Pistenplan Brezovica (sehr unübersichtlich):Entwicklung von Ski-Gebieten im Kosovo bietet interessante Investitionsmöglichkeiten
Entwicklung von Ski-Gebieten im Kosovo bietet interessante Investitionsmöglichkeiten
Ausschreibung von Brezovica noch vor dem Sommer 2006
Pristina (bfai) - Die Privatisierungsagentur KTA, die im Kosovo unter Führung der Europäischen Union Privatisierungen durchführt, wird noch vor dem Sommer 2006 das bisher einzige Skigebiet der südserbischen Provinz per Tender zum Verkauf anbieten. Dabei sollen dem Investor die Entwicklung der gesamten Infrastruktur samt Liften, Hotels, Cafes etc. übertragen werden. Darüber hinaus bestehen für zwei Standorte im Kosovo bereits Studien für die Entwicklung neuer Ski-Gebiete. Hier sollen ebenfalls private Investoren gefunden werden. (Kontaktanschrift)
Das Ski-Gebiet Brezovica liegt auf 900 m Höhe im Süden des Kosovo in der Nähe des Dorfes Strpce, das mehrheitlich von Serben bewohnt wird. Der Skibetrieb wird von Serben geführt, aber vor allem von Kosovo-Albanern genutzt. Das Skigebiet bedarf allerdings umfangreicher Investitionen, um vor allem die Sicherheit der Lifte zu erhöhen, aber auch um das Gebiet insgesamt attraktiver zu gestalten. Daher will die Kosovo Trust Agency (KTA) das Areal mit drei Hotels und vier Restaurants per Tender privatisieren. Nach Aussagen des Direktors der KTA, Joachim Rücker, sind mindestens 20 Mio. Euro nötig, um die Lifte, Hotels und die übrige Infrastruktur zu erneuern. Danach schätzt er allerdings die Chancen von Brezovica als gut ein, einer der beliebtesten Wintersportorte auf dem Balkan zu werden. Die Pisten reichen bis auf eine Höhe von 2.500 m und das Gebiet umfasst insgesamt 230 ha, wo auch Platz für weitere Pisten und Liftanlagen vorhanden ist.
Als Vorbild für die Entwicklung von Brezovica schwebt der KTA nach Aussagen ihres stellvertretenden Direktors für Privatisierungen, Bruce MacQueen, der bulgarische Skiort Bansko vor. Dieser Ort habe in den letzten Jahren einen beispiellosen Aufschwung erlebt. Durch die schrittweise Modernisierung der Liftanlagen und Hotels habe sich das Besucheraufkommen stark vergrößert. Die Arbeitslosigkeit sei in der umliegenden Region von 70% auf Null gesunken. Brezovica könne in der wirtschaftlich rückständigen Bergregion im Sar-Gebirge ähnliches bewirken, so MacQueen. Die Privatisierung soll mit Auflagen verbunden werden, die unter anderem eine Beschäftigungsgarantie für eine Mindestanzahl von serbischen Mitarbeitern beinhalten. Zudem soll der Investor auch kleine Hydrokraftwerke errichten, die neben den Liften und Hotels auch die weitere Umgebung mit Strom versorgen könnten.
Das Skigebiet liegt lediglich 60 km vom Flughafen Pristina und 70 km vom Flughafen Skopje entfernt. Dadurch ist Brezovica auch für ausländische Fluggäste ein mögliches Wintersportziel, wie in wachsendem Maße die Ski-Gebiete Bansko in Bulgarien und Kopaonik in Serbien. Neben der Privatisierung von Brezovica plant die KTA außerdem Tender für Grundstücke an zwei Standorten, die lt. Studien aus den 80er Jahren ebenfalls als Skigebiete bestens geeignet sind. Das eine Gebiet liegt in unmittelbarer Nähe zur albanischen und mazedonischen Grenze ebenfalls im Süden der Provinz bei Dragash/Dragas. Das andere Gebiet ist im Osten Kosovos bei Decan/Decani zu finden. Hier will die KTA jeweils Grundstücks-Pakete mit Auflagen für Investoren schnüren und per Tender verkaufen. Die beiden Gebiete reichen ebenfalls wie Brezovica bis zu ca. 2.500 m Höhe und bieten nach Aussagen von MacQueen mit Pisten, die nach Norden weisen, hervorragende Wintersportbedingungen. Investoren sollen bereits jetzt ihr Interesse an einer Beteiligung an einem dieser Projekte anmelden.
Das ist schon besser: Landkarte mit eingezeichneten Liften + Pisten:
In der Praxis ist das Skigebiet momentan 'halbiert': in Betrieb sind normalerweise der ESL Karaula (Nr. 1 auf der unteren Karte), die fast paralelle DSB Velika Livada (Nr. 9), die mehr oder weniger die selben Pisten erschliesst, und die DSB Lavja Vrata (Nr. 4) und einer der unteren Schlepper (Nr. 5 oder 6). Die DSB Crvena Karpa (Nr. 8 ) ist selten in Betrieb, die oberen beiden Lifte (Schl. Nr. 3 und DSB Piribreg, Nr. 2) überhaupt nicht.
Interessant: Die DSB Nr. 3 fuhr zum höchstem lifterschlossenen Punkt im ehemaligen YU, jetzt liegt ihre Bergstation, wie man auf der Karte gut erkennen kann, auf macedonischem Staatsgebiet. Im serbischen Forum weiss keiner genau seit wann dieser Lift nicht mehr läuft, einige meinen das seit dem Zerfall Jugoslawiens und die Grenzziehung in Jahr 1991, andere behaupten das die Bahn schon zu YU - Zeiten in den späten 80ern nicht mehr in Betrieb war, was durch die Lage des Liftes auch irgendwie werständlich wäre (Piste zu steil für die breite Masse, Windprobleme usw.). Also wieder mal ein Mysterium, gerade richtig fürs Alpinforum
Zur neueren Geschichte: in den späten 90ern, also zur Zeit der bewaffneten Konflikte auf dem Kosovo und des Angriffes der NATO auf Serbien, war des Gebiet einige Jahre geschlossen, in den Hotels wohnten Mitglieder die internationalen Polizeitruppe. Ab 2002 begann langsam wieder der Liftbetrieb. Aktuelle Kartenpreise:
Tagesskipass 10 Euro, sieben Tage 60 Euro, zehn Tage 80 Euro, Saison 250 Euro (die erstegenannten finde ich ausgesprochen billig, der Saisonpass ist aber nicht einmal soo günstigSKI PAS
-Dnevni ski pas 10 eur
-Sedmodnevni ski pas 60 eur
-Desetodnevni 80 eur
-sezonski 250 eur
Noch ein paar Fotos von den Liften:
ESL Karaula, offenbar eine alte Graffer (Starli + Trincerone: das wäre doch ein Ziel für die Saison 2006/07, oder?)
DSB Velika Livada, keine Ahnung wann diese gebaut wurde, auf jeden Fall ist sie die 'jüngste' der Liftanlagen auf Brezovica, im serbischen Forum wird immer von der 'neuen DSB' gesprochen. Sie hat auch eine Zwischeneinstieg. Auf dem zweiten Bild ist links oben auch die Bergstation des ESL zu erkennen:
DSB Lavja Vrata, offenbar eine alte Poma. Zu sehen auch die unteren Schlepplifte:
Von den LSAP - Liften habe ich leider keine Fotos gefunden, dafür aber noch eine Panoramaaufnahme:
Insgesamt sieht mir das Gebiet sehr interessant aus, Erweiterungspotential gibt es auf diesen weiten baumfreien Hängen auch mehr als genug. Und das Liebe Geld könnte man ja zum Teil auch aus irgendwelchen Wiederaufbau - Fonds bekommen, Wiederaufbau bedeutet nicht nur das man die zerstörten Häuser neu baut, sondern den Leuten dort auch eine Lebensgrundlage ermöglicht (siehe dazu den Satz im oben Zitierten Artikel über das bulgarische Bansko:
Zur geplanten Privatisierung: im serbischen Forum gibt es einen Artikel über das Skigebiet, datiert mit 19. 3. 2006, also recht aktuell. Die Angestellten, grossteils serbischer Nationalität (in der überwiegend albanisch bewohnten Region) wissen von der bevorstehenden Privatisierung und hoffen, das eine ausländiche Firma das Gebiet kauft. Es gibt nämlich Gerüchte, das ein neureicher Kosovo - Albaner das Gebiet kauft, angeblich bietet er 25 Mio Euro (!!!). In diesem Fall 'können wir (Serben) gleich einpacken', so der Angestellte, der verständlicherweise nicht genannt werden wollte.Die Arbeitslosigkeit sei in der umliegenden Region von 70% auf Null gesunken.
@Stani, falls du weitere Fotos vom Skigebiet hast, bitte her damit