• Willkommen im neuen Alpinforum!

    Das Alpinforum ist erfolgreich auf die neue Forensoftware XenForo umgezogen. Benutzerkonten und Foreninhalte wurden übernommen, sodass ihr euch wie gewohnt anmelden könnt.

    Schaut euch gerne um und probiert die neuen Funktionen aus. Solltet ihr Fehler oder Unstimmigkeiten entdecken, meldet sie bitte im entsprechenden Thema.

    Alle Informationen zur Migration und zum neuen Forum findet ihr hier:

    Zur ausführlichen Ankündigung

    Viel Spaß im neuen Alpinforum!

    Euer Alpinforum-Team

9.-17.12.23 | Eigentlich wollte sie ans Meer #pärchenscheiß (Aktuell: 16./17.12.)

Eigentlich wollte sie ans Meer #pärchenscheiß
9.12. - 16.12.2023


An endless hole filled up with light
my caring heart, your restless soul
a perfect match
like black and gold

(aus: "Black and gold" von Fury i.t.s.)

Vorwort: Eigentlich hätte es keinen Bericht geben können, denn ich hatte kürzlich erst meinen Spaß im Schnee (https://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?t=68885. Der gemeinsame Skiurlaub mit T ist für Anfang 2024 geplant, für diese gemeinsame Woche im Dezember darf sie entscheiden. Mit dem Camper nach Dänemark und dick eingemummelt durch die Dünen wandern war ihrer Majestät Wunsch. Mache ich auch gerne und es geht ja jetzt eh ums gemeinsam unterwegs sein. Aber eben kein Ziel, für das es hier einen Reisebericht zu schreiben gäbe. Daheim hatte jeder noch ein paar Dinge zu erledigen, dafür sollte der Samstag reserviert sein, bevor es Sonntag 10.12. los geht.
Jener Samstag ist im Ruhrgebiet wahrlich kein schöner Tag, den Schnee hatte es schon in den Tagen zuvor dahingerafft, aber jetzt schüttet es aus Eimern, der Wind stürmt ums Haus und auch Mittags hat man das Gefühl, es will gar nicht richtig hell werden. Als wir uns am frühen Nachmittag auf dem Sofa treffen, umfängt uns ein herbstlich düsterer Lagerkoller. Wir schauen auf den Wetterbericht - Dänemark 5 Tage Dauerregen, Südschweden dito, Deutsche Nord- und Ostseeküste sowieso.
Ich sage nichts, es ist T's Urlaub und sie muss es zuerst aussprechen. "Lieber Schnee von oben als Regen." Ich benicke zustimmend ihre Weisheit. Ich verspreche ihr dennoch, dass ich daraus keinen versteckten Skiurlaub machen will und sie will ihr Snowboard trotzdem einpacken. Es wird bereits dunkel, draußen rüttelt der Wind am Haus - uns hält hier heute nichts mehr. Bergschuhe, Wanderschuhe, Schneeschuhe, Skischuhe - der Camper füllt sich rasch. Als wir aus der Einfahrt rollen, ist es 19 Uhr. Wir fahren heute nicht mehr weit, wir sind jetzt schon müde. Während ich auf die A1 Richtung Köln abbiege, sucht T in ca. 1,5h Entfernung nach einer Kombination aus Restaurant und Parkplatz für die Nacht. So etwas führt einen dann an Orte, die man sonst nie geplant hätte zu betreten, in unserem Fall die Innenstadt von St. Augustin nahe Bonn. Das St. im Namen darf einen nicht täuschen - es ist keine schöne historische Innenstadt.

Aber der Italiener ist tatsächlich sehr gut und wir rollen nur noch um die Ecke in eine kleine Sackgasse und verbringen eine sehr ruhige erholsame Nacht in unseren 6 x 2m. Wir sind nicht weit weg von zu Hause, aber der Urlaub hat begonnen, denn wir sind unterwegs.

Sonntag, 10.12.

Ich reiche der Dame die übliche Kaffee-Mischung ins Bett.


Draußen sieht man noch keine Menschen auf der Straße.


Ich bin das gar nicht mehr gewohnt - durchgängig wenig Verkehr. Wir sind ohne Plan in den Tag gestartet, der entstand ganz grob beim Fahren. A7 Richtung Fernpass, Abzweig über Obsteig Richtung Innsbruck. Die ersten Berge tauchen am Horizont auf.


Die Vorhersage hält, die Wolken reißen auf.




Der Fernpass präsentiert sich tief winterlich.


Um kurz vor 16 Uhr sind wir am Parkplatz des Innsbrucker Alpenzoos etwas oberhalb der Stadt. Der ist nur bis 19 Uhr gebührenpflichtig, die Nacht ist frei.


In der Nachmittagsdämmerung wandern wir im Zickzack am Fuß der Nordkette empor.


Trasse alte und neue Hungerburg-Standseilbahn.


Mittlerweile hat es zugezogen.


Die Dunkelheit bricht schnell herein. Stirnlampenzeit!


Nach ein paar weiteren Schlenkern erreichen wir die Hungerburg und die Stadt spielt in der Dunkelheit all ihre Karten aus!




Einen Glühwein und Kaaspressknödel später fahren wir mit der Standseilbahn hinab in die Innenstadt. Da ist noch mehr Weihnachtsmarkt.


Und wie wir feststellen, auch noch eine ziemlich große Lichtinstallation quer durch den ganzen Park - die Lumagica Innsbruck. Wo wir eh gerade schonmal da sind...


Altstadt. Nach dem Konsum weiterer weihnachtsmarkttypischer Produkte beginnen wir den Aufstieg zurück zum Parkplatz am Alpenzoo.


Alleine für Innsbruck bei Nacht hat es sich schon gelohnt.

Die Wetteraussichten für die nächsten Tage sind gelinde gesagt durchwachsen. Ich bin im Schnee, ich bin in den Bergen und T ist sehr zufrieden. Einen Plan für die Woche gibt es nicht. Ob ich auf die Ski komme - wer weiß das schon. Warum auch, wir wollen ja bloß unterwegs sein.

To be continued...
 
von Innsbruck aus noch ein Stündle übern Brenner da ist das Wetter wesendlich besser. Noch eine schöne Zeit.
wir fahren am Freitag für eine Woche nach Hinterglemm.
 
11.12.


Ich erwache um kurz nach 6 vom Prasseln des Regens. Das Ungemütliche draußen macht es hier drinnen nur noch besser. Ich drehe mich nochmal um und döse weiter. Irgendwann murmelt es neben mir aus dem Deckenberg ein kaum verständliches "Kaffee". Der Ritus ist festgelegt, ich mache einen langen Arm zum Regler der Standheizung, warte ein paar Minuten und setze Wasser auf. Draußen ziehen schwere nasse Schwaden durch die Landschaft. Keine Sonne ist die eine Sache, schlechte Sicht auch, aber Winterurlaube und Regen ein Härtetest.
Irgendwann erhebt sich T und wir rollen von unserem Zoo-Parkplatz hinab in die Stadt, kaufen ein und beratschlagen. Wasser läuft über den Parkplatz. Da bleibt nur die Flucht.


Der Berufsverkehr ist längsten vorbei, wir fahren den ziemlich leeren Brenner hinauf.


Bei jeder gemeinsamen Überfahrt hatte sie beharrlich auf das Unheilbringende riesige Schild geschaut mit der Aufschrift "Outlet". Ich kann nicht bis zu meinem Lebensende sagen "Oh schade, hätte ich das gewusst. An der Ausfahrt sind wir schon vorbei." Und wann verpasst man draußen weniger als heute.
T fräst sich souverän in unter einer Stunde durch,.kauft fasst nichts und befindet, dass das Brenner-Outlet tendenziell überbewertet ist. Dem stimme ich zu und bin froh, es für diese Dekade hinter mir zu haben. Aber: Happy wife, happy life.


Der Brenner selbst präsentiert sich tief winterlich.


Ab Sterzig ist das Weiß durchbrochen. Sicht und Wolken sind hier nicht viel besser als an der Nordseite, aber es ist ein paar Grad kälter und bisher trocken.
Das Pustertal kleidet sich ebenfalls trist in braun/weiß/grau.


Bis La Villa hat uns der Niederschlag eingeholt, aber das Kalkül geht auf und es schneit wenigstens. Im Zielhang der Gran Risa sind die Arbeiter mit dem Aufbau der Tribüne für den Weltcup beschäftigt. Für unseren Camper findet sich noch eine Lücke, wir packen uns dick ein und wandern los.


Das Wetter schluckt alle Farben. Am Südhang mit ungewohnter Perspektive auf La Villa und Heiligkreuz geht es Richtung talauswärts.


KSB Sponata in voller Länge, dahinter das Massiv des Sassongehr.


Wir durchqueren Almen und Gehöfte, wo die Zeit stehengeblieben scheint.


Nach 5km. kreuzen wir die Piste von La Crusc. Happy wife, happy life. Eine kleine Hütteneinkehr hebt die eh gute Stimmung.




T bleibt über weite Strecken der einzige Farbtupfer.


Mit Einbruch der Nachmittagsdämmerung reißt es dann auch noch auf. Wir sind uns einig, das kann nur daran liegen, dass wir die Käseplatte so brav leergegessen haben.






In La Villa müssten wir in Vorbereitung der nächsten Tage noch etwas erledigen. Als wir uns dem Ausgangspunkt nähern, ist es bereits dunkel und der Piz La Ila erscheint im Flutlicht. Wir fahren noch 10min Richtung Armentarola und bleiben heute Nacht mal auf einem offiziellen Stellplatz.
Wir erfreuen uns am Luxus von Duschen mit Wasser für mehr als 5min. Abendessen kochen, 7vsWild gucken, schlafen. Jedenfalls einer von uns beiden, ich muss noch schnell was ins Internet stellen.

Guter Tag! Wie einfach man durch ausreichend Müßiggang doch jedes Wetter bezwingt.

To be continued...
 
T fräst sich souverän in unter einer Stunde durch,.kauft fasst nichts und befindet, dass das Brenner-Outlet tendenziell überbewertet ist. Dem stimme ich zu und bin froh, es für diese Dekade hinter mir zu haben. Aber: Happy wife, happy life.

Diese Information ist für mich von unschätzbarem Wert für zukünftige Reisen in den Süden. "Schatz, Bastian und seine Frau fanden die Outlets hier oben tendenziell überbewertet, wir fahren durch... (außerdem ist meine Devise ja bekannt: 6:00 Uhr am Brenner und der Tag gehört dir, was den Stopp sowieso "unmöglich" macht).
Danke!
 
bastian-m schrieb:

Nach 5km. kreuzen wir die Piste von La Crusc. Happy wife, happy life. Eine kleine Hütteneinkehr hebt die eh gute Stimmung.
Wo wart ihr denn? Bei den netten Mädels in der Ütia L'tama?
 
Bisher ein schöner Bericht der etwas anderen Art. Happy holiday.
 
F. Feser schrieb:
T fräst sich souverän in unter einer Stunde durch,.kauft fasst nichts und befindet, dass das Brenner-Outlet tendenziell überbewertet ist. Dem stimme ich zu und bin froh, es für diese Dekade hinter mir zu haben. Aber: Happy wife, happy life.

Diese Information ist für mich von unschätzbarem Wert für zukünftige Reisen in den Süden. "Schatz, Bastian und seine Frau fanden die Outlets hier oben tendenziell überbewertet, wir fahren durch... (außerdem ist meine Devise ja bekannt: 6:00 Uhr am Brenner und der Tag gehört dir, was den Stopp sowieso "unmöglich" macht).
Danke!

Pflichtstop für mich, weil +1 große Liebhaberin des Loacker Cafes im Outlet ist. Ferner ein strategisch gut platzierter Pinkelstop 2,5 Stunden von daheim, man kann im Supermarkt im Keller schonmal ein Tragerl Forst kaufen ond schauen ob Schöffel & Co irgendwelchen Kleinkram im Abverkauf haben, den man vielleicht beim Skifahren brauchen könnte.
 
Butters schrieb:
man kann im Supermarkt im Keller schonmal ein Tragerl Forst kaufen

Wichtiger Aspekt. Ich Idiot hab's neulich vergessen und musste die Pullen einzeln und teuer im Lokal erwerben :nixweiss:

PXL_20231203_155217764.jpg
 
gibt es den Supermarkt noch? Ich war vor circa 2 Monaten oben und da sah es nach Schließung aus.
 
Glückwunsch, zu dem mal wieder etwas anderen Fotobericht! :wink:
Das mit Happy Wife - happy Life kenne ich. Wenn es ihr gefällt, fällt vieles einfacher. Da muss man auch mal in so ein dummes Outlet!

Wo geht`s weiter hin? Ich schätze mal Madonna di Campiglio? Würde passen...
 

TV weddings truth for sale, media death. did you inhale?
Be extreme, show no fear
And don't ask questions, sign up here!
Million dollar college heroes selling the drama in a P.C. dress
And then they let us drown in superficial emptiness.

(aus: "Are you real" von Fury i.t.s.)

12.12.2023 Mit Tourenski und Splitboard auf den Piz de Surega

T hatte im Frühjahr ihre langsam auseinanderfallenden Snowboardschuhe schweren Herzens weggeworfen - nie wieder würden welche so bequem sein wie diese - und wollte zum nächsten Winterurlaub neue anschaffen. Da es in dieser Woche ja eigentlich nach Dänemark gehen sollte, gibt es noch keine neuen. So ist zwar ihr Snowboard hinten auf den Fahrradträger geknotet, mit dem wir zwar schon Kites, Neoprenanzüge und anderes Sportgepäck, aber noch nie Fahrräder transportiert haben, aber Schuhe müssten ggf. irgendwo vor Ort geliehen werden.
Snowboarden hat so sehr an Popularität verloren. Um mein eigenes Leben nicht zu gefährden, enthalte ich mich einer Meinung dazu. Immer mehr Verleiher haben entsprechend ausschließlich nur mehr Ski im Portfolio. Heute wollten wir eigentlich Schneeschuhwandern gehen und übermorgen unter Umständen einen Tag auf die Piste. Am Vorabend waren wir in La Villa im örtlichen Sparmarkt kurz einkaufen und sind beim erstbesten Verleiher kurz reingesprungen um auszukundschaften, ob wir hier denn für den Fall der Fälle auch Snowboardschuhe für T bekämen.
"Krass, guck mal, was die hier alles haben!"
"Ja würdest du das denn wirklich ausprobieren wollen?"
"Wenn nicht jetzt, wann dann?"
Ich lasse mir meine Freude nicht anmerken, als T mit einem Splitboard und Fellen den Verleiher verlässt.


Für zwei Nächte hatten wir uns ja auf einem Campingplatz in Armentarola eingemieter. Die freistehenden Nächte sind mehr unser Ding, aber im Winter braucht man schon eher gelegentlich mal Infrastruktur zur Ver- und Entsorgung des Vehikels. Und wir haben wahrlich schon schlechter auf Plätzen gestanden als hier.
Am morgen ist das Wetter erstmal besser als angesagt.


Sogar deutlich besser als angesagt.


Und dann passiert es wirklich. Ich auf Tourenski, begleitet von meiner besseren Hälfte auf einem Splitboard. Ich bin relativ nervös, vielleicht entscheidet dieser eine Tag darüber, ob ihrer Majestät diese Form von Amüsement auch zukünftig genehm sein könnte. Es musste also eine Tour mit relativ einfachem Aufstieg, aber dem Gefühl der Abgeschiedenheit und des kleinen Gipfelglücks sein, natürlich mit naher Einkehrmöglich am Berg zur permanenten Frohlockung während des Aufstiegs und gesicherter Abfahrt, denn für echten Spaß im Gelände ist an der Alpensüdseite die Auflage noch etwas dünn. Sowas rauszusuchen ist doch ein Klacks.
Kennern fällt bei diesem Foto sofort auf, das rechte und linke Bordhälfte hier fälschlicherweise noch vertauscht getragen werden. T hatte im Geschäft als ich geistig abwesend schon mit der Routenplanung beschäftigt war, auf eine ausführliche Einweisung in den Umbau von Board zu Aufstiegsdings verzichtet mit dem Hinweis, dass ich ja Ahnung habe. Von Tourenski vielleicht, aber ganz sicher nicht von Splitboards. Ich muss sogar jetzt beim Schreiben noch lachen.


Noch etwas ungelenk aber tapfer geht es durch das Gemüse der ersten Waldpassage.


Irgendwann kam es mir dann doch komisch vor. Der fotografische Anteil meines Gedächtnisses hatte schon eine Weile aufgezeigt und immer energischer mit dem Finger geschnippst. Rechtes und linkes Bindungskörbchen und somit auch die Boardhälften getauscht.


So ist es richtig rum - auch wenn man auf den ersten Blick denkt, es ist verkehrt. Der Wald hat sich mittlerweile in ein offenes seichtes Amgelände gewandelt. Es herrscht richtig gute Laune. Ich kann es kaum glauben.


Mittlerweile ziehen hohe Wolken rein, aber die Sicht bleibt gut.


Wirklich ideales Tourengeher-Anfängergelände.


Das Gipfelkreuz des Piz de Surega kommt in Sicht, die letzten Höhenmeter. Als ob sie nie was anderes gemacht hätte.


Die Gipfelflächen sind reichlich abgeblasen. Ausblick über Arabba zur Marmolada.


Dreht man sich weiter nach rechts, sieht man über Corvara zum Grödner Joch. Vorne die nahen Ausläufer des Skigebiets mit dem Sektor Pralongia. Und - welch Zufall - einer Hütte.


Links vorne der aus dieser Perspektive flache Kopf ist der Piz La Villa mit der rassigen Gran Risa an seiner steilen Nordflanke. Im Hintergrund das Pustertal.


Die letzte Kuppe vor der Hütte.


Blick zurück.


Pralongia ist erreicht und die Einkehrmöglichkeit findet Anklang. Die Sonne bricht sogar wieder durch.
Beim Kaiserschmarrn recherchiert T bei ebayKleinanzeigen nach Splitboards. Mein Herz hüpft.


Die Abfahrt erfolgt unspektakulär über die lange blaue Piste zurück nach Armentarola, den majästetischen Piz dles Centurines immer im Blick.


Die Hangriffe, was in welche Box gehört und wer wann was noch braucht, sind eingespielt. Egal ob im Sommer bei Regen oder im Winter - man überlegt es sich vorher, bevor man nochmal die Heckklappen öffnet um an den unteren Stauraum zu kommen und den Wohnraum binnen Sekunden einmal komplett durchlüftet.
Muss man vom Urlaubskonzept her wollen, besonders als Paar. Zum Glück machen wir das schon seit Jahren. Die ersten Versuche würde ich damit jedenfalls nicht im Winter unternehmen.

Am Abend sitzen wir mit einem Handtuch um den Hüften an einer Feuerschale im Schnee. So ein Zufall, dass dieser kleine Waldcampingplatz ausgerechnet eine Sauna hat. Happy wife, happy life.

Und während ich gerade die letzten Zeilen dieses Berichts von gestern tippe, verkündet T über ihre Frühstückskaffeetasse aus ihrer Deckenburg hinweg die Preise für Splitboardmodelle der Vorsaison.

To be continued...

 
Sehr unterhaltsam, dankeschön,
Ähnlichkeiten mit anderen Paaren sind rein zufällig... 8) :lol:
 
Vielen Dank für diesen tollen Bericht. Ich freue mich auf die weiteren Tage !
Wenn die Kinder mal raus sind, versuche ich meine Holde mal auf diese Art Urlaub zu lenken.

Ich als Snowboarder werde die Entwicklung mit dem Splitboard aufmerksam verfolgen, diese Erfahrung fehlt mir noch !


G
 
Echt toller Bericht! :D
 
13.12.


Über Nacht hat wie angekündigt die Natur begonnen, sich ein neues weißes Kleid überzustreifen. Für die nächsten 24h werden 40cm Neuschnee erwartet.


Bis wir in Ruhe gefrühstückt und den Platz gegen 10 Uhr verlassen haben, sieht es draußen mittlerweile in etwa so aus.


Wären wir als normale Wochengäste hier, würde man sich jetzt natürlich irgendwann am Tag mal auf die Ski stellen. Ein guter Tag, um als Schlechtwetteralternative mal was anderes auszuprobieren. Schneeschuhe kosten 8€ pro Tag.
Vom Weiler Merscia bei Corvara steigen wir durch den steilen Bergwald 450 Höhenmeter auf.


Tatsächlich auch mal ganz nett und für so ein Wetter eine angenehme Alternative um das Gefühl zu haben, man hat sich draußen bewegt.


An der Bergstation der Stella Alpina-KSB im Edelweißtal treffen wir auf das Skigebiet. Wenn man von seinem kleinen Pfad aus dem Wald tritt, kommt einem eine einzelne Schneilanze und ein Zaun am Pistenrand schon sehr infrastrukturell und künstlich vor. Andererseits nehmen wir die Hütte natürlich sehr gerne als Zwischenziel an.


Nach der Rast geht es unspektakulär als wenig reizvoller Pflichtakt entlang des Pistenrandes durch den dichten Flockenwirbel zurück nach Colfosco.

Eigentlich wollte ich hoch auf das Grödner Joch fahren und oben im Camper die Nacht verbringen. Die Sache mit dem Ausrüstung leihen für T hemmt die Flexibilität ein wenig. Auch einen richtiger Ortswechsel z.B. ins Trentino habe ich im Kopf. Zurück auf die Alpennordseite macht wettertechnisch im Moment noch keinen Sinn. Wir verfallen beide ein wenig in Ratlosigkeit wohin weiter. Wer Roadtrips oder Backpacking macht, kennt das wahrscheinlich: Manchmal lässt einen die Wahlfreiheit in Unentschlossenheit verharren. Das wir zu zweit unterwegs sind, macht es nichtmal leichter in unserer Zufriedenheit mit uns selbst.
Für den Pass hoch aufs Joch müsste ich die Ketten aufziehen, was mich wenig hindert. Wir müssten uns entscheiden, was wir morgen für einen Sport ausüben wollen und die Ausrüstung jetzt schonmal leihen. Und irgendwie ist T heute nach auswärts essen. Mein Anruf im Hotel Cir oben am Joch, ob auch Nicht-Hausgäste zum Abendessen kommen können, strandet in einem Mischmasch aus Italienisch und Deutsch. Ich interpretiere es als "Grundsätzlich ja wenn Platz ist, besser vorher anrufen und heute geht es nicht."
Das entscheidende Argument, nicht meinem inneren Drang zu folgen und das Tal oder besser noch die Region zu verlassen, ist, dass T durchaus in Erwägung zieht, nochmal Splitboarden zu gehen in den nächsten Tagen und da die Verleiher dafür rar sind, suchen wir uns halt einfach einen Parkplatz in La Villa, bummeln durch das abendliche Dorf und suchen uns nach dem Zufallsprinzip ein Restaurant.


Am Tagesende bleibt das Gefühl von "Das war alles so Mittel." Schneeschuhwandern ist als Schlechtwetteralternative ganz nett, aber unsere Tour ist mit 3h incl. Hüttenstop relativ kurz. Wir werden jetzt die dritte Nacht im Gardatal hängen ohne die Vorzüge des Reisens im Camper voll auszunutzen. Alles irgendwie so mittel. Genau wie das Essen - es war okay, aber nicht berauschend. Alles irgendwie so mittel. Nein, eben nicht. Gemeinsame Zeit ist zu Hause manchmal extrem rar, wir sind unterwegs - also alles was zählt.


Da die kleinen großen Highlights auf solchen Reisen meistens der Zufall beschert, bin ich mir auch bewusst, das man sich ganz sicher um so manches Highlight gebracht hat - z.B. dadurch, dass wir heute Nacht nur im Dorf parken. Aber dafür hat der Zufall dafür gesorgt, dass wir in einen Verleihshop geraten sind, in dem es zufällig auch Splitboards gab. Egal wie ereignislos die verbleibenden Tage dieses Urlaubs vielleicht noch werden - der wahrscheinliche Einfluss auf ziemlich viele Urlaube in der Zukunft ist so riesig, dass das herzlich egal ist.

Während wir in den Schlaf hinabgleiten, lauschen wir dem Schrabben eines emsigen Schneepflugs, der draußen unablässig sein Runden zieht.

To be continued...
 
Oder halt nach Gröden fahren und anderen Leuten beim Skifahren zuschauen. :D
 
14.12.


Auch wenn ich grummelig bin, weil wir abends auf einen offiziellen Wohnmobilparkplatz gefahren sind, muss ich wohl zugeben, dass der Gesamtanblick an diesem Morgen soooo schlimm nicht ist.


Bei dem Wetter lassen wir uns beide, obwohl wir ja nicht im Skiurlaub sind, einen normalen Skitag gefallen. 72€ für die Tageskarte. T murmelt "Schon krass wenn man überlegt, dass wir bei der Skitour einfach gar nichts bezahlt haben."
Das kleine Männchen in meinem Kopf legt die Fingerspitzen aufeinander, verengt seine Augen und grinst diabolisch. "Ausgezeichnet."


Wir fahren Standard - einmal die orangene Sella Ronda mit ein paar Variationen.


In der Ferne am Alpenhauptkamm stauen sich von Norden die Wolken.


Die EUB zum Boe mit den Sas dles Diesc im Hintergrund.


Der Langkofel in seiner ganzen Schönheit von Sas Bece aus. Erinnert mich unter anderem daran, dass es da seit dem Sommer noch einen kleinen Bericht gibt, den ich nie geschrieben habe (meine Kernkompetenz ... neben Mehrteiler anfangen und nicht fertigstellen)
In die rechte Scharte führt die im Winter seit vielen Jahren nicht mehr fahrende Stehgondel, die im Sommer aber nach wie vor betrieben wird. So weit mir bekannt, wurde der Wimterbetrieb irgendwann eingestellt, weil es in der rassigen anspruchsvollen Tourenabfahrt durch die hintere Scharte regelmäßig zu viele Verletzte in der Saison gab. Der erzwungene Aufstieg mit Muskelkraft ist ausreichend selektiv, damit nur jene da hoch kommen, die auch eine realistische Chance haben, intakt wieder unten anzukommen.
Die Diskussion um einen Ersatzneubau läuft auch schon seit vielen Jahren.
In Bezug auf den Lift sei auf diese tolle Sommerdoku von User Nocki: https://www.alpinforum.com/forum/viewtopic.php?f=51&p=5407629#p5407629


Im Tagesverlauf entstauben sich die steilen Flanken immer wieder.


Die Nachmittagsdämmerung bricht an über dem blauen Meer von La Villa. Wir müssen T's Snowboardschuhe noch beim Verleiher zurückgeben.

Morgen könnten wir wandern, in eine Stadt fahren, Kunst, Kultur oder an die Alpennordseite zurück Freunde besuchen - doch dann höre ich T zum Verleiher sagen "Und für morgen nehme ich dann das Splitboard nochmal mit." Mein Herz hüpft. Auch wenn die selben Bedingungen gelten werden wie beim letzten Mal (einfacher Aufstieg in der Einsamkeit, oben eine Hütte, Abfahrt über Piste) ziehe ich jetzt endlich ein paar mehr Register des Unterwegsseins: Abends da in der Natur parken, wo man am nächsten Morgen mit den Tourenski direkt startet.


Let the magic begin!

To be continued...
 
Das kleine Männchen in meinem Kopf legt die Fingerspitzen aufeinander, verengt seine Augen und grinst diabolisch. "Ausgezeichnet."

Ich hab schon immer geahnt, wofür das M steht..
 
Zurück
Oben