Anfahrt:
A5 nach Basel, Bern, Vevey, Martigny, Sion, Haute-Nendaz, mit Pause ca. 7 Stunden. Stau vor Bern (wie immer!)
Wetter:
Sonne, Sonne, Sonne, sonst nur ein richtig schlechter Tag mit Schneefall oben und Regen unten
Temperatur:
Tal: bis 14 Grad, Berg: Minusgrade bis wenige Plusgrade (auf 2000 m max. ca. 4°C). Nachts meistens kein Frost mehr im Ortsbereich, so dass die Schneekanonen unten nur während zwei Nächten angestellt wurden.
Schneehöhe:
Berg: bis ca. 140 cm (laut Télénendaz), geschätzt aber eher ca. 100 cm, Tal: 0 cm, Kunstschneepiste. Naturschnee um Piste herum ab ca. 1600-1700 m.
Schneezustand:
Naja. Typischer Frühjahrschnee.
Unten auch auf Kunstschneepisten tlw. aper. Oben insgesamt gute Verhältnisse. Insbesondere Alpage immer gut zu fahren. Prarion indiskutabel.
Geöffnete Anlagen:
alle bis auf
Geschlossene Anlagen:
SL Fontaine zeitweise und am Schluß.
Offene Pisten:
alle bis auf
Geschlossene Pisten:
Jean-Pierre rot (Talabfahrt)
Prarion (ab 6.3.)
Fontaine (ab 14.3.)
im Bereich von Veysonnaz Ortsbereich
Meisten Gefahren mit:
SL Alpage
12-EUB Tracouet
Wenigsten Gefahren mit:
Fast alle SL in Les Collons
Wartezeiten:
Meistens 0-1 Minute. In Stosszeiten an 12EUB Tracouet und SL Dent 5 Minuten. Einmalig nachmittags am SL Les Chottes 10 Minuten.
Gefallen:
- Wetter
- Endlich wieder etwas Frankreich-Feeling durch französische Sprache und Mentalität
- Atemberaubendes Panorama durch
- ideale Ortslage auf einem Hochplateau
- insgesamt schönes Ortsbild
- Lage unseres Appartementhauses direkt an der Piste mit toller Aussicht
- unpräparierte Buckelabfahrt Plan du Fou
- meine 5jährige Tochter kommt nun auch ohne Probleme die roten Pisten hinunter
- Kultige, schrottige Poma-Stangenschlepper als solche (abgesehen von der Wartung, s.u.!)
- Lage von Siviez
- Piste „Nationale“
Nicht gefallen:
- Schneesituation (dafür kann keiner etwas!)
- Pistenpflege vor allem im Bereich Prarion
- fehlende Schneekanonen im Bereich Prarion, dadurch
- Hauptverbindungsachse nach Siviez
- Skibusverbindung nach Siviez
- veraltete unkomfortable Lifte
- zu viele Schlepplifte
- ausgelutschte Stangen der Poma-Schlepper (für Kinder absolut ungeeignet) mit Initialsprung
- Skischule Neige Aventure (viel Geld für wenig Skifahren!)
- Anfängergebiet für Kinder über gefährliche Treppe am Lac de Tracouet erreichbar
- Baustellen im Ort (Bettenboom!)
- Essen (Auswahl und Preis-Leistung) im Restaurant Tracouet eine Unverschämtheit
- anfangs Pistenpräparation im Ortsbereich teilweise mitten in der Nacht über 2 Stunden, so dass die
Nachtruhe gestört wurde (04:30 Uhr, 01:30 Uhr, 0:30 Uhr ). Das kenne ich aus France und Österreich
nicht so!
Fazit: 4 von 6 Maximalen.
Abzüge: siehe unter „Nicht gefallen“
Meine persönliche Bewertung (Noten):
Teilskigebiet „Printze“ (Abzüge wegen Skibus!): 2+
Ortsbild: 1-
Unterkunft: 1
Wetter: 1
Schneelage: 2-
Erreichbarkeit: 1
Preisniveau: 2-
Gesamt: 2+
Haute-Nendaz: Die Station schien mir schon bekannt zu sein durch einen Aufenthalt in Les Collons vor 6 Jahren. Sie schien die Kriterien zu erfüllen, die für uns wichtig sind: gutes Skigebiet, Ortshöhenlage über 1200 m und nettes Ortsbild, Kinderfreundlichkeit, gute Skischulen, französischer Einschlag, Lifte direkt ohne Skibus zu erreichen, preislich erschwinglich für 2 Wochen. Einige Kriterien, so stellte sich heraus, ließen sich nicht erfüllen, so dass etwas Enttäuschung aufkam, die aber durch andere positive Überraschungen mehr oder weniger ausgeglichen werden konnten.
Dieser Bericht ist durchaus kritisch gehalten. Alles in allem aber, um es vorweg zu nehmen, ein gelungener Skiurlaub.
Der Ort Haute-Nendaz selbst besticht durch seine außergewöhnliche Lage auf einem Sonnenplateau über dem Rhone-Tal mit einem grandiosen Panorama, das ich so noch nie gesehen habe (ich fahre seit dem 3. Lebensjahr Ski). Das Ortsbild mutet schon eher französisch, aber gemütlich, an, was ich durch meine Francophilie sehr schön finde. Viele Baustellen und Baustellenschilder, aber auch Baustellenverkehr stören aber das Ortsbild. Leider liegt hier kein bisschen Schnee mehr. Je höher man aber in Haute-Nendaz kommt, umso eher wird man an den eigentlichen Zweck der Reise, das Skifahren erinnert. Die Tracouet 12-EUB ist nicht zu übersehen, die Talabfahrt ist zu erkennen, erste Schneereste. Die Talstation der Tracouet-Seilbahn ist architektonisch zweckmäßig aber interessant gestaltet, da die Kabinen zwei Zustiegsmöglichkeiten bieten (unten Ort und oben Piste) und in der Talstation über 2 Stockwerke transportiert werden.
Unser Appartementhaus liegt direkt neben der Télécabine und Talabfahrt: ideal, wie wir dachten. Dass gerade anfangs mitten in der Nacht die Piste lautstark präpariert wurde kannte ich vorher so nicht, zumindest nicht aus Frankreich und Österreich. Die Schneekanonen und das monotone Summen der Tracouet-12-EUB störten dagegen überhaupt nicht.
Wir kamen bei gemischtem Wetter an, aber oben schien die Sonne. Perfektes Panorama auch aus unserem Appartement zu sehen!
Erster Tag: Skiausrüstung für unsere Tochter ausgeliehen, Skipässe gekauft, und hoch geht es mit der Télécabine de Tracouet, einer 12-EUB ohne Sitzmöglichkeiten. Über 2200 m lang, von 1387 auf 2200 m, Hersteller von Roll, CWA-Kabinen. Eine schöne Trasse, wiederum mit einem außergewöhnlichen Panorama.
Oben geht der Blick auch über die Alpage, dem Ortsskigebiet von Nendaz, mit vielen Carvingpisten. Hier gibt es auch eine kleine Geschwindigkeitsmeßstrecke. Über 69 km/h kam ich leider nicht hinaus. Weitere Schlepper befinden sich hier oben, insgesamt leichtere bis mittelschwere Abfahrten. Außerdem das Anfängergebiet mit den Treffpunkten für 2 Skischulen am See (Lac de Tracouet), der ein Stück unterhalb der Bergstation der Tracouet-Seilbahn liegt und über Treppen erreichbar ist. Morgens und mittags hätte unsere Tochter, die in der Skischule Neige Aventure über eine Woche vormittags war, diese anstrengende und gefährliche Treppen-Prozedur hinter sich bringen müssen. Ebenso auch alle Nicht-Skifahrer. Ein unhaltbarer Zustand. Kein Liftzubringer. So brachten wir unsere Tochter per Ski und holten sie ebenso ab. So ging für uns viel Ski-Zeit verloren.
Nebenbei erwähnt: Das Essen im Berg-Restaurant Tracouet war eine Frechheit. Wenig Auswahl, schlecht zubereitet und teuer. Dafür gab es am Lac eine kleine Gelegenheit für Trinken und kleinere Snacks auf Sitzbänken im Schnee, mit sehr nettem Personal.
Zu der Skischule Neige-Aventure: insgesamt enttäuschend. Wenig Skifahren trainiert, dafür erst einmal ½ Stunde aufgewärmt mit Ballspielen o.ä. und schon nach 1,5 Stunden Kakao getrunken. Wenn ein Kind mal auf die Toilette musste, wurde der Skibetrieb so lange eingestellt. Außerdem war die Gruppe zu groß (anfangs 16 Kinder auf einen Skilehrer, später waren es immerhin 2 Skilehrer). Das ist meines Erachtens keine ideale Betreuung. Nun denn, in der zweiten Wochen nahmen wir unsere Tochter mit und sie lernte skifahrtechnisch dadurch deutlich mehr dazu. Soviel dazu.
Vielleicht bin ich ja zu sehr verwöhnt von Fiss oder Serfaus, was die Kinder angeht. Aber mehr als ein Zauberteppich und vier Schlepper (davon nur maximal 2 kinderfreundlich) darf man von einem Skigebiet, das sich familienfreundlich nennt, wohl erwarten. Meine Tochter selbst konnte mit 5 Jahren lediglich den SL Lac und SL Jean-Pierre fahren. Die beiden Stangenschlepper Dent und Alpage waren einfach zu kinderunfreundlich. Hier musste ich meine Tochter immer zwischen die Beine nehmen.
Am Tracouet kommt noch die 4-SB Prarion an. Ungewöhnliche Garaventa-Bergstation, die wohl aus Platzmangel so installiert wurde. Ein fürchterlich langsamer Lift mit Förderband unten, der aber eine gute Aussicht über das Tracouet-Gebiet bietet. Da die Prarion-Piste sehr früh während meines Aufenthaltes aus Schneemangel gesperrt wurde (und somit die wichtige Verbindungspiste nach Siviez) durfte man ab dann auch mit diesem Lift talwärts fahren, und zwar mit den Skiern auf dem Oberschenkel liegend, nicht angeschnallt! Nicht einmal für einen adäquaten Ein- und Ausstieg wurde also gesorgt. Ein deutlicher Minuspunkt. Und beim Einstieg von Bergabfahrern war die Geschwindigkeit fast Null, so dass die Fahrt ewig lang dauerte. Hat man dies einmal geschaftt, dann konnte man mit dem SL Fontaine (der auch am Ende gesperrt war (Schneemangel)) bis zur 61-PB Plan du Fou (Garaventa, CWA-Kabinen) fahren und anschließend nach Siviez hinüberqueren. Hier eröffnete sich dann die große Weite des Skigebietes 4 Vallées Richtung Verbier, Veysonnaz und Thyon.
Oder man fuhr zurück zur Prarion über die unpräparierte Abfahrt am Plan du Fou, mit Buckeln übersäht, wie ich es aus Frankreich liebe. Eindeutig neben der roten Piste Nationale meine Lieblingsabfahrt.
Siviez selbst ist eigentlich nicht mehr als eine Durchgangsstation, strategisch aber für Skifanatiker wie mich sehr günstig gelegen. Hier fuhren wir mehrfach mit dem Skibus hin. Dass ich kein Skibus-Fan bin möchte ich hier nochmals erwähnen. Machten wir aber das Beste daraus. Falls man einen Sitzplatz erwischte hieß es nicht, dass man Platz hätte, vor allem die Kinder nicht. Meine beiden Kleinen wurden mehrfach derartig plattgedrückt, so dass ich laut werden musste und ich einen rücksichtslosen ca. 20jährigen Snowboarder verbal attackieren musste. In Siviez angekommen, hatte man 3 Möglichkeiten: Von-Roll 4-KSB Tortin (für die Verbindung nach Verbier, mit einer leichten Abfahrt), die relativ neue Doppelmayer 4-KSB Novelli (Verbindung nach Veysonnaz, Thyon, Les Collons, rote Piste, sulzig), 2-SB Siviez (Verbindung nach Nendaz, blau/rot).
Bezüglich Skigebietsteil Verbier kann ich hier in diesem Bericht nicht viel sagen, da ich nur den kleinen Skipaß Printze genommen hatte. Mit 2 Kindern hätte ich das Skigebiet Verbier/La Tzoumaz nie richtig erkunden können.
Auch über das Gebiet Veysonnaz/Thyon halte ich mich bewusst kurz. Außer die Abfahrten nach Veysonnaz und um den Greppon Blanc und Etherolla finde ich persönlich das Gebiet auf dieser Seite von Siviez ziemlich langweilig; zudem ist es von alten Schleppern und Ziehwegen geradezu „durchseucht“. Ein bekannter, bedauernswerter und verbesserungswürdiger Zustand, wie schon mehrfach festgestellt. Schön anzuschauen ist die alte 4-KSB Trabanta von Baco-Poma in Les Collons, die mich auch wieder an France erinnerte und an die Zeit von vor 6 Jahren. Irgendwie nostalgisch. Auffällig war bei der Talabfahrt (Trabanta), dass das letzte Stück schon am Vormittag extrem verbuckelt und sulzig war. Wurde hier überhaupt gewalzt?
Zurück nach Siviez: Die Pisten hier bieten wirklich alles, was ein Skifahrerherz begehrt. Von der leichten, schussdominierten Anfängerpiste Tortin (ideal für meine Tochter) bis hin zur Sulzschneebuckel-durchsetzten roten Piste (neben Novelli-Sesselbahn) und der schwarzen am Greppon Blanc. Auch die Piste vom Plan du Fou nach Siviez ist sehr abwechslungsreich. Nach Nendaz die unpräparierte Abfahrt, gefolgt von einer schwarzen Piste bis zur 4SB Prarion waren meine Lieblingsabfahrten.
Der Übergang nach Verbier vom Tortin sah sehr verlockend aus (insbesondere die Chassoure), aber leider reichten mein Skipaß und meine Zeit nicht mehr dafür aus…
Zusammenfassend ein doch sehr abwechslungsreiches, großes Skigebiet, das eine Modernisierung wirklich vertragen könnte. Die Querung nach Thyon ist einfach indiskutabel mit den vielen Schleppern und Ziehwegen.
Zu dem näheren Ortsskigebiet von Nendaz: Selbst die 12-EUB Tracouet halte ich für die Hochsaison für nicht ausreichend. Die Kapazität von 1800 Pers./h ist dafür grenzwertig. Der SL Pracondu wurde ja leider ersatzlos gestrichen. Dafür ist die Talabfahrt durchaus spannend und abwechslungsreich, insbesondere, wenn man ab der Bergstation des SL Dent mit der Piste Nationale beginnt. Leider war die rote Jean-Pierre nicht geöffnet (Schneemangel, klar!). Und das Alpage-Gelände mit dem kultigen Stangenschlepper ist ein gutes Carving-Gelände mit gutem Schnee. Hier wäre eine SB für Wiederholungsfahrten und für die vielen Kinder optimal als Ersatz für den SL, zudem noch komfortabler. Nur darf man hier in diesem Bereich nicht um kurz vor 12 und kurz vor 16 Uhr fahren, da hier enorm viele Skikurse unterwegs sind. Morgens war dieser Bereich einschl. Talabfahrt gut gepflegt.
Dass dennoch die Ski-Hauptachse nach Siviez im Bereich von Parion nicht besser gepflegt wird, ist mir ein Rätsel. Auch ohne Schneekanonen könnte man hier mehr daraus machen. Dass es hier keine Schneekanonen gibt, dafür gibt es mehrere Gründe: zum einen die Umweltschützer (alte Lärchenbestände) und ein Mineralwasserunternehmen, das sein Wasser aus diesem Bereich bezieht. Vielleicht wird es ja noch einmal etwas mit der Beschneiung in diesem Bereich. Das wäre überaus wichtig für den skifahrerischen Anschluß nach Siviez und den längerfristigen Bestand von Nendaz. Auch den Bereich Fontaine sollte man über kurz oder lang etwas variieren, insbesondere den Schlepper durch wenigstens eine SB ersetzen.
Die erwähnten negativen Aspekte dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auch viele positive gab. Das Wetter spielte wirklich außergewöhnlich gut mit. Traumhafte Blicke bis zum Matterhorn und Grand Combin, auf Skistationen wie Crans-Montana und Ovronnaz, in der Ferne die „Diablerets“. Das schon grüne Rhone-Tal unter den schneebedeckten Bergen – einmalig. Oben war Skifahren durchaus auch vom Schnee her ein Traum. Ausreichend Schnee war vorhanden.
Nach mehrfach Österreich-Skifahren mit plattgewalzten Abfahrten bin ich froh gewesen, endlich auch mal wieder unpräparierte Abfahrten wie die Plan du Fou fahren zu können, die in meiner Liste meiner Lieblingsabfahrten ganz vorne erscheint.
Insgesamt erfreulich: freundliches Personal an den Liften und in den Geschäften, freundlicher als in France und Österreich (meiner Erfahrung nach).
Unsere Kriterien wurden größtenteils erfüllt: gutes Skigebiet: ja, Ortshöhenlage über 1200 m: ja, nettes Ortsbild: ja, Kinderfreundlichkeit: insgesamt größtenteils ja, gute Skischulen: zumindest eine nein, französischer Einschlag: ja (eindeutig), Lifte direkt ohne Skibus zu erreichen: ja, preislich erschwinglich für 2 Wochen: ja.
Nochmal dorthin? 4 Vallées: ja; Nendaz: nein. Wenn nochmals in die 4 Vallées, dann höchstwahrscheinlich nach Verbier, weil mich dieses Teilskigebiet sehr reizen würde.
Wer noch weitere Fotos sehen möchte, schaue bitte unter dem selben Bericht unter http://sommer-winter.pytalhost.com/wbblite/thread.php?sid=cc4b0e5a607e4612c99a4594d7e20dec&postid=1442#post1442
A5 nach Basel, Bern, Vevey, Martigny, Sion, Haute-Nendaz, mit Pause ca. 7 Stunden. Stau vor Bern (wie immer!)
Wetter:
Sonne, Sonne, Sonne, sonst nur ein richtig schlechter Tag mit Schneefall oben und Regen unten
Temperatur:
Tal: bis 14 Grad, Berg: Minusgrade bis wenige Plusgrade (auf 2000 m max. ca. 4°C). Nachts meistens kein Frost mehr im Ortsbereich, so dass die Schneekanonen unten nur während zwei Nächten angestellt wurden.
Schneehöhe:
Berg: bis ca. 140 cm (laut Télénendaz), geschätzt aber eher ca. 100 cm, Tal: 0 cm, Kunstschneepiste. Naturschnee um Piste herum ab ca. 1600-1700 m.
Schneezustand:
Naja. Typischer Frühjahrschnee.
Unten auch auf Kunstschneepisten tlw. aper. Oben insgesamt gute Verhältnisse. Insbesondere Alpage immer gut zu fahren. Prarion indiskutabel.
Geöffnete Anlagen:
alle bis auf
Geschlossene Anlagen:
SL Fontaine zeitweise und am Schluß.
Offene Pisten:
alle bis auf
Geschlossene Pisten:
Jean-Pierre rot (Talabfahrt)
Prarion (ab 6.3.)
Fontaine (ab 14.3.)
im Bereich von Veysonnaz Ortsbereich
Meisten Gefahren mit:
SL Alpage
12-EUB Tracouet
Wenigsten Gefahren mit:
Fast alle SL in Les Collons
Wartezeiten:
Meistens 0-1 Minute. In Stosszeiten an 12EUB Tracouet und SL Dent 5 Minuten. Einmalig nachmittags am SL Les Chottes 10 Minuten.
Gefallen:
- Wetter
- Endlich wieder etwas Frankreich-Feeling durch französische Sprache und Mentalität
- Atemberaubendes Panorama durch
- ideale Ortslage auf einem Hochplateau
- insgesamt schönes Ortsbild
- Lage unseres Appartementhauses direkt an der Piste mit toller Aussicht
- unpräparierte Buckelabfahrt Plan du Fou
- meine 5jährige Tochter kommt nun auch ohne Probleme die roten Pisten hinunter
- Kultige, schrottige Poma-Stangenschlepper als solche (abgesehen von der Wartung, s.u.!)
- Lage von Siviez
- Piste „Nationale“
Nicht gefallen:
- Schneesituation (dafür kann keiner etwas!)
- Pistenpflege vor allem im Bereich Prarion
- fehlende Schneekanonen im Bereich Prarion, dadurch
- Hauptverbindungsachse nach Siviez
- Skibusverbindung nach Siviez
- veraltete unkomfortable Lifte
- zu viele Schlepplifte
- ausgelutschte Stangen der Poma-Schlepper (für Kinder absolut ungeeignet) mit Initialsprung
- Skischule Neige Aventure (viel Geld für wenig Skifahren!)
- Anfängergebiet für Kinder über gefährliche Treppe am Lac de Tracouet erreichbar
- Baustellen im Ort (Bettenboom!)
- Essen (Auswahl und Preis-Leistung) im Restaurant Tracouet eine Unverschämtheit
- anfangs Pistenpräparation im Ortsbereich teilweise mitten in der Nacht über 2 Stunden, so dass die
Nachtruhe gestört wurde (04:30 Uhr, 01:30 Uhr, 0:30 Uhr ). Das kenne ich aus France und Österreich
nicht so!
Fazit: 4 von 6 Maximalen.
Abzüge: siehe unter „Nicht gefallen“
Meine persönliche Bewertung (Noten):
Teilskigebiet „Printze“ (Abzüge wegen Skibus!): 2+
Ortsbild: 1-
Unterkunft: 1
Wetter: 1
Schneelage: 2-
Erreichbarkeit: 1
Preisniveau: 2-
Gesamt: 2+
Haute-Nendaz: Die Station schien mir schon bekannt zu sein durch einen Aufenthalt in Les Collons vor 6 Jahren. Sie schien die Kriterien zu erfüllen, die für uns wichtig sind: gutes Skigebiet, Ortshöhenlage über 1200 m und nettes Ortsbild, Kinderfreundlichkeit, gute Skischulen, französischer Einschlag, Lifte direkt ohne Skibus zu erreichen, preislich erschwinglich für 2 Wochen. Einige Kriterien, so stellte sich heraus, ließen sich nicht erfüllen, so dass etwas Enttäuschung aufkam, die aber durch andere positive Überraschungen mehr oder weniger ausgeglichen werden konnten.
Dieser Bericht ist durchaus kritisch gehalten. Alles in allem aber, um es vorweg zu nehmen, ein gelungener Skiurlaub.
Der Ort Haute-Nendaz selbst besticht durch seine außergewöhnliche Lage auf einem Sonnenplateau über dem Rhone-Tal mit einem grandiosen Panorama, das ich so noch nie gesehen habe (ich fahre seit dem 3. Lebensjahr Ski). Das Ortsbild mutet schon eher französisch, aber gemütlich, an, was ich durch meine Francophilie sehr schön finde. Viele Baustellen und Baustellenschilder, aber auch Baustellenverkehr stören aber das Ortsbild. Leider liegt hier kein bisschen Schnee mehr. Je höher man aber in Haute-Nendaz kommt, umso eher wird man an den eigentlichen Zweck der Reise, das Skifahren erinnert. Die Tracouet 12-EUB ist nicht zu übersehen, die Talabfahrt ist zu erkennen, erste Schneereste. Die Talstation der Tracouet-Seilbahn ist architektonisch zweckmäßig aber interessant gestaltet, da die Kabinen zwei Zustiegsmöglichkeiten bieten (unten Ort und oben Piste) und in der Talstation über 2 Stockwerke transportiert werden.
Unser Appartementhaus liegt direkt neben der Télécabine und Talabfahrt: ideal, wie wir dachten. Dass gerade anfangs mitten in der Nacht die Piste lautstark präpariert wurde kannte ich vorher so nicht, zumindest nicht aus Frankreich und Österreich. Die Schneekanonen und das monotone Summen der Tracouet-12-EUB störten dagegen überhaupt nicht.
Wir kamen bei gemischtem Wetter an, aber oben schien die Sonne. Perfektes Panorama auch aus unserem Appartement zu sehen!
Erster Tag: Skiausrüstung für unsere Tochter ausgeliehen, Skipässe gekauft, und hoch geht es mit der Télécabine de Tracouet, einer 12-EUB ohne Sitzmöglichkeiten. Über 2200 m lang, von 1387 auf 2200 m, Hersteller von Roll, CWA-Kabinen. Eine schöne Trasse, wiederum mit einem außergewöhnlichen Panorama.
Oben geht der Blick auch über die Alpage, dem Ortsskigebiet von Nendaz, mit vielen Carvingpisten. Hier gibt es auch eine kleine Geschwindigkeitsmeßstrecke. Über 69 km/h kam ich leider nicht hinaus. Weitere Schlepper befinden sich hier oben, insgesamt leichtere bis mittelschwere Abfahrten. Außerdem das Anfängergebiet mit den Treffpunkten für 2 Skischulen am See (Lac de Tracouet), der ein Stück unterhalb der Bergstation der Tracouet-Seilbahn liegt und über Treppen erreichbar ist. Morgens und mittags hätte unsere Tochter, die in der Skischule Neige Aventure über eine Woche vormittags war, diese anstrengende und gefährliche Treppen-Prozedur hinter sich bringen müssen. Ebenso auch alle Nicht-Skifahrer. Ein unhaltbarer Zustand. Kein Liftzubringer. So brachten wir unsere Tochter per Ski und holten sie ebenso ab. So ging für uns viel Ski-Zeit verloren.
Nebenbei erwähnt: Das Essen im Berg-Restaurant Tracouet war eine Frechheit. Wenig Auswahl, schlecht zubereitet und teuer. Dafür gab es am Lac eine kleine Gelegenheit für Trinken und kleinere Snacks auf Sitzbänken im Schnee, mit sehr nettem Personal.
Zu der Skischule Neige-Aventure: insgesamt enttäuschend. Wenig Skifahren trainiert, dafür erst einmal ½ Stunde aufgewärmt mit Ballspielen o.ä. und schon nach 1,5 Stunden Kakao getrunken. Wenn ein Kind mal auf die Toilette musste, wurde der Skibetrieb so lange eingestellt. Außerdem war die Gruppe zu groß (anfangs 16 Kinder auf einen Skilehrer, später waren es immerhin 2 Skilehrer). Das ist meines Erachtens keine ideale Betreuung. Nun denn, in der zweiten Wochen nahmen wir unsere Tochter mit und sie lernte skifahrtechnisch dadurch deutlich mehr dazu. Soviel dazu.
Vielleicht bin ich ja zu sehr verwöhnt von Fiss oder Serfaus, was die Kinder angeht. Aber mehr als ein Zauberteppich und vier Schlepper (davon nur maximal 2 kinderfreundlich) darf man von einem Skigebiet, das sich familienfreundlich nennt, wohl erwarten. Meine Tochter selbst konnte mit 5 Jahren lediglich den SL Lac und SL Jean-Pierre fahren. Die beiden Stangenschlepper Dent und Alpage waren einfach zu kinderunfreundlich. Hier musste ich meine Tochter immer zwischen die Beine nehmen.
Am Tracouet kommt noch die 4-SB Prarion an. Ungewöhnliche Garaventa-Bergstation, die wohl aus Platzmangel so installiert wurde. Ein fürchterlich langsamer Lift mit Förderband unten, der aber eine gute Aussicht über das Tracouet-Gebiet bietet. Da die Prarion-Piste sehr früh während meines Aufenthaltes aus Schneemangel gesperrt wurde (und somit die wichtige Verbindungspiste nach Siviez) durfte man ab dann auch mit diesem Lift talwärts fahren, und zwar mit den Skiern auf dem Oberschenkel liegend, nicht angeschnallt! Nicht einmal für einen adäquaten Ein- und Ausstieg wurde also gesorgt. Ein deutlicher Minuspunkt. Und beim Einstieg von Bergabfahrern war die Geschwindigkeit fast Null, so dass die Fahrt ewig lang dauerte. Hat man dies einmal geschaftt, dann konnte man mit dem SL Fontaine (der auch am Ende gesperrt war (Schneemangel)) bis zur 61-PB Plan du Fou (Garaventa, CWA-Kabinen) fahren und anschließend nach Siviez hinüberqueren. Hier eröffnete sich dann die große Weite des Skigebietes 4 Vallées Richtung Verbier, Veysonnaz und Thyon.
Oder man fuhr zurück zur Prarion über die unpräparierte Abfahrt am Plan du Fou, mit Buckeln übersäht, wie ich es aus Frankreich liebe. Eindeutig neben der roten Piste Nationale meine Lieblingsabfahrt.
Siviez selbst ist eigentlich nicht mehr als eine Durchgangsstation, strategisch aber für Skifanatiker wie mich sehr günstig gelegen. Hier fuhren wir mehrfach mit dem Skibus hin. Dass ich kein Skibus-Fan bin möchte ich hier nochmals erwähnen. Machten wir aber das Beste daraus. Falls man einen Sitzplatz erwischte hieß es nicht, dass man Platz hätte, vor allem die Kinder nicht. Meine beiden Kleinen wurden mehrfach derartig plattgedrückt, so dass ich laut werden musste und ich einen rücksichtslosen ca. 20jährigen Snowboarder verbal attackieren musste. In Siviez angekommen, hatte man 3 Möglichkeiten: Von-Roll 4-KSB Tortin (für die Verbindung nach Verbier, mit einer leichten Abfahrt), die relativ neue Doppelmayer 4-KSB Novelli (Verbindung nach Veysonnaz, Thyon, Les Collons, rote Piste, sulzig), 2-SB Siviez (Verbindung nach Nendaz, blau/rot).
Bezüglich Skigebietsteil Verbier kann ich hier in diesem Bericht nicht viel sagen, da ich nur den kleinen Skipaß Printze genommen hatte. Mit 2 Kindern hätte ich das Skigebiet Verbier/La Tzoumaz nie richtig erkunden können.
Auch über das Gebiet Veysonnaz/Thyon halte ich mich bewusst kurz. Außer die Abfahrten nach Veysonnaz und um den Greppon Blanc und Etherolla finde ich persönlich das Gebiet auf dieser Seite von Siviez ziemlich langweilig; zudem ist es von alten Schleppern und Ziehwegen geradezu „durchseucht“. Ein bekannter, bedauernswerter und verbesserungswürdiger Zustand, wie schon mehrfach festgestellt. Schön anzuschauen ist die alte 4-KSB Trabanta von Baco-Poma in Les Collons, die mich auch wieder an France erinnerte und an die Zeit von vor 6 Jahren. Irgendwie nostalgisch. Auffällig war bei der Talabfahrt (Trabanta), dass das letzte Stück schon am Vormittag extrem verbuckelt und sulzig war. Wurde hier überhaupt gewalzt?
Zurück nach Siviez: Die Pisten hier bieten wirklich alles, was ein Skifahrerherz begehrt. Von der leichten, schussdominierten Anfängerpiste Tortin (ideal für meine Tochter) bis hin zur Sulzschneebuckel-durchsetzten roten Piste (neben Novelli-Sesselbahn) und der schwarzen am Greppon Blanc. Auch die Piste vom Plan du Fou nach Siviez ist sehr abwechslungsreich. Nach Nendaz die unpräparierte Abfahrt, gefolgt von einer schwarzen Piste bis zur 4SB Prarion waren meine Lieblingsabfahrten.
Der Übergang nach Verbier vom Tortin sah sehr verlockend aus (insbesondere die Chassoure), aber leider reichten mein Skipaß und meine Zeit nicht mehr dafür aus…
Zusammenfassend ein doch sehr abwechslungsreiches, großes Skigebiet, das eine Modernisierung wirklich vertragen könnte. Die Querung nach Thyon ist einfach indiskutabel mit den vielen Schleppern und Ziehwegen.
Zu dem näheren Ortsskigebiet von Nendaz: Selbst die 12-EUB Tracouet halte ich für die Hochsaison für nicht ausreichend. Die Kapazität von 1800 Pers./h ist dafür grenzwertig. Der SL Pracondu wurde ja leider ersatzlos gestrichen. Dafür ist die Talabfahrt durchaus spannend und abwechslungsreich, insbesondere, wenn man ab der Bergstation des SL Dent mit der Piste Nationale beginnt. Leider war die rote Jean-Pierre nicht geöffnet (Schneemangel, klar!). Und das Alpage-Gelände mit dem kultigen Stangenschlepper ist ein gutes Carving-Gelände mit gutem Schnee. Hier wäre eine SB für Wiederholungsfahrten und für die vielen Kinder optimal als Ersatz für den SL, zudem noch komfortabler. Nur darf man hier in diesem Bereich nicht um kurz vor 12 und kurz vor 16 Uhr fahren, da hier enorm viele Skikurse unterwegs sind. Morgens war dieser Bereich einschl. Talabfahrt gut gepflegt.
Dass dennoch die Ski-Hauptachse nach Siviez im Bereich von Parion nicht besser gepflegt wird, ist mir ein Rätsel. Auch ohne Schneekanonen könnte man hier mehr daraus machen. Dass es hier keine Schneekanonen gibt, dafür gibt es mehrere Gründe: zum einen die Umweltschützer (alte Lärchenbestände) und ein Mineralwasserunternehmen, das sein Wasser aus diesem Bereich bezieht. Vielleicht wird es ja noch einmal etwas mit der Beschneiung in diesem Bereich. Das wäre überaus wichtig für den skifahrerischen Anschluß nach Siviez und den längerfristigen Bestand von Nendaz. Auch den Bereich Fontaine sollte man über kurz oder lang etwas variieren, insbesondere den Schlepper durch wenigstens eine SB ersetzen.
Die erwähnten negativen Aspekte dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auch viele positive gab. Das Wetter spielte wirklich außergewöhnlich gut mit. Traumhafte Blicke bis zum Matterhorn und Grand Combin, auf Skistationen wie Crans-Montana und Ovronnaz, in der Ferne die „Diablerets“. Das schon grüne Rhone-Tal unter den schneebedeckten Bergen – einmalig. Oben war Skifahren durchaus auch vom Schnee her ein Traum. Ausreichend Schnee war vorhanden.
Nach mehrfach Österreich-Skifahren mit plattgewalzten Abfahrten bin ich froh gewesen, endlich auch mal wieder unpräparierte Abfahrten wie die Plan du Fou fahren zu können, die in meiner Liste meiner Lieblingsabfahrten ganz vorne erscheint.
Insgesamt erfreulich: freundliches Personal an den Liften und in den Geschäften, freundlicher als in France und Österreich (meiner Erfahrung nach).
Unsere Kriterien wurden größtenteils erfüllt: gutes Skigebiet: ja, Ortshöhenlage über 1200 m: ja, nettes Ortsbild: ja, Kinderfreundlichkeit: insgesamt größtenteils ja, gute Skischulen: zumindest eine nein, französischer Einschlag: ja (eindeutig), Lifte direkt ohne Skibus zu erreichen: ja, preislich erschwinglich für 2 Wochen: ja.
Nochmal dorthin? 4 Vallées: ja; Nendaz: nein. Wenn nochmals in die 4 Vallées, dann höchstwahrscheinlich nach Verbier, weil mich dieses Teilskigebiet sehr reizen würde.
Wer noch weitere Fotos sehen möchte, schaue bitte unter dem selben Bericht unter http://sommer-winter.pytalhost.com/wbblite/thread.php?sid=cc4b0e5a607e4612c99a4594d7e20dec&postid=1442#post1442
Anhänge
-
HN1 005.jpg68,3 KB · Aufrufe: 4.476 -
HN1 008.jpg74,8 KB · Aufrufe: 4.493 -
HN1 013.jpg73,7 KB · Aufrufe: 4.480 -
HN1 011.jpg60 KB · Aufrufe: 4.455 -
HN1 015.jpg49,6 KB · Aufrufe: 4.461 -
HN1 016.jpg37,4 KB · Aufrufe: 4.459 -
HN1 041.jpg88,5 KB · Aufrufe: 4.514 -
HN1 023.jpg72,3 KB · Aufrufe: 4.487 -
HN1 027.jpg92,4 KB · Aufrufe: 4.478 -
HN1 046.jpg83,4 KB · Aufrufe: 4.483 -
HN1 051.jpg93,6 KB · Aufrufe: 4.477 -
HN1 062.jpg73,7 KB · Aufrufe: 4.452 -
HN1 067.jpg86,7 KB · Aufrufe: 4.480 -
HN1 077.jpg76,1 KB · Aufrufe: 4.479 -
HN1 079.jpg94 KB · Aufrufe: 4.474 -
HN1 078.jpg70,2 KB · Aufrufe: 4.469 -
HN1 075.jpg63,5 KB · Aufrufe: 4.478 -
HN1 103.jpg63,6 KB · Aufrufe: 4.473 -
HN1 112.jpg78,6 KB · Aufrufe: 4.465 -
HN1 116.jpg91,9 KB · Aufrufe: 4.463