Und weiter geht's mit der Reise durch die Skigebiete von Valberg, Les Launes und Beuil.
Zur Erinnerung: Der Verbund der drei Gebiete ist eingebettet in eine malerische Hügellandschaft zwischen den Préalpes d'Azur und dem Mercantour-Massiv. Um hoch oder zurück zu kommen, muss man ziemlich heftige (aber schöne) Schluchten durchqueren. Wintersport wird hier seit 90 Jahren betrieben, die ältesten noch laufenden Anlagen in Beuil und Les Launes (
den "kleinen und ruhigeren" Orten) stammen von 1961. Das mondäne Valberg bietet alles, was eine "Station von Welt" so bietet - es hat nicht die Ausstrahlung und Grösse von Davos oder Zermatt, gehört aber mit Isola 2000 und Auron zu den Haupt-Skiorten der Meeralpen.
Oder wie es ein User auf RM beschreibt:
Valberg, avec ses 95 Kms de pistes, est la troisième station la plus importante du département des Alpes-Maritimes derrière Isola 2000 (120 Kms) et Auron (135 Kms). La station est ainsi qualifiée de "village de charme". En effet, elle a conservé une certaine esthétique : pas de barres d'immeubles en béton au centre de la station mais des chalets et des bâtiments en bois. Ainsi, on a davantage l'impression d'être dans un village de montagne que dans une usine à ski.
Anlagenmässig besteht Investitionsbedarf - die alten, ruppigen Pomas taugen am Rand des Gebietes sehr wohl, aber im ganzen Gebiet gibt es sonst nur eine einzige kuppelbare 6er-Sesselbahn. Alles andere wird fixgeklemmt, mit Teppichen oder KSSL gelöst.
Landschaftlich am ehesten vergleichbar ist Valberg wohl mit dem Saanenland zwischen Zweisimmen und Gstaad - auch hier geht es nicht besonders hoch hinaus, bis etwas über 2000m, aber die Hauptpisten sind allesamt beschneit.
Letzteres gilt nicht für Beuil (ca. 10 Autominuten von Valberg) und Les Launes (ca. 5 Minuten). Hier ist wie oben erwähnt "ski à l'ancienne" angesagt und man fühlt sich wie in einem Kleinskigebiet irgendwo im Kraut draussen. Über das Plateau St-Jean gelangt man über schöne kleine Talkessel, sanfte Hügel und Ziehwege ins grosse Gebiet von Valberg rüber, wo es dann natürlich auch von Menschen wimmelt, denen gelinde gesagt das Skifahren nicht gerade in die Wiege gelegt wurde.
Am hinteren Ende - von Beuil aus gesehen - befinden sich mit den beiden Pomas "Raton" und "Pra Brûlé" - zwei Anlagen, die Franzosen als "mythique" bezeichnen. Sie sind steil und anspruchsvoll (Pra) bzw. dieselbetrieben (Raton) und erschliessen - wenn genug von der weissen Pracht liegt - eine Menge sensationell schöner roter und schwarzer Naturschneepisten. Von oben sieht man vorne das Meer, hinten die Bergketten der Meeralpen. Ziemlich geil.
Wir befinden uns aber immer noch im Anfängergebiet von Beuil...
... wo drei KSSL stehen, die schon seit acht Jahren mangels Schnee nicht mehr in Betrieb waren. Für diese Lifte kann man auch separate Tickets lösen, die mit 8 Euro geradezu ein Schnäppchen sind. In Betrieb war "Bosquet" von 1969, während "Bel Combe" (Montaz Mautino 1976) still stand. Endlich stand ich hier mit Skis an den Füssen vor diesen Liften, die ich als Elfjähriger bestaunt hatte. C'est chouette, ça!
Im obigen Bild links sieht man auch schon die Pistenzufahrt vom anspruchsvolleren Teil des Skigebietes von Beuil, der durch die älteste Anlage hier erschlossen wird, aber dazu später.
Wie man sieht, nagt das warme Wetter auch hier an den Pisten - abends befindet sich an dieser Stelle ein regelrechtes Schwimmbad. Die kalten Nächte helfen einigermassen.
Nun aber auf den mit 4m/s schnellsten und ruppigsten Poma des Gebietes! Vorhang auf für den "Condamines"-Schlepper aus dem Jahre 1962:
Eine vereiste Spur führt in rasantem Tempo steil den Wald hoch. Wer hier rausfliegt, hat eine weite Reise durch mühsamen Schnee vor sich - Sulz mit Deckel... viel Spass.
Ein Kollege hat vor drei Wochen dieses Video der Anlage veröffentlicht, vermutlich auch aus der letzten Februarwoche:
Nach dem Steilstück beginnt langsam der östliche Teil des Plateau Saint Jean:
Nun kann man die einzige frisch präparierte Piste hier geniessen. Die schöne rote "Serres" (links vom KSSL von unten gesehen) wurde nicht gemacht und ist natürlich am Morgen ein gefrorener Rüttel-Acker. Schade, dass sich hier der französische Minimalismus mitten in der Hochsaison durchsetzt. Immerhin ist die "Géants" wirklich toll gewalzt:
Jetzt ist es aber Zeit, nach Westen vorzustossen - zuerst nach Les Launes!
Hier käme man nochmals nach Beuil runter...
... wir machen uns aber auf den Ziehweg nach Les Launes:
Der Mont Mounier (2817m) ist quasi der Schirmherr über die Landschaft:
Nun taucht langsam Les Launes auf:
Hier befinden sich nebst einem Anfängerlift die beiden Anlagen "Tinsounil" und "Olympic" sowie eine nicht mehr verwendete Skisprungschanze von 1936. Die ältere Anlage stammt
gemäss dieser Website von 1961 und sieht auch so aus! Sie war leider ausser Betrieb.
Auf dem Youtube-Kanal "100% Remontées Mécaniques" findet man ein aktuelles Video der Anlage - ein User schreibt dazu: "En plus de 20 ans, je n'ai jamais réussi à le prendre, il est soit à l'arrêt, soit en panne, soit... pas de neige." Und im Abspann ist ein Dank an die Betreiber zu lesen, die den Lift extra für den Filmenden gestartet haben. Whow, quelle histoire!
Wir wollen nun aber weiter gen Valberg und nehmen die linke Anlage (angeblich von 1984, sieht älter aus), mit 3.8m/s und Katapultstart ebenfalls nix für schwache Nerven!
Auch hier gibt es ein "dedicated Video":
Die zu den Skiliften gehörenden Abfahrten gebe ich mir dann am Abend. Weiter geht's also nach Westen:
Am Horizon sieht man schon das Gebiet von Valberg.
Wir befinden uns hier auf der Ebene von St-Jean, das von einem Montaz-Mautino-KSSL (1972) erschlossen wird. Nur dank dieser Anlage kommt man dann auch zurück nach Les Launes.
Hier gibt es auch einen ab der Hauptstrasse gut zu erreichenden Parkplatz, der zwar kein Geheimtipp ist, aber doch ein guter Alternativeinstieg ins Gebiet für geübtere Fahrerinnen und Fahrer.
Einem Rope Tow entlang kommt man zur einzigen KSB des gesamten Region:
Die "Eguilles" (rasant schnell, Poma 2005) führt zur "Tête des Eguilles", einer von vielen Hügelspitzen des Gebietes. Ab hier sind die Hauptpisten durchgehend beschneit. Und was auch äusserst nett ist:
An dieser Anlage befinden sich auch die Rennpisten, und während der Aufstiegs sieht man erstmals Valberg.
Oben angekommen kann man den Speichersee bestaunen, aber auch die beiden Anlagen "Cinivières" (fixgeklemmte Pomas aus den 1970ern und 1980ern).
Wir wollen nun aber zur Dreccia hoch, dem letzten Hügel vor dem Gebietsteil, der für Profis reserviert ist!
Die fixgeklemmte Anlage von 2008 fährt immerhin mit 2.5m/s. Unterwegs beginnt man langsam das Meer zu sehen bzw. heute die Wolkenschicht über dem Meer.
Hinten Les Launes, das Plateau St-Jean und der Mercantour:
Endlich! Die Bergstation des téléski du Raton kommt in Sicht. In vielen Foren las ich Sätze wie "die legenäde Anlage läuft erstmals seit vielen Jahren dank des vielen Schnees" - genau darum bin ich hauptsächlich hierher gekommen.
Die Aussicht von der Dreccia (1968m) lässt sich sehen!
Hier kommt auch die fixgeklemmte Barzès von 1986 an, welche den Talkessel von Pranier (wo der Steile KSSL Pra Brûlé beginnt) auch für Anfänger erreichbar macht:
Ich peile nun aber die beiden "téléskis mythiques" an, die sich hier hinten befinden...
Der Anfang ist noch die beschneite Piste zur Barzès-SB runter, bald kommt aber die Abzweigung zum Raton!
Das Spannendste kommt immer am Schluss

Fortsetzung folgt!
Alle Bilder in diesem Album.