Keine Polizei auf Pisten
Südtiroler Polizisten machen auf Pisten und Skihütten Jagd nach Alkosündern und Rasern. Salzburgs Seilbahner lehnen diese Methode ab.
HEINZ BAYER
SALZBURG (SN). Nach einem tödlichen Skiunfall am Faschingsdienstag starten Südtirols Polizisten und Carabinieri eine "Aktion scharf" gegen Alkohol und rücksichtlose Schnellfahrer auf den Pisten. Für Betrunkene heißt es im Extremfall: "Die Ski abschnallen und zu Fuß gehen!"
Hüttenwirte, die an Betrunkene Alkohol ausschenken, müssen 150 Euro Bußgeld zahlen. Über 60 Beamte sind in den Südtiroler Wintersportgebieten unterwegs. Fällt ein Wintersportler durch extreme Fahrweise auf, wird er an der Talstation verwarnt. Wird er ein zweites Mal ertappt, ist er umgehend sein Liftticket los. Wer angeheitert ins Tal brettert, riskiert eine Anzeige wegen Trunkenheit.
Für Salzburgs Touristiker und Seilbahner kommen derart drastische Methoden aber nicht in Frage.
Wolfgang Breitfuß, Tourismusdirektor in Saalbach-Hinterglemm: "Das Leben ist voller Verbote und Regulative. Wenn wir im Urlaub auch noch zehn Gebote für richtiges Verhalten aufstellen, ist das völlig daneben. Ich würde nie in ein Skigebiet fahren in dem es derart rigorose @hs,-13 Kontrollen gibt." Ernst Brandstätter, Direktor der Flachauer Bergbahnen, sieht dazu auch keine Veranlassung: "Das Verhalten der Gäste hat sich grundlegend geändert. Alkoholorgien gibt es kaum. Jeder Mensch hat auch Eigenverantwortung. Wir müssen aufpassen, dass wir den Urlaubern durch immer neue Verbote nicht die Freude an den Ferien vergällen."
Christoph Eisinger, Geschäftsführer der Skiregion Amade`: "Eine Pistenpolizei ist kein Thema für uns. Wir setzen auf Information und die Vernunft der Gäste. Bei extremem Fehlverhalten sprechen unsere Mitarbeiter den oder die Skifahrer aktiv an."
Leo Bauernberger, Salzburger Land Tourismusgesellschaft: "Polizei auf Skipisten ist ein falsches Signal. Wie steigert man das: Mit Radarpistolen?"