Ich habe Heute die Ausstellung besucht und bin aus folgenden Gründen sehr gespalten.
1. Die Bilder wurden von einer Person gemacht, die das Handwerk der Fotografie versteht und auch weiss wie man gewisse Dinge in Szene setzen muss um die Leute abzuholen bzw. zu schockieren.
2. Eine Baustelle in der freien Natur ist immer hässlich. Da müsste man schon Vergleichsbilder aus der Vergangenheit und Zukunft haben um ein definitives Urteil fällen zu können. Aber solche Vergleiche waren logischerweise nicht möglich

3. Die Bilder mit den Stützenwälder haben mich nicht schockiert. Ein solches Bild würde wohl jeder Seilbahnfan in seinem Wohnzimmer aufhängen :lol:
4. Am meisten zu denken gab mir der ganze Zirkus um das Après Ski. Wenn die Leute wirklich den Respekt gegenüber den Bergen verloren haben und den ganzen Müll einfach auf den Boden werfen, muss man sich wohl tatsächlich entsprechende Massnahmen überlegen. Dafür habe ich Null Verständnis.
5. Damit man den Ausstellungsmacher nicht gerade Einseitigkeit vorwerfen kann, war von ein paar auserwählten Skigebieten ein Steckbrief vorhanden. Aber anhand von gewissen Formulierungen konnte man auch hier sehen in welche Richtung der Wind bläst.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Bergbahnunternehmen für die betroffene Region musste man sich anhand der Kennzahlen (Umsatz und Anz. Mitarbeiter) schon selber zusammen reimen.
6. Die Aussteller kritisieren zwar die Auswüchse des Massentourismus, aber ein entsprechendes Konzept wie die Bergbewohner ohne Massentourismus die Brötchen verdienen könnten fehlt gänzlich.
7. Am meisten lachen musste ich über den Museumsführer. Ist doch dieses kleine Booklet tatsächlich in einer wiederverschliessbaren Plastiktüte verpackt...
Fazit: Schön gestaltete Ausstellung mit hochklassigen Fotografien, die auf jeden Fall zum Nachdenken anregt.
Aber ich finde die Ausstellung auch nicht ganz unproblematisch, wenn man die Bergwelt nur aus diesem Blickwinkel betrachtet oder sogar den Schluss zieht, dass es in allen Skigebeiten so aussieht.
Das ganze erinnert mich ein bisschen an die "brutalen" Schlachthof-Videos, die von einem Tierschutzverein aufgenommen wurden. Danach beschimpft man jeden Metzger als Tiermörder und ruft zum Fleisch-Boykott auf. Aber sobald man sich die Abläufe von einer Fachperson erklären lässt oder sogar einmal Live dabei ist, sieht man die ganze Sache wieder aus einer ganz anderen Perspektive.