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Geheimtipp; 2 unbekannte klein Skigebiete im Waadtland und Wallis (La Martinaux & Les Giettes) 28.01.23

Heute habe ich es endlich mal geschafft 2 kleine Gebiete zu besuchen, die schon länger auf meiner Todo-Liste stehen.
Die Schwierigkeit bestand darin, herauszufinden, ob und wann diese Skilifte betrieb anbieten.

Skilift La Martinaux
Lange war mir überhaupt nicht bekannt, dass hier, oberhalb von Lavey-les-Bains auf einem wunderschönen Sonnenplateau ein Skilift existiert.
Bis ich im Sommer mal durch ein Strassenschild darauf aufmerksam geworden bin.
Ich suchte dann den Betreiber und wurde auf Facebook fündig. Der Skilift gehört dem Skiclub Lavey und wird von diesem auch betrieben.
Da gestern Abend noch immer keine Info, ob der Lift heute in Betrieb sein wird, aufgeschaltet war, habe ich auf Facebook nachgefragt und habe eine positive Rückmeldung erhalten.
https://www.facebook.com/profile.php?id=100054554345155
Also nichts wie los, solange der Schnee noch liegen bleibt.

Lage auf Landkarte:
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Strassenschild vor dem Bad von Lavey
(Sorry der schlechten Bildqualität, meine Kamera hat leider einen Riss..)
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Nach knapp 30 minütiger Fahrt angekommen auf dem kleinen Parkplatz, der im Sommer vom Militär genutzt wird
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Erster Blick auf das Trasse.
Unten in der Station war niemand, das Ticket muss oben in der Buvette gekauft werden.
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Oben erwartet einem dann diese geniale Aussicht
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Gut 170 Höhenmeter werden zurückgelegt
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Bergstation mit Blick auf die Cabane de la Tourche oben am Grat
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Blick zur Talstation
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Genialer Pulverschnee
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Buvette
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Teil 2, Nachmittag an den Skiliften Les Giettes

Nach der steilen Rückfahrt zurück ins Tal ging es auf der gegenüberliegenden Talseite wieder hinauf zum 2. Highlight, den Skiliften von Les Giettes.
Hier wurde ich auch durch Facebook vor mehreren Jahren darauf aufmerksam.
Gratis Skifahren! Und das an 2 wunderschön gelegenen Skiliften hoch über dem Rhonetal.
https://www.facebook.com/telegiettes
Leider gab es letzte Saison keinen einzigen Betriebstag. Und auch diese Saison sind die Öffnungstage, unabhängig von der Schneelage, sehr begrenzt..
Darum freute es mich umso mehr, heute endlich mal dieses Gebiet besuchen zu können.

Lage auf Landkarte:

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Ankunft Talstation untere Sektion
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Trasse
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Blick zurück
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Piste
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Trasse 2. Sektion
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Blick richtung Tal (Talstation 2. Sektion)
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Bergstation
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Zoombild zum Skilift La Martinaux auf der anderen Talseite
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Talstation
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Ende der Piste richtung Parkplatz
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Wow, das war ein gelungener Skitag. :D
 
trainrunner schrieb:
Heute habe ich es endlich mal geschafft 2 kleine Gebiete im Waadtland zu besuchen, die schon länger auf meiner Todo-Liste stehen.
Les Giettes sind in Wallis ! :D

Ansonsten danke für den Bericht! Zwei sehr atypische Skigebiete: eines ist kostenlos und das andere wird von einem Skiclub verwaltet.
Bemerkenswert ist, dass in Les Giettes der erste Skilift ein Skima ist: eine Seltenheit! Der zweite Skilift übernimmt Poma-Masten vom alten SLK, der sich in Vérossaz befand.
 
Krass! 8O Es sind eben diese Berichte über abgelegene Einzelliftanlagen und Kleinskigebiete, die dem Alpinforum für mich seinen Wert verleihen.
Und diese beiden habe ich bis zu diesem Bericht nicht auf der Landkarte entdeckt, obwohl ich seit Jahrzehnten Wallis-Fan bin und im Bereich der Dents de Morcles vor ein paar Jahren Sommerwanderungen recherchiert hatte. Danke für den Bericht! Man lernt nie aus ...
 
Von Martinaux wusste ich marginal Bescheid, aber von Les Giettes habe ich bis dato auch noch nie was gehört. Schön, dass es so etwas noch gibt. Und dann erst noch Gratis-Fahren. Sehr, sehr speziell
 
Toll und genial das es sowas noch gibt und du diese Lifte aufgestöbert hast.
Ich kannte beide Lifte ebenfalls nicht.
Wie finanziert sich das kleine Gratis-Skigebiet?
Kann man wenigstens eine kleine Spende dalassen wenn man mal dort ist?
 
Nico05 schrieb:
trainrunner schrieb:
Heute habe ich es endlich mal geschafft 2 kleine Gebiete im Waadtland zu besuchen, die schon länger auf meiner Todo-Liste stehen.
Les Giettes sind in Wallis ! :D

Ansonsten danke für den Bericht! Zwei sehr atypische Skigebiete: eines ist kostenlos und das andere wird von einem Skiclub verwaltet.
Bemerkenswert ist, dass in Les Giettes der erste Skilift ein Skima ist: eine Seltenheit! Der zweite Skilift übernimmt Poma-Masten vom alten SLK, der sich in Vérossaz befand.

Uuups :lol: Vielen Dank für die Info! War mir gar nicht bewusst, dass genau dort die grenze zum Wallis durchs Tal verläuft :wink:
Darum also korrigiert!

Und danke für die Anmerkung zu den Liften! Sehr spannend!
 
Mt. Cervino schrieb:
Toll und genial das es sowas noch gibt und du diese Lifte aufgestöbert hast.
Ich kannte beide Lifte ebenfalls nicht.
Wie finanziert sich das kleine Gratis-Skigebiet?
Kann man wenigstens eine kleine Spende dalassen wenn man mal dort ist?

Hauptsächlich durch Spenden. Ja, genau, ich konnte per Twint durch einen QR-Code an der Talstation einen Beitrag leisten. Und auch eine kleine Spendenkasse wurde aufgestellt.
 
trainrunner schrieb:
Hauptsächlich durch Spenden. Ja, genau, ich konnte per Twint durch einen QR-Code an der Talstation einen Beitrag leisten. Und auch eine kleine Spendenkasse wurde aufgestellt.
Der Betrieb der Skilifte kostet ~80'000.- Franken pro Winter. Ein Teil davon ist durch Spenden sowie Sponsoren wie Gemeinden bezahlt, und ein Teil ist direkt vom Besitzer Herrn Alain Bosco bezahlt.
Interview Rhône FM : https://www.rhonefm.ch/actualites/en-suisse-la-seule-station-de-ski-100-gratuite-est-valaisanne-voici-telegiettes
 
Toll. Danke für das schön Dokumentieren.
Auge und Sinne haben zu tun dort. Körper fährt es dann einfach so aus. :-)
So muss Skigebiet.

Der "gratis" Lift wäre mal ein Modell für die vielen Kleingebiete in Italien, im Apennin, Seealpen etc: Die Bahnen werden dort quasi allesamt durch Gemeinden errichtet und erneuert, aber zum Betrieb an Private verpachtet, oft genug quasi gratis. Pächter sind heute jedoch oft nicht mehr zu finden wg. Schneerisiko. Auch ist deren Interesse an einem nachhaltigen Betrieb eher gering, die bleiben so lange wie es rund läuft und sind dann weg.

Damit ist es oft so, dass Anlagen einige Jahre betrieben werden, dann Verfall und Vandalen überlassen werden. Führ Jahre wächst Gras, werden Anlagenteile geplündert, ändern sich Normen, ein Wiederbetrieb ist nicht merh möglich. Dann kommt "neuer Schwung", irgendwo 600 Kilometer weit weg gibt es Olympische Spiele oder dgl, es gibt plötzlich Geld, und für 2 Millionen Euro aus einem Ausgleichsfonds wird eine neue SB hingestellt, da das Alte zerstört ist. Damit geht es in Freude wieder weiter für ein paar Jahre. Bis dann irgendwie alles wieder Blockiert, und das Samasara von neuen startet....

Dem Schweizer Modell nach hingegen, wird hier eine relativ alte einfache Anlage ganz normal gepflegt und erhalten, die Gemeinden bezuschussen den Betrieb hier mit 80K im Jahr.
Damit ist Betrieb, vielleicht kann das eine oder andere Gasthaus davon profitieren, Kinder haben eine Freude, lerne Skifahren. Leute haben etwas, was wertgeschätzt werden kann, wo auch Freiwilligenarbeit geleistet wird gerne.
Insgesamt dürfte dieses Vorgehen für alle wesentlich günstiger sein, als das oben dargestellte Italienische Modell. Echtes Win-Win.

«L’idée au départ, c’était d’offrir un endroit pour la jeunesse, pour les enfants qui n’auraient pas forcément les moyens. De redynamiser une partie de la région qui était morte. Les téléskis ont pu rouvrir, le restaurant aussi.»


Der von Zermatt spendierte Schlepper in Cardada war ja auch so ein feines Community-projekt....
 
Wie meistens: interessanter Input von Kris.

Nur eine kurze Frage: In Langenbruck im Oberbaselbieter Jura hält der langjährige Betreiber mit viel Herzblut zwei Skilifte am Leben - auf einer Meereshöhe von 750 bis 950 Meter über Meer. In diesem Jahr feiert der grosse der beiden Lifte sein 70-jähriges Jubiläum. Leider waren die zwei Lifte in dieser Saison bis jetzt noch keinen Tag offen. Grund: zu wenig Schnee. Die Betriebskosten für die beiden Lifte beziffert der Betreiber auf 15'000 bis 20'000 Franken pro Jahr.

In Les Giettes ist von 80'000 Franken die Rede. Mir ist schon klar, dass man die beiden Gebiete nicht miteinander vergleichen kann, dennoch: was führt dazu, dass es eine Differenz von 60'000 Franken + gibt?
 
Ein weiteres Beispiel für ein kostenloses Skigebiet im Wallis ist der Dzora-Skilift in Lourtier (Bagnes).

@Kris
In diesem Fall in Les Giettes zahlen die Gemeinden zwar, sind aber nicht die Hauptbeitragszahler. Ohne den sehr beträchtlichen finanziellen Beitrag des Eigentümers (ca. 50 %) würde die Station geschlossen (oder wäre nicht mehr kostenlos).

@Intermezzo
intermezzo schrieb:
In Les Giettes ist von 80'000 Franken die Rede. Mir ist schon klar, dass man die beiden Gebiete nicht miteinander vergleichen kann, dennoch: was führt dazu, dass es eine Differenz von 60'000 Franken + gibt?
Das ist in der Tat überraschend. Laut Seilbahn Schweiz kostet ein einziger Betriebstag in einem "mittelgroßen" Skigebiet (zwischen 2 und 25 Millionen Umsatz) insgesamt ~67'000 Franken. Les Giettes liegt jedoch weit darunter, da der Umsatz, wenn es einen gäbe, wahrscheinlich weit darunter liegen würde (vielleicht etwa 500'000.- Franken?).
Langenbrück ist von der Größe her mit den Giettes vergleichbar. Allerdings ist das Skigebiet viel seltener geöffnet als Les Giettes (als das Rhône FM-Interview in Les Giettes geführt wurde und die Zahl 80'000.- genannt wurde, hatte die Saison jeden Mittwoch und jedes Wochenende von Dezember bis April gedauert, also mit erheblichen Kosten verbunden). Nun ist das Skigebiet nur noch an 5 Wochenenden der gesamten Saison geöffnet (um die Kosten zu senken). Daher ist die Zahl von 80'000.- wahrscheinlich nicht mehr aktuell.
 
@Nico05:

Danke Dir für Deine Erklärungen, die sehr hilfreich sind. So verstehe ich diese doch nicht unerhebliche Differenz zwischen Les Giettes und Langenbruck etwas besser. Habe als Vergleich mir auch noch die Zahlen vom Skilift Hohe Winde im Passwang-Gebiet (Kanton Solothurn) angeschaut. Dort fallen für den 1300 Meter langen Skilift jährliche Fixkosten von 10'000 Franken an.
 
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