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Materialseilbahnen zur industriellen Nutzung

Ist ja prinzipiell ganz nett, aber rentiert sich das auch nur annähernd? Bin kein Apfelexperte, aber würde jetzt mal raten, dass die Anlage im Jahr ca. 3 Wochen in Betrieb ist und sonst stillsteht. Oder nicht? Aber gut, wenn man mit 40% Steuergeld finanziert wird, stellt sich die Frage wohl eh nicht.
Der Text ist nämlich etwas verwirrend. Verbindet die Seilbahn jetzt die Anbauflächen mit dem Lager (wäre dann nur zur Erntezeit in Betrieb) oder das Lager mit der Verarbeitungsanlage, dh. transportiert von Zeit zu Zeit gelagerte Äpfel zur Anlage für den Verkauf?
 
Die dürfte ganzjährig durchgehend in Betrieb sein. Die Äpfel werden ja nach der Ernte in der Verarbeitungsanlage gewaschen, sortiert und klassifiziert bevor sie in großen Kisten ins Bergwerkslager verfrachtet werden.
Bei Verkaufserfordernis transportiert man sie dann aus dem Lager wieder zurück in die Verarbeitungsanlage wo sie erneut kontrolliert und dann nach Wunsch des Bestellers lose, gelegt oder eventuell in Säckchen abgepackt in jene Kisten gesteckt werden die Unsereiner dann im Einzelhandel sieht.
 
stephezapo schrieb:
Ist ja prinzipiell ganz nett, aber rentiert sich das auch nur annähernd? Bin kein Apfelexperte, aber würde jetzt mal raten, dass die Anlage im Jahr ca. 3 Wochen in Betrieb ist und sonst stillsteht. Oder nicht? Aber gut, wenn man mit 40% Steuergeld finanziert wird, stellt sich die Frage wohl eh nicht.
Der Text ist nämlich etwas verwirrend. Verbindet die Seilbahn jetzt die Anbauflächen mit dem Lager (wäre dann nur zur Erntezeit in Betrieb) oder das Lager mit der Verarbeitungsanlage, dh. transportiert von Zeit zu Zeit gelagerte Äpfel zur Anlage für den Verkauf?

Das wird man sich schon gut überlegt haben, ob sich das rechnet oder nicht. Dass man 40% Zuschuss bekommt kommt einem da als Betreiber bei der Entscheidung natürlich sehr entgegen. So eine Anlage muss aber auch nicht in 3 Jahren abgeschrieben sein. Im Idealfall ist so eine Bahn auf 30 Jahre Laufzeit oder mehr ausgelegt ist (siehe diverse Materialseilbahnen weltweit, da ist man eher bei 60 Jahren oder mehr). Und dann lohnt sich sowas richtig. Vor allem wenn man den Strom günstige bekommt oder selber produziert. LKW Fahrten werden die nächsten Jahre nämlich sicher nicht günstiger werden.

Zum Punkt, was die Bahn verbindet: Verbunden ist, wie @Petz schon schrieb, der Wareneingang bzw. die Verarbeitung mit dem unterirdischen Lager. Das heißt, die Äpfel kommen nach der Ernte (je nach Sorte zu leicht unterschiedlichen Zeitpunkten im Jahr, in der Regel über einen Zeitraum von 3 Monaten) am Wareneingang an und werden dann dort erstmal sortiert und ggf. für die Lagerung vorbereitet. Danach geht es per Seilbahn in das unterirdische Lager (altes Bergwerk). Jedes Fahrbetriebsmittel kann dabei drei Kisten à 300 kg tragen, insgesamt können so pro Stunde rechnerisch 460 Kisten bzw. 138 Tonnen transportiert werden. Im unterirdischen Lager angekommen werden die Äpfel dann in einer von 34 "Hypogeal Cells" unter einer kontrollierten und ganzjährig gleichbleibenden Atmosphäre eingelagert. Das Lager im Berg hat dabei ein gesamtes Lagervolumen von 40.000 Tonnen. Sobald die Äpfel dann verkauft werden (die restlichen 9 Monate im Jahr) gehen sie per Bahn zurück, werden verarbeitet und dann per LKW an die jeweiligen Ziele transportiert. Die Bahn ist also grundsätzlich das Ganze Jahr über im Einsatz, nicht nur ein paar Monate.
 
Jetzt müssten sie dieses Apple Cable Car nur noch iCable oder so nennen! :lol:
 
Ob die Leitner/Poma Group groß genug wäre um sich gefahrlos mit Apple anzulegen wage ich doch zu bezweifeln... :wink:
 
Da die beiden Materialseilbahnen zwischen Savona und San Giuseppe di Cairo nach dem verheerenden Unwetter 2019 stillstehen und seither nicht wieder in Betrieb genommen wurden (über diverse Konflikte und Spannungen zwischen Behörden, Betreibern, der Regierung und Co. wurde bereits berichtet), scheint sich nun die mangelnde und für die beiden Bahnen fatale Vernachlässigung der Wartung zu rächen. So stürzten im Januar 2026 zwischen Savona und Val Bormida 15 Fahrbetriebsmittel in einen Wald. Auf den Bildern ist die Ursache des Absturzes nicht zu erkennen. Denkbar sind ein Tragseilriss, das teilweise oder komplette Versagen einer Stütze oder ein wetterbedingtes Herausspringen des Tragseiles aus einem der Sättel. Klar ist lediglich, dass jeder weitere Monat des Nichtstuns zu weiteren Beschädigungen führt und somit eine Wiederinbetriebnahme immer unwahrscheinlicher wird (ich rechne ohnehin nicht mehr damit; meiner Meinung nach ist es nur eine Frage der Zeit, bis mit dem Abriss begonnen wird).

https://www.lanuovasavona.it/2026/0...icolo/funivie-il-dispregio-per-il-lavoro.html

Dieser Zeitungsbericht vom August letzten Jahres beschreibt anschaulich die Probleme bei der Modernisierung und die damit einhergehenden, strengen Sicherheitsanforderungen an die Anlagen (in Italien gibt es wohl keine gesonderten Anforderungen an Anlagen für den Personen- oder Gütertransport). So müssten die Bahnen unter anderem auf einen automatischen Betrieb umgerüstet werden – aktuell werden für den Unterhalt noch knapp 50 Personen benötigt.

https://www.lastampa.it/savona/2025...ta_50_milioni_impianto_vicino_resa-15285544/
 
Sind das diese Anlagen? Wenn ja, dann sollten sie laut Werbevideo von Agudio schon einen automatischen Betrieb haben.

 
Bei Materialbahnen, vor allem für Schüttgut, wurden schon sehr früh automatische Funktionen auf mechanischer Basis entwickelt. So hatte bspw. Bleichert schon vor dem zweiten Weltkrieg entsprechende Komponenten in seinem Produkteportfolio.
 
mayrhofner schrieb:
Sind das diese Anlagen?

Ja, das sind die genannten Anlagen. Was man im Video sieht ist die "neue" Beladestation sowie eine der vier Zwischenstationen. Diese wurden 2010 neu errichtet bzw. modernisiert, als man die Beladestation vom Hafen an den Stadtrand verlegt hat. Seither wurde die Beladestation mit einem unterirdischen Förderband vom Hafen versorgt.

Von einem weitgehend automatisierten Betrieb kann da aber m.M.n. noch nicht gesprochen werden. Nach meinem Wissen war bisher noch in jeder Station mindestens eine Person pro Bahn erforderlich. Das heißt, hier müsste man in größerem Stil in Überwachungs- und Fernsteuerungseinrichtungen investieren, um die Bahnen zentral von einem Kommandostand aus bedienen zu können.
 
Da werden sich aber die in Italien recht starken Gewerkschaften wehren!
 
Kannst du bitte auch noch den Link posten? Danke!
 
Was für Nicht-Social-Media Nutzer mühsam ist. Aber auch weil diese Einbettungen einem ziemlich dreist auffordern, alle Datenschutzmassnahmen aufzuheben.
 
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