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Historisches aus dem Salzkammergut [war: Feuerkogel]

lanschi

Mount Everest (8850m)
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04. Feb. 2004
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Das wird viele von euch brennend interessieren: Die Geschichte des Feuerkogels. Hab zu Hause in alten Ortschroniken und viele Fotos dazu gefunden, mit teils noch nie gesehen Perspektiven und Raritäten. Vorneweg gleich noch der Copyright-Hinweis:

Die Bilder sowie Teile der Texte stammen aus den Büchern "Ebensee in alten Ansichten", Band 1 und 2 sowie von den Foto-CDs "Ebensee" und Ebensee 2".

Weil das Ganze sehr umfangreich ist, werd ich die Chronik des Feuerkogels in mehrere Abschnitte aufteilen.

Erster Abschnitt: Der Bau der damals ersten Pendelbahn Österreichs!!

Rudolf Ippisch war einer der größten Pioniere Oberösterreichs. Mit dem Erwerb der Traunsee-Schifffahrt gab er sich nicht zufrieden. Noch galt es, seinen zweiten großen Plan zu verwirklichen: Den Bau einer Seilschwebebahn auf den Feuerkogel. Am 6. mai 1925 wurde der Bauaftrag an die Firma Bleichert vergeben. Die Gesamtkosten betrugen inklusiv der unbedingt notwendigen Materialseilbahn insgesamt 1 286 000 Schilling.

Ippisch_Seilbahn.jpg



Ärger und Sorgen verursachte auch der Transport der Materialbahntragseile. Fünfzig Arbeitslose hatten das Seil von der Wohnung Ippischs bis zur Langbathstraße aufgelegt, um es in zwei Metern Abständen zu tragen. Da dies zu unbequem war, sagten sie zu Ippisch: "Trag´s dir selber!" Es wurden dann zwei Muli vor das Seil gespant, welche es dann an der Westseite des Feuerkogels zur Höhe zogen. Der Bau der Materialseilbahn forderte 2 Todesopfer.

Talstation1.jpg



Im Frühjahr 1926 wurde mit dem Bau der Talstation begonnen und im Sommer ging man bereits an die Betonierung der Fundamente und Stützen.

Talstation2.jpg



Auch oben am Feuerkogel gingen die Bauarbeiten zügig voran. Der Winter 1926/27 mitseiner großen Kälte - bis zu minus 27 Grad - brachte neue Schwierigkeiten. Die durch die Kälte gelockerten Betonklötze der Bergstation für die Tragseilräder mussten erneuert werden.

Bergstation.jpg



Endlich, am 26. Juni 1927, war das große werk vollendet. Auf dem festlich geschmückten Dampfer kamen der Bundespräsident und viele hohe Gäste des In- und Auslandes nach Ebensee. Auf der Höhe des Feuerkogels empfing Ippisch aus der Hand des Staatspräsidenten Dr. Michael Hainisch das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.

Stütze 1 der Personen- und Materialseilbahn:

Stuetze1.jpg



Stütze 2 der Personen- und Materialseilbahn:

Stuetze2_Materialseilbahn.jpg





Soweit der erste Teil... Der zweite folgt noch heute. Mit Bildern vom Stangenlift und der ESB Feuerkogel!
 
Zweiter Abschnitt: Almen und Hütten in alten Ansichten

Was für die, die gern ins Wirtshaus gehen und die Feuerkogelhütten kennen... Wer schon mal oben war dem fällt auf dass sich da einiges getan hat!! :lol:

Schon bald entwickelte sich am Feuerkogel der Tourismus und Gasthöfe und Almen entstanden. Die meisten davon bestehen auch heute noch.


Die Kranabethsattel-Almen, sie bestanden auch schon vor dem Seilbahnbau:

Sattelalm1.jpg


Sattelalm3.jpg




Das Berghotel, die Ruine steht heute noch:

Berghotel.jpg




Die Christophorushütte, sie besteht heute noch in der gleichen Form:

Christophorushuette1.jpg




Das Haus Dachsteinblick, heute umgebaut:

Dachsteinblick.jpg



HausDachsteinblick.jpg




Die Feuerkogelhütte, heute das Feuerkogelhaus:

Feuerkogelhuette1.jpg


Feuerkogelhuette2.jpg




Gewitter am Feuerkogel, zu sehen Bergstation, Berghotel, Feuerkogel- und Christophorushütte:

Gewitter.jpg




Das Haus Edelweiss:

HausEdelweiss.jpg




Das Naturfreundehaus:

Naturfreundehaus.jpg




Das Alpenvereinshaus, die berüchtigte Brandruine, die mittlerweile abgerissen wurde:

ÖAV-Haus.jpg





Soweit der zweite Teil... Die nächsten Fotos muss ich erst bearbeiten und uploaden - dann geht´s weiter!! Mal schauen ob ich das heut noch schaffe....
 
Find ich toll dass euch meine Bilder gefallen!! :dankeschoen:

Bin grad beim Uploaden der neuen Bilder, Teil 3 folgt in Kürze!
 
Dritter Abschnitt: Liftanlagen anno dazumal

Zunächst mal Bilder der Pendelbahn:

Die Talstation:

Talstation.jpg




Die Strecke bis zur 1. Stütze:

Totale.jpg




Gondel bei der 1. Stütze:

GondelStuetze1.JPG




Bilder von der 2. Stütze:

GondelStuetze2.jpg



Stuetze2.JPG



Stuetze2_1.jpg



Stuetze2_2.jpg




Gondel mit Blick auf die Berggipfel beim Traunsee:

Gondel_Trauntal.jpg




Gondel bei der Bergstation:

GondelBergstation.jpg



Bergstation:

Bergstation.jpg




Hier kommen die Bilder vom ersten Skilift Österreichs. Zuerst aber ein paar Worte dazu: Karl Schallinger war der Erfinder und Erbauer des ersten Skiliftes Österreichs am Feuerkogel in Ebensee. Als Seilbahnbediensteter, mit viel Erfahrung ausgestattet, kam er auf die Idee, für die damals zahlreich am Feuerkogel auf Urlaub weilenden, wohlhabenden Wintergäste, die sich mühselig vom Edeltal zum Berghotel und zur Feuerkogelhütte plagten, eine Aufstiegshilfe zu schaffen. Das Berghotel wurde 1930 als das modernste Europas in dieser Höhenlage bezeichnet.

Schallinger plante einen "Skiaufzug". Ein ausgebauter Steyrer-Auto-Benzinmotor wurde mit Seilwinde, Kupplung und Bremse ausgerüstet. Am Plateau wurde eine Lifthütte aus Holz, in der der Motor und die Winde aufgestellt wurden, erbaut. Der Motor wurde später durch einen Elektromotor ersetzt.

Stangenlift1.jpg




Das Zugseil wurde auf der Winde aufgespult. Am Ende des Seiles wurde eine Querstange mit Ketten befestigt. Sechs Personen hielten sich an der Querstange fest, und mit der Kraft des Motors wurden die Skifahrer, auf ihren Skiern stehend, hinaufgezogen.

Stangenlift1.jpg




Heute sind Skilifte technisch hoch entwickelt - das wisst ihr ja alle selbst gut genug :wink: - und im Wintersport nicht mehr wegzudenken. Aber nur wenige wissen, dass Karl Schallinger, der Schlosser aus Ebensee, der Erfinder und Erbauer des ersten Skiliftes in Österreich war.

Stangenlift3.jpg




Der Zweier-Pendelsessellift auf den Heumahdgupf - dürfte wohl ein Swoboda sein - was sagen unsere Experten dazu? Länge ca. 200 m, heute steht parallel dazu ein Schlepper, der allerdings auch nicht mehr der neueste ist :wink: Könnte eventuell sogar die erste DSB Österreichs sein... Baujahr ca. 1940

PendelliftHeumahdgupf.jpg




Der 4. und letzte Teil zeigt einen Teil der Liftanlagen heute aus noch im Forum gezeigten Perspektiven (zu sehen unter anderem die Trasse des LSAP-Lifts Hochschneid)... Also schaut wieder mal rein in dieses Topic!! 8)
 
Vierter und letzter Abschnitt: Die Entwicklung am Feuerkogel in den letzten 20 Jahren

Nach Abklingen der zweiten Hochphase der Feuerkogel-Seilbahn Anfang der siebziger Jahre wurden erste Gedanken über das weitere Schicksal gestellt. 1982 kristallisierte sich heraus, dass keinesfalls eine Strasse auf den Berg gebaut werden würde, sondern eine seilbahntechnische Erschließung angestrebt werden solle. Es konkretisierte sich die Absicht des Baues einer Einseil-Umlaufbahn mit Talstation im Bereich des ehemaligen Salinengeländes im Zentrum von Ebensee. Dieses in mehrfacher Hinsicht faszinierende Projekt sollte durch die Traunsee-Fremdenverkehrsgesellschaft m.b.H., Linz verwirklicht werden.

Leider kam das Projekt Einseilumlaufbahn nicht zur Realisierung, daher fasste die OÖ Landesregierung im Dezember 1984 den Beschluss die 57 Jahre alte Pendelbahn im Bereich der alten Trasse umzubauen. Mit
Zustimmung des oö. Landtages erwarb die Traunsee-Fremden-Verkehrsgesellschaft m.b.H. im Jahre 1985 die Komplementäranteile der Feuerkogelseilbahn Rudolf Ippisch & Co.KG aus dem Besitz der Familie Ippisch und übernahm damit als nunmehr einziger Komplementär die Geschäftsführung des Unternehmens.

Generalsanierung der Seilschwebebahn auf den Feuerkogel

Am 7. Juni 1985 fand der Spatenstich statt und es wurde mit den Bauarbeiten begonnen. Talstation und Bergstation sind zwar an denselben Stellen wie früher geblieben, doch ist alles andere neu geschaffen worden. In weniger als sieben Monaten wurde die Seilbahn grundlegend erneuert und mit moderner Technologie versehen. Als erste Seilbahn Österreichs erreicht die Feuerkogel-Seilbahn eine Geschwindigkeit von 12m/s (der Höhenunterschied von 1110m wird nunmehr in weniger als 5 Minuten überwunden) und ist damit die schnellste Personenseilbahn Österreichs.

Mitte Dezember wurde von der obersten Seilbahnbehörde (Bundesministerium für öffentliche Wirtschaft und Verkehr) die Konzession um 25 Jahre, also bis Jahresende 2010 verlängert. Am 20. Dezember wurde, wie vorgesehen der Betrieb aufgenommen.

Der fahrplanmäßige Betrieb für den öffentlichen Verkehr setzte mit Bewilligung der Seilbahnbehörde am 28. Dezember 1985 ein.

Der Umbau und die Inbetriebnahme waren ein erster Schritt. Weitere sind 1986 und 1987 erfolgt. Es sind dies die Verwirklichung des Konzeptes für Aufstieghilfen auf dem Feuerkogelplateau (fünf Schlepplifte, eine Doppelsesselbahn) und für die nächste Zukunft der Umbau und die Weiderbelebung des Feuerkogelhotels.

Das Land Oberösterreich hat die Langbathsee-Bezirksstraße vom Ortszentrum bis zur Talstation in den Jahren 1986/87 mit erheblichem finanziellen Aufwand grundlegend ausgebaut und verbreitert.

Hand in Hand mit dem Umbau der Schleppliftanlagen und der Errichtung der Doppelsesselbahn Gsoll ging und geht die Ausgestaltung der zugehörigen Skiabfahrten vor sich.

Der Bestand der Seilbahn hatte zur Folge, dass sich auf dem Plateau die für den Fremdenverkehr notwendige Infrastruktur in Form von Gaststätten mit Nächtigungsmög-lichkeiten etablierte, um dem Wohle
erholungssuchender Gäste entgegenzukommen. Durch Privatinitiativen wurden auch auf diesem Gebiet Verbesserungen vorgenommen.



Als Vergleich ein paar Bilder von den Gebäuden heute - zu Beginn die Christophorushütte:

Christophorushuette.JPG




Das Feuerkogelhaus - steht am gleichen Standort wie früher die Feuerkogelhütte:

Feuerkogelhaus.JPG




Das Haus Dachsteinblick:

HausDachsteinblick.JPG




Das Haus Edelweiss:

HausEdelweiss.JPG




Die Talstation heute:

Talstation.JPG




Die Wetterstation - hier werden die größten Windgeschwindigkeiten Österreichs gemessen :lol: :

Wetterstation.JPG




Der Vordere Edeltallift - wer genau schaut kann im Hintergrund noch die Trasse des LSAP-Lifts Hochschneid

erkennen:

EdeltalStuetze5.JPG




Die Seilbahn heute:

Gondel.JPG




Der Grubersunklift sowie die DSB Gsoll, im Hintergrund zu erkennen (von links nach rechts) das

Naturfreundehaus, die Brandruine des ÖAV-Haus und eine Almhütte:


Grubersunk.JPG





So das war´s von meiner Seite über Historische Feuerkogelbilder, wenn wer noch mehr hat bitte in dieses

Topic stellen!! Ich hoffe es war interessant.
 
:flehan: :flehan: :flehan: :flehan: :flehan: :flehan: :flehan: :flehan: :flehan: :flehan: :flehan: :flehan: :flehan: :flehan:

Wow. Echt Klasse. Jetz muß ich nächsten Winter doch unbedingt mal rauf.

:respekt: :gut:
 
Merci

Korrekteweise:
1.-Vigiljochbahn 1+2 Ceretti-Tafani 31. Aug 1912
2.-Kohlerenbahn (Neu) Bleichert 10. Mai 1913
3.-Raxbahn Bleichert Bleichert 9.6.1926
4.-Tiroler Zugspitzenbahn Bleichert 5.7.1926
5.-Pfänderbahn Bleichert 20.3.1927
6.-Feuerkogelbahn Bleichert 26.6.1927
7.-Schmittenhöhe Bleichert 31.12.1927
 
^^ Damals waren die deutschen richtig fleißig im Seilbahnbau.
 
Sehr informativer Rückblick! :respekt:

Ein paar akutelle Ergänzungen als Vergleich:

Feuerkogel%201.JPG


Panoramakarte mit LSAP Ergänzung

LSAP1 (rechts): Hinterer Edeltallift
LSAP2 (links): Hochschneidlift

Perspektive der Karte ist verzerrt, der Hochschneidlift dürfte etwa doppelt so lang wie der hintere Edeltallift gewesen sein.

Die aktuelle Liftflotte:

Feuerkogel%202.JPG


und das Panorama in natura ...

Feuerkogel%203.jpg


vom Heumahdgupf (1680m) aus gesehen.

1=Heumahdgupflift (Tal)
2=Vorderer Edeltallift (Berg)
3=Babylift (B)
4=Gsoll DSB und Grubersunklift (B)
5= PB (B)

Feuerkogel%204.JPG


Die Gsollabfahrt mit den Bergstationen der ... (wer vorher aufgepasst hat, weiß es bestimmt :wink: )

Feuerkogel%205.JPG


Verlauf der PB im letzten Drittel mit alter und neuer Stütze 3. Unten Ebensee mit Traunsee und Einmündung der Traun, die in Gmunden den See wieder verlässt.

Feuerkogel%206.JPG


PB vom Talstation aus

Feuerkogel%207.JPG


Die neue Talstation

Feuerkogel%208.JPG


Eine alte Gondel, die beim GH Edelweiss geparkt ist. Auch die zweite exisitert noch - wer für den Aufstieg den Wanderweg wählt, wird sie nur unweit von der Talstation als "Gartenschmuck" sehen.

Bin selber noch ein paarmal mit der alten Seilbahn gefahren - "durfte" zweimal Ende der Siebziger dort ein paar Schitage verbringen. Kann mich allerdings an nicht mehr viel erinnern-außer, daß wir einmal beim einem Sturm (der Feuerkogel ist sehr windanfällig) fahren mussten, um am letzen Tag die Schi aus dem mittlerweile verfallenen Hotel zu holen. Selten habe ich mich bei einer Seilbahnfahrt so gefürchtet wie bei dieser.
An die Benützung der LSAP Lifte kann ich mich überhaupt nicht mehr erinnern, möglicherweise wurde der Betrieb schon Mitte der Siebziger eingestellt.
Was aus keinen der Feuerkogelberichte hervorgeht, ist der Hersteller der neuen PB. Ich vermute Swoboda, aber so richtig sicher bin ich mir da auch nicht.
@HeumahdgupfDSB: Glaube nicht Swoboda, da dieser erst in den Fünfzigern die ersten Bahnen baute. Fragt sich nur, wer sonst um diese Zeit schon Sesselbahnen baute?
 
Ahh ja noch die neue Feuerkogelbahn in von Vöest Linz. Schnellste PB Österreichs.
 
Die erste Sesselbahn wurde in Österreich erst 1946 gebaut. (Sorry Schreibfehler Sicher nicht vor 46 nicht 56)
 
So um da mal einiges klarzustellen:

Die Pendelbahn (Baujahr 1986) ist von Voest Linz, elektrische Ausrüstung von Elin und Seil von Teufelberger.

Von der Heumahdgupfsesselbahn kenne ich weder Baujahr noch Hersteller, beides sind Vermutungen. Baujahr nach 1946: Könnte sein - hab ja geschrieben um 40 herum - in meiner Verwandtschaft lebt leider keiner mehr in diesem Alter der sich auch für den Feuerkogel interessierte. Kann aber mal nachrecherchieren.

Interessant finde ich auch die letzte Stütze des alten Steinkogelliftes (im Hintergrund des Stangenlifts zu erkennen).
@Meier Michael: Kannst du von dem Lift ebenfalls das Baujahr bzw. den Hersteller ungefähr sagen? Der Stangenlift wurde 1930 gebaut, das Foto dürfte also ebenfalls aus den 40er- oder 50er-Jahren stammen.
 
Nochwas zum Heumahdgupf:

pegasus schrieb:
Einer der ältesten Sessellifte in Österreich führt von der auf dem Plateau des Feuerkogels bei Ebensee liegenden Talstation "Bledigupf" (1608 m ü. d. M.) auf den 1700m hohen Heumahdgupf (Bergstation 1680m u.d.M.); die Bahnlänge beträgt 200 m, die Fahrzeit l Minute. Der Eigentümer dieses Liftes, Karl Schallinger in Ebensee, erhielt die Konzession am 14. September 1937(11).

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