen bereits, während man gerade aus Richtung Salzburg durchbrausen konnte. Ich will nicht wissen, wie es in den beiden genannten Gebieten abgegangen ist an jenem Tag...

An der Grenze wurde seltsamerweise bei der Ausreise aus Deutschland zwar nicht direkt kontrolliert, aber sie standen am Straßenrand und beobachteten die Autos. Auch die Österreicher waren präsent und hielten Ausschau.

Auf der Tauernautobahn kam ich dann in die ersten Stockungen, denn die Massen stürmten Flachau und Konsorten entgegen, denn auf der Landstraße nach Abtenau hatte man wieder Ruhe. Diesmal nahm ich nicht wie vor fast einem Jahr die Abzweigung zur Passstraße auf die Postalm hinauf, sondern kurvte durch den Ort hindurch zum kleinen Skigebiet Karkogel. Hier herrschte schon reger Andrang im eisigen Schatten des Nordhangs.

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Ein alter, etwas kafkaesker Parkplatzwärter wies mir freundlich den Weg und ich war froh, das Auto auf der spiegelglatten Fläche sicher abgestellt zu haben. Mit einer Blinden und ihrem Begleiter schwebte ich dann erst einmal in einer Gondel der Kombibahn Karkogel hinauf, die 2005 eine Swoboda-DSB den Bildern nach auf gleicher Trasse ersetzt hat.

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Skiweg zum Karalmlift, der Hauptattraktion für Liftefans in Abtenau – ein schöner Swoboda-Schlepper (den Stützen nach...), der in idyllischer Umgebung verläuft.

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Talstation – bald sollte sich hier eine lange Schlange bilden, doch zu Beginn des Skitags ging es noch geruhsam zu.

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Blick zurück auf den unteres, flachen Bereich – oben gibt es dann ein kleines Steilstück durch den Wald.

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Fahrt durch den verschneiten Wald...

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In der eisigen Morgenstimmung, blieb ich immer wieder stehen, denn um den Karalmlift herum gibt es ein paar nette Ausblicke auf die Bergwelt. Indes lichtete sich im Tal weiter unten der Nebel und die Sonne war bereits ihr Licht an höhere Felswände. Da konnte man mal ganz gut durchschnaufen nach gut 2 Stunden im Auto.

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Weiter hinten thront hoch über Abtenau eine Art Höhle.

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Nach zwei Liftfahrten begann hier auf einmal der Stau, denn immer mehr Leute drängten sich zum Lift und ich entschied mich, zur Hauptabfahrt zu wechseln. Der direkte Weg an der Talstation vorbei war gesperrt, was manche aber nicht interessierte.

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Beim Warten am Lifteinstieg fiel mir noch diese Holzhütte auf der Piste weiter rechts auf. Verlief da mal ggf. ein Übungslift? Weiter oben könnte eine kurze Schneise gewesen sein bzw. der Standort der Bergstation (unterhalb der Stelle, wo die Piste vom Wald herauskommt und sich wieder dem Karalmlift nähert).

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Auch von der Hauptabfahrt ließen sich ein paar schöne Sachen erzoomen, indes einen die Skifahrer umtosten, denn auch hier war gut was los. Für ein Gebiet, das nur zwei Anlagen aufweist ein recht ungewöhnlicher Trubel. Aber an einem Werktag außerhalb der Schulferien wäre ich hier bestimmt nahzu allein gewesen.

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Auf der Sonnenseite von Abtenau verlaufen noch die Sonnleitnlifte – drei Tellerlifte, wobei unten zwei parallel nebeneinader den Berg erschließen.

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Ich fuhr indes von der Piste etwas weiter eine Bergwiese entlang, um einen LSAP-Abstecher einzulegen, denn im Talbereich hatte man hier leider einen wohl recht schönen Schlepper abgebaut – den Aulift.

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Idylle abseits des Pistentrubels. Niemand hatte ein Auge dafür – zumindest keiner der Alpinskifahrer, denn es waren auch Tourengeher unterwegs. Alle hetzten sie zur Schlange an der Kombibahn hinunter und ich hielt zunächst vergeblich nach einer leeren Waldschneise Ausschau, die auf alten Pistenplänen und auch Googlemaps noch zu sehen ist.

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Schließlich wurde ich fündig. Schade – der Aulift hätte an so einem Tag noch super als passende Beschäftigungsanlage gedient. Die Piste sah auch recht nett aus und es hat sich ja nicht nur um einen kleinen Übungslift gehandelt, wie mir schien. Warum man den wohl in den LSAP-Himmel geschickt hat?

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Da wurde man einst durch den Wald hinaufgezogen. Hat wer noch Bilder vom Lift?

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Auf Googlemaps ist noch das Talstationshäusl zu sehen – vor Ort konnte ich es aber im Telezoom nicht entdecken. Dort unten herrschte aber noch schlechte Sicht – könnte auch sein, dass ich es deswegen übersehen habe. Von der Bergstation war nichts mehr zu erkennen.

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So fuhr ich wieder zur Kombibahn zurück. Einen Abstecher über die alte Piste unterließ ich – unten hätte ich dann laufen müssen.

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Bei der ersten Fahrt mit einem Sessel erwischte ich eine Nachbarin, die sehr stark nach Knoblauch „duftete“ und währen ich meinen Kopf etwas nach rechts zur frischen Berglift hin drehte, ratterte der Sessel nach oben.

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Von oben aus betrachtet befindet sich rechts der Talstation der Karalmbahn noch diese LSAP-Talstation. War wahrscheinlich der übliche Talschlepper, wie es ihn so häufig gibt oder gab.

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Hier sieht man den Trassenverlauf dieses Lifts (links unten die Talstation). Die Bergstation konnte ich nicht mehr ausmachen.

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Auf dieser Wiese unterhalb der Talstation muss es lt. alter Karte auch einmal einen Übungslift gegeben haben.

Vor dem Wechsel zu den Sonnleitnliften besuchte ich noch einmal den Karalmlift, wo sie noch immer gut anstanden. Ein alter Mann vor mir sollte der Reihung in der Schlange nach mein Mitfahrer werden und ich wollte mich dazustellen, damit wir nicht hintereinander jeweils allein hinauffuhren – wie es sich beim Massenansturm gehört.
Der alte Knacker verhinderte das, indem er sich quer zur Auffahrtstrasse stellte und mir den Weg verstellte. Blitzschnell sprang er dann zum Bügel und fuhr alleine hinauf. Wenn ich Liftler gewesen wäre, hätte der sich wieder ganz hinten anstellen müssen. Der neben uns lümmelnde Karalmliftler hatte ihn aber noch begrüßt – die beiden kannten sich offenbar.
Ein österreichischer Familienvater stellte sich dann noch schnell zu mir und wir unterhielten uns bei der Auffahrt kopfschüttelnd über den Deppen vor uns. „Oarsch“ rief mein Mitfahrer einmal laut und ich musste fast lachen.
Er, so mein Mitfahrer, hätte sogar gesehen, dass der Alte eine Jacke der Bergbahnen Abtenau trug, was mir gar nicht aufgefallen war. Unterwegs schrie der alte Mann dann noch zwei Kinder im Bügel vor sich an, die zu sehr Kurven bei der Auffahrt machten – wenigstens fuhren die zu zweit.
Leider machte er beim Ausstieg gleich die Biege, denn irgendwas Blödes hätte ich zu gern noch zu ihm gesagt. Aber wenigstens hatte die Angelegenheit auch ihre gute Seite - ich lernte einen sehr netten Mitfahrer kennen und wir hatten die restliche Auffahrt ein gutes Gespräch.

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Mit meiner Dreistundenkarte wechselte ich dann nach gut 2 Stunden noch zu den Sonnleitnliften. Leider fand ich den Liftparkplatz nicht, weil irgendwie die Ausschidlerung supoptimal war. Erst fuhr ich den Berg hinauf, wo wegen der Sonnenlage wenigstens die Straße frei war. Oben gab es natürlich weit und breit keine Haltemöglichkeit, um schnell mal die Ski anzuziehen, um zu die Lifte nebenan auf der Wiese zu fahren. Mit den Einheimischen wollte ich es mir nicht verscherzen, indem ich mein Auto einfach an einem der Hauseinfahrten oder Bauernhöfe dazustellte. Immerhin hatten mir die Abtenauer letztes Jahr auf der Postalmstraße mustergültig weitergeholfen, als ich an einer glatten Stelle nicht mehr weiterkam. (Diesmal hatte ich die Ketten nicht vergessen – das ist wie mit einem Regenschirm oder Taschentüchern. Wer diese Utensilien dabei hat, braucht sie nicht.)

Etwas verärgert kurvte ich wieder runter, fand den Liftparkplatz, stellte aber den Wagen lieber im Ort 30 Meter weiter ab, denn die steile, schneebedeckte „Rampe“ zwischen Parkplätzen und Straße wollte ich mir nicht geben.

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So schnappte ich mir die Schi nach dem elenden Schuhanziehen (ein wahrer Liftespinner wäre natürlich mit Skischuhen am Steuer auf Schleppersafari gegangen ;) und lief zum Lift.

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Leider stellte sich heraus, dass hier die Karkogel-Karte nicht gültig ist. Obwohl diese Lifte dort auf dem Plan eingezeichnet sind! Was für ein Schmarrn! Am Grünten hatten sie wenigstens getrennte Panoramakarten, als es die Kammeregglifte noch neben den Bergliften gab, wo man auch extra löhnen musste, weil Bauer A mit Bauer B seit 40. Generationen verkracht war.

In Bad Kohlgrub war ich 2010 auch mal in so eine „Falle“ gelangt – der Reindllift war mit auf dem Panorama (ist dort, glaube ich immer noch verzeichnet) und an seiner Talstation wollte man von mir eine Zusatzkarte haben. Genau 10 Jahre vor meinem Dreikönigsausflug nach Abtenau, wie mir gerade einfällt. In beiden Fällen wurde wenigstens Gnade vor Recht gewährt und sie ließen mich einmal umsonst hinauf. So konnte ich mir hier die 2. Sektion knicken, aber was soll es – die weiteren Ziele des Tags (Lammertallift und St. Martin am Tennengebirge) konnte ich eh kaum noch erwarten.

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Im rechten der unteren beiden Sonnleitnlifte

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Oben geht es direkt am Gasthaus vorbei.


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Keine Liftkurve ;)

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Der obere Lift – kurz überlegte ich, es noch zu versuchen und den Liftler dort zu bequatschen, aber dann ließ ich es lieber sein. Der Lammertallift wartete und mich drängte es immer stärker dorthin – weg aus dem Trubel in ein einsames Seitental....

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Zuerst musste ich noch eine schneebedeckte Straße bewältigen, die sich in ein kleines Seitental wenigstens eben hineinschlängelt. Am Parkplatz war dann aller Anfahrts- und Mitmenschenstress schlagartig vorbei. Die Sonnte strahlte, der Schnee glitzerte, ein Bach plätscherte und am Parkplatz ging es ganz gemütlich zu. Jede Menge freie Plätze, kein eisiger Schatten, keine Selbstmörder, die einem beim Rückwärtsfahren noch schnell vors Auto laufen, um ggf. 5 sec früher am Lift zu sein, zackzack...
Ich hatte zuvor nochmal die Karkogelbahn Talstation aufsuchen müssen, um das Pfand für meine Keykarte zu bekommen, nachdem sich die Sonnleitnlifte leider als fremdes Skigebiet entpuppt hatten. Der Trubel am Morgen hatte sich nun verdoppelt – überall kamen SUVs angeschossen oder versuchten Leute, noch vors Auto zu rennen, um ja den Skitag in der ekligen, gleißenden Sonne nicht erleben zu müsssen. Wenigstens kam gleich der alte Parkplatzwärter angelaufen und erlaubte mir, zwecks Kartenrückgabe kurzzeitig ganz vorne außerhalb der erlaubten Flächen zu halten. Dieser Mann hätte besse zum Lammertallift gepasst, doch dort wurde seine Zunft nicht benötigt, da sich der Ansturm eher in Grenzen hielt und der Lift selbst ja bereits LSAP gefährdet sein soll bzw. gewesen sein.

Dort ging es total gemütlich zu und während sich neben mir ein paar Tourengeher mitten am Parkplatz umkleideten, strebte ich der Talstation zu, wo einsam die Bügel ihre Runden drehten und nur vereinzelt genutzt wurden.

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Da hinten ist das Tal zu Ende und irgendwie ist das doch immer wieder das, was man sucht – ein abgelegenes Dorf oder Tal und irgendwo scheppert ein einzelner Lift...

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Mit dem netten und leutseligen Liftler ergab sich beim Kartenkauf gleich ein längeres Gespräch. Er freute sich einerseits über den Besuch aus München für einen Tag – andererseits mag es sich seinen Teil über so eine Schlepperspinnerei gedacht haben. Leider erfuhr ich auch nochmal durch ihn, dass der Gerzkopflift in der Nähe seit einigen Jahren LSAP ist. Auf Googlemaps kann man ihn noch erkennen – auf meiner Kompasskarte auch noch, wo er mir schon immer aufgefallen war. Ein langer Lift mit Waldschneisen und lt. Liftler „wahnsinnig steil“. Na – wenigstens hat der Lammertallift überlebt. Wäre St. Martin nicht noch angestanden, hätte ich den Gerzkopflift noch besucht, doch bei diesen Straßenverhältnissen wollte ich nicht unbedingt in ein weiteres Seitental (weiter östlich von diesem hier) hineinfahren.

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Ohne Worte...

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Es tat so gut, in der Sonne zu sein, nachdem in Abtenau bis auf die Sonnleitnlifte nur Schatten herrschte. Der Schnee bleib dazu weich und die Piste neben dem Lammertallift ist eine recht nette Heizwiese. Vor allem, weil wenig los war.

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Nach einer guten Stunde gab ich die Karte wieder ab, denn St. Martin interessierte mich noch und leider bewegte sich die Uhr wie immer an solchen Skitagen sehr schnell vorwärts. Dennoch nahm ich mir die Zeit für einen kleinen Imbiss an der Talstation des Lifts. Im Wasserkocher erhitzte Wiener – wegen der Autofahrerei leider ohne Bier, das sicher noch sehr gut dazu gemundet hätte.

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So saß ich gemütlich auf einer Bierbank in der Sonne, hinter mir die obligatorsiche Schlagermusik aus einem Radio und der Antriebssound vom Lift – wenn auch elektrisch statt Diesel.

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Über St. Martin hatte ich kaum Infos gefunden – lt. Googlemaps laufen dort 4 Lifte, lt. Homepage 3, wovon aber einer der eben besuchte Lammertallift ist. Im Netz fand sich noch ein Artikel, das ALLE Lifte abgebaut werden sollen, aber wenigstens vermeldete Bergfex und die Homepage des Gebiets vollbetrieb. Welche Lifte aber noch verblieben sind und um was für Kandidaten es sich bei denen handeln würde, konnte ich nicht herausfinden und ließ mich wie in der Vor-Internet-Ära einfach mach überraschen.

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Bei der Herfahrt waren mir auf der rechten Hangseite Skifahrer aufgefallen, aber einen Lift entdeckte ich nicht. Erst bei Erreichens des Parkplatzes – ich fuhr einfach nach Gefühl vom der Hauptstraße ab, weil das Navi auf Zentrum eingestellt war und fand zufällig gleich zum Lift namens Buttermilchalmlift.

Ein alter Schlepper, der weiter oben steil durch den Wald hinaufzog – schön, dass es so was noch gibt. Auf der anderen Seite schien auch noch ein langer Lift zu zustehen, denn Leute waren auf einer Piste zu sehen.

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Beim Kartenkauf fragte ich, ob alle drei Lifte offen hätten (3 minus Lammertallift). Der Gleichaltrige sah mich fragend an und meinte, welche dritte Lift – hier im Ort gäbe es nur zwei. Ich wies in Richtung eines Sahnehangs gegenüber, wo eine Piste auszumachen war und ich auch einzelne Personen abfahren sah.
„Den Lift gibt es schon lange nicht mehr. Da habens alles abgebaut!“, lautete die freundliche, aber enttäuschende Antwort.
Bei den Skifahrern gegenüber handelte es sich mutmaßlich um Tourengeher. Aber zumindest einen schönen Lift in St. Martin noch erwischt! Den zweiten sah ich nicht und wollte mich erst einmal umsehen in diesem „Gebiet“...

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Bei der ersten Auffahrt (hier die 2.) herrschte reger Andrang, aber ich erwischte eine recht nette Einheimische, die sich (wie es schon oft vorkam) wunderte, dass ich als Ortsfremder in so ein Gebiet fahre.
Aber sie berichtete auch, dass in Flachau die Hölle los ein musste, wie ihr eine Freundin geschrieben habe. Sie meinte auch, dass im Ort bekannt sei, dass die Lifte finanziell schlecht liefen und vor der Schließung bedroht seien. Die abgebauten Lifte kannte sie auch noch, aber die Auffahrt reichte leider nicht aus, mehr drüber zu erfahren. Wenigstens zeigte sie mir noch die Richtung des zweiten Schleppers an, der jedoch auch vom Ausstieg aus nicht zu sehen war.

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Die Umlenkung oben war im Gegensatz zum Lift neu – offenbar hat man hier mal einen Austausch vorgenommen.

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Hier geht es nicht zum Knabllift...

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Ich wälte zuerst die Sportabfahrt – eine steile Piste, die gut mit einem großen Skigebiet mithalten kann. Unten dann noch ein weiteres, weniger steiles Stück, ehe man im Schuss zum Lift zurück fährt. Die Familienabfahrt ist mehr was für Genießer – man fährt einmal über eine Straße drüber und hat recht schöne Ausblicke.

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An der Buttermilchalm.

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Die steile Abfahrt...

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Hier oben ergaben sich viele schöne Ausblicke. Immer wieder blieb ich stehen und musste einfach die Kamera zücken...

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Lt. Googlemaps gab es direkt gegenüber einen kürzeren Übungslift – nichts mehr zu sehen. Zwei weitere Lifte gab es weiter rechts.

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Keine Spur von einem Lift zu sehen, aber irgendwo da unten hat es ggf. mal einen Übungslift gegeben. Lt. Googlemaps zumindest...

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Zoom Dachstein-West. Müsste die leere Schneise der abgebauten DSB Riedlkar sein, die ich leider verpasst habe. Jetzt auch noch die Hornlifte...grrrr, böses Gebiet ;)

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Eine weitere Schneise dient wohl einer Stromleitung. Rechts davon eine 4SB vom Tal herauf.

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Den Sessellift ganz oben hatte ich schon von Abtenau aus erzoomt (hier nicht gezeigt).

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Der Knabllift sollte ein alter, verrosteter Stemag-Kurzbügler sein. Meine Laune konnte schon gar nicht mehr besser werden – gerne nahm ich den Ziehweg in Kauf, wenn auch ich später entdeckte, dass es vor dem Steilhang des Buttermilchalmlifts eine Abweigung gibt, die wohl auch hier her führt.

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Hier tobten sich die Kinder aus, fuhren Schlitten oder Lift, während ein paar Einheimische beisammen standen und ratschten.

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Das Stemag Schild drinnen war leider schlecht zu knipsen.

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Hatte ich auch noch nicht gesehen...
(Der Nachteil von Kurzbüglern – immer steht der Liftler draußen, so dass man beim Fotografieren natürlich eher angesprochen oder schief angeschaut wird bzw. angemotzt wird.)
Hier aber interessierte das niemanden und alle freuten sich über das Wetterchen.

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Oben wird der Schlepper von der Höhe des Zugseils her fast zum Seillift ;)

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Die übliche Fotografiererei bei einem alten Schlepper wie diesem hier...

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Hier der Hang, den ich bereits vom Parkplatz des Buttermilchalmlifts gesehen hatte – dort verlief der Wurzerlift. Schade – das war ein längerer Schlepper, der scheinbar einen recht netten Hang erschloss. Weiter rechts am Ortsende ist noch ein Schlepper in meiner alten Karte eingezeichnet- das habe ich aber erst nach meiner Rückkehr am nächsten Tag bemerkt. Ich habe keider trotz vieler, vieler Fotos von der besagten Ecke keines aufgenommen.

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Zoom zur Bergstation – da scheint ggf. noch ein Fundament zu existieren.

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Der Mond über den Bergen von St. Martin am Tennengebirge.

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Auf dem Rückweg zum Buttermilchalmlift war noch mehr Schieben angesagt...

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Oben nahm ich nun mal in Familienabfahrt und auch da ergaben sich ein paar nette Ausblicke.

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Wieder oben, einmal noch die Sportabfahrt...

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Häusl rechts vom Buttermilchalmlift – gab es da einen Nachbarn?

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Vielleicht ein kleiner Übungslift?

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Vollauf zufrieden gab ich die Keykarte zurück, lud die Ski ins Auto und beschloss, noch zur Talstation des Wurzerlifts zu fahren. Entgegen meines sonstigen Pechs beim Aufsuchen von ortsnahmen Liften und LSAPs, die immer mir irrsinnigem Verfahren einhergehen, klappte es diesmal bestens – der alte Liftparkplatz an der alten Ortsdurchfahrt von St. Martin war bis auf ein belgisches Auto frei und keiner aus den angrenzenden Häusern scherte sich um meine Fotografiererei.

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Lt. Postkarte war das hier wohl ein Gittermastler...

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Ich überlegte noch kurz, die Skischuhe zum 5. mal anzuziehen, um hier rauf zu laufen, die Bergstationsreste zu sichten, um dann wieder auf den Skiern abzufahren. Aber ich war einerseits müde und wollte heim – andererseits war der Schnee hier den ganzen Nachmittag von der Sonne aufgeweicht worden, um nun wieder zu gefrieren, dazu die einsetzende Dämmerung...

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Ich hatte schon auf ein Talstationsinnenleben gehofft, aber offenbar stand der Antrieb separat davor.

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So lange, wie sich das beim Mann an der Kasse bzw. der Frau bei der ersten Schlepperfahrt anhörte ist der Wurzerlift also noch nicht LSAP...

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In der Dämmerung machte ich mich auf den Weg direkt weiter zur Tauernautobahn. Die nun vereiste Landstraße war wenigstens recht kurz, ehe ich rechts auf die A 10 abbiegen konnte. Leider wurde es dann erheblich schlimmer wie befürchtet. Es staute sich so, dass sie vor der Tunnelkette bei Werfen Blockabfertigung machten. So verbrachte ich den Rest der Dämmerung dort und konnte wegen dem diffusen Restlicht nicht einmal den Ausblick genießen. Die alte Bundesstraße war indes keine Alternative – man sah von der Tauernautobahn hoch oben bereits eine endlose Lichterschlange, die sich durchs Tal wälzte. Später ging es dann wieder einigermaßen, sogar an der Grenze war kaum Wartezeit zu verzeichnet. Aber die Nachrichten von der A 8 ab Inntaldreieck ließen mich bei Traunstein auf die B 304 ausweichen. Auch kein guter Einfall – endloses Gezockel durch die Nacht, immer wieder LKW oder Schleicher mit langen Schlangen hinter sich – aber in Anbetracht der schönen Schlepper tagsüber konnte all das meiner Stimmung nichts anhaben.

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Zuletzt geändert von vovo am 18.01.2020 - 22:07, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Abtenau | Lammertallift | St. Martin a.T | 06.01.2020

Beitrag von stefanga1987 » 16.01.2020 - 14:45

Wunderschöner Bericht, tolle Bilder - sieht nach tollen "Vintage-Skiing" aus. :top:

"Ich will nicht wissen, wie es in den beiden genannten Gebieten (Skiwelt/Zillertal) abgegangen ist an jenem Tag..."
=> Penken / Horberg - war am 06.1. selten ruhig, nur auf der Unterbergalm gab es ein Kinderrennen, ansonsten wirklich Top - mag aber daran liegen, dass viele in Kaltenbach abbiegen.
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Re: Abtenau | Lammertallift | St. Martin a.T | 06.01.2020

Beitrag von d-florian » 16.01.2020 - 19:20

Hey vovo....
Das hat grad alte Erinnerungen aufgeweckt.
In St Martin hab ich 1992 das skifahren gelernt.
Vom Wurzerlift hab ich noch einige Bilder am Pc. Kann ich gerne am Wochende hier noch nachreichen wenn du magst..
Intressant dass man ihn jetz echt abgebaut hat. Das wusste ich noch nicht. Da hatte man 2013 noch die Piste verbreitert und Werfenweng betrieb den Lift samt Seilwindenpistenraupe..
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Re: Abtenau | Lammertallift | St. Martin a.T | 06.01.2020

Beitrag von NIC » 16.01.2020 - 21:47

Toller Bericht wie immer, danke :) Ich war am 03.01 ebenfalls in Abtenau, und es ist kaum zu glauben, durch deinen Bericht kommt einem selbst das ruhige Abtenau trubelig und überlaufen vor. Der Karalmlift ist schon sehr nett, die Kombibahn mit ihren Pisten ist leider eine Allerweltsanlage. Wenn sie aber das Überleben des Karalmlifts sichert, ist es auch gut so. Um den Aulift ist es schon schade, der kann auch noch nicht so lange weg sein. Der andauernde Schatten in Abtenau ist halt schon schade, ist wohl ein richtiges Schlechtwetterskigebiet, wenn einem die Schattenlage nicht auffällt.
Ich muss es auch mal in dieses verschlafene Lammertal schaffen, da muss man auch um jedes Jahr froh sein und jeder schlechte Winter könnte zu viel des “Guten“ sein. Gefühlsmäßig fallen da jedes Jahr ein paar Dorflifte weg, vor allem in dieser Gegend :(
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Re: Abtenau | Lammertallift | St. Martin a.T. | 06.01.2020

Beitrag von vovo » 18.01.2020 - 22:11

NIC hat geschrieben:
16.01.2020 - 21:47
Toller Bericht wie immer, danke
Danke für die Motivationshilfe.

Das mit dem Liftewegsterben ist leider wahr - nach dem diesjährigen schlechten Winter dürften wieder ein paar wegfallen.
d-florian hat geschrieben:
16.01.2020 - 19:20
Vom Wurzerlift hab ich noch einige Bilder am Pc. Kann ich gerne am Wochende hier noch nachreichen wenn du magst..
Super, das würde mich total interessieren! Hast von den anderen beiden abgebauten Liften auf der Seite des Wurzerlifts auch noch Bilder oder Infos?

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Re: Abtenau | Lammertallift | St. Martin a.T. | 06.01.2020

Beitrag von Gleitweggleiter » 19.01.2020 - 16:18

Schöner Bericht und tolle Eindrücke. Hatte die Gegend dort im „fernen Osten“ (aus Münchner Sicht) bisher gar nicht auf dem Schirm, wäre eigentlich durchaus nach meinem Geschmack. Eine der Gründe ist sicherlich die nervige A8, da sind die Schleppergebiete im Allgäu/Vorarlberg in der Regel halt deutlich entspannter zu erreichen. Aber dort ging ja unterhalb von 1000m bisher gar nix, insofern erstaunlich dass es dort auf 700m doch so eine passable Schneelage hatte. Schade natürlich dass soviele Lifte abgebaut werden, sodass teils nur noch Einzelanlagen übrig bleiben, wodurch natürlich nochmals weniger Leute kommen und dann auch die irgendwann aufgegeben werden. Und in den Industriegebieten stehen sich die Leute immer mehr auf den Füssen, aber so läuft das halt heutzutage...
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