• Willkommen im neuen Alpinforum!

    Das Alpinforum ist erfolgreich auf die neue Forensoftware XenForo umgezogen. Benutzerkonten und Foreninhalte wurden übernommen, sodass ihr euch wie gewohnt anmelden könnt.

    Schaut euch gerne um und probiert die neuen Funktionen aus. Solltet ihr Fehler oder Unstimmigkeiten entdecken, meldet sie bitte im entsprechenden Thema.

    Alle Informationen zur Migration und zum neuen Forum findet ihr hier:

    Zur ausführlichen Ankündigung

    Viel Spaß im neuen Alpinforum!

    Euer Alpinforum-Team

Stromverbrauch von Seilbahnen

valdebagnes

Feldberg (1493m)
Hallo,

basierend auf der Frage zur Rentabilität von Skigebieten bei geringer Auslastung wäre es interessant zu wissen, was eine Seilbahn/Sessellift/schlepplift an Strom verbraucht.

Die Antriebsleistung ist zwar angegeben (Bsp 300kW 6er-Sessel Masarei, Quelle:Liftworld) aber was verbraucht ein solcher Lift bsp. im Leerbetrieb bzw. fast-Leerbetrieb? Hier muss ja theoretisch keine potentielle Energie umgesetzt werden, sondern lediglich der Reibungswiderstand (Luft, Seil, Rollen) und die Verlustleistung des Antriebs berücksichtigt werden.

Da in einem Skigebiet die Kosten für Personal, Invest, etc. Fixkosten sind und die variablen Kosten im wesentlichen aus Strom für die Anlagen und Diesel für die "Pistenbullys" bestehen (am Saisonende ist sogar die Beschneiung "'eh da", kann man aus diesen Kosten ja mal abschätzen, wieviele Tageskarten verkauft werden müssen um die variablen Kosten zu decken.

gruß
vdb
 
seilbahner schrieb:
Unsere Rossalmbahn verursacht eine Stromrechnung von ca.12000 euro im Monat.

Und es soll auch noch anlagen geben, die ein vielfaches von dem an Saft ziehen. Stichwort Funitels und ihre Artverwandten.

MFG Dachstein
 
@seilbahner:
kannst du sagen wie groß der Unterschied der Stromaufnahme ohne Personen und mit voller Beladung ausschaut. Müsste doch ein gewaltiger Unterschied sein, oder?

Es geht mir insbesondere um die Frage ab wieviel zahlenden Gästen der Schnittpunkt der Rentabilität liegt.

Danke und Gruß
vdb
 
Der unterschied ist nicht so gewaltig wie Du denkst. Zumindest nicht bei unserer Bahn. Vielleicht weil die sehr flach und lang ist?
Einzig beim Anfahren bei voller Bahn geht die Motorstromaufnahme auf 780 Ampere und bei leerer Bahn auf 550 Ampere.
Ist Sie dann in beharrung haben wir voll 430Ampere und leer 360 Ampere bei kalter Anlage.
Wenn die Bahn warmgefahren ist sinkt der Wert jeweils um 40 Ampere.
Das mit der Rentabilität lässt sich wie ich schon des öfteren geschrieben habe leider nicht verpauschalisieren.
 
Die Reibungswiderstände von Einseilumlaufbahnen sind gewaltig. Es muss bereits viel Energie aufgewendet werden, um das leere Förderseil zu bewegen. Noch schlimmer sind Funitels. Ich habe mal gelesen, dass dort der Widerstand so groß ist, das diese auch bei voller Beladung ohne Bremse zum Stehen kommen. Systeme mit getrennten Trag und Zugseilen haben einen wesentlich geringeren Energieverbrauch.

Um im Sommer bei geringerem Andrang Energie zu sparen, wird bei vielen Umlaufbahnen nach Fahrplan im "Stotterbetrieb" mit zwei Gondelgruppen gefahren.
 
Funitels weisen einen denkbar schlechten Wirkungsgrad, gewisse davon sind sogar selbsthemmend.
In Verbier liegt der tägliche Stromverbrauch des Funitel bei etwa CHF 1000.00 (ca. EUR 700.00), so als Grössenordnung.

Der Funicamp (2 gekoppelte Sektionen) in Andorra hat 6 Gleichstrommotoren a je 560 [kW] (total 3360 [kW]), die gesamte installierte Leistung beträgt rund 4500 [kW].

Die benötigte typische Antriebsleistung einer Einsel-Umlaufbahn bei leerem Seil liegt vermutlich ausser bei klenen Bahnen bei über 100 [kW], über 200 [kW] bei grösseren Bahnen. Reibverluste sind auch bei leerem Seil hoch, da die Seilsvorsppannung unabhängig von der Belastung der Bahn ist (FBM Bestückung und Personen).
Vollbestückt mit leeren Sesseln/Gondeln nimmt die Antriebsleitung Leistung zu (kenn den Wert nicht genau, tippe mal grob auf 25 bis 50 % über der Leistung für Leerseil). Wieviel man zusätzlich für die Personenbeförderung benötigt kann man grob abschätzen.
 
Die Leistungsaufnahme bei Leerseilanfahren kann ich euch das nächste mal sagen wenn ich oben bin. Auswendig weiß ich das nicht, aber wenn es jemand Interessiert fahr ich die Anlage mal an.
 
Besten Dank in voraus.

Wie gesagt, meine Angaben sind reine Einschätzungen. War von einer tangentialen Antriebszugkraft von etwa 2000 bis 3000 [daN] aus gegangen, was rund 150 bis 250 [kW] bei 5 [m/s] entspräche, wobei noch was für Verluste im Getriebe usw. dazukoomen.

Nebst der Leistung des Hauptantriebsmotors kommen noch diverse Hilfbestriebe dazu, wie z.B Zwangslüftungen, Hydraulikpumpen, Getriebe-Ölumlauf- Kühlkrespumpen, Dieselmotor-Kühlwasserheizung, Ölkühlerlüfter, Steuerung, Beleuchtung usw.
Kommen also noch ein paar [kW] dazu.
 
ganz Elementar ist sicher auch der Vertrag it dem EW, da gibt es gewaltige Unterschiede wie der Stromverbrauch berechnet wird. Leistungsspitzen können da schon Teuer werden weil diese Auf ganze Monate ausgerechnet werden. Gibt sogar Anlagen die Fahren zur Revision nur mit dem Diesel. :idee:
 
Da hätte ich auch noch eine Frage. Bekommen die Liftgesellschaften eigentlich so eine Art Mengenrabatt? Bei den Mengen an Strom da könnte man ja mal den Strom ein wenig billiger machen. :bindafür:
 
Teilweise müssen sie sogar noch Zahlen für den Strom den sie zurück ins Netz speisen. :lol:
Es lebe der liberalisierte Strommarkt.
 
Frechheit aber eben immer noch oft Monopolbetriebe in der Praxis.

Das mit dem Zahlen für die Rückspeiung ist merkwürdig, da kann ma einfach einen Zähler mit Rücklaufsperre (mechanisch oder elektronisch parametriert da die meisten Zähler von Grossverbruacher heutzutage elektronisch sind, z.T. mit Fernablesung via Modem) einsetzen. Das die Rückgespiesene Energie nicht vergütet wird ist bereits als solches unfair.

Üblich in der Schweiz ist die Verrechnung von:
- Wirkenergie in [kWh], ggf, verschiedene Preise pro [kWh] je nach Uhrzeit und Saison.
- Blindenergie in [kVArh], falls ein zugelassener unverrechnter Anteil überschritten wird.
- Spitzeleistung in [kW], meist auf aufeinanderfolgende (d.h. nicht gleitende) 15-minuten Integrationsperioden, wobei jeweils nur die höchste vom jedem Monat berücksichtigt wird.

Da für die Spitze der 15-minuten Zeitintervall des Monats mit der höchsten Last berücksichtigt wird, macht es keinen Unterschied, ob man nur 15 Minuten lang oder volle 31 x 24 Stunden mit derselben Leistung fährt.
Bei 500 [kW] kann die Spitze ohne weiteres CHF 4000.00 pro Monat aus machen. D.h. dass ein 15-minütiger Probelauf ausser Saison bereits soviel Spitzenleistungskosten versachen kann wie bei täglichem Betrieb, auch wenn die Bahn in diesem Monat insgesamt nur 15 Minuten lang fäht (Beispiel heir mit CHF 8.00 pro [kW] Spitzenleistung, kann ggf. auch mehr oder weniger pro [kW] sein)

Einzelheiten hängen jedoch von Vereinbarungen mit den EVUs ab. Auch ist die neue detailierte Verrechnungsmethode der Schweizer EVUs total undurchsichtiig.
Rabatte sind in dem Sine unüblich, viel mehr werden Verträge kundenspezifisch ausgehandelt da grosse Verbraucher in der Schweiz zudem nicht an einen Monopolleiferanten gebunden sind.

Bei Prozessanlagen kann man das Prozessleitsystem mit den 15-minuten-Impulse der Zähler synchonisieren, damit ein Spitzelastabwurf mit Sekundengenauigkeit opitmiert werden kann (besonder interesasnt bei elektrischen Heizungsanlagen,.da kann man etliche Kosten sparen). Bei Bahnen nicht machbar, da da man Hilfsbetriebe nicht einfach ausschalten kann.
 
hätte nicht gedacht, das der Stromverbrauch bei Leerfahrt doch so hoch ist, hört sich aber logisch an (Seilspannung etc...)
Wenn man von u.g. Daten ausgeht, dann kostet ein Skitag in einem Gebiet mit 10 Anlagen so um die 5000€ Strom. Macht immerhin rund 125 Tageskarten.
Da kann man die Intension auch bei guten Verhältnissen am Ende der Saison doch früher als geplant zuzumachen durchaus verstehen, gerade wenn dann auch noch der Anteil der Saisonkartennutzer steigt.
(Wobei man das ja durchaus als Vertragsbruch sehen könnte, aber das gehört in ein anders Topic)

danke...
 
Warum Vertragsbruch?
Die meisten Skigebiet fahren doch so, wie es am Saisonanfang ausgemacht wird.
Das Theater gibt es ja nur am Saisonanfang, wenn es Anfang November schon Schneit und nicht sofort gefahren wird.

Aber genug OT, hast recht.
 
In der Pendelbahn in Champéry hängt eine Kuchengrafik, die erklärt wie die Einnahmen einer Tageskarte aufgeteilt werden. Und da sind die Energiekosten noch ein recht kleiner Posten.

In der Grafik wurden die Beträge in Franken angegeben und ich habe sie jetzt mal in Prozent umgerechnet.

Steuern 0.9%
Versicherungen 2.3%
Gewinn 2.3%
Werbung 4.0 %
Energie 6.7 %
Unterhalt 7%
Sonstige Ausgaben 7.8%
Zinsen / Leasing 14.3%
Abschreibungen 15.4%
Löhne 39.3 %

Aber wie seilbahner schon gesagt hat wird diese Rechnug für jedes Skigebiet ganz anders aussehen.
 
Bergbahnaktien taugen sich in der Regel nicht zur Vermögensmehrung... ;)
Wer sagt denn dass der Gewinn als Dividende ausbezhalt wird ?
Ein gewisses Polster an Reserven muss ja auch noch geschaffen werden.
Unternehmen, die nur eine schwarze Null schreiben, werden beim Ablauf der Konzession einer Bahn ein riesen Problem haben. Und da gibt es wohl genügend Beispiele...

Umso erstaundlicher, dass man immer wieder Aktienkapitalerhöhungen zusammen bringt.
:guckstduhier:
http://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?f=35&t=35131&p=4682292
 
Zurück
Oben