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Trafostation eines Skilifts + Umspannwerk + Museum

Ich danke erstmal für die ausführliche Information.

Wenn Du die Artikel durchstöbern willst, wär ich für weitere Informationen sehr dankbar.

Was mich noch interessiert: wie entstehen die Korona-Entladungen? Prinzipell müsste ja irgendwo ein Potential sein - die Elektronen müssten ja irgendwo hinfließen und in Luft ist am Prinzip kein Platn für all die Elektronen. Allerdings könnt ich mir vorstellen, dass bei einer chemischen Reaktion, bei der Ozon aus Sauerstoff entsteht (als O3 aus O2), die Elektronen in dem zusätzlichen Bindungsarm unerkommen. Dann würde allerdungs ziemlich viel Ozon entstehen und ich hab auch keine Ahnung, ob das chemisch möglich ist, dass einfach durch ein extrem starkes E-Feld Ozon entsteht - ich weiß nur das man Hochspannung immer mit Ozongeruch in Verbindung bringt, daher mein Gedanke.

Im übrigen kann ich mir dann aber zusätzlich zu der von Dir gelieferten bautechnischen Erklärung auch klimatische Enflüsse ein Rolle spielen. Müsste man nochmal genauer nachforschen.

Ich danke Dir in jedem Fall schon mal für die Ausführliche Erklärung. In der Tat scheint mir die Leitung am Col de Pt. St. Bernard eine 380 KV Leitung zu sein und sie hat keine Bündel. Alle anderen, die ich kenn sind gebündelt, und zwar nach meiner Erinnerung dreifach. Das ist auf jeden Fall ein Grund!
 
Da dieses Topic auf so unerwartet hohes Interesse gestossen ist, gehe ich jetzt im Stromversorgungssystem noch mal eine Stufe höher und bringe Fotos aus einer Umspannanlage 110/20 kV:

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^^ Umspanner (Transformator) 110/20 kV; hier 110-kV-Durchführungen und Öl-Ausgleichsbehälter zu sehen. Leistung Smax = 40 MVA (ca. 52.000 PS)
So ein Koloss wiegt mehr als 60 Tonnen. Dies teilt sich etwa folgendermassen auf: Eisenkern und Kupferspulen 30 t, Öl 15 t, Gehäuse, etc. 15 t. Preis etwa 350.000 EUR / 540.000 CHF.


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^^ Das Gerät von hinten mit den 20-kV-Steckeranschlüssen


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^^ 110-kV-Leistungsschalter (stehen vor jedem Umspanner und Leitungsabgang). Der Leistungsschalter ist der Schalter mit dem bei vorhandenem Stromfluss ausgeschaltet wird. Er kann auch Kurzschlussströme ausschalten und kostet einen 6-stelligen Euro-Betrag. Billigere Schalter (Lasttrenner, Trenner) können keine Kurzschlussströme schalten; sie würden beim Ausschalten so hoher Ströme schlichtweg abfackeln. Wie schafft es der Leistungsschalter? Der Schaltstift im Inneren schaltet mit extrem hoher Geschwindigkeit und befindet sich in einem „Löschmedium“ aus Öl oder SF6-Gas. Dies löscht in Kombination sofort den unweigerlich auftretenden Lichtbogen.
Das Ausschalten eines Kurzschlusses geschieht folgendermassen: Sog. Messwandler (kleine Transformatoren – Bild kommt noch) geben eine kleine Spannungen und Stromstärken, die linear zu den Werten des Haupt-Stromkreis sind, an eine Elektronik, welche den Verlauf analysiert und ggf. einen Ausschaltbefehl an den Antrieb des Leistungsschalters sendet. Diese Steuerspannung kommt aus Batterien, denn was nützt eine elektrische Steuerung wenn der Strom weg ist? :twisted:


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^^ Sammelschienentrennschalter im offenen Zustand


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^^ Sammelschienentrennschalter im geschlossenen Zustand. Diese Trenner dürfen nicht betätigt werden, wenn Strom fliesst. Das heißt, vorher muss der in Reihe liegende Leistungsschalter ausgeschaltet werden. Warum braucht man dann überhaupt die Trenner? Ganz einfach: Aus Gründen des Arbeitsschutzes. Den Trennern sieh man an wenn sie ausgeschaltet sind (s. Bild). Beim vollständig gekapselten Leistungsschalter sieht man das nicht. Die Unfallverhütungsvorschriften fordern eine „sichtbare Trennstelle“.


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^^ Die vorher genannten Messwandler. Sie dienen der Meldung von Betriebsströmen, aber auch der Verrechnung von Energiemengen und Leistungen falls sich an dieser Stelle ein Übergabepunkt zwischen verschiedenen Netzbetreibern befindet. Die Signale werden dann auf einen (fast) normalen Zähler geleitet, dessen Ergebnis dann wieder um den Wandler-Faktor hochgerechnet wird.


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^^Die 20-kV-Erdschlusslöschspule (auch Petersen-Spule genannt). Sie hat folgenden Zweck: Im 20-kV-Netz gibt es keine Erdung und keinen Nullleiter. Das bedeutet: Auch wenn eine Phase Erdberührung bekommt, wird die Stromversorgung nicht unterbrochen. diese Phase nimmt dann nur die Spannung 0V an, die Spannung der beiden anderen Phase steigt entsprechen. man spricht von Verschiebung des Spannungsdreiecks (s. Mathematik – komplexe Zahlenebene). Bei dieser Spannungsverschiebung fliessen Ausgleichsströme auf Grund der im Netz vorhandenen Kapazität (Kabel wirken mit ihrem Aufbau aus Leiter – Isolierung – Schirmung wie zusammengerollte Kondensatoren). Diese Kapazität der Leitungen wird durch diese Spulen mit ihrer fetten Induktivität kompensiert. Die Ausgleichsströme werden minimiert. Ansonsten könnten gefährliche Berührungsspannungen entstehen.


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^^ Blick in den 20-kV-Schaltanlagenraum


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^^ Bedienfeld der 20-kV-Leistungsschalter in den Kabelabgängen sowie Sammelschienentrenner oben. Prinzip Leistungsschalter – Trenner wie bei 110 kV. Die Bedienung erfolgt hier nur im Not-Not-Fall. Normalerweise gibt’s Fernsteuerung, im Notfall Steuerung von der Steuertafel (Mosaik) im Nebenraum und dann erst Steuerung am Gerät.
Diese Anlage ist bei uns ein Oldtimer: Eine der letzten beiden alten, offenen 20-kV-Anlagen (von insgesamt 100).
Vor wenigen Wochen haben wir entschieden, dass wir die Anlage in 2005 platt machen und eine neue bauen. Grund: Es gibt bereits Teilentladungen und Trenner, die nicht mehr zu schalten sind. Zum Glück gibt’s bei uns keine Spinner in irgendeinem Forum, die gegen diese Aktion Amok laufen :lol:.
Aber selbst da hätte ich eine Beruhigung: Wir sind gerade dabei, ein Technik-Museum aufzubauen. Dort rekonstruieren unsere Pensionäre so Zeugs und stellen es schön hin. Wir bauen auch gerade ein altes Wasserkraftwerk mit Francis-Turbine auf. Ich habs fotografiert und stelle demnächst hier die Bilder rein.


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^^ Dasselbe von hinten; hier sieht man den Leistungsschalter. Wenn ich hier vor dem Gitter stehe, wird mir’s ehrlich gesagt immer ein bisschen mulmig, denn wenn’s hier ein Lichtbogen gibt – dann gute Nacht.


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^^ Dieses Bild ist aus einer neueren Anlage. So sieht so eine 20-kV-Schaltanlage heutzutage aus. Alles ist fabrikfertig und blechgekapselt.


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^^ Die alte regionale Netzsteuerstelle in der alten Umspannanlage (Mosaik). Heute ist nur noch für mittlere Teil mit der eigentlichen Umspannanlage als Notsteuerstelle in Betrieb. Das Ding wird eigentlich immer von der zentralen Leitstelle ferngesteuert. In unseren neuen und erneuerten Umspannanlagen gibt es anstelle dieser Schalttafeln nur noch einen PC für die Nahsteuerung.


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^^ Die Steuereinrichtung dieser Anlage auf dem Mosaik.

Wie gesagt: Bilder vom Museum habe ich gemacht – kommen demnächst.
 
coole Sache die 20kV-schaltanlage!
Noch mit R-S-T farbenen Kupferschienen!
War vor kurzem in einer 400kV/110kV SF6 Schaltanlage in Augsburg.
(Davon gibt es nicht viele!)
Einfach Hammer!
Vorteil: Viel geringer Platzverbrauch im Vergleich zu einer Freiluftanlage!
Nachteil: sau teuer!
Es ist ein cooles Gefühl, wenn ca 15cm unter deiner Hand 400kV(230kV gegen Erde) anliegen.
Hab leider im Internet nur ein Bild einer 110kV SF6 Schaltanlage gefunden:

schaltanlage.MultipleMultiContList.0004.ContentImage.gif

Noch ein paar Daten der Anlage in Augsburg:
Hersteller: (400kV-Anlage) ABB
Nennstrom Sammelschiene: 4000A
2 Transformatoren: Trafo Union 350 MVA Gewicht: je 485 t
Wenn ich wieder einen Scanner zur Hand habe und wenn Interesse besteht, kann ich das Infoheft über die Anlage der LEW mal ins Netz stellen!
 
straightline schrieb:
War vor kurzem in einer 400kV/110kV SF6 Schaltanlage in Augsburg.
(Davon gibt es nicht viele!)
Einfach Hammer!
Vorteil: Viel geringer Platzverbrauch im Vergleich zu einer Freiluftanlage!
Nachteil: sau teuer!

Wenn ich wieder einen Scanner zur Hand habe und wenn Interesse besteht, kann ich das Infoheft über die Anlage der LEW mal ins Netz stellen!

Klar! Ich bin an diesen Infos natürlich interessiert.
Zu SF6: Wir waren die ganze Zeit ziemlich zurückhaltend mit SF6. Wir haben die Anlagen nur eingesetzt, wo sich das aus Platzgründen oder auf Grund der Umgebungsbedingungen angeboten hat. Künfitg werden wir das offensiver einsetzen, da
1. Der Aufpreis nicht mehr so gross ist
2. Die Dinger genial wartungsarm sind (heutzutage auch zuverlässig)
3. Die Regierung und Umweltschutzverbände uns inzwischen bestätigt haben, dass von den Dingern keine Klimagefahren (Ozon) ausgehen, weil die Leckraten in der Energiebranche < 1 Promille pro Jahr sind!!!
SF6 ist ja ein absoluter Klimakiller, aber bei uns entweicht praktisch nichts. Im krassen Gegenteil zu Isolierglasfenstern, militärischen Anwendungen und Reifenfüllungen von Luxuslimusinen. Dort geht letztendlich alles in die Atmosphäre.

Seither waren wir wie gesagt zurückhaltend; wir haben sogar eine unterirdische Umspannanlage mit Schaltanlagenraum für luftisolierte 110-kV-Anlage: Ein riesiger Bunker unter einer Parkanlage. Allerdings kam nie eine Schaltanlage rein. Die 110-kV-Kabel gehen direkt auf die Umspanner. Wir hätten die Schaltanlage gebracuht wenn wir die Leitung weiter geführt hätten. Aber das ist bei unserem (zum Glück) stagnierendem Energieverbrauch nicht mehr nötig.

Nochwas: ich bin echt begeitert, was für ein Interesse und Fachwissen zu dem Thema hier versammelt ist.
 
Hier die Bilder aus unserem im Aufbau befindlichen Stromversorgungs-Museum:

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^^ Alte Schalttafel eines Umspannwerkes von 1963. Die war für Dauerbetrieb konzipiert, wurde aber nur als Notsteuerstelle genutzt, da 1963 bereits die Fernsteuerung eingeführt wurde.


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^^ Die Schalttafel von hinten mit der rekonstruierten Verdrahtung. Heute besteht das ganze aus einem PC. Bestenfalls gibts noch zusätzlich eine Anzeigetafel, die mittels einer Busleitung verbunden wird.


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^^ Turbinen-Gemnerator-Satz aus dem ehemaligen Wasserkraftwerk Schönnen.


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^^ Der Satz von der anderen Seite: Man erkennt schön die Schaufeln der Francis-Turbine. Links mit dem Drehrad die mechanische Turbinenregelung.


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^^ Alte Marmorsteuertafel dieses Wasserkraftwerks. Hier der Mittelteil mit der Synchronisiereinrichtung (Lampen und Zeiger). Manche Elektrotechnik-Studenten werden das ausm Elektromaschinenpraktikum kennen.


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^^ Motor-Generator-Satz für die Notstromversorgung in Umspannwerken. Motorteil geht mit Gleichstrom aus Batterien. Aus dem Synchrongenerator kommt Drehstrom raus.


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^^ Alter Quecksilbergleichrichter unserer Meterspurbahn.


Falls Interesse besteht, dieses Museum zu besichtigen, kann ich gerne eine Vorführung machen. Das Museum ist noch im Aufbau und nicht öffentlich, aber Gruppen kann man führen. Aber zu Hohe Erwartungen will ich nicht wecken.
 
Ein Museum was es schon gibt:
http://www.energiegeschichte.de/

8)



Interessante Bilder! Habe ich alles irgendwie schonmal gesehen.
Und die Farben der Sammelschienen werden auch heute noch verwendet.
 
Danke für den Tipp @Ram! Allerdings scheint sich diese Museum auf Energieanwendung und Messtechhnik zu spezialisieren.
Diese Themen haben wir auch in unserem Museum - und sogar sehr gut ausgebaut.
Aber soviel ich gesehen habe, hat die Avacon kaum Netztechnim drin. Und die werde ich bei uns im Museum gezielt aufbauen. Ich war bis Februar Hauptverantwortlich für den Museumsaufbau und habe die Weichen gestellt, dass da ziemlich komplett die Netztechnik rein kommt. Ich habe fleissig das sammeln lassen was noch da war.
Ich fürchte, bei Seilbahnen macht das auch sonst niemand, dass die interessanten Dinge mal systematisch für ein Museum gesammelt werden.
 
Jo in den dem Museum von Avacon und E-On sind mehr Gegenstände aus den Haushalt, aber nicht nur Elektro. So auch z.B. der erste Staubsauger wo man noch "pumpen" mußte.


Aber Netztechnik ist auch was interessantes. Nur können damit halt die Techniker mehr anfangen als ein Ottonormalverbraucher.

:)
 
Oh! In Baden (AG) scheint es ein Museum mit Netztechnik zu geben. Hört sich so ähnlich an wie das was wir aufbauen. Hab ich im Bulletin SEV/VSE 11/2004 gefunden:

Mus_Bad1.jpg
 
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