Gondelbahn zwischen kanadischen Bergen
Ambitiöses Projekt von Whistler-Blackcomb
Fdr. Das Erholungsgebiet von Whistler-Blackcomb, rund zwei Autostunden nordwestlich von Vancouver, gilt zwar in Nordamerika immer noch als eine der besten Ski-Destinationen, doch hat der vor allem gegenüber dem US-Dollar teurer gewordene Kanada-Dollar in den letzten Jahren zu einem markanten Einbruch der Besucherzahlen und der Übernachtungen geführt. Ein komplizierter werdender Grenzübertritt von den USA nach Kanada hält zudem offensichtlich viele Amerikaner, die bisher rund 40 Prozent der Besucherzahl ausmachten, davon ab, ihre Winterferien in Kanada zu verbringen.
Schliesslich hat eine unüblich warme Saison im vergangenen Winter vielen Wintersportlern drastisch vor Augen geführt, dass das Skigebiet relativ tief liegt. Für das Dorf selber zeigt der Höhenmesser nur 675 Meter über Meer an, und der höchstgelegene Skilift erreicht gerade einmal ein Niveau von 2284 Metern. Im Vergleich dazu liegen amerikanische Skistationen, wie beispielsweise Breckenridge in Colorado, deutlich höher.
Die Intrawest Corporation, welche seit einigen Jahren die gesamte Infrastruktur des Skigebietes kontrolliert, und die Hotellerie vor Ort versuchen nun gemeinsam, die Kundschaft mit günstigeren Angeboten zurückzuholen, und erinnern sich dabei auch der Tatsache, dass es eine interessierte lokale Ski-Bevölkerung gibt. So hat die Bergbahn- und Skiliftfirma schon im Vorjahr erstmals zum günstigen Preis von rund 50 Kanada-Dollar pro Tag ein Abonnement für jeweils fünf frei wählbare Skitage eingeführt, das nur für Skifahrer aus Britisch-Kolumbien und dem benachbarten US- Gliedstaat Washington gilt; diese Aktion wird im laufenden Jahr erneuert.
Intrawest hat sich indessen für die längerfristige Zukunft des Skiortes eine neue Attraktion ausgedacht, welche in Nordamerika in ihrer Art einmalig sein dürfte. Geplant ist nämlich eine Gondelverbindung zwischen den beiden Bergspitzen von Whistler-Mountain und Blackcomb- Mountain, vom Restaurant Roundhouse zum benachbarten «Rendez-vous». Die rund 4,5 km Luftlinie sollen mit 26 Doppelmayr-Dreissigerkabinen in jeweils 10 Minuten überwunden werden; die Transportkapazität wird mit 4000 Gästen pro Stunde angegeben. Dabei folgt die Kabinenbahn auf beiden Seiten vorerst dem Bergprofil, macht aber etwas weiter unten einen grossen «Sprung»; die grösste Spanne zwischen den zwei Masten quer übers Tal beträgt dort 2900 Meter; an der höchsten Stelle bzw. dort, wo das Tal am tiefsten ist, beträgt die Höhendifferenz 450 Meter. Das Ganze soll rund 50 Millionen Dollar kosten und bereits für die Saison 2007/08 betriebsbereit sein, also noch vor den Olympischen Winterspielen 2010.