Patscherkofel: Einstellung des Gipfelliftes

Kris schrieb:
Ja, es wäre schon schön wenn der Unternehmer von sich aus sagen könnten "hey das Ding ist alt, es hat Stil, wir wollen das erhalten, das ist es uns und unseren Gästen wert. Es kostet und nicht wirklich viel.
Ich fürchte nur, diese Gedankengänge werden sich leider erst dann im Gedächtnis der Liftbetreiber festsetzen wenn die letzte Altanlage schon die Hochöfen verfuttert haben...
 
Petz schrieb:
Ich fürchte nur, diese Gedankengänge werden sich leider erst dann im Gedächtnis der Liftbetreiber festsetzen wenn die letzte Altanlage schon die Hochöfen verfuttert haben...

Das wird nie kommen. Kein Betreiber kann es sich heutzutage noch leisten, eine Dauerbaustelle zu haben. Selbst die Bundesbahn ist ja mittlerweile dazu übergegangen, teilweise ihre Nostalgieloks abzugeben - warum? Weil das Zeug nicht gerade wenig Geld kostet... Und Lifte sind auch nicht gerade billig.

Nebenbei ist der Nostalgielift nicht in der Gesetzgebung vorgesehen. Entspricht die Anlage nicht mehr dem Stand der Technik und ist die Konzession erloschen, ist es aus. Bevor es also daran geht, einen Nostalgielift zu erhalten, muss hier erst einmal Seiten des Gesetzesgebers dafür gesorgt werden, dass das auch geht.

MFG Dachstein
 
Narrenfreie Frage von einem, der den Patscherkofel nur von Fotos kennt: Warum muss der Patscherkofel-Gipfellift denn unbedingt ein Sessellift sein? Jeder 0815-DM-Schlepplift könnte den selben Dienst leisten und wäre billiger, als den ESL aufwändig am Leben zu erhalten oder eine neue DSB zu bauen.

- Felsen oder Geländeeinschnitte auf der Trasse? Nein (so weit ich das von den Fotos sehen kann).
- Trasse windausgesetzt? Ja -> spricht gegen Sessellift.
- Höhendifferenz >400 Meter? Nein.
- Sommerbetrieb vorgesehen? Nein.
- Schnee auf der Piste verblasen = Schnee in der Liftspur verblasen -> Lift außer Betrieb, ähnlich wie bisher.
- Schnee auf der Piste nicht verblasen = Schnee in der Liftspur nicht verblasen -> Lift in Betrieb, ähnlich wie bisher.
- Trassenerosion? Bei wenigen Liftbetriebstagen eher gering.

Was also spicht gegen einen Patscherkofel-Gipfelschlepplift? Gibt es entsprechende rechtliche Regulierungen oder Naturschutzauflagen?
 
An und für sich liesse sich ein Skilift gerade so an der Grenze noch realisieren. Der ESL hatte ja ursprünglich auch die Aufgabe, die Sendeanlagen am Gipfel stets zugänglich zu machen, er musste ehemals das ganze Jahr betriebsbereit sein. Heute fährt man ohne Stil mit an die Bedingungen angepassten Benzinvehikeln da rauf...

Leider ist die Bergflanke ...
* ... zu steil
* ... und die Trasse sehr Sonnenexponiert, damit meist entweder aper oder vereist
* ... und ein Skilift im UNESCO Jahr des Kundenkomforts und der Ratingagenturen 2011 sowieso völlig indiskutabel
 
Kein Problem mit Teller- statt Bügelschlepplift.
* ... und die Trasse sehr Sonnenexponiert, damit meist entweder aper oder vereist:
OK, diesen Punkt hatten wir weiter oben noch nicht. Ist aber eigentlich egal, ob der Schnee vom Föhn oder der Sonne gekillt wird.
* ... und ein Skilift im UNESCO Jahr des Kundenkomforts und der Ratingagenturen 2011 sowieso völlig indiskutabel
Es ist auch ein (weiteres) UNESCO Jahr der Polarisierung. Und damit des Auseinanderklaffens zwischen industrialisierter Hochglanz-Skiarena und zappelndem Kleinskigebiet. Wer als Kleinskigebiet beim Industrialisieren nicht mithalten kann, der muss sich ein anderes Konzept suchen. Eines davon heißt Slow Mountain. Viele Klein- und Tagesskigebiete haben bis heute nicht gemerkt, dass ihnen gar nichts anderes übrig bleiben wird, als dieses Konzept zu übernehmen und öffentlich dazu zu stehen. Ob es auf den Patscherkofel passt, vermag ich nicht zu beurteilen. Aber da der Kofel ohnehin niemals ausgebaut werden wird, wäre es eine Chance.
 
Hmja, dann könnte man mit dem steilsten SL Europas werben :)

Warum nicht gleich ein Funischlitten? Wäre noch günstiger zu realisieren ... und bei Föhntagen müssen sich die Leute einfach windschnittig hinlegen ;)
 
Ein Patscherkofel-Gipfelschlepplift muss nicht auf der selben Trasse stehen wie der Patscherkofel-Gipfelsessellift. Den Lifteinstieg nach unten rechts in den Wald zu versetzen, damit die Trasse etwas schräger über den Hang und somit weniger steil verläuft, ginge auch (wenn der Naturschutz mitspielt). Ich wundere mich halt, warum selbst für schwach frequentierte Hänge immer zuerst über teure Erschließungsmöglichkeiten nachgedacht wird statt über kostengünstige, die den selben Zweck erfüllen.
 
Als besonders steil hatte ich die Gipfelliftrasse auch für Schleppliftverhältnisse eigentlich nie empfunden, allerdings stamme ich noch aus der Generation wo Schlepper die Regel und Sesselbahnen eher die Ausnahme waren.
Aufgrund der Wetterbedingungen müßte man ne Schlepplifttrasse meiner Ansicht nach aber dann mehr zur weniger windexponierten Nordseite des Gipfels hin verlegen.

Bei Föhnsturm nützt Ducken allein aber am Kofel gar nix; ich kann mich noch erinnern, daß meine Eltern und ich (mit den Händen auf den Skiern und die Stöcke angehängt im Schlepptau) auf allen Vieren von der PB - Bergstation nach Süden zur erstbesten etwas schützenden Baumgruppe am Beginn der Talabfahrt krochen weil man sonst keine Chance hatte da überhaupt rüberzukommen.

Nen Tellerschlepper könnte man in langsamen Geschwindigkeitsmodus auch als "Mitlauflift" im Sommer für Wanderer nützen - gab es meines Wissens nach früher auch schonmal irgendwo.
 
Klar, ab einer gewissen Windgeschwindigkeit hat sich das Thema Alpinskilauf als solches generell erübrigt, sonst würde es zum unfreiwilligen Snow-Kiting ohne Schirm ... das ging mir beim Skifahren auch schon mehrfach so. :D Bei solchen Verhältnissen mag nach meiner Erfahrung eigentlich niemand mehr skifahren, geschweige denn Lift fahren. :lach:
 
Harzwinter schrieb:
Klar, ab einer gewissen Windgeschwindigkeit hat sich das Thema Alpinskilauf als solches generell erübrigt, sonst würde es zum unfreiwilligen Snow-Kiting ohne Schirm
Wenn man ne Schleppliftspur (ohne Lift) auf der Kofelsüdseite anlegte könnte man sich bei Föhnsturm den Lift überhaupt sparen - wär die erste Nullemmissionsaufstiegsanlage der Welt...:lach:
 
Also damit ist der Patscherkofel bei mir Durchgefallen, wird mich selbst Sommers die nächsten 5 Jahre nimmer sehen.
Shit hätt ich das mal gewusst, wär ich vorletzte Saison hin. Eins mal klar nächste Saison muss ich möglichst viele ESL und alte, lange DSBs abklappern (Umkreis ab MI max. 250km (Straße), bevors keine mehr gibt, wenns schon den aufm Patscher abgeschossen haben.

mFg Widdi
 
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