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"Ermäßigte Liftpreise - Unrecht und billig"

snowflat

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EU will Schluss machen mit Einheimischen-Tarifen

Einheimische werden nicht mehr lange billigere Lift- und andere Eintrittskarten bekommen.

Der Europarechtsexperte der Tiroler AK, Domenico Rief, macht gegenüber der TT auf einen höchst explosiven Passus in der geplanten neuen EU-Dienstleistungsrichtlinie (Wirtschaftsminister Bartenstein als derzeitiger EU-Ratspräsident: "Diese oder keine") aufmerksam.

Demnach steht dort im Artikel 21 klipp und klar: "Die Mitgliedsstaaten trafen dafür Sorge, dass dem Dienstleistungsempfänger keine diskriminierenden Anforderungen auferlegt werden, die auf dessen Staatsangehörigkeit oder Wohnsitz beruhen."

In den Erläuterungen steht laut Rief, dass Preisvorteile nur bei "berechtigten, objektiven Kriterien" möglich sind. Der Wohnsitz sei dies ganz sicher nicht.

Wenn die Dienstleistungsrichtlinie plangemäß noch heuer beschlossen wird, dann hätte Österreich laut Rief maximal zwei Jahre - also bis 2008 - Zeit, die verschiedenen Preise aufzuheben.

Unterschiedliche Preise für Einheimische (gerade in den Top-Skiorten oft ein Pappenstiel) und Urlaubern (manchmal auch Rest-Tiroler) haben dann endgültig ausgedient. Für Rief sind übrigens auch unterschiedliche Tarife für Frauen und Männer EU-widrig. Das sei aber in der neuen Richtlinie nicht angesprochen.

Für den EU-Rechtsexperten Walter Obwexer von der Uni Innsbruck bringt die Dienstleistungsrichtlinie keine neue Linie. "Das Diskriminierungsverbot steht im EG-Vertrag und hätte eigentlich seit langem umgesetzt werden müssen." Österreich sei hier säumig.

Für öffentliche Unternehmen habe der Europäische Gerichtshof mit Preisdifferenzen aufgeräumt, die privaten Liftbetreiber oder andere Unternehmen seien bisher aber nicht geklagt worden. "Wäre so eine Klage beim EuGH gelandet, dann wären die Einheimischen-Tarife schon aufgehoben."

Obwexer glaubt, dass diese spätestens durch die Dienstleistungsrichtlinie endgültig der Vergangenheit angehören werden. Preisvorteile für Einheimische sind für Obwexer nur EU-konform, wenn es beispielsweise im Gegenzug eine Skiliftsteuer im Ort geben würde. Das sei aber derzeit in ganz Tirol nirgends der Fall.

Quelle: TT
 
Einheimischen-Tarife lassen Wogen hochgehen

Das drohende baldige Aus für die Einheimischen-Tarife etwa bei Skiliften sorgt für heftige Diskussionen. Politiker rufen nach einer Tirol-Card.

Günstigere Preise für Einheimische als für Urlauber (manchmal auch für Rest-Tiroler): Das stand schon bisher rechtlich auf wackligen Beinen, jetzt schließt die geplante EU-Dienstleistungsrichtlinie verschiedene Preise je nach Wohnsitz kategorisch aus (wir berichteten exklusiv).

"Das muss unbedingt verhindert werden, sonst können sich kinderreiche Familien das Skifahren gar nicht mehr leisten", verlangt Tirols FPÖ-Chef Gerald Hauser. Minister Bartenstein müsse reagieren. Für SP-Tourismussprecher Josef Auer wird Tirol an der geplanten EU-Regelung "nicht vorbeikommen". Die einzige Lösung sei eine Regiocard (nach dem Vorbild jener im Oberland), die für alle Tiroler Regionen für die gesamte Saison gilt. "Gäste werden diese kaum kaufen."

Rund ging es gestern auch im Online-Forum von www.tirol.com, wo das drohende Ende der Einheimischen-Tarife eindeutiges Thema das Tages war. Zahlreiche Leser gaben ihre Kommentare ab, die meisten befürchten bei einer Vereinheitlichung der Preise eine weitere Verteuerung des Angebots.

Quelle: TT
 
snowflat schrieb:
"Das muss unbedingt verhindert werden, sonst können sich kinderreiche Familien das Skifahren gar nicht mehr leisten", verlangt Tirols FPÖ-Chef Gerald Hauser.Quelle: TT
Es gibt auch kinderreiche Familien die als Touristen kommen und die müssen auch den vollen Preis bezahlen!
 
Werden eigentlich nicht gewisse Bergbahnen, vor allem kleineren, mit Steuer-Subventionen aus der Gemeinde geholfen? In solchen Fällen wäre es doch nur recht und billig, dass die einheimischen Steuerzahler auch eine Vergünstigung bekämen.
 
^^
Da bin ich mit dir vollkommen einverstanden.
Aber in der EU werden Subventionen nicht besonders gerne gesehen. ->
Ein Unternehmen muss selber schauen wie es über die Runden kommt....
 
Das ist richtig, gerade diese extremen Seilbahnsubventionen (in Gegenden wie Südtirol z.T. weit über 50%) mussten/müssen wegen der EU erheblich gesenkt werden.

Davon abgesehen, höchste Zeit daß der Unsinn mit den Einheimischentarifen mal abgeschafft wird. Und wenn dann die Tiroler sich auch endlich mal auf eine Saisonkarte einigen können, hat's doch auch was Positives :wink:
 
Höchstwahrscheinlich werden dann alle den bisherigen Normaltarif bezahlen müssen.

Die Betreiber freuen sich auf die zusätzlichen Einnahmen und können sich bequem auf die EU ausreden..........
 
Hmm, das Wegfallen der Einheimischenkarten seh ich etwas kritisch.

Fakt ist, dass Tirol das niedrigste Pro-Kopf Einkommen Österreichs hat. Und wenn die Einheimischen nicht mehr Skifahren können, dann könntens ja auch die Investitionen in die Bergbahnen oder die Infrastruktur in Frage stellen. Besser wäre es, Familienkarten für alle Familien anzubieten. Somit haben alle Seiten was. Die Touristenfamilien können sich wieder Skifahren leisten, die Einheimischen ebenfalls, und die Bergbahnen hätten endlich mal wieder etwas Aufschwung bei den Nachwuchsskifahrern.
Aber die schaffens ja nichtmal einheitlich Halbtageskarten anzubieten.
 
Downhill schrieb:
Davon abgesehen, höchste Zeit daß der Unsinn mit den Einheimischentarifen mal abgeschafft wird.

Höre ich da etwas Neid raus? Da gibt es viel unsinnigere Tarife.

Fakt ist, du wirst sicher nicht weniger bezahlen müssen, aber ich einiges mehr.


Aber vielleicht führt es dazu, dass im Bregenzerwald nicht nur die Touristen, sondern auch die Einheimischen gratis mit den Öffis fahren dürfe. Liebe Eu, wenn schon, denn schon.
 
Fakt ist, dass Tirol das niedrigste Pro-Kopf Einkommen Österreichs hat.

Ich dachte, das Burgenland wäre das "Armenhaus"? In "Tirol sind doch Garagen größer und schöner als die Häuser im Burgenland" (Landesrätin Hosp letztes Jahr). :D
 
Af schrieb:
Fakt ist, dass Tirol das niedrigste Pro-Kopf Einkommen Österreichs hat.

Ui, wer hat dir denn diesen "Bären" aufgebunden ?

Tirol liegt auf alle Fälle - egal was man unter Pro-Kopf-Einkommen genau verstehen will (Bruttoregionalprodukt, regionales Lohnniveau etc.) am bzw. knapp oberhalb des österreichischen Durchschnitts - natürlich gibts da innerhalb Tirols beträchtliche Unterschiede (wie in anderen Bundesländern auch), wobei Osttirol am "ärmsten" ist.

Auf Bundesländerebene sind die "ärmsten" Burgenland, Kärnten und die Steiermark.

Natürlich wird sich niemand der Betroffenen darüber freuen, allerdings gab's da schon knapp nach dem EU-Beitritt die ersten Berichte, dass diese Sondertarife "wackeln".

Witzigerweise ist die Diskussion über Sondertarife in Ostösterreich genau andersrum. Da regen sich auf Bergfex hartnäckig die Leute über angebliche Spezialpreise für ungarische/slowakische Gäste am Semmering auf :lol:.
 
Aha, so hat jede Statistik ihre Grauzone. Klar ist das Burgenland ganz unten. Aber dann sollte laut Statisik und diversen Zeitungen gleich Tirol kommen.
Hmm, oder war das die Kaufkraft? :oops: Hier istauf jeden Fall alles so teuer. Vorallem Wohnraum... In Tirol zählen halt auch die ganzen Saisonkräfte in die Statistik, und die Verdienen ja nur n Appel und n Ei. :D
 
Super Sache, wurde auch Zeit. Endlich hört diese Diskriminierung Auswärtiger auf. Die Ö-Autobahnen kosten ja schließlich auch für alle gleich viel.

Man kann nur hoffen, dass die Umsetzung auch baldmöglichst bei der EU eingeklagt wird, wenn Ö sich weiterhin sperrt.

Fakt ist, du wirst sicher nicht weniger bezahlen müssen, aber ich einiges mehr.
Ja, und alle zahlen gleich viel. Ist doch nur fair, gell?
 
^
Da kann ich Roberto nur zustimmen.

Und wenn alle gelichviel zahlen gibts mehr Einnahmen => Mehr Investitionen => mehr News für uns :D
 
Und mehr abreissen von historischen Bergbahnen. :(
 
Gletscherfloh schrieb:
Da regen sich auf Bergfex hartnäckig die Leute über angebliche Spezialpreise für ungarische/slowakische Gäste am Semmering auf :lol:.

wenn's so wäre... :roll:
aber das ganze beruht auf einem Irrtum. Nämlich viele slowakische, tschechische bzw slowakische Gäste kommen als Gruppe nach NÖ Skizufahren, und in diesem Fall gilt ein Sonderntarif/Gruppentarif.
 
Jens schrieb:
^
Da kann ich Roberto nur zustimmen.

Und wenn alle gelichviel zahlen gibts mehr Einnahmen => Mehr Investitionen => mehr News für uns :D

Falsch.
Weniger Einheimische die Fahren -> Weniger Rückhalt in der Bevölkerung und Einnahmen -> Weniger neue Bahnen :D

Naja, egal. Bekommen ja eh noch Rabat durch eine Grosse Firma. :D

Na dann gibst halt in Zukunft den Bergbahnclub Tirol, dem nur Tiroler beitreten können, die dann für die Clubmitgliedschaft verbilligte Karten bekommen. :D

Achja: Dann wäre ich auch dafür, dass in der Metro nur noch Leute einkaufen können, die wirklich nur für Gastronomie und Geschäft einkaufen. Weg mit den Einkaufsschmarozzern. :D
 
Af schrieb:
Na dann gibst halt in Zukunft den Bergbahnclub Tirol, dem nur Tiroler beitreten können, die dann für die Clubmitgliedschaft verbilligte Karten bekommen. :D
Und den Bergbahnclub München, den Bergbahnclub Burgenland und den Bergbahnclub Vorpommern, die dann für die Clubmitgliedschaft auch verbilligte Karten rausgeben. :D

Mal ernsthaft: Ihr seid jetzt in der EU. Die Zeit der Extrawürste ist vorbei.
 
In Zeiten, in welchen in der Schweiz über den "fairen" Finanzausgleich zwischen den Kantonen gestritten wird will Brüssel per Gesetz Peanuts aus dem Weg räumen... Man reiche mir das Gewehr - es kommen mir die Tränen!

Das ist wieder einmal typisch dafür, wenn Juristen Politik machen und nur bis zur nächsten Kaffeepause denken. Was passieren wird ist folgendes: keine günstigen Tickets mehr für Einheimische -> Skifahren wird teurer -> Lebenshaltungskosten steigen -> Lohn steigt weniger stark als Lohnhaltungskosten -> Mehr Lohn muss her, um sich den Lebensstandard zu erhalten -> Familienoberhaupt sucht Arbeit in der Stadt -> Abwanderung aus den Berggebieten.
Natürlich geschieht das nicht von heute auf morgen, aber der Effekt dürfte messbar sein. Kommt hinzu, dass ich als Unternehmen im freien Wettbewerb Preisdiskriminierung betreiben darf wann und wo ich will.

Wie sähe das z.B. bei der TopCard (Graubünden) aus? Da wird ja auch Preisdiskriminierung (zeitlich) betrieben... wenn ich bis zum 30.11. bestelle zahle ich 100 Franken weniger. Da müsste man als Staat doch sofort eingreifen! Das ist ja das volle Programm an Preisdiskriminierung!
Und was ist mit den ganzen Versicherungen? Warum nur kommen die auf die Idee vom 20 jährigen Raser im BMW M3 viermal so viel Prämie zu verlangen wie vom 44 jährigen Familienvater im Renault Mégane? Tststs! Da brauchts unbedingt ein Gesetz für, dass diese elende Preisdiskriminierung aus der Welt schafft!

Auch wenn die EU das noch immer nicht gemerkt hat: wir leben in einer freien Marktwirtschaft - in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die sogenannten "Einheimischen" tragen dummerweise auch die Kosten des Tourismus - Dreck, Lärm, Abgase... da ist es nicht mehr als effizient, wenn man sie an irgendeiner Stelle (z.B. beim Bergbahnticket) irgendwie entlastet.

Mal ernsthaft: ihr lebt jetzt in einer freien Marktwirtschaft! Die Zeiten, als Papa Staat sich um eure Belange gekümmert hat sind vorbei!
 
Mad Banana schrieb:
Skifahren wird teurer -> Lebenshaltungskosten steigen
Interessant. Was bitte hat die Freizeitbespaßung 'Skifahren' mit Lebenshaltungskosten zu tun?
Kommt hinzu, dass ich als Unternehmen im freien Wettbewerb Preisdiskriminierung betreiben darf wann und wo ich will.
Falsch. Genau das darfst Du eben nicht. Es verstößt gegen europäisches Gesetz.
Deswegen leben wir im übrigen auch NICHT in einer freien Marktwirtschaft. Unsere Wirtschaft ist reguliert.
 
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