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Massiver Felssturz am Fluchthorn auf Gemeindegebiet Galtür

Oha, da fehlt aber ziemlich viel.
Das dürfte auf der anderen Seite auch Wanderwege erreicht haben, zum Glück zu einer Jahreszeit wo niemand dort unterwegs gewesen sein dürfte.
In der Saison kann dass ganz böse ausgehen.
 
Habe es jetzt auch am PC angesehen, das ist leider noch weitaus massiver als zuerst gedacht.
 
Theo schrieb:
Habe es jetzt auch am PC angesehen, das ist leider noch weitaus massiver als zuerst gedacht.
Laut diversen Medienberichten ist der Berg nun ca. 100 m niedriger. Da muss richtig ordentlich was runtergekommen sein 8O . Hat der fast gleich hohe Nebengipfel noch seine ursprüngliche Höhe oder war der auch betroffen?
 
Ein Glück dass nichts passiert ist. Denn jetzt ist eigentlich genau die Zeit, wo die Besteigung über die Firnrinne gemacht wird. Später nach Ausaperung wird sie normalerweise nicht mehr gemacht da zu gefährlich.
 
Gleitweggleiter schrieb:
Ein Glück dass nichts passiert ist. Denn jetzt ist eigentlich genau die Zeit, wo die Besteigung über die Firnrinne gemacht wird. Später nach Ausaperung wird sie normalerweise nicht mehr gemacht da zu gefährlich.

Ein Projekt weniger auf der Liste... Schade drum...
 
albe-fr schrieb:
dem Klimawandel sei dank, ich stand schon auf dem Gipfel, 18.6. vor ueber 20 Jahren, damals eine sichere Unternehmung.
Naja, jetzt muss der Klimawandel wieder herhalten...
Was glaubst du wie alle Berge und Bergspitzen ihre heutige Form erhalten haben? Erosion und Felsrutsche gehören bei fast jedem Berg zum natürlichen Alterrungsprozess dazu. Ein Berg "entsteht" und dann erodiert und zerfällt er über die Jahrtausende, Jahrmillionen wieder. Ein ganz natürlicher Prozess.
 
Mt. Cervino schrieb:
albe-fr schrieb:
dem Klimawandel sei dank, ich stand schon auf dem Gipfel, 18.6. vor ueber 20 Jahren, damals eine sichere Unternehmung.
Naja, jetzt muss der Klimawandel wieder herhalten...
Was glaubst du wie alle Berge und Bergspitzen ihre heutige Form erhalten haben? Erosion und Felsrutsche gehören bei fast jedem Berg zum natürlichen Alterrungsprozess dazu. Ein Berg "entsteht" und dann erodiert und zerfällt er über die Jahrtausende, Jahrmillionen wieder. Ein ganz natürlicher Prozess.
ich bezog das nicht auf den Bergsturz (wobei ich drauf wetten werde, dass auch der durch die Temperaturen verursacht wurde) sondern auf die Gefahrensituation am Fluchthorn. Ich glaube nicht, dass dies Jahr überhaupt jemand die Weilenmannrinne nach April in Betracht gezogen hat.
 
Mt. Cervino schrieb:
albe-fr schrieb:
dem Klimawandel sei dank, ich stand schon auf dem Gipfel, 18.6. vor ueber 20 Jahren, damals eine sichere Unternehmung.
Naja, jetzt muss der Klimawandel wieder herhalten...
Was glaubst du wie alle Berge und Bergspitzen ihre heutige Form erhalten haben? Erosion und Felsrutsche gehören bei fast jedem Berg zum natürlichen Alterrungsprozess dazu. Ein Berg "entsteht" und dann erodiert und zerfällt er über die Jahrtausende, Jahrmillionen wieder. Ein ganz natürlicher Prozess.
Durchaus ein beeindruckender Bergsturz, dort am Fluchthorn. Gut, dass keine Menschen ums Leben kamen.
Während des Bergsturzes 1991 in Randa, waren wir gerade in Zermatt. Nach einer Woche hatte die Schweizer Armee eine Notstraße über den Kegel der Felslawine fertig. Die Durchfahrt war schon beeindruckend.

Hier noch eine kurze Übersicht zu bisherigen Bergstürzen in den Alpen, genau gesagt in der Schweiz.
https://www.tagesanzeiger.ch/die-groessten-bergstuerze-der-schweiz-574394678991

Der größte fand übrigens vor rund 9000 Jahren am Flimserstein statt. Über 9 Milliarden Tonnen Gestein stürzten da in die Tiefe.
Dagegen sind der in Randa und der aktuelle am Fluchthorn eher überschaubare Ereignisse.
 
Bergwanderer schrieb:
Mt. Cervino schrieb:
albe-fr schrieb:
dem Klimawandel sei dank, ich stand schon auf dem Gipfel, 18.6. vor ueber 20 Jahren, damals eine sichere Unternehmung.
Naja, jetzt muss der Klimawandel wieder herhalten...
Was glaubst du wie alle Berge und Bergspitzen ihre heutige Form erhalten haben? Erosion und Felsrutsche gehören bei fast jedem Berg zum natürlichen Alterrungsprozess dazu. Ein Berg "entsteht" und dann erodiert und zerfällt er über die Jahrtausende, Jahrmillionen wieder. Ein ganz natürlicher Prozess.
Durchaus ein beeindruckender Bergsturz.....

Der größte fand übrigens vor rund 9000 Jahren am Flimserstein statt. Über 9 Milliarden Tonnen Gestein stürzten da in die Tiefe.
Dagegen sind der in Randa und der aktuelle am Fluchthorn eher überschaubare Ereignisse.

nichts geht über Statistik...erst recht eine die so lange hier im af geführt wird.. :wink:

sogar hier ... wird gross aufgepustet natürlich auch mit dem unvermeidlichen K-Wort...:
https://www.tagesschau.de/ausland/europa/oesterreich-tirol-berg-100.html
 
Mt. Cervino schrieb:
albe-fr schrieb:
dem Klimawandel sei dank, ich stand schon auf dem Gipfel, 18.6. vor ueber 20 Jahren, damals eine sichere Unternehmung.
Naja, jetzt muss der Klimawandel wieder herhalten...
Was glaubst du wie alle Berge und Bergspitzen ihre heutige Form erhalten haben? Erosion und Felsrutsche gehören bei fast jedem Berg zum natürlichen Alterrungsprozess dazu. Ein Berg "entsteht" und dann erodiert und zerfällt er über die Jahrtausende, Jahrmillionen wieder. Ein ganz natürlicher Prozess.

Natürlich kann mann nicht sagen, dass alles am Klimawandel liegt, bestimmte Erosionsprozesse laufen in den Bergen immer ab.
Aber besonders in den Alpen hat der jahrzehntelane Temperaturanstieg vieles beschleunigt und bestimmte Vorgänge erst ermöglicht.

Aber automatisch zu behaupten, das es nichts mit dem Klimawandel zu tun hat, wenn eine Nordwand eines "gerade nicht 3400ers" Mitte Juni abbricht und dabei beachtliche Mengen Wasser freiwerden, klingt wie die Tabakindustrie vor 40 Jahren.

Gerade in der Silvertta hat sich das Verhältnis Schnee zu Regen in der warmen Jahreszeit massiv geändert, die meisten Gletscher schwinden nicht, sie zerfallen mangels Nährgebiet.
So auch die Westseite der Fluchthörner, die früher bis fast ganz nach oben vergletschert war...

So gesehen könnt man auch so argumentieren:
Ohne Kimawandel wäre der Gletscher noch da und die Wand von oben bis unten Permafrost, was hätte da passieren können?
 
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L&S schrieb:
Natürlich kann mann nicht sagen, dass alles am Klimawandel liegt, bestimmte Erosionsprozesse laufen in den Bergen immer ab.
So sieht es halt nun einmal aus. Fels- und Bergstürze sowie Lawinen- und Murenabgänge sind das natürlichste, was es in den Bergen gibt. Der Mensch neigt gerne dazu, die Dinge auf seinen begrenzten Zeithorizont herunterzurechnen. Aber nur weil etwas nicht alle 2 Monate oder 2 Jahre passiert heißt das noch lange nicht, dass es sich um extreme Ausnahmesituationen handelt. Die Alpen haben ein geschätztes Alter von 50 Millionen Jahren. Wie lange werden die Berge schon gut und wissenschaftliche protokolliert? Vielleicht 250 Jahre? Das ist sind 0,005% der Lebensdauer. Anders formuliert: Würde die Entfernung von Berlin nach München dem Alter der Alpen entsprechen, so wären 250 Jahre etwa 25 cm. Also weniger als ein DIN A4 lang ist.

L&S schrieb:
Aber besonders in den Alpen hat der jahrzehntelane Temperaturanstieg vieles beschleunigt und bestimmte Vorgänge erst ermöglicht.
Gibt es dazu aktuelle Quellen/ Belege? Nicht weil ich es anzweifle, sondern weil es mich interessieren würde, in wie weit hier ein konkreter Zusammenhang hergestellt wurde bzw. wird.

L&S schrieb:
Aber automatisch zu behaupten, das es nichts mit dem Klimawandel zu tun hat, wenn eine Nordwand eines "gerade nicht 3400ers" Mitte Juni abbricht und dabei beachtliche Mengen Wasser freiwerden, klingt wie die Tabakindustrie vor 40 Jahren.

Selbiges gilt aber auch umgekehrt. Sofort zu behaupten es liegt am Klimawandel ist genauso falsch. Solange man nicht weiß, was die Ursache für den Sturz war sollte man einfach abwarten und die Experten ihre Arbeit machen lassen. Und dass bei so einem Bergsturz Wasser frei gesetzt wird ist absolut keine Ausnahme. Oftmals braucht es das Wasser ja, da dieses als Gleitschicht zwischen unterschiedlichen Gesteinsschichten dient. Es lagert sich im Fels an und wird dann, im Zuge des Bergsturzes, schlagartig freigesetzt.

L&S schrieb:
Gerade in der Silvertta hat sich das Verhältnis Schnee zu Regen in der warmen Jahreszeit massiv geändert, die meisten Gletscher schwinden nicht, sie zerfallen mangels Nährgebiet.
So auch die Westseite der Fluchthörner, die früher bis fast ganz nach oben vergletschert war...

Auch hier möchte ich gerne nochmal den Bergsturz von Rand aufführen, zeigt er doch anschaulich, dass ein Bergsturz eine höchst komplexe geologische Angelegenheit ist und eine Vielzahl an Ursachen haben kann. Im Ergebnisbericht heißt es dazu:
"Trotz günstig liegender Orientierung von Schichtgrenzen und Schieferung konnte sich eine instabile Situation entwickeln, dies einerseits wegen polyedrischer Zerlegung des Gebirges durch späte Phasen der alpinen Deformation, andererseits wegen der bis 200 m tiefgreifenden Entspannungserscheinungen. Dadurch wurden Grundwasser und Verwitterung der Weg geöffnet. Dabei erreichte die Auflockerung der Felsmasse mit 7-15% Kluftvolumen ein ungewöhnliches Ausmass."

Quelle: https://www.e-periodica.ch/cntmng?pid=egh-001:1993:86::1241

L&S schrieb:
So gesehen könnt man auch so argumentieren:
Ohne Kimawandel wäre der Gletscher noch da und die Wand von oben bis unten Permafrost, was hätte da passieren können?

Könnte man. Könnte man aber genauso gut auch lassen.
 
Drahtseil schrieb:
Selbiges gilt aber auch umgekehrt. Sofort zu behaupten es liegt am Klimawandel ist genauso falsch.

ich hab heute uebrigens mit einem Freiburger Bergfuehrer gesprochen, der hat meine These, dass aktuell kein vernuenftiger Mensch da hochgegangen wär, bestätigt und hat das nicht zwingend mit dem Klimawandel, aber zumindest mit den Temperaturen der letzen vier Wochen begründet.
 
Drahtseil schrieb:
L&S schrieb:
Aber besonders in den Alpen hat der jahrzehntelane Temperaturanstieg vieles beschleunigt und bestimmte Vorgänge erst ermöglicht.
Gibt es dazu aktuelle Quellen/ Belege? Nicht weil ich es anzweifle, sondern weil es mich interessieren würde, in wie weit hier ein konkreter Zusammenhang hergestellt wurde bzw. wird.
Es gibt ausreichend Studien die zB den Rückgang des Permafrostes aufzeigen und auf die möglichen Folgen hinweisen.
Beispielsweise in der Schweiz oder auch am höchsten Berg Deutschlands.
Aufgrund deiner anderen Antworten nehme ich an, du verstehst den Unterschied zwischen Permafrost und Wasserschichten im Gestein.
https://www.zamg.ac.at/cms/de/klima/informationsportal-klimawandel/klimafolgen/permafrost
Drahtseil schrieb:
L&S schrieb:
Aber automatisch zu behaupten, das es nichts mit dem Klimawandel zu tun hat, wenn eine Nordwand eines "gerade nicht 3400ers" Mitte Juni abbricht und dabei beachtliche Mengen Wasser freiwerden, klingt wie die Tabakindustrie vor 40 Jahren.
Selbiges gilt aber auch umgekehrt. Sofort zu behaupten es liegt am Klimawandel ist genauso falsch. Solange man nicht weiß, was die Ursache für den Sturz war sollte man einfach abwarten und die Experten ihre Arbeit machen lassen.
Dabei geb ich dir prinzipiell recht mit der Kritik im Allgemeinen.
Aber du selbst schreibst:
Drahtseil schrieb:
Und dass bei so einem Bergsturz Wasser frei gesetzt wird ist absolut keine Ausnahme. Oftmals braucht es das Wasser ja, da dieses als Gleitschicht zwischen unterschiedlichen Gesteinsschichten dient. Es lagert sich im Fels an und wird dann, im Zuge des Bergsturzes, schlagartig freigesetzt.
Absolut richtig! Aber dass solche Mengen flüssiges Wasser frei wurde, wo eigentlich alles gefroren sein sollte....
Wenn das kein als starker Hinweis darauf ist, dass die Temperaturerhöhung das nicht nur beschleunigt, sondern erst ermöglicht

Über kurz oder lang sprengt Wasser, das auftaut und wieder gefriert jede Spalte in die es eindringen kann.
Schlimmer wirds natürlich, wenn der fehlende Gletscher die Oberfläche der Erosion aussetzt und damit bisher kaum verwittertes Gestein brüchig macht
 
Mt. Cervino schrieb:
Naja, jetzt muss der Klimawandel wieder herhalten...
Was glaubst du wie alle Berge und Bergspitzen ihre heutige Form erhalten haben? Erosion und Felsrutsche gehören bei fast jedem Berg zum natürlichen Alterrungsprozess dazu. Ein Berg "entsteht" und dann erodiert und zerfällt er über die Jahrtausende, Jahrmillionen wieder. Ein ganz natürlicher Prozess.

Die Frage ist doch nicht, ob diese Prozesse ganz natürlich sind oder nicht. Das ist ja eine allgemeingültige Aussage ohne etwas zu beweisen oder zu widerlegen, also als Argument nicht geeignet.
Die Frage ist, ob die Häufigkeit und die Ausmaße solcher Ereignisse dem entsprechen, was man natürlicherweise erwarten könnte. Und wen dem nicht so ist, dann muss man sich die Frage stellen, welche Faktoren dazu führen.

Von dem her halte ich es für sinnvoll, den Vorgang von Experten in Ruhe analysieren zu lassen und dann über die Ergebnisse zu diskutieren.
Egal wie man über den Klimawandel denkt, lasst euch doch nicht immer gleich von Schlagwörtern triggern (egal aus welcher Richtung), wenn man noch nichts konkretes weiß.
 
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