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Skischuh online bestellen?

  • Ersteller Ersteller Anonymous
  • Erstellt am Erstellt am
NeusserGletscher schrieb:
Kreon100 schrieb:
Also bis zum Ende der letzten Saison hätte ich noch Neusser Gletscher zugestimmt. Ich war auch immer der Meinung, dass die Füsse sich eben auch erst dran gewöhnen müssen. Diese ersten drei Tage hat man eben Schmerzen.

Das habe ich nicht behauptet. Skischuhe muss man zwar einfahren, aber wenn man von vorne herein Schmerzen hat, dann ist da eher was falsch. Bei mir war es umgekehrt. Anfangs fühlten sich alle Schuhe super an. Die Probleme traten erst nach einigen Skitagen auf. Rückwirkend betrachtet habe ich dann nur viel zu lange versucht, das bestehende Material zu optimieren anstatt grundsätzlich von vorne angefangen. Ohne diese Entwicklung hätte ich mir allerdings auch nicht das Wissen aneignen können, mit dem ich den für mich pefekten Schuh zusammen schrauben konnte.

Sorry, da war ich missverständlich in der Formulierung. Das zweite "auch" in meinem Post war nicht gemeint als "ebenfalls" sondern i.S.v. " ich war sogar zusätzlich der Meinung"...

Jedenfalls schön, dass wir hier eine Plattform haben, wo solches Wissen, welches du Dir angeeignet hast, geteilt wird.
 
Gerade bei Schäumern ist das eine weit verbreitete Auffassung, dass diese in den ersten Tagen weh tun müssen. Ich bin mittlerweile von Schäumern völlig abgekommen. Sidas, Head und Co. haben für meine Anforderungen einen zu weichen Schaum. Strolz ist da zwar besser, aber der Liner, wie er mal vor > 5 Jahren gebaut wurde, ist vom Aufbau insgesamt nach meinem Geschmack viel zu dick. Qualitativ zwar das beste und haltbarste, was ich an Linern bislang gesehen habe, aber leider vom Volumen her das Gegenteil von dem, was ich heute fahren möchte.

Bei einer Sohle hatte ich auch mal so eine Bootfitter-Labertasche, die mir erzählen wollte, dass sich die Füße an die völlig verpfuschte Sohle erst noch gewöhnen müssten. Dabei war die Aufgabenstellung so einfach: Ich hatte einen selbst zusammengebastelten Prototypen mit in den Laden gebracht, den er nur noch auf seiner Fräse nachbauen sollte. Am Ende stimmte an der Sohle gar nichts und gegen Mittag musste ich die Sohlen aus dem Schuh nehmen, weil an ein weiteres Fahren nicht zu denken war.

Eigentlich hatte ich das Thema dann schon abgehakt, bis ich durch Zufall auf einen Laden in St. Anton gestoßen bin. Dort habe ich dem Bootfitter das gleiche erzählt wie der Labertasche in Lech. Ich möchte eine nach meinem Prototypen gefertigte Sohle. Der einzige Kommentar des Bootfitters war, dass er mir die Sohle zwar genau so nach meinen Vorgaben baut, aber jede Rücknahme ablehnt, wenn ich mit dem Ergebnis nicht klar komme. Einen Tag später hatte ich meine Ortema mit Zehenabdruck, der gewünschten Überhöhung unter dem Fußgewölbe und 50er Kork unter der Sohle zur Versteifung. Die erste Abfahrt war eine Offenbarung. Nach 11 (!) Jahren hatte ich endlich die Sohle, die zu mir passt. Kleinere Korrekturen wie Canting und Höhenanpassung habe ich dann selbst durchgeführt. Aber im Grundsatz fahre ich diese Sohle nun seit 5 Jahren und habe seit dem keine Probleme mehr.

Rückwirkend betrachtet waren alle vorherigen Sohlen für mein Gewicht einfach zu nachgiebig. Selbst Carbon-Verstärkungen unter dem Fußgewölbe waren nicht haltbar genug. Am besten hat sich noch die Custom-Kork von Superfeet geschlagen, doch leider hat der Hersteller vor ein paar Jahren diese Sohle wegen der extrem arbeitsintensiven Herstellung aus dem Programm genommen. Außerdem war auch der dabei verwendete Gummi-Kork doch etwas zu weich für mein Gewicht.

Das größte Übel aber waren Bootfitter, die mit den Anforderungen großer Skifahrer überhaupt nicht vertraut waren und dann auch noch meinten, sie könnten sich über die Vorgaben den Kunden einfach hinweg setzen. Ich kann zwar nur für mich sprechen, aber mein Anforderungsprofil kenne ich mittlerweile 1000x besser die meisten Bootfitter. Trotzdem nehmen viele Bootfitter den Kunden einfach nicht ernst und spulen ihr Programm runter. Wenn die Leute einfach nur mal zuhören würden, könnten sie am Ende immer noch sagen, dass sie die Anforderungen zwar verstehen, aber leider nicht umsetzen können. Statt dessen versuchen viele, dem Kunden irgendeinen Murks unter zu jubeln und labern dann einen zu, wenn es nicht funktioniert. Viele von denen, die sich "Bootfitter" nennen, wissen leider nur, wie lange die thermisch verformbare Sohle bei welcher Temperatur im Ofen garen muss. Aber vom Handwerk selbst haben sie keine Ahnung. Bootfitter ist meines Wissens nach leider auch weder eine geschütze Berufsbezeichnung noch ein anerkannter Ausbildungsberuf.

Übrigens war ich letztes Jahr noch mal in dem Geschäft in St. Anton und habe dem Bootfitter das gesamte Schuh-Kunstwerk gezeigt. Samt härterer Zunge von der Alpenstille, Booster Strap und weiteren Modifikationen. Knapper Kommentar: Von 10 seiner Kunden würden 9 vor Schmerzen durch die Ladendecke gehen. Kann ich nicht nachvollziehen, für mich ist es der bequemste Schuh, den ich je hatte. Wenn ich erst einmal in dem Schuh drin bin, fühlt er sich wie eine zweite Haut an.
 
NeusserGletscher schrieb:
In Alltagsschuhen trage ich so 44/45. Gemessen wurde mal zwischen MP28 und MP29. Wegen der optimalen Anpassung kann ich eine 27er Schale fahren.

Danke für deine Antwort. Leider sagt das nicht allzu viel aus. Ich versuch's mal ausgehend von mir. Meine Füße, oder besser gesagt der längere, sind über alles (also Fersen an die Wand, Buch vorne dran und dann den Abstand genommen) 27,8cm lang. Rechnerisch ist das EU-Größe 43 (=MondoPoint28). In Wanderschuhen (Lowa, Meindl) brauche ich natürlich auch 44,5, da ich sonst vorne anstehe. Ich fahre einen MP 27.5er Schuh, der mit einer 28er Schale ausgestattet ist. Denn bei Tecnica ist der Teiler die ganze Größe, d.h. 27.5/28 sind eine Schale. Die Sohlenlänge meines Schuhs beträgt 312mm. Die der 27er Schale desselben Modells dementsprechend 302mm. Stelle ich mich barfuß ohne Innenschuh in die Schale, bleibt vorne anstehend ohne Innenschuh kaum 1cm Luft hinter der Ferse. Eine kürzere Schale wäre folglich absolut utopisch und auch in keinerlei Hinsicht irgendwie angeraten oder sinnvoll. Wenn ich die Knie beim Skifahren durchdrücke, spüre ich natürlich ganz leicht Kontakt. Das kann bei richtig gewählter Sohlenlänge auch gar nicht anders sein, da sonst viel zu viel Platz der Länge nach in der Schale wäre, was letztlich ganz schnell zu losem Fersensitz führen würde, mit allen Problemen, die da dranhängen. Früher, und damit meine ich das letzte Jahrhundert, also bevor die fancy Scanner in die Skischuhgeschäfte Einzug gehalten haben, um dem Kunden Wissenschaftlichkeit und High-Tech vorzugaukeln, war das denn auch die Standardfrage eines jeden guten Skischuhverkäufers. Wer das beachtet, ist vor zu langer Schale gefeit. Blaue Zehen hat auch niemand bekommen.
Und jetzt kommt's: Wäre mein Schuh aber nun ein Atomic, würde es sich bei Gr. MP 27 um die 27/27.5 Schale handeln. Die hat eine Sohlenlänge von 315mm und ist von Atomic interessanterweise bis Gr. EU 43 (was, wie oben ausgeführt, eigentlich MP 28 entspräche) spezifiziert. Da käme ich natürlich rein.

Fazit: Du hattest entweder am Anfang eine 2cm zu lange Schale, was auf eine krass schlechte Beratung hindeuten würde. Viel schlechter übrigens, als man jemals selbst online bestellen würde, so man sich denn ein bisschen schlau macht. Die Leistenbreiten und Längen aller Modelle sind ja publiziert und lassen sich leicht googlen. Oder es war doch nur ein Zentimeter zu viel - was immer noch traurig wäre -, und der andere ergibt sich aus einem Modellwechsel mit anderer Schalenteilung.
 
Scheint so, als ob da noch jemand mit überdurchschnittlicher Ahnung von Bootfitting im Forum unterwegs ist :wink:

Toposlopos schrieb:
Stelle ich mich barfuß ohne Innenschuh in die Schale, bleibt vorne anstehend ohne Innenschuh kaum 1cm Luft hinter der Ferse.

Sieht in etwa bei mir ähnlich aus. Nur lege ich halt noch die Sohle drunter, weil die meinen Fuß noch etwas kürzer macht. Also ohne Innenschuh, aber mit Sohle. Was auch den Vorteil hat, dass der Fuß in etwa dort ist, wo er sich beim Skifahren auch befindet.

Wenn ich so messe wie Du es beschreibst, dann habe ich ziemlich genau 28.5 cm. Bei den meisten früheren Schuhen von MP30 bis MP28 hatte ich aber früher oder später Nagelbettentzündungen und blaue Zehennägel an beiden großen Zehen. Weil die Schuhe wegen der "Komfort" Innenschuhe und der zu weichen Sohle den Füßen keinen ausreichenden Halt nach vorne boten.

Durch die Unterstützung des Fußgewölbes bei meiner jetzigen Sohle wird die effektive Fußlänge ein wenig kürzer. Durch die Unterfütterung mit 50er Kork hält die Sohle auch die Form. In meinen 27er Schuhen (Salomon S/Max 130 Race) stoße ich zu keinem Zeitpunkt mehr mit den Zehen vorne an und das Thema Nagelbettentzündung hat sich erledigt. Das funktioniert aber nur mit einem extrem dünnen Liner aus dem Race-Segment und einem dünneren Bootboard, welches der Hersteller in der Consumer-Schale eingesetzt hat, um den Schuh als "Race" zu verkaufen.

Vorher hatte ich noch die Consumer Variante des gleichen Schuhs mit 28er Schale und herkömmlichen Liner und Boot Board. Diesen Schuh habe ich dann genutzt, um die Sohle zu optimieren, um in dann am Ende des Urlaubs mit einem Schäumer von Sidas zu versehen. Den 130 Race habe ich eigentlich nur aus Neugierde gekauft und später erst festgestellt, dass es eigentlich die gleiche Schale ist, nur eine Nummer kürzer. Die aber als MP28 verkauft wurde. Das dies am Ende der Schuh ist, der mir zu 100% passt, konnte ich da noch nicht ahnen. Dass es eigentlich eine aufgepimpte 27er Schale ist, habe ich durch den Vergleich der Sohlenlänge festgestellt. Die Consumer 28er hatte 324 mm, die "28er" Race Variante hat 314 mm, also genau die Sohlenlänge der 27er Schale. Deswegen musste ich dann noch alle Bindungen umschrauben lassen.

Das Konstruktionsprinzip meiner jetzigen Schuhe ist rasch umschrieben: maximaler Support durch die Sohle, die Füße werden durch Unterfütterung der Sohle an die Kontaktpunkte an Ferse und Spann heran geführt, der Liner ist extrem dünn und gibt nirgendwo nach, die Zunge hat die maximal vertretbare Härte und sämtliche Anpassungen werden an der Schale und nicht am Liner vorgenommen.
 
Auch wenn Neusser Gletscher gerne und ausführlich von seinen Abenteuern in Skischuhland erzählt, denke ich, die meisten Menschen kommen mit ein wenig Beratung in einem ordentlichen Sportgeschäft ohne Probleme mit ein wenig Probieren zu einem ordentlichen Schuh und fahren damit dann auch ohne Stress. Von daher ist denke ich bei 90% der Skifahrer der Aufwand, schon mit Schäumen & Co nicht nötig.

Ob man jetzt Skischuhe im Internet kaufen sollte, wenn ich die Fragen des Threadstarters lese dann für Ihn persönlich klar nein. Die Modelle, da gebe ich Gletscher recht, sind viel zu unterschiedlich, teilweise sogar in unterschiedlichen Modellreihen der Hersteller, da kommt man um Probieren kaum herum. Wenn man dagegen genau weiß, das einem ein Hersteller und ein Modell passt, und dementsprechende Erfahrungen hat, steht einem online Kauf denke ich nichts im Wege. Mehrer bestellen und dann zurückschicken wäre mir persönlich zu blöd und aufwendig, da ist mir eine fahrt zu einem Sportgeschäft doch lieber, wenn ich dann ordentliche Schuhe bekomme.
 
Als Ausschlusskriterium für den Kauf im Internet sehe ich folgendes:

- ohne vernünftige Sohle wird das mit dem Schuh nix. Die serienmässig verbauten Sohlen sind bessere Pappdeckel. Und die passende Sohle gibt es nun mal nur im Geschäft

- bei allen vorherigen Schuhen hatte ich immer zu Beginn das Gefühl, dass sie passen. Selbst in der Skihalle oder in Winterberg hatte ich keine Probleme. Die Probleme fingen erst im hochalpinen Gelände an, wenn man mit einer einzigen Abfahrt schon das Pensum eines vollen Tages in der Skihalle abdeckt. Außerdem fühlen sich Skischuhe bei Raumtemperatur völlig anders an als bei zweistelligen Minusgraden. Auch das spricht gegen einen Kauf im Internet

- wenn die Schale nicht zu weit ist, dann muss fast immer irgendwo gedehnt werden. Kauft man den Schuh im Internet, dann nehmen viele Geschäfte mittlerweile für die Anpassung eine Gebühr

- viele Modelle haben "thermisch anpassbare" Liner. Ich halte davon zwar gar nichts, aber auch hier gilt: Ohne Raichle Ofen keine Anpassung.

Fazit: Wer billig kauft, der kauft am Ende zweimal.
 
Wooly schrieb:
...die meisten Menschen kommen mit ein wenig Beratung in einem ordentlichen Sportgeschäft ohne Probleme mit ein wenig Probieren zu einem ordentlichen Schuh und fahren damit dann auch ohne Stress. Von daher ist denke ich bei 90% der Skifahrer der Aufwand, schon mit Schäumen & Co nicht nötig.

Beim Schäumen gehe ich mit, aber eine individuelle Sohle ist eigentlich unumgänglich, wenn's gescheit werden soll. Beschwerdefrei kann man auch ohne fahren, aber nicht wirklich effizient mit vernüftigem Stand und Kraftübertragung. Leider macht nicht jeder Schuppen passende Sohlen.
 
judyclt schrieb:
Beim Schäumen gehe ich mit, aber eine individuelle Sohle ist eigentlich unumgänglich, wenn's gescheit werden soll. Beschwerdefrei kann man auch ohne fahren, aber nicht wirklich effizient mit vernüftigem Stand und Kraftübertragung.

Halte ich ebenso für komplett erfunden. Es mag für dich so sein, und für Gletscher natürlich nur die selbstentworfen-handgeschöpfte Custom-Sohle aus selbstgeschältem Kork ... aber so sehr mir leid tut das sagen zu müssen, ich und viele meiner Freunde, zu größten Teil gute bis sehr gute Skifahrer, fahren in gut passenden 08/15 Skischuhen Saison für Saison, mit mehr als genug Stand und Kraftübertragung. Ich bin 10 Jahre lang Rennen gefahren, ich weiß wie sich enge harte Rennschalen anfühlen ... aber (fast) kein Mensch braucht das zum normalen Skifahren, genauso wenig wie irgendwelche fancy Einlegesohlen.

Ich weiß, das manche Leute mit schwierigen Füßen echt einen Bootfitter brauchen, und jeder kann ja soviel Geld in seinen persönlichen heiligen Graal am Fuß stecken wie es will ... aber hört auf, den Leuten zu erzählen, das man ohne nicht vernünftig Skifahren kann. Und wer das mit "normalen" Füßen & Schuhen nicht kann, der hat fast immer kein Problem mit seinen Schuhen sondern mit Fahrtechnik & verkrampfter Muskulatur ... aber kaufen ist ja immer viel geiler als üben ...
 
Meinste das ist wie beim MTB? Fahrtechnik statt Fully und beim Hardtrail bleiben? :wink: Ein Stück weit ist es ja wirklich so.
Andererseits: Eine gescheite Sohle kostet doch nicht die Welt und Skischuhe gibt's im Ladengeschäft ebenfalls für ähnliche Kurse wie online.
Man muss halt ggf. etwas verhandeln.
 
judyclt schrieb:
Meinste das ist wie beim MTB? Fahrtechnik statt Fully und beim Hardtrail bleiben? :wink: Ein Stück weit ist es ja wirklich so.

Wer versucht, wie 99% der Skianfänger, mit Kraft statt mit Technik zu fahren, steht halt meistens sehr verkrampft im Schuh. Und dann ist aus meiner Erfahrung dann oft das Material schuld, bei Ski ja genauso ....

judyclt schrieb:
Andererseits: Eine gescheite Sohle kostet doch nicht die Welt und Skischuhe gibt's im Ladengeschäft ebenfalls für ähnliche Kurse wie online.
Man muss halt ggf. etwas verhandeln.

Klar, das kann ja auch jeder selber für sich entscheiden. Mich stören nur diese Märchen, dass man mit einem "normalen" Skischuh nicht gescheit Skifahren kann ... zum eigentlichen Thema habe ich mich ja schon geäußert.
 
Wooly schrieb:
judyclt schrieb:
Beim Schäumen gehe ich mit, aber eine individuelle Sohle ist eigentlich unumgänglich, wenn's gescheit werden soll. Beschwerdefrei kann man auch ohne fahren, aber nicht wirklich effizient mit vernüftigem Stand und Kraftübertragung.

Halte ich ebenso für komplett erfunden. Es mag für dich so sein, und für Gletscher natürlich nur die selbstentworfen-handgeschöpfte Custom-Sohle aus selbstgeschältem Kork ... aber so sehr mir leid tut das sagen zu müssen, ich und viele meiner Freunde, zu größten Teil gute bis sehr gute Skifahrer, fahren in gut passenden 08/15 Skischuhen Saison für Saison, mit mehr als genug Stand und Kraftübertragung.

Vielleicht brauchen durchschnittliche Skifahrer wie ich einfach besseres Material? Ich habe schon immer gesagt, mein Skifahren besteht zu 50% aus dem Ski, zu 65% aus den Schuhen und lediglich der Rest ist jahrelanges Training und Erfahrung.

Andererseits hat das Fahrkönnen genau nichts mit Gewicht und Größe zu tun. Für einen fetten Kronleuchter brauchst Du halt einen anderen Dübel als für einen Lampenschirm aus Papier.

Hätte ich mich nicht über 10 Jahre mit blauen Zehennägeln, Blasen am Knöchel und schmerzenden Füßen geplagt, dann wäre ich nie so tief in die Materie eingestiegen. Hätte ich in einem Fachgeschäft DEN passenden Schuh von der Stange bekommen, mit dem ich beschwerdefrei fahren kann, wäre ich nie auf die Idee gekommen, an den Schuhen selbst herum zu schrauben.

Wooly schrieb:
Ich bin 10 Jahre lang Rennen gefahren, ich weiß wie sich enge harte Rennschalen anfühlen ... aber (fast) kein Mensch braucht das zum normalen Skifahren, genauso wenig wie irgendwelche fancy Einlegesohlen.

Ich weiß jetzt nicht, wieso Du hier mit Deiner Erfahrung aus Skirennen prahlst und was das mit dem Thema zu tun hat. Außerdem habe ich vor ein paar Beiträgen noch deutlich gemacht, dass gerade die Schale an meinem Schuh eben KEINE knüppelharte Rennschale ist, die man nur auf dem Dehngeräte drücken oder durch Fräsen bearbeiten kann. Zudem fahren die meisten Freizeit-Wintersportler eben gerade KEINE Rennen, daher sind DEINE Erfahrungen noch weniger auf die Allgemeinheit übertragbar als meine.

Wooly schrieb:
Ich weiß, das manche Leute mit schwierigen Füßen echt einen Bootfitter brauchen, und jeder kann ja soviel Geld in seinen persönlichen heiligen Graal am Fuß stecken wie es will ...

Solche Diskussionen richten sich an Mitleser, die Fragen oder Probleme haben. Wer mit seinem Material zufrieden ist und damit klar kommt, der muss dies wegen so einer Diskussion nicht in Frage stellen.

Wooly schrieb:
aber hört auf, den Leuten zu erzählen, das man ohne nicht vernünftig Skifahren kann.

Jeder so, wie er mag. Bei meinen früheren Schuhen hatte ich nach wenigen Skitagen abgesehen von den beschriebenen Problemen einen merklichen Kontrollverlust, weil der Fuß im Schuh keinen ausreichenden Halt mehr hatte und der Ski ein deutliches seitliches Spiel hatte, ohne dass sich am Fuß etwas tat. Profis wie Du können damit natürlich viel besser umgehen. Aber solche Rennfahrer sind unter der Masse der Freizeitfahrer eher die Ausnahme. Ich bevorzuge daher einen Schuh, bei dem es praktisch kein Spiel gibt. Auch nicht am Ende eines Skiurlaubs.

Wooly schrieb:
Und wer das mit "normalen" Füßen & Schuhen nicht kann, der hat fast immer kein Problem mit seinen Schuhen sondern mit Fahrtechnik & verkrampfter Muskulatur ... aber kaufen ist ja immer viel geiler als üben ...

Ich habe viele Stunden mit Skilehrern trainiert. Teilweise in der Gruppe, teilweise im Privatunterricht. Auch jetzt nehme ich immer noch ab und an Privatstunden, wenn ich mich weiter verbessern möchte.

Was hast Du eigentlich für ein Problem?
 
NeusserGletscher schrieb:
Was hast Du eigentlich für ein Problem?


Ich habe kein Problem. Es ist aber sehr anstrengend, wenn du jedem, der hier nach Skischuhen fragt, jedesmal deine ausufernde Leidensgeschichte erzählst, weil sie einfach für 99% der Skifahrer irrelevant ist. Ein armer Anfänger, der das jetzt alles für bare Münze nimmt denkt doch, er könne nie einfach in einen Laden gehen und einen Schuh kaufen ...

Es ging hier ja ursprünglich um Online kaufen Ja/Nein. Für einen Anfänger/Einsteiger, der der Treadstarter zu sein scheint, ist das wahrscheinlich nicht die Lösung, haben die meisten ja auch geschrieben. Wer weiß was er tut und was er sucht kann dagegen auch durchaus online glücklich werden.
 
Wooly schrieb:
NeusserGletscher schrieb:
Was hast Du eigentlich für ein Problem?

Ich habe kein Problem. Es ist aber sehr anstrengend, wenn du jedem, der hier nach Skischuhen fragt, jedesmal deine ausufernde Leidensgeschichte erzählst, weil sie einfach für 99% der Skifahrer irrelevant ist.

Die 99% der Skifahrer, die mit ihren Schuhen glücklich sind oder wissen, was sie brauchen, werden wohl kaum hier um Rat fragen. Und für das eine Prozent ist es mir die Mühe wert, zumal ich davon ausgehe, dass vorherige Beiträge zu dem Thema nicht gefunden wurden, weil sonst käme jemand nicht auf die Idee, Schuhe blind im Internet zu bestellen. Ein Skischuh ist nun einmal keine Sandale, die man einfach so im Internet bestellen kann.

Abgesehen davon habe ich in zahlreichen Geschäften so viele Skifahrer über ihre Schuhe klagen hören, dass ich den Anteil eher etwas höher ansetzen würde.

Mir geht es auch nicht darum, meine Leidensgeschichte auszubreiten, sondern praktische Ratschläge und Tips zu geben. Die muss niemand annehmen, ich mache daraus keine Religion. Wer mit weniger oder keinen Modifikationen glücklich ist, bitte schön. Das war bei mir leider nicht der Fall und ich wäre froh gewesen, wenn mir jemand im Forum kurz erklärt hätte, was zu tun ist. Das hätte mir einiges an Lehrgeld und Problemen erspart.
 
Mir scheint, dass die Positionen real gar nicht so weit auseinander liegen, es nur ein paar Missverständnisse gibt. Langjährige Rennsporterfahrung sagt schon was aus, weil da ja mit Plugs gefahren wird, in die man sich reinfräsen muss, Sohle inklusive. D.h., wer das alles durch hat, weiß auch Bescheid, welchen Unterschied das für ihn macht. In der Praxis ist es natürlich individuell verschieden, wie sehr man profitiert. Wo wir schon beim Fahrradbeispiel waren: Ich hatte nie Probleme mit den Füßen, auch nicht bei langen Touren; also taube Zehen, Krämpfe oder dergleichen. Dann ergab sich zu einer Zeit, als das bei den Pros auch so gerade aufkam, für mich die Möglichkeit sehr günstig an eine für mich individuell angerfertigte, sehr gute Sohle zu kommen. Das habe ich auch Neugier gemacht und verwende die seitdem in meinem Lieblingsschuh. Nach langen Touren fühlt sich der Fuß einen Ticken entspannter an. Das ist bei mir alles. Für jemand anderen, der dadurch von Krämpfen auf => keine Krämpfe mehr wechseln kann, ist das selbstverständlich ein ziemlicher Gamechanger. Und so sehe ich das auch bei den Skischuhen. Für den einen bringt's nur wenig, für die andere mehr und für den Dritten ermöglicht es erst genussvolles Fahren. In meinen Fall verhält es sich so, dass ich, weil ich mein gutes Material auch aus ökologischen Gründen aufnutze, mit einem Schuh unterwegs bin, der aus einer Ära stammt, als Topmaterial noch mit sehr guter Ausstattung und vielen Anpassungsmöglichkeiten einherging. Vieles davon ist heute ausgelagert ins Bootfitting oder den Aftermarket; u.a. versteifbare Zunge, zwei verschiedene Heckspoiler, u.v.m. Dazu gehört auch ein solides Korkfußbett mit verstellbarer Fußgewölbeunterstützung. Nutzt man das, wenn's eh schon da ist? Ja, sicher. Ist das nett? Ja, sicher. Kann man damit so viel erreichen, wie mit der oben vorgestellten Lösung? Natürlich nicht. Braucht man das eine oder das andere? Kommt halt darauf an! Insofern finde ich die ausführlichen Erfahrungsberichte vom Gletscher schon interessant und für andere Geplagte wertvoll.
 
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Ich pack das mal hier rein: Also ich war jetzt im Geschäft und habe mir Schuhe gekauft. Allerdings sind mir jetzt zwei Fragen aufgekommen. Die erste, ich hab mich verkanten und der eine Ski hat eine kleine Schramme in den Schuh an der Seite gezogen. Ist sowas schlimm? Ist es jetzt eine Schwachstelle? Eigentlich dürfte nichts passieren oder?

Die zweite Frage bezieht sich auf die Bilder. Als ich nach dem ersten Einsatz den Innenschuh zum Entfeuchten herausgeholt hatte sind bei dem einen Schuh zwei der Noppen ( siehe Bilder) herausgefallen.
Sieht nicht aus als wäre was abgebrochen. Sind das noch Noppen von der Produktion? Oder haben die eine Funktion, ist das etwas wo ich nochmal zum Geschäft fahren sollte. Ich habe soweit auch nicht gesehen, wo sie fehlen könnten... Auch wenn sie Gummiartig aussehen, beide sind aus harten Plastik

PS: der Bleistift dient als größen Vergleich :wink:
 
Also wenn Du den Skischuh an der Schramme innerhalb der nächsten fünf Jahre kaputt kriegst, gebe ich Dir ein Bier aus. Das ist vollkommen egal. Die beiden Nubsis kann ich nicht beurteilen, könnte beim Aufbau des Innenschuhs anfallen... Frag mal Deinen Händler.
 
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