Heute aus den Tiroler Tageszeitung:
Quelle: http://tirol.com/oberland/artikel_20030318_189040.html?UI=c58484d824f9f697c307defd227794fdLiftprojekt schneidet Natura 2000-Gebiet
Ein neues Großskigebiet soll die touristische Zukunft Berwangs retten. Mit rund 20 Millionen Euro soll die Raaz-Alm erschlossen werden.
BERWANG (man). "Wenn nichts passiert, ist in Berwang in zehn Jahren nichts mehr los", mahnt Gastwirt und Bierbrauer August Zobl aus Rinnen. Zobls Rettungsidee: ein Großskigebiet. Je nach Ausbaustufe soll mit rund 20 Millionen Euro das Gebiet um die Ehenbichler und Reuttener Raaz erschlossen werden.
Natura 2000
Die bislang hauptsächlich landwirtschaftlich genutzten Flächen sollen an die Berwanger Skischaukel angekoppelt werden. "Über zwei Anschlüsse könnten die Gäste ins Gebiet strömen: Einerseits über Bichlbach und Berwang, andererseits würden wir einen Zubringer vom Rotlechstausee weg bauen", erklärt Zobl. Zwar liegen Teile des Stausees im Natura 2000-Gebiet, die Schutzzonen könnten sich aber technisch umgehen lassen. Außerferns Naturschutzbeauftragter Egon Bader vermutet aber, dass allein zum Lift- und Pistenbau große Eingriffe notwendig sein werden.
"Ich sehe nicht ein, dass alle mit vollen Geldtaschen über den Fernpass fahren und wir nur den Verkehr haben", artikuliert August Zobl seine Motivation. Dadurch würden in allen Landesteilen die Übernachtungszahlen stetig steigen, lediglich das Außerfern sei auf kontinuierlicher Talfahrt. Das neue Gebiet sowie ein Zusammenschluss mit dem Reuttener Hahnenkamm und diversen Kleinliften soll dieser Tendenz entgegentreten.
Realisierung 2005
In Punkto Realisierung steckt das Konzept noch in den Kinderschuhen. "Dieses Frühjahr wird auf der Vollversammlung der Agrargemeinschaft über das Projekt beraten", erklärt Reinhard Eberle, Bürgermeister der Gemeinde Ehenbichl. Daneben muss auch noch die Reuttener Agrar - als zweiter Grundbenützungsverfüger - über das Skigebiet beraten.
Reinhard Eberle glaubt aber, dass die Agrargemeinschaften grünes Licht geben werden. Ebenfalls noch offen ist die Frage der Finanzierung. "Da ist noch nichts spruchreif", stellt Zobl fest.