Also grundsätzlich würde ich unterstellen, dass die Schuhe das Problem sind und nicht die Füße.

Ersteres kann man ändern, letzteres praktisch nicht.
In meiner spät begonnenen Karriere als Skifahrer habe ich von MP30 bis MP27 einige Schuhe verschlissen. Bzw. mir haben die Schuhe den Spaß am Skifahren fast verdorben. Letztendlich war es ein Glückstreffer, dass ich vor ein paar Jahren eine 27er Schale gekauft habe, die mit einem dünneren Bootboard und einem dünnem Liner aus dem Race-Segment als "Race" Variante eines Consumer Schuhs als MP28 verkauft wurde. Es ist halt aber eine 27er Schale, mit entsprechender Sohlenlänge und schmalerem Leisten.
116 mm Leisten ist beim Dehnen schon eine Herausforderung. Ich habe meine 96er Schale über einem aufgebauten Holzleisten auf ca. 112 mm gedehnt, das ist für meine Möglichkeiten schon grenzwertig. Letztendlich hängt das von der Schale und dem Bootfitter ab, ob es geht.
Für mich war das bislang der einzige Weg, der funktioniert hat und vom Ergebnis her überzeugt. Angepasste Sohle, dünner Liner, extrem kapp gewählte Schale, die auf den Punkt gedehnt wird. Der Witz daran: Das ist der bequemste Schuh von allen, die ich bislang hatte. Damit fahre ich den ganzen Tag, Piste und Gelände, bei warmen oder kalten Temperaturen. Es drückt nichts, ich brauche keine Sohlenheizung mehr, auch nicht bei zweistelligen Minusgraden. Lediglich meine Füsse sind nach zwei Wochen Skifahren hinüber. Die brauchen dann erst einmal ein paar Tage der Erholung. Der Schuh aber behält seine Passform.
Ich denke, bei Dir passt kein Schuh von der Stange. Auch nicht mit ein wenig Dehnen hier oder da. Da muss der Bootfitter schon bei der Auswahl der Basiskomponenten sorgfältig vorgehen und dann einiges an Arbeit hinein stecken, damit es passt. Grundsätzlich aber sollte es möglich sein, Deine Anforderungen hinsichtlich Tragekomfort und Steuerungsqualität mit einem Schuh abzudecken. Außer, Du möchtest Rennen fahren, dann brauchst Du eine extrem unbequeme Schale, die Du nach dem Rennen sofort wieder ausziehst.