L&S schrieb:
Natürlich kann mann nicht sagen, dass alles am Klimawandel liegt, bestimmte Erosionsprozesse laufen in den Bergen immer ab.
So sieht es halt nun einmal aus. Fels- und Bergstürze sowie Lawinen- und Murenabgänge sind das natürlichste, was es in den Bergen gibt. Der Mensch neigt gerne dazu, die Dinge auf seinen begrenzten Zeithorizont herunterzurechnen. Aber nur weil etwas nicht alle 2 Monate oder 2 Jahre passiert heißt das noch lange nicht, dass es sich um extreme Ausnahmesituationen handelt. Die Alpen haben ein geschätztes Alter von 50 Millionen Jahren. Wie lange werden die Berge schon gut und wissenschaftliche protokolliert? Vielleicht 250 Jahre? Das ist sind 0,005% der Lebensdauer. Anders formuliert: Würde die Entfernung von Berlin nach München dem Alter der Alpen entsprechen, so wären 250 Jahre etwa 25 cm. Also weniger als ein DIN A4 lang ist.
L&S schrieb:
Aber besonders in den Alpen hat der jahrzehntelane Temperaturanstieg vieles beschleunigt und bestimmte Vorgänge erst ermöglicht.
Gibt es dazu aktuelle Quellen/ Belege? Nicht weil ich es anzweifle, sondern weil es mich interessieren würde, in wie weit hier ein konkreter Zusammenhang hergestellt wurde bzw. wird.
L&S schrieb:
Aber automatisch zu behaupten, das es nichts mit dem Klimawandel zu tun hat, wenn eine Nordwand eines "gerade nicht 3400ers" Mitte Juni abbricht und dabei beachtliche Mengen Wasser freiwerden, klingt wie die Tabakindustrie vor 40 Jahren.
Selbiges gilt aber auch umgekehrt. Sofort zu behaupten es liegt am Klimawandel ist genauso falsch. Solange man nicht weiß, was die Ursache für den Sturz war sollte man einfach abwarten und die Experten ihre Arbeit machen lassen. Und dass bei so einem Bergsturz Wasser frei gesetzt wird ist absolut keine Ausnahme. Oftmals braucht es das Wasser ja, da dieses als Gleitschicht zwischen unterschiedlichen Gesteinsschichten dient. Es lagert sich im Fels an und wird dann, im Zuge des Bergsturzes, schlagartig freigesetzt.
L&S schrieb:
Gerade in der Silvertta hat sich das Verhältnis Schnee zu Regen in der warmen Jahreszeit massiv geändert, die meisten Gletscher schwinden nicht, sie zerfallen mangels Nährgebiet.
So auch die Westseite der Fluchthörner, die früher bis fast ganz nach oben vergletschert war...
Auch hier möchte ich gerne nochmal den Bergsturz von Rand aufführen, zeigt er doch anschaulich, dass ein Bergsturz eine höchst komplexe geologische Angelegenheit ist und eine Vielzahl an Ursachen haben kann. Im Ergebnisbericht heißt es dazu:
"Trotz günstig liegender Orientierung von Schichtgrenzen und Schieferung konnte sich eine instabile Situation entwickeln, dies einerseits wegen polyedrischer Zerlegung des Gebirges durch späte Phasen der alpinen Deformation, andererseits wegen der bis 200 m tiefgreifenden Entspannungserscheinungen. Dadurch wurden Grundwasser und Verwitterung der Weg geöffnet. Dabei erreichte die Auflockerung der Felsmasse mit 7-15% Kluftvolumen ein ungewöhnliches Ausmass."
Quelle:
https://www.e-periodica.ch/cntmng?pid=egh-001:1993:86::1241
L&S schrieb:
So gesehen könnt man auch so argumentieren:
Ohne Kimawandel wäre der Gletscher noch da und die Wand von oben bis unten Permafrost, was hätte da passieren können?
Könnte man. Könnte man aber genauso gut auch lassen.