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Monte Amiata (Siena) 18.09.2007

Vom Norden her naehere ich mich dem Monte Amiata. Dieser 1.740 Meter hohe Berg liegt ziemlich genau in der Mitte zwischen Grossetto und Perugia. Am Fusse des Berges fuehrt die Strasse durch Esskastanienhaine.



Weiter oben durchquert sie dichtem Mischwald. Leider ist der Berg selber in Wolken gehuellt, so dass die Sicht ab ungefaehr 1.200 Hoehenmeter eingeschraenkt ist. Unter http://www.amiataneve.it/ finden sich weitere Informationen ueber Oeffnungszeiten, Preise, Skischule wie auch Webcambilder und Pistenraupen.



Die erste Anlage entdecke ich gegenueber des Albergo Le Macinaie.



Es handelt sich um den gleichnamigen Sessellift; eine Doppelsesselbahn aus dem Hause Leitner. Diese ist direkt an das Talstationsgebaeude der Vorgaengeranlage angebaut, ohne dieses selbst (bis auf den Spannschacht) zu nutzen. Die originale Anlage duerfte meines Erachtens eine Einersesselbahn von Marchisio gewesen sein.











Eben oberhalb der Talstation kreuzt die DSB Macinaie den Schlepplift Jolly.



Auch diese Anlage ist eine Leitner Installation und ist mit Tellern fuer Selbstbedienung ausgeruestet.







Vom Albergo Le Macinaie fahre ich weiter in Richtung des Albergo Gen. Cantore. Auf halben Weg dorthin liegt der Schlepplift Settebello. Auf den ersten Blick scheint auch diese Anlage von Leitner zu sein.



Jedoch passen die Seilrollen und die unverkleidete Antriebsstation nicht so recht in’s Schema.





Eine eingehende Besichtigung loest das Raetsel: Maschinenfabrik Zemella aus Bozen!









Weiter geht es in Richtung Gen. Cantore. Dort finde ich drei Schlepplifte und eine Doppelsesselbahn. Der Schlepplift Nordica ist eindeutig von Leitner.



Interessant ist die Abdeckung der oberen Treibriemenraeder mit Lueftungsschlitzen.









Daneben befindet sich der Schlepplift Marsiliana. Ich tippe auf Marchisio, bin mir aber nicht sicher...









Auch die Doppelsesselbahn Cantore ist direkt vor die Talstation der Vorgaengeranlage gebaut. Hersteller ist meines Erachtens Zemella; die originale Anlage duerfte ebenfalls ein Einersessellift von Marchisio gewesen sein.















Ein paar Meter weiter in Richtung des Albergo Gen. Cantore befindet sich der Schlepplift Cantore. Es handelt sich um eine Leitner Anlage.









Ich folge der Strasse weiter in Richtung Gipfel bis ich zu einer Wendeschleife komme. Dort befinden sich auch grosszuegig angelegte Parkplaetze. Die Sicht ist durch die Wolken sehr eingeschraenkt, trotzdem finde ich im Wald die Mittelstation der DSB Cantore.





Am oberen Ende der Parkplaetze finde ich den Waldweg zum Gipfel. Kurz unterhalb der Bergspitze entdecke ich im Dickicht die Bergstation des LSAP-Schleppliftes Croce. Es handelt sich um eine Leitner Antriebsspannstation vom Typ Ski-Kuli.









Etwas weiter befindet sich die Bergstation der DSB Cantore.







Circa 50 Meter weiter oben befindet sich das gothic anmutende Gipfelkreuz. Die durch die Gitterkonstruktion ziehenden Wolken erzeugen eine gespenstische Geraeuschkulisse.



Noch ein paar Meter weiter stosse ich auf die Gipfelstation der DSB Macinaie.





Interessant ist, dass beide Bergstationsgebaeude der Vorgaengerbahnen noch vorhanden sind und als elektrische Betriebsraeume fuer die auf dem Gipfel reichlich vorhandenen Sendeanlagen dienen. Ich mache mich auf den Rueckweg zu den traurigen Ueberresten des Ski-Kulis, wo mein Motorrad auf mich wartet.



Die Strasse nach Abbadia S. Salvatore fuehrt wieder durch dichten Mischwald. Weiter unten, ich vermute in der Gegend des 1° Rifugio, sehe ich noch einige LSAP-Schlepplifte, kann mich aber wegen Zeitmagels nicht weiter umsehen.



Am Ortseingang empfaengt mich ein schon vor langer Zeit stillgelegtes Bergwerk.



Anscheinend wurden hier Eisenerze gefoerdert, wie weitere Industrie-Ruinen vermuten lassen.



Zu guter Letzt kann ich noch einen IVECO 370 S Ueberlandbus in der 10,7 Meter Ausfuehrung fotographieren.

 
Coole Bilder, sehr interessant. Zemellaskilifte sind recht selten, stimmt das?
Der Skilift Marsiliana ist ziemlich sicher ein Marchisioprodukt, wenn ich so die Stützen anschaue.
 
Die Maschinenfabrik ZEMELLA aus Bozen zaehlte zu den kleineren Herstellern am italienischen Seilbahn-Markt. Das Unternehmen, welches seine Prdukte auch gerne mit COSTRUTTRICE ZEMELLA BOLZANO beschriftet hat, zog sich meinen Informationen zu Folge ab Mitte der 80er Jahre aus dem immer haerter werdenden Wettbewerb zurueck und soll als normale Maschinenfabrik weiter existiert haben. Obwohl oder vielleicht gerade weil einige Baugruppen von ZEMELLA denen von LEITNER sehr aehnlich waren, sollen sich die beiden Kontrahenten stets argwoehnisch beobachtet haben. Aktuell scheint es ZEMELLA in Bozen weder als Seilbahnhersteller, Kontruktionsbuero noch Maschinenfabrik zu geben; vermutlich ist die Firma aufgeloest oder uebernommen worden.

Da ZEMELLA offensichtlich nie zu den Marktfuehrern in der Seilbahnindustrie zaehlte, sind Installationen dieses Herstellers nicht so weit verbreitet und koennen heutzutage mit Recht schon als Raritaeten angesehen werden.
 
Vielleicht sehen wir diesen Berg im nächsten Mai ausführlich im Fernsehen, denn am 1. Dezember wird der Giro d' Italia 2008 vorgestellt - und laut Gerüchten soll der Monte Amiata von den Radprofis erklommen werden.
 
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@ marcussiena:

Thank you so much for your winter pics!
They are highly appreciated ...

Best regards, Peter
 
Circa 50 Meter weiter oben befindet sich das gothic anmutende Gipfelkreuz.

Schaut eher aus wieder Eiffelturm .-)

Leider hatte es im letzten Winter dort zu wenig Schnee, so bin ich dort nicht gewesen. Bzw. es war unter der Woche zu wenig offen oder so.

Kapitaen schrieb:
Da ZEMELLA offensichtlich nie zu den Marktfuehrern in der Seilbahnindustrie zaehlte, sind Installationen dieses Herstellers nicht so weit verbreitet und koennen heutzutage mit Recht schon als Raritaeten angesehen werden.

Lass ich nur bedingt gelten, im Appennin findet man noch einige funktionierende (und aufgelassene) Zemella-Lifte. Etliche ESL und SL. Siehe meine Appennintour von heuer.
 
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