Nein richtig verstanden hast du das nicht Seilbahnjunkie, einen ziemlichen Eintopf an pauschalen Vorurteilen haust du da in 3 Zeilen raus.
"Investoren über den Tisch ziehen" find ich in deinen Zeilen am besten, wenn der Mann mit seinem gesamten Familienvermögen gehaftet hat.
Das Rohrmoser ein Patriarch war ist vermutlich unbestritten, ich habe aber den begründeten Verdacht, dass die Zahl der introvertierten und harmoniebedürftigen Menschen die aus dem Nichts ein großes Unternehmen aufbauen ziemlich überschaubar ist.
Ich habe über diesen Artikel "ganz gut" geschrieben und nicht sehr gut, weil wichtige Details fehlen. Hier vielleicht etwas zur Ergänzung:
https://www.diepresse.com/291494/pierer-atomic-in-die-insolvenz-getrieben
Wenn dich die Geschichte interessiert dann kannst du folgendes googeln: Bawag-Affäre/Skandal, Bawag/Cerberus, Wolfgang Flöttl Bawag, Wolfgang Flöttl Paradise Papers, Helmut Elsner Bawag und dann noch was ein Margin Call ist.
Ganzganz kurz zusammengefasst: Die Bawag war am Ende der Liquidität und brauchte dringend Geld um Margin Calls bedienen zu können. In Panik haben die Verantwortlichen versucht alles was relativ schnell zu Cash gemacht werden kann zu liquidieren und da war Atomic mit den umfassenden grundbücherlichen Sicherheiten ein Hauptpunkt.
Man hätte Kredite stunden können, Laufzeiten strecken, Sanierungszinssatz gewähren, Restrukturierungsvereinbarungen treffen, Haircut mit Umschuldung... all das was in den Sanierungsabteilungen von Banken zum Tagesgeschäft gehört. Nichts davon war gewollt, man wollte nur schnell das Liegenschaftsvermögen der Rohrmosers verscherbeln und als zweiten Schritt Atomic selbst.
Mitte September Insolvenzantrag, Mitte November bereits der Verkauf um einen viel zu niedrigen Preis weil ohne Due Dilligence, aber auch das war egal, die Bawag brauchte wie gesagt dringend Liquidität.
Insgesamt wurde eine vollkommen unübliche Konkursquote von über 90% erreicht, als Beweis dafür, dass die Insolvenz völlig unnötig ausgelöst wurde.
Fam. Rohrmoser hat man fast alles weggenommen weil Hr Flöttl gemeint hat er könnte besser spekulieren als seine amerikanischen "Freunde". Thats it.
Das Insolvenzrecht in Österreich war damals in den Kinderschuhen. Heutzutage würde so ein Fall erstens Jahre dauern und zweitens würde die Bawag ziemlich sicher den Kürzeren ziehen.
Die zweite Zeile mit deiner anscheinend Abneigung dagegen die lokale Wirtschaft/Arbeitsplätze zu unterstützen ist mir schleierhaft. Ich geh auch lieber in ein Kaffeehaus in Wien als zu Starbucks und ess mein Mittagsmenü beim Wirten ums Eck als bei McDonalds.