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13.01, 18.01, 21.01 & 23.01.2023 | Keystone, CO | Steile Pisten, Treeskiing und Amerikas grösstes Nachtskigebiet

Keystone ist ein modernes Skiresort mit einem sehr ansprechenden und effizienten Liftdesign. Ein total an fünf Hauptbeschäftigungsanlagen erschliessen im Grunde genommen das ganze Gebiet. Dies auch wenn zusätzliche Bowls aktuell erst mit Pistenraupen erreichbar sind (Spoiler: es sollte heuer die letzte Saison gewesen sein. Ein Ausbau ist entsprechend geplant, Details dazu weiter unten). Obschon das Resort im Schnitt etwas weniger Schnee als andere Gebiete in Colorado kriegt, sorgt die nordseitige Exposition dafür, dass die Qualität stets top bleibt. Keystone gehört neben Arapahoe Basin zu jenen Colorado-Resorts, welche jeweils ganz vorne mitmischen was eine frühe Öffnung wenn möglich im Oktober anbelangt.

Total besteht das Gebiet aus 20 Beförderungsanlagen und 130 Skipisten. Ein Highlight ist das grösste Nightskiing der USA, wie sie es selber in ihren Marketinggelübden versprechen. Eindrücklich auf jeden Fall: Die EUB am Dercum Mountain, welche etwas über 700hm macht, läuft während dem Night Skiing durchgehend und erschliesst nahezu jeden Winkel der nordausgerichteten Frontseite und sorgt für fantastisches Nachtskifahren.

Daten des Skigebiets / Mountain information:
Base Elevation: 9’280 ft (2’829 m)
Summit Elevation: 12’408 ft (3’782 m)
Vertical Rise: 3’128 ft (953 m)
Anzahl Anlagen: 20
Anzahl Pisten: 130 (12% grün, 39% blau, 49% schwarz/black double diamond)
Durchschnittlicher kumulierter Schneefall pro Winterhalbjahr: 235 in (597 cm)
Längste Abfahrt: Schoolmarm 3.5 miles (5.63 km)
Passzugehörigkeit: Epic Pass
Tageskartenpreis am Tag der Besuche: jeweils USD 195, am Tag des Night Skiing USD 225

Pistenpläne:
Gesamtes Gebiet: https://www.keystoneresort.com/-/aemasset/sitecore/keystone/maps/20221213_KY_WinterTrails_map_001.pdf

Gefallen:
:top: Steil und geil, extrem zügig fahrbare Runs am North Peak (Starfire, Ambush, Last Alamo, Prospector), Outback Sessel (Elk Run) sowie Ruby Express (Mozart und vor allem Diamond Back)
:top: toller Mix aus Groomers, Offpiste/gladed Skiing wie auch Mogul runs (sofern man dies mag)
:top: Diesbezüglich auch ein toller Mix an Zielgruppen, welches Keystone/Vail Resorts anspricht: Von der Familie über den anspruchsvollen Pistenfahrer bis hin zum Mogul Lover: 3x ☑️
:top: Ausrichtung der Pisten praktisch durchgehend nordseitig: Schnee hält sich genial
:top: Liftdesign respektive Verhältnis Anlagen:Pisten
:top: gratis Parking am River Run Lot mit kleinem Fussmarsch durch das „Retorten-Dörfli“
:top: Mac & Cheese in der Timber Ridge Lodge
:top: Epic Pass ;)

Nicht gefallen:
:flop: leider sind derzeit über die Hälfte der Runs nur via Catskiing erreichbar, Abhilfe schafft eine neue KSB, welche auf 23/24 fertiggestellt werden und die Bergman Bowl sowie Independence & Erickson Bowl erschliessen soll. Ein riesengrosses Upgrade für das ganze Gebiet!
:flop: Gefahr der Verwirrung auf der Frontside am Dercum Mountain. Geht irgendwie fast etwas unter, man könnte sich hier gut einen Tag lang verweilen und alle möglichen Pistenvarianten abfahren, wenn da nur die rückseitigen Bowls nicht wären :D

Unsere Tipps:
Starfire öffnet jeweils erst gegen Mitte Januar, wie uns die Locals verrieten. Nur schon diese Piste alleine ist ein Grund für einen Besuch in Keystone. Sie war an Tag 3 und 4 unseres Besuches dann geöffnet. Noch etwas hart, aber grenzgenial zum Carven, auch mit dem 100er Mittelbreite-All Mountain Ski.

Bilder und Eindrücke:
13.01.2023
Es wurde gewünscht, dass ich auch einige Zeilen zu Unterkunft und Verpflegung verliere. Diesem Wunsch komme ich natürlich sehr gerne nach. Unsere Unterkunft zur Erkundung der Colorado-Resorts an der i70 liegt in Silverthorne. Ein teures aber sehr gutes, wenn nicht gar überragendes Hostel. Sehr gut und zentral gelegen. Für weitere Inputs dazu, mach mir doch eine kurze PN :)

Fahrzeit nach Keystone: 15min
Fahrzeit nach Copper Mountain: 15min
Fahrzeit nach Arapahoe Basin: 20min
Fahrzeit nach Loveland: 20min
Fahrzeit nach Breckenridge: 25min
Fahrzeit nach Vail: 35min
Fahrzeit nach Beaver Creek: 50min

Start des dritten Skitages, zusammen mit unserem am Vorabend im Hostel kennengelernten Deutschen Freund, nach der sehr kurzen Anreise bei -20 Grad und noch nicht mal ganz warmem Auto an der River Run Gondola bei sonnigem Wetter. Wir wechseln von der Frontside zügig via Piste Mozart (3x wiederholt), welches in einer genialen Geländerkammer liegt und noch viel genialeren Schnee hat zum Santiago Express.
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Schöne Liftkreuzungen am Dercum Mountain vor der Bergstation

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Diamondback black. Was für eine geile Piste. Ich komme gleich wieder ins Schwärmen, wenn ich darüber schreibe


Dort befinden sich die tollen Pisten Ambush, Last Alamo und Prospector. Je näher am Lift desto steiler die Pisten, man kann sich bei jeder Liftfahrt aussuchen, auf was man gerade Lust hat. Wir sind beeindruckt: 1 Lift bedient total nicht weniger als 7 Hauptpisten und noch weitere, kleinere Varianten dazu.
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Mir gefallen diese Tafeln und Markierungen an den Stationen sehr. Das Design hat was altmodisches, ist aber dennoch sehr catchy!


Eine weitere Piste am Santiago Express befindet sich in Vorbereitung: Starfire. Wie uns Locals erzählen eine grenzgeniale schwarze Piste. Wir sollten unbedingt noch ein paar Tage warten, denn die Beschneiung sei demnächst abgeschlossen und dann werde die Piste fertiggestellt.
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Zoom nach Breckenridge, ebenfalls Vail Resorts


Am Outback Express, ganz aussen im Gebiet gelegen, stellt der Elk Run die beste präparierte Pistenvariante dar. Cool auch für alle Moguls Fans, dass 1/3 der ganzen Piste als Moguls-Traum zur Verfügung steht.
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Die Starfire wurde am ersten Besuchstag noch beschneit. Weiterlesen… ;)

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Mozart etwas weiter unten. Hier wird es etwas schmaler

Zur Mittagspause ging es in die Timber Ridge Lodge. Ein Glücksgriff, top Mac & Cheese mit Beef und Chilli. In der Lenzerheide würde man sagen „Gut & günstig“, schade gibt es dort dieses Menu nicht mehr.
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Links der Mount Elbert, höchster Berg in Colorado


Nach dem Essen dann stand die Sternstunde des Diamondback Piste, direkt am Ruby Express an. Nachdem die nicht nordseitig gelegene steile Piste am Morgen ziemlich hart war, weichte sie nach dem Mittag auf und was am Nachmittag absolut geil zu fahren. Gleich 4 Wiederholungen standen an, bevor wir den Tag mit einigen Runs an der Dercum Gondola und Montezuma Express ausklingen liessen.
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Auf der Mozart. Die Hauptpiste in den Backside Bereich. Eine sehr gute und lässige Piste.

Top Pisten hier: Spring Dipper, Flying Dutchman, Frenchman und Santa Fe ganz aussen. Einmal die falsche Abzweigung erwischt und schon landet man beim Peru Express, welcher den Beginner-Teil sowie den Snowpark erschliesst. Da sind wir (zu Recht) am wenigsten gefahren.
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Hier wird der neue Lift entstehen

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Santa Fe

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Elk Run. Man bemerke 1/3 Moguls, Rest Groomer

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Auf der Frontseite ist mehr los. Hier tummeln sich auch die etwas schwächeren Skifahrer.

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Irgendwo in den Trees am Outback Express


Heute kam ein Vorteil des Epic Pass zum Tragen: Unser Freund konnte von 20% „Ski with a friend“ Rabatt von einer unserer Karten profitieren.
Wenn man die Karte im Frühling kauft, gibt es zusätzlich 2 Buddy Tickets mit Rabatten bis 45% auf den Tageskartenpreis. So geht Product Marketing.

18.01.2023
It‘s a powder day!

Aus diesem Grund gibt es heute leider nicht viele Bilder. Genau gesagt, eines:
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Da wir nach einem längeren Abend etwas länger im Bett geblieben waren, mussten wir heute gegen 10.30 Uhr bereits im allerhintersten Powerline North Lot parkieren. Die anderen Parkplätze waren voll, was das Resorts jeweils über die App auch sehr gut via Pushmeldungen kommuniziert. Vorbildlich! 5 Minuten Busfahrt via „schwarze Route“ trennten uns zwischen dem PP und der River Run Gondola. Der Bus fährt alle 10-15 Minuten, gratis versteht sich.

Diamondback hatte viel Neuschnee und gegen 11 Uhr bereits einige Bumps, da kamen wir schon bei der ersten Fahrt ins Schwitzen :D

Danach ging es in den hinteren Teil des Gebietes rund um den Outback Express. Neben dem Elk Run waren heute vor allem die Bäume in Wildfire und Wolverine sehr geil zu fahren. Unzählige neue Lines, welche unten immer in denselben Ziehweg führen. Man ist teilweise komplett alleine in den doch eher schmalen Bäumen unterwegs. Besser nicht stürzen ist eine gute Devise. Das macht Spass!

Der Neuschnee macht müde und hungrig, da bietet sich wiederum die Timber Ridge Loge mit feinem Mac & Cheese (inkl. Beef und Chili ;)) an. Anschliessend ging es auf die Front Side, hier war insbesondere Santa Fe herauszuheben bei jetzt schlechterem, wieder kühlerem Wetter mit neuem Schneefall und Wind.

Tipp: Bei Powder kann die Frontside auch ganz gut sein, da die vielen Powderhunter sowieso nach weiter hinten fliehen. Mit der neuen KSB wird sich dies bestimmt nochmal verstärken.

21.01.2023
Heute stand Nachtskifahren auf Keystone an. Das Wetter war den ganzen Tag extrem kalt und deswegen haben wir uns mit Unterkunftwechsel, Netflix und Kochen den Tag rumgeschlagen. Am späteren Nachmittag dann hat uns der Drang nach Schnee aber wieder gepackt und wir haben uns auf den 20minütigen Weg ins Keystone Resort gemacht. Parking wiederum gratis perfekt auf den Parkplatz der River Run Gondola. Eigentlich doof, dass man dies jeweils so erwähnen muss aber in den USA ist kostenloses Parking definitiv auch keine Selbstverständlichkeit.

Keystone veranstaltet jeden Freitag und Samstag in der Hauptsaison (plus während den Feiertagen noch an mehr Abenden) jeweils von 16.00 bis 20.00 Uhr Nachtskifahren. Sprich, wie auch schon von Forumsusern angepriesen, kann man wenn man will von morgens früh bis abends durchfahren. Das ist schon speziell!
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Offen ist die ganze Frontseite des Dercum Mountain mit der River Run Gondola und teilweise auch dem Sessellift. Dieser wurde heute im Laufe des Abends aufgrund Wind leider geschlossen. Sehr viele Pisten sind extrem gut beleuchtet und es wird nicht ohne Grund von den Vail Resorts als „one of North America biggest night skiing resorts“ angepriesen. Es brauchte nicht mal unbedingt die Schneebrille, so hell war es teilweise. Echt cool.
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Na dann halt: SLOW! Sicherheitswahn am Ende der Piste

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Heute war leider etwas früher Feierabend, gegen 19.30 Uhr hiess es an der Bergstation von den Patrollern, dass dies die letzte Fahrt für uns war. Der Wind zog immer mehr an und sie sehen sich gezwungen den Berg zu leeren. Naja, drei Tage zuvor hatte es tagsüber gefühlt einiges mehr gewindet und alles blieb offen. Kann mir vorstellen, dass dies am Abend etwas strenger gehandhabt wird.

Wir nutzten die Zeit und gingen rüber zum Lake Keystone um dem Geschehen des aktuell laufenden Pond Hockey Turnier beizuwohnen und eine grosse Pizza zu verdrücken.
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Pondhockey, eine grosse Sache hier. Noch grösser jedoch in Kanada


23.01.2023
Monday, funday!

Traumwetter heute bei kalten Temperaturen. Das verspricht ein perfekter Pistentag zu werden! Heute war der Tag der Starfire am North Peak. Diese Piste ist einfach saugeil zu fahren. Unendlich lang, sehr gute Steilheit (in Europa würde ich sie als hellschwarz einstufen) und vor allem eine perfekte Breite zu carven. Der Grip auf der Piste wird immer besser, sie ist nicht mehr ganz so hart wie kurz nach der Öffnung, aber trotz einigen Schneefällen dazwischen immer noch weit entfernt von weich.
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Starfire Mittelteil 5*****

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Los gehts auf die Starfire

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Mozart bei Sonnenschein

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Videoscreenshot Starfire-Carving-Traum-Schlussteil


Heute hatte es generell viele Anfänger und Straightliners (Leute, welche auch auf steileren Pisten einfach breitbeinig, gerade und eher unsicher den Berg runterflitzen, ohne Rücksicht auf Verlust) unterwegs.
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Elk Run. Überhaupt, die Pistennamen sind sehr schön und in vielen Fällen auch stimmig und triffig gewählt

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Starfire oberer Teil


Zu den besten Pisten heute zählten wiederum wie erwähnt die frisch gegroomten Starfire, der Elk Run, Mozart sowie Frenchman auf der Frontside. Es wurden heute interessanterweise nicht wahnsinnig viele Pisten über Nacht neu präpariert. Es empfiehlt sich auf jeden Fall beim Morgenkaffee die genaue Konsultation des Pistenberichtes mit den frisch „gegroomten“ Pisten.

Fazit zu Keystone: Uns hat das Gebiet extrem gut gefallen. Keystone punktet mit sehr gutem Schnee, vielen nordseitigen Pisten, steilen und breiten Pisten sowie einem grossartig effizienten Liftdesign. Den Beginnern kann sehr gut ausgewichen werden und auch die Verpflegung ist, für die USA nicht wirklich typisch, voll OK. Mit dem Epic Pass profitierst du unter anderem von 20% auf die Verpflegung. Ein gutes Verkaufsargument und die Preise sind ja auch dementsprechend kalkuliert, ich weiss. Dennoch gilt es dies hervorzuheben ;)

Ergänzung: zur Übersicht aller Berichte aus der vergangenen grossen Nordamerika-Winterreise 2023
 
Sehr cool, kann Deine Eindrücke bestätigen! Wir haben auch an dem Tag "durchgemacht", aber mit Abendessen natürlich (Pizzen auf einem Turm). Nachtski fand ich schon recht cool dort.
 
br403 schrieb:
Sehr cool, kann Deine Eindrücke bestätigen! Wir haben auch an dem Tag "durchgemacht", aber mit Abendessen natürlich (Pizzen auf einem Turm). Nachtski fand ich schon recht cool dort.

😍
 
Interessant eure Einschätzung zu diesem Skigebiet. Von der Landschaft und dem Panorama her gesehen, sieht das Skigebiet langweilig unspektakulär und fast nach Mittelgebirge aus.
Die vielen mittelsteilen schwarzen Pisten sehen aber lecker aus zum runterheizen. Da kann man sicher gut Gas geben... Würde mir wohl auch Spaß machen :D.
 
Was auch mir auffällt ist, dass trotz der Höhenlage die Skigebiete nicht mehr als 1.000hm hergeben. Mit Sicherheit der allgemeinen Topographie geschuldet, aber auffallend. Der Mittelgebirgscharakter entsteht dann wahrscheinlich, weil die Baumgrenze dort so hoch ist 🤷‍♂️
Faszinierend finde ich bei den Bildern aus Nordamerika dann auch immer die Vielzahl von Waldschneisen, die ja offensichtlich meist auch von vergleichsweise wenigen Liften erschlossen werden. Sind halt nicht die Alpen 😉
 
Mt. Cervino schrieb:
Interessant eure Einschätzung zu diesem Skigebiet. Von der Landschaft und dem Panorama her gesehen, sieht das Skigebiet langweilig unspektakulär und fast nach Mittelgebirge aus.
Ich war zwar noch nie selber im Mittelgebirge Skifahren, den Berichten im Forum zufolge und meinen Erfahrungen in den USA entsprechend kann ich es mir nun zumindest mal vorstellen!

Mit der Höhenlage kann das Mittelgebirge jedoch nicht mal vielleicht mithalten ;) Was ebenfalls total unterschiedlich ist, ist die Aussicht. Du kannst zB in einem "Mittelgebirgs-ähnlichen Gebiet" wie Keystone unterwegs sein, dafür dennoch total alpine Ausblicke haben.

Mt. Cervino schrieb:
Die vielen mittelsteilen schwarzen Pisten sehen aber lecker aus zum runterheizen. Da kann man sicher gut Gas geben... Würde mir wohl auch Spaß machen :D.
Oh ja. Super geil. Kann man nicht genug sagen :D

icedtea schrieb:
Was auch mir auffällt ist, dass trotz der Höhenlage die Skigebiete nicht mehr als 1.000hm hergeben. Mit Sicherheit der allgemeinen Topographie geschuldet, aber auffallend. Der Mittelgebirgscharakter entsteht dann wahrscheinlich, weil die Baumgrenze dort so hoch ist 🤷‍♂️
Jep, der eher geringe vertikale Höhenunterschied zieht sich ziemlich durch unsere Berichtsreihe durch. Und eine Baumgrenze auf 3800m ist auch mal geil oder?! :D
 
icedtea schrieb:
Der Mittelgebirgscharakter entsteht dann wahrscheinlich, weil die Baumgrenze dort so hoch ist 🤷‍♂️
Einerseits ja, aber andererseits auch an den eher zahmen und weniger markanten Bergen, im Vergleich zu den Alpen.
Skigebiete mit extrem markanten Berggipfeln, Bergmassive oder Gletscherabbrüchen, wo man direkt neben steilen Felswänden, tiefen Felsabbrüchen oder Schluchten Ski fährt, sind dort eher selten.
Eine Szenerie wie z. B. in Chamonix, Verbier, Zermatt, Alagna, Tignes, oder auch am Arlberg oder in den Dolomiten gibt es dort selten und meist gar nicht in den Skigebieten.
Was aber auf gar keinen Fall heißen soll, dass man in den USA nicht auch prima Skifahren kann...
 
Wenn ich das richtig im Kopf habe, sind die Rockies auch älter als die Alpen, womit die Erosion dort das ein oder andere schon mehr abgeschliffen haben dürfte; ist jetzt aber keine Expertenmeinung 😉
 
Sehr schöne Berichte und Bilder!

Was mir auffällt: Die Amerikaner „fräsen“ offenbar ohne jede Scheu fette Pisten in den Wald. Auf den Bildern sieht es so aus, als ob grob geschätzt ca. 50% des jeweiligen Berges abgeholzt wurde. Da finde ich die Vorgehensweise in Europa, doch deutlich weniger einschneidend. Meist wird hier (gefühlt) sehr behutsam vorgegangen und in einigen Fällen fast schon überzogen (ZillertalArena, geplanter Verbindungsweg). Wie sind denn dort die Umweltauflagen, oder gibt es da gar keine?

was mich auch noch interessieren würde: in deinem Startthread hast du die durchschnittlichen (Mond-) Preise der Tageskarten errechnet. Mich würde interessieren welchen durchschnittlichen tageskartenpreis du mit deinem Epic Pass errechnet hast.
Ich habe für meine Skisaison mit der Salzbureg Superskicard einen durchschnittspreis weit unter 40,- EUR errechnet.
 
biofleisch schrieb:
Wie sind denn dort die Umweltauflagen, oder gibt es da gar keine?
So wie ich das verstanden habe gibt es schon Planning Boards in den jeweiligen Regionen, welche eine Expansion gewissen Kriterien nach entsprechend abnehmen lassen müssen. Ich hab auf den Liften auch verschiedene Leute gefragt, so ein richtiger Konsens ist dabei jedoch nie entstanden. Kann mir vorstellen, dass es je nach Bundessstaat einfacher und schneller (und wohl auch mit entsprechender Bezahlung) und in anderen etwas länger. In Kanada brauchst nur das Land, keine Baubewilligungen nix. Wobei auch dort neu nachhaltiger gewirtschaftet werden soll, was die ganze Holzfällerei angeht.

Wenn ich da so an die plattplanierten Pisten in Ischgl denke... ist dort halt nicht so stark sichtbar da oben kein Wald (zB Idalpe) aber geht für mich in dieselbe Richtung.

biofleisch schrieb:
was mich auch noch interessieren würde: in deinem Startthread hast du die durchschnittlichen (Mond-) Preise der Tageskarten errechnet. Mich würde interessieren welchen durchschnittlichen tageskartenpreis du mit deinem Epic Pass errechnet hast.
Ich habe für meine Skisaison mit der Salzbureg Superskicard einen durchschnittspreis weit unter 40,- EUR errechnet.
Durchschnittspreis Epic Pass bei umgerechnet CHF 30.00 (bei Tageskartenpreisen von wie erwähnt CHF 174.00)
Beim Mountain Collective Pass übrigens noch tiefer, unter CHF 29.00 (TK Window rate Schnitt CHF 126.00)

Das ist schon supercool.
 
In 2018 war ich fünf Tage in Whistler, da hat sich der EPIC-Pass schon rentiert.
Anschließend bin ich dann damit noch 1 Woche in den Dolomiten und 2 Tage in Les Arcs gefahren.
Skifahren in Nordamerika macht nur Sinn mit solch einem Verbundpass.
Und wirklich teuer finde ich ihn nicht, etwa vergleichbar mit der Snowcard Tirol.

Und was den Mittelgebirgscharakter betrifft:
Das stört mich gar nicht. In Kitzbühel und in der Skiwelt schaut's auch nicht anders aus.
Für mich viel wichtiger ist die Qualität des Schnees und das Verhältnis Lift - Abfahrten.
Fast immer gibt es 10 Abfahrtsmöglichkeiten pro Lift, folglich unglaublich viel Platz auf den Pisten.
Und dann erst die gladed runs, die im Sommer wieder ausgelichtet werden...

Was jedoch in Nordamerika fehlt, ist eine gewisse Hüttenkultur und die Qualität der angebotenen Speisen.
Ich könnte mir vorstellen, dass gute Köche und qualifiziertes Personal (wie aktuelll leider auch bei uns in den Skigebieten) weiterhin Mangelware sind.
War jedenfalls im letzten Winter in BC so. Da hat eigentlich nichts funktioniert.
 
Genau Ammerland, du erwähnst es richtig. Bei 5-7 Tagen Urlaub in einem Vail Resort lohnt sich der Epic Pass sogleich. Wir haben in unserem Epic-Account die Kosten für 3 Tage Whistler in 2019 gesehen, das waren 411CAD/Person. Der Epic Pass kostete dazumals noch etwas weniger und der CAD war noch leicht höher. Nochmals rund 3 Tage in einem anderen Vail Resort und wir hätten auch da den Epic Pass gebrauchen können. Die einzige Einschränkung hier: Der Verkauf wird meist Anfang Dezember eingestellt. Danach gibt es nur noch Tagespässe.

Deinen restlichen Bemerkungen kann ich zustimmen. Das Verhältnis Lift:Abfahrten, die im Sommer ausgeholzten gladed runs in den Wäldern und die Schneequalität sind drei top Merkmale für Skifahren in den Rockies. Wenn man den grossen Massen an den Weekends und Feiertagen/verlängerten Weekends noch ausweichen kann, umso besser! Den Osten kann ich noch nicht beurteilen.

Hüttenkultur inexistent, darauf komme ich in späteren Berichten noch. Funktioniert hat es jedoch eigentlich überall recht gut. Ausser in Park City. An einem Weekend... da herrschte Chaos pur.

Ergänzung: zur Übersicht aller Berichte aus der vergangenen grossen Nordamerika-Winterreise 2023
 
@schafruegg Hast Du auch das Cat Ski Angebot in Keystone getestet? Ist das im Skipass enthalten? Wenn ja, hat es Dir gefallen? Wie sind die Bowls zu fahren?
 
Skifreak_1 schrieb:
@schafruegg Hast Du auch das Cat Ski Angebot in Keystone getestet? Ist das im Skipass enthalten? Wenn ja, hat es Dir gefallen? Wie sind die Bowls zu fahren?

Danke für die gute Frage. Nein, wir haben das Cat Ski Angebot nicht getestet. Die Bowls am Continental Divide, welche durch die Pistenraupen erschlossen werden sahen Mitte Januar ziemlich abgeblasen aus. Es war, wie in den Berichten erwähnt, auch immer etwas windig. Spuren waren auch nicht viel zu sehen, einige wenige nach den Neuschneefällen das war‘s jedoch.

Leider ist das Catskiing Angebot nicht im Skipass erhalten. Wäre auch zuviel verlangt, bei einer $195 Tageskarte :mrgreen:
Kosten $25: https://www.keystoneresort.com/explore-the-resort/activities-and-events/winter-activities/north-peak-cat-shuttle.aspx
 
Vielen Dank für Deine Antwort. Bei den verblasenen Verhältnissen würde ich das Angebot auch nicht testen.
Die $195 sind wirklich ein Schnäppchen. :D
 
Super. Vor Jahren hatten mein Neffe und ich mal gedanklich rumgespielt dorthin oder nach Telluride zu fahren.

br403 schrieb:
biofleisch schrieb:
Wie sind denn dort die Umweltauflagen, oder gibt es da gar keine?

USA und Umwelt... :lol:
Eieijei, die sebstgerechten Deutschen mal wieder ;D
Bedenkt mal, die riesigen Naturräume außenrum. An sowas wie Tirol kann man dorten im Zweifel vorbeifahren, ohne es zu bemerken.
 
Wenn ich sehe wie viel Müll da immer noch produziert wird, nur ein Beispiel.
 
Fab schrieb:
Super. Vor Jahren hatten mein Neffe und ich mal gedanklich rumgespielt dorthin oder nach Telluride zu fahren.

Yeah! Du kannst gespannt sein auf den Bericht aus Telluride!
 
Mt. Cervino schrieb:
Interessant eure Einschätzung zu diesem Skigebiet. Von der Landschaft und dem Panorama her gesehen, sieht das Skigebiet langweilig unspektakulär und fast nach Mittelgebirge aus.
Die vielen mittelsteilen schwarzen Pisten sehen aber lecker aus zum runterheizen. Da kann man sicher gut Gas geben... Würde mir wohl auch Spaß machen :D.

Wenn man mal ganz grob verallgemeinert gibt es in den US-Skigebieten deutlich weniger wirklich Steile Hänge als bei uns, und auch viel weniger hochalpines Gelände. Aber ja, heizen kann man allemal :)

icedtea schrieb:
Was auch mir auffällt ist, dass trotz der Höhenlage die Skigebiete nicht mehr als 1.000hm hergeben. Mit Sicherheit der allgemeinen Topographie geschuldet, aber auffallend. Der Mittelgebirgscharakter entsteht dann wahrscheinlich, weil die Baumgrenze dort so hoch ist 🤷‍♂️
Faszinierend finde ich bei den Bildern aus Nordamerika dann auch immer die Vielzahl von Waldschneisen, die ja offensichtlich meist auch von vergleichsweise wenigen Liften erschlossen werden. Sind halt nicht die Alpen 😉

Ja, viel Höhenunterschied hat es nicht. Den meisten hat Jackson Hole mit 1250 Höhenmetern. US Skigebiete haben im allgemeinen viel mehr Pisten / Routenfläche für die gegeben Liftkapazität als bei uns. Sprich, man muss zwar viel mehr an den Liften anstehen als bei uns, aber dafür ist es auf den Pisten abgesehen von ein paar neuralgischen Stellen eigentlich nie überlaufen.

br403 schrieb:
biofleisch schrieb:
Wie sind denn dort die Umweltauflagen, oder gibt es da gar keine?

USA und Umwelt... :lol:

Die Skigebiete auf öffentlichem Land haben deutlich striktere Auflagen als das was man in AT gewöhnt ist. Auf private Land schaut es dann aber schon anders aus, ausser das Skigebiet ist in ein Staat wie Kalifornien wo die Bürokratie sehr mit dem Germanischen Europa vergleichbar ist, wenn nicht noch umfangreicher. Das Bäume fällen ist dabei eigentlich nie das Problem, davon haben sie eh genug. Aber "Pistenkorrekturen", oder Wasserabfluss für die Beschneiung ist ein ganz anderes Problem. Oder das man bei vielen Baustellen keine Bauwege anlegen darf sondern nur aus der Luft bauen, oder mit Pistenraupen auf Schneeunterlage. Kommt aber immer drauf an wie der Forrest Service drauf ist, bzw wie schützenswert die Gegend.
 
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