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Diavolezza-Gletscher ¦ 18.10.2008 ¦ Die Renaissance

Die Renaissance des Gletscherskilaufs im Oberengadin:


Das was sich in diesen Tagen auf Diavolezza abspielt ist sozusagen wie ein kleines Wunder für die weltbekannte Tourismusdestination ENGADIN-St. Moritz.
Letztmals vor über 10 Jahren konnte man bis Anfang Juli im Sommer Skifahren. Seither war nicht mehr an Sommer- oder Herbstskilauf auf den Engadiner Gletschern zu denken. Die Skisaison begann frühestens Mitte November und dies meist im Skigebiet Corvatsch.
Der Klimawandel liess in den letzten 10 Jahren den Diavolezza Gletscher dermassen stark abschmelzen, dass sogar im Winter die Einfahrt in die Gletscherpiste für weniger gute Skifahrer eine echte Herausforderung wurde. Im Sommer wäre dieser Hang somit „unskifahrbar“ gewesen. Die ständig weiterentwickelte maschinelle Beschneiungstechnologie hat nun einen kaum mehr wegzudenkenden und verlässigen Stand erreicht, dass sich die neu gegründeten Bergbahnen ENGADIN-St. Moritz AG (hervorgekommen aus der Fusion von 4 grossen Bergbahnunternehmen im Tal) entschlossen eines der ersten Gletscherbeschneiungsanlagen der Schweiz zu errichten. Zusammen mit Gletscherfolien soll nicht nur der übrig gebliebene Gletscher seine Substanz über dem Sommer erhalten, sondern auch für einen frühen Herbststart in die Skisaison eine gewisse „Startgarantie“ gewähren. Seit dem 22. September 2008 produzieren ca. 20 der neusten Generation gehörenden SUFAG Schneeerzeuger wenn immer es die Temperaturen erlauben, aus dem über den Sommermonaten geschmolzenen Gletschereis welcher in einem Speichersee gesammelt wird, frischer, pulvriger Maschinenschnee.

Nach der anfänglichen Skepsis, ob es den Bergbahnen ENGADIN-St. Moritz AG wirklich gelingen wird auf den 18. Oktober die Gletscherpiste zu eröffnen, kam heute morgen die grossartige Bestätigung: Eine gut präparierte, griffige Abfahrt stand den recht zahlreich erschienen, meist einheimischen Schneesportlern zur Verfügung. Das Pistenangebot lässt sich bei weitem nicht mit einem Sölden, Stubai oder Pitztal vergleichen, aber trotzdem konnte ich nur positive Stimmen auf der Bahn hören. Es stimmt wirklich- Qualität ist meistens wichtiger als Quantität.
So nun fertig gelabert- Es war fantastisch. Morgen bin ich garantiert wieder oben. :-)


Wetter: über dem Haupttal Hochnebel, auf dem Gletscher stahlblauer Himmel
Temperatur Am Vormittag ca. -4 C° gegen Mittag um den Gefrierpunkt
Schneehöhevariabel, aber maximal 20-30 cm teils verfrachteter Schnee.
Offene Anlagen 125ATW Diavolezzabahn, 4CLD/B Gletscherbahn
Geschlossene Anlagen 80ATW Lagalbbahn, 2 Seillifte
Anfahrt St. Moritz-Punt Muragl-Pontresina-Bernina Suot ca 10-15 min



Pistenplan
http://www.engadin.stmoritz.ch/winter/files/wintercontent/aktivitaeten/pano_diavolezza.pdf
 
Super Bilder, Dani!

das macht richtig lust auf morgen :mrgreen:
 
Sehr beeindruckende Bilder, man sieht allerdings, dass die Sonne im Engadin öfter scheint als anderswo...
 
Sieht echt ganz gut aus. Aber trotzdem muss man schon auch einmal kritisch hinterfragen, wo der Sinn dieser Aktion liegt... bei den 200-300 Gästen, die das pro Tag konsumieren, kann man wohl kaum von rentablem Betrieb sprechen. Aber das werden die Wintergäste der Engadiner Bergbahnen halt einfach "querfinanzieren". :wink:

Aber Rentabilität hin oder her - zum Fahren geht´s, der Rest ist uns (und besonders dem corviglia-fan :) ) momentan egal. :wink:
 
lanschi schrieb:
Sieht echt ganz gut aus. Aber trotzdem muss man schon auch einmal kritisch hinterfragen, wo der Sinn dieser Aktion liegt... bei den 200-300 Gästen, die das pro Tag konsumieren, kann man wohl kaum von rentablem Betrieb sprechen. Aber das werden die Wintergäste der Engadiner Bergbahnen halt einfach "querfinanzieren". :wink:

Aber Rentabilität hin oder her - zum Fahren geht´s, der Rest ist uns (und besonders dem corviglia-fan :) ) momentan egal. :wink:

Es ist sozusagen ein Beweis, dass auch das Oberengadin in der Lage ist- wie viele Orte in Österreich- die Skisaison so früh wie möglich zu starten. Die Luftseilbahn würde mit oder ohne Skibetrieb, sowieso bis zum 16. November "Sommerbetrieb" haben. Die Gletscherpiste würde bei wenig oder viel Schnee sowieso beschneit werden und ob man nun diesen Aufwand im September oder November betreibt kommt am Schluss aufs gleiche drauf an. Und die 200-300 Personen die oben ihre Runden ziehen sorgen sicherlich für mehr Frequenzen bei der Luftseilbahn . Und die zusätzliche Frequenzen der Wiederholungsfahrten bei der Gletscherbahn sind sicher auch nicht ein Nachteil für die Bergbahnen ENGADIN St. Moritz AG. Deshalb bin ich überzeugt dass sich das Ganze, zumindest bei schönenem Wetter auszahlt. Einige kamen dafür extra aus Milano oder aus dem Tessin für diese eine Piste angereist und waren happy. Somit ist die "Werbewirkung" erreicht.
 
sieht ja auch echt klasse aus :D
 
Ciao

Nice.

Der Nebel kroch übrigens dann noch etwas hoch, gegen 13 Uhr sah es so aus, teilweise war die Sicht noch einiges schlechter.

diavolezza1.JPG


diavolezza2.JPG


Das frühe Aufstehen (Zug um 05.40) und die überteuerte Tageskarte (Originalpreis, keine Ermässigung weil wenig offen ist, dafür liesen sie die 08.30 Bahn noch warten) hat sich definitiv gelohnt. Nach ca. 25 Fahrten hatte ich jedoch für den Saisonstart genug gesehen. :D


mfg m.
 
Lanschi`s Einwand ("auch einmal kritisch hinterfragen, wo der Sinn dieser Aktion liegt...") ist sicherlich berechtigt. Allerdings müßten sich mehrere Orte kritisch hinterfragen - z.B. auch Grasgehren, denn die beschneien bekanntlich auch sehr bald und mehr als 200-300 Leute rutschen da auch nicht rum :wink:

Aber sei es drum - das sind natürlich schöne Bilder 8)

Die Pendelbahn finde wegen ihrer 4 Stützen und ihrer Länge auch beeindruckend!
 
cavok schrieb:
Das frühe Aufstehen (Zug um 05.40) und die überteuerte Tageskarte (Originalpreis, keine Ermässigung weil wenig offen ist, dafür liesen sie die 08.30 Bahn noch warten) hat sich definitiv gelohnt. Nach ca. 25 Fahrten hatte ich jedoch für den Saisonstart genug gesehen. :D


Sehe ich das richtig: 58CHF für eine Piste :?:
 
Ich weiß auch nicht, warum ich das gerade auf der Diavolezza so abstrakt find. Aber wahrscheinlich liegt´s daran, dass man´s einfach nicht gewohnt ist.

Die Piste besteht ja (soweit ich das auf den Bildern beurteilen kann) nahezu ausschließlich aus Kunstschnee, deshalb auch meine kritische Bemerkung zur Rentabilität (zumal - so meine Einschätzung, die aber offensichtlich nicht stimmt - ich davon ausging, dass man dort in 4-6 Wochen komplett ohne Kunstschnee fahren könnte, und sich somit diese sündteure Anlage+Aktion sparen könnte. Aber dem ist halt wahrscheinlich nicht so - das Engadin ist vom Naturschnee her normalerweise nicht mit Nordalpen & Co. gleichzusetzen).
 
Unter dem Kunstschnee hat es auch noch etwas Gletscher... ;)

Ich denke es rentiert sich viel mehr vom Imagegewinn her, dass man sagen kann bei uns dauert die Saison von Oktober bis... kA.... Und ohne den Zusammenschluss wäre dies wohl kaum realisiert worden, denn nur für Diavolezza bringt es sicherlich nicht allzu viel.
 
Schöner Bericht! Danke!

Aber find einfach der Preis übertrieben... :!:
 
Eigentlich sind doch alle Anlagen in Betrieb oder nicht?
 
Haben eigentlich Steine aus der Pistendecke geschaut? (Teilweise)
 
Die PB Lagalp würde auch noch dazugehöre, sonst war (ausser Seilliften) "alles" in Betrieb. Aber Pistenkilometer sind es sehr wenige. ;)

Steine lagen zwei drei offen auf der Piste, die wurden aber immer schnell weggeräumt, im Steilhang hat es wenige dunklere Stellen, kann aber überfahren/ übersprungen werden, ist also kein Problem.

Laut einem "belauschten" Gespräch war es bis Donnerstag unsicher ob sie öffnen da der Schnee scheinbar noch stark schmolz, von Do auf Fr und Sa konnten sie schneien und so war die Piste wieder i.o.
 
Danke für die klasse Bilder! Macht Laune aufs Skifahren! :D

Eine Frage hätte ich noch, da ich schon viele Jahre nicht mehr im Engadin war: der obere Teil der Piste sieht auf den Fotos jetzt richtig steil aus, insbesondere das erste Stück direkt vom Ausstieg der CLD, aber auch die beiden Einfahrten von der Diavolezza-Bergstation. Kommt mir das nur so vor oder täuscht der Blickwinkel?

Gruß,
lsap_freak
 
lanschi schrieb:
Die Piste besteht ja (soweit ich das auf den Bildern beurteilen kann) nahezu ausschließlich aus Kunstschnee, deshalb auch meine kritische Bemerkung zur Rentabilität (zumal - so meine Einschätzung, die aber offensichtlich nicht stimmt - ich davon ausging, dass man dort in 4-6 Wochen komplett ohne Kunstschnee fahren könnte, ....

Deine Einschätzung stimmt sehr wohl - zu 100%.
Ca. 50 Jahre lang war es so.
Ende der Sommersaison Mitte Oktober und ab Ende November-Anfang Dezember Skibetrieb ohne Kunstschnee oben.
Diese tatsächlichen Fakten werden hier aber verschwiegen, so dass sich manchmal der Eindruck aufdrängt, dass diese Plattform hier manchmal eher für eine Art "Werbung" für die Konzepte der "Engadin-Mountains" verwendet wird.
Erst kürzlich schob man die Revisionspause aus diesen Marketing- und Imagegründen in den Dezember, so dass eine künstlich verlängerte Wintersaison ab Mitte Oktober entsteht. (was letztes Jahr übrigens kläglich gescheitert ist, sodass der erste Skitag erst Ende Dezember stattfand, was sich auch in Zukunft wiederholen wird)

Ich persönlich ziehe das Skifahren auf der Diavolezza im Dezember mit Talabfahrt dem Kunstschneehang oben im Oktober und November vor, was ja nun leider aus oben genannten Gründen nicht mehr angeboten wird.

Übrigens werden besonders im Novermber höchstens am WE bei schönem Wetter die Frequenzen um die 100 Skifahrer betragen. In der Woche werden sich nicht mal 10 Skifahrer pro Tag auf den Hang verirren.

Ich kann jedem nur empfehlen, das oft phantastische Wetter im Herbst und Frühwinter im Engadin (was ja ganz anders ist, als z.B. in vielen österreichischen Gebieten) an der Diavolezza z.B. für eine Wanderung auf den Munt Pers zu nutzen, dort das einzigartige Panorama (und die jahreszeitlich bedingte Fernsicht) zu genießen und anschließend auf der Terrasse der Diavolezza die wohl beste Gerstensuppe der Region zu consumieren :-)

Das Gebiet hat weit bessere Qualitäten, als diesen Kunstschneehang.
 
3303 schrieb:
Das Gebiet hat weit bessere Qualitäten, als diesen Kunstschneehang.

...Der aber von den meisten die dieses Wochende oben Skigefahren sind fast ausschliesslich nur gelobt wurde...

Und wie du bereits erwähnt hast, kann um diese Jahreszeit eine Wanderung auf dem Munt Pers genau so schön sein...Also ist man nicht gezwungen auf "diesem Kunstschneehang" Skizufahren. Aber lass doch bitte die Freude an denen die daran ihren Spass haben auf "diesem Kunstschneehang" zu fahren.
Jedenfalls waren auffällig viele Einheimische oben. Endlich wird auch etwas in der touristenarmen Zwischensaison geboten, worin ich nur Vorteile sehe, sei es Marketingmässig und sei es auch in sachen "Angebot und Freizeitbeschäftigung"
Und das die Beschneiungsanlage hätte gebaut werden müssen ist ja klar. Wenn das nicht letzten und vorletzten Sommer geschehen wäre, wäre es auch ohne "Marketinggag" halt erst in 5 Jahren geschehen-wenn dann der Gletscher volständing geschmolzen wäre...

Das es letzten Herbst nicht geklappt hat, könnte natürlich nebst der Witterung auch in den noch nicht vorhandenen Gletscherfolien gelegen sein. Der ganze obere Steilhang war abgedeckt und wäre auch ohne Beschneiungsanlage ausgekommen, aber im unteren, flacheren Bereich ist halt der Gletscher schon weg.

Das früher im November und Dezember an der Diavolezza alles Gold gewesen sein muss, kann ich so auch nicht einfach leer runterschlucken. Ganz bestimmt gab es auch in den 80er oder 70er Jahre Zeiten an denen es kein Schnee gab für eine Öffnung der Pisten und in den 90er dann Jahre in denen es zu warm war für eine maschinelle Beschneiung. Somit kann man wieder die Vergleiche ziehen mit dem "Kunstschneehang" der halt dieses Jahr bereits mitte Oktober freigegeben wurde...
 
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