Turm
Wurmberg (971m)
derStandart.at 09. Jänner 2005 - 19:38
Die Pistenregeln fristen laut einer Umfrage des Instituts Sicher Leben eher ein Schattendasein
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Stolze 33 Prozent der heimischen Skifahrer und Snowboarder - also jeder Dritte! - haben noch nie von Pistenregeln gehört. Auch sonst sind die Kenntnisse eher rudimentär: Wintersportler, die zwar von den Verhaltensregeln gehört haben, kennen noch lange nicht ihren Inhalt.
So glauben 51 Prozent, dass bei einem Unfall keine Anhalte- und Ausweispflicht herrscht. 15 Prozent der Befragten sind fälschlicherweise der Meinung, dass bei der Abfahrt Rechtsvorrang gilt. Fatal, denn eigentlich hat der Schnellere dem Langsameren Vorrang zu gewähren. 31 Prozent ignorieren die Empfehlung nach regelmäßigen Pausen, elf Prozent wissen nicht, dass man besser unterhalb einer stehenden Gruppe abschwingt, um keinen Zusammenstoß und womöglich einen "Dominoeffekt" zu riskieren. Nicht verwunderlich also, dass jedes Jahr rund 86.000 Wintersportler - In- und Ausländer - auf Österreichs Pisten einen Unfall haben. 65.000 dieser Ski- und Snowboardfahrer verletzen sich sogar so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen.
Verstärkte Aufklärung
"Erschreckend ist die große Spanne zwischen dem hohen Verletzungsrisiko beim Wintersport auf der einen Seite und dem niedrigen Bekanntheitsgrad von schützenden Pistenregeln auf der anderen Seite. Hier besteht dringend Handlungsbedarf", verdeutlicht Dr. Rupert Kisser, Leiter des Instituts Sicher Leben. "Das sehen auch Seilbahnen, Sporthandel und Fremdenverkehr so und führen daher seit Jahren Aktionen unter dem Titel 'Safer Snow - More Fun' durch. Wir müssen aber von allen Dienstleistern im Wintertourismus noch verstärkte Aktivitäten fordern, um Sportler besser über Sicherheitsmaßnahmen wie Pistenregeln aufzuklären", so Kisser weiter. Darüber hinaus sollten Skifahrer und Snowboarder künftig auch mehr Eigenverantwortung zeigen und sich - im eigenen Interesse - über Risiken und Schutzmöglichkeiten beim Wintersport informieren. "Wenn das alles nicht greift, müsste man langfristig auch über eine gesetzlich verankerte Pistenordnung nachdenken", blickt Kisser in die Zukunft.
"Safer Snow - More Fun"
Als Unterstützung hat Sicher Leben gemeinsam mit den anderen Organisationen in der Arbeitsgemeinschaft "Safer Snow - More Fun" die Pistenregeln in Form von humorvollen Cartoons illustriert und gleichzeitig neu formuliert. Auf der eigens programmierten Website www.sicherleben.at/safer-snow-more-fun sind neben weiterführenden Informationen auch Flash-Animationen, E-Cards und fertige Präsentationen zu finden. Gerne werden die animierten Cartoons auf Wunsch für Gästefernsehen in den Skiregionen, Werbe-Videokanäle bei Seilbahnen oder andere Kommunikationsmedien kostenlos zur Verfügung gestellt. Wer Papier bevorzugt, kann die Cartoons als gedruckte Minibroschüre über das Institut Sicher Leben beziehen. (red)