Naturschutz: Alpenverein gegen Vermarktung der Alpen

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snowflat
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Naturschutz: Alpenverein gegen Vermarktung der Alpen

Beitrag von snowflat »

Naturschutz: Alpenverein gegen Vermarktung der Alpen

Von Vergoldung bis Umhüllung, vom Großkonzert bis zum Megafeuerwerk reichen die Pläne für die österreichischen Berge. Deshalb fordert der Alpenverein jetzt den Schutz der Alpinregion.

Noch nicht der Gipfel der Naturvermarktung
In Osttirol heißt ein Berg seit kurzer Zeit so wie eine Wurst. Aus dem Mullwitzkogel wurde die Wiesbauerspitze. Für den Alpenverein ist das zwar die Höhe, aber immer noch nicht der Gipfel der Naturvermarktung.

Goldenes Matterhorn und Mont "Rouge"
Es gibt Pläne, das Matterhorn zu vergolden oder den Mont Blanc mit roten Tüchern zu umhüllen. Es gibt Pläne, eine Stiege auf das Hafelekar zu bauen und das Gipfelkreuz am Rauen Kopf begehbar zu machen. Und das sei nur die Spitze des Eisbergs. Von Großkonzert und Mega-Feuerwerkt ganz zu schweigen, ärgert sich der Alpenverein und fragt, wo das noch alles hinführen soll.

Naturschutzgesetze überarbeiten
Der Alpenverein fordert eine Novellierung der Naturschutzgesetze. Ziel müsse es sein, die Alpinregion oberhalb der Waldgrenze zu schützen. Es dürfen keine weiteren Gletscher für den Pistenskilauf freigegeben werden. Events in der freien Natur sollen eingeschränkt oder verboten werden. Es muss außerdem laut Alpenverein eine restriktive Handhabung bei der Genehmigung und Errichtung neuer Klettersteige geben.

Pröll: Zerbrechliches Ökosystem
Zu diesem Thema hat sich auch Umweltminister Josef Pröll zu Wort gemeldet. Der Raum stelle nicht nur ein unersetzbares, kulturelles Erbe und ein Rückzucksgebiet für unzählige Pflanzen- und Tierarten dar, sagt Pröll. Der Alpenbogen sei Lebens-, Wirtschafts-, Erholungs- und Kulturraum und gleichzeitig ein äußerst zerbrechliches Ökosystem. Ständige Aufgabe müsse es sein, darauf zu achten, dass dieses Ökosystem nicht überfordert wird.
Quelle: ORF
Kanada - 29.01.2017 bis 10.02.2017
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DAB
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Beitrag von DAB »

Das Einzige was diese Vereinigung meines Erachtens nach fordern kann ist ihre sofortige Auflösung!
deere7710
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Beitrag von deere7710 »

Den Vorstoss des AV kann man nur begrüssen.
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snowflat
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Beitrag von snowflat »

Alpenverein gegen Vermarktung von Berggipfeln

Der Alpenverein wehrt sich gegen die hemmungslose Vermarktung der Natur auf den Berggipfeln.

Bild
Das Kaisergebirge in lila - diese Idee wurde dem OeAV bereits präsentiert.
Bild: Alpenverein


Unberührte hochalpine Natur gehört zu den markantesten Wahrzeichen Österreichs. Zehntausende Urlauber kommen wegen der Schönheit der Bergwelt jährlich zu uns. Der Alpenverein (OeAV) fordert jetzt mehr Schutz der Alpinregionen und der Gletscher sowie ein Verbot störender Events in der Natur, um die voranschreitende Vermarktung dieses Gebiets einzudämmen.

Gegen Eventisierung
Der berühmte Tropfen, der für den OeAV das Fass zum Überlaufen gebracht hat, war die offizielle Umbenennung des Mullwitzkogels im Osttiroler Prägraten in Wiesbauerspitze im Juli (siehe Artikel unten). Dass ein Berg wie ein Wurstproduzent heißt, ist aber noch das geringste Problem, das der Alpenverein momentan hat. "Das ist ja noch harmlos", gibt Generalsekretär Robert Renzler zu.

An ihn wurden schon viel absurdere Pläne herangetragen - etwa eine Bestrahlung des Kaisergebirges in Lila (den Antragsteller kann man sich vorstellen) oder das Verhüllen der Großglockner-Spitze mit Blattgold. Zugegeben: Das sind Pläne, die abgewehrt werden können.

Die "Eventisierung" der hochalpinen Welt findet aber in anderen Formen durchaus schon statt: Großereignisse wie etwa die "Hannibal"-Aufführung am Rettenbachferner oder Pop-Konzerte auf der Idalpe in Ischgl sind dem Alpenverein ebenso ein Dorn im Auge wie Projekte zur weiteren skitouristischen Erschließung. "Das Seilbahnprojekt auf die Serles konnte noch abgewendet werden - aber weitere Pläne, etwa für die Gipfelerschließung des Linken Fernerkogels oder der Weißseespitze, gibt es schon", so Renzler.

Sensibelste Region

Mit Umweltminister Josef Pröll (ÖVP) hat der Alpenverein einen prominenten Fürsprecher ins Boot geholt. "Ich kann die Forderungen des Alpenvereins auf Punkt und Beistrich unterschreiben", sagt Pröll dem OeAV Unterstützung zu. Er kündigte an, seine Stimme bei der Gesetzgebung - Naturschutzgesetze sind Ländersache - entsprechend zu erheben.

Nicht zuletzt, damit auch die europäischen Vorgaben implementiert werden. "Wir haben es hier mit der sensibelsten Region des Landes zu tun, was das Ökosystem betrifft", so Pröll. Wesentlich ist für ihn auch die Einhaltung der geschützten Regionen: "Hände weg von den Schutzzonen, das gilt für alle", stellte der Minister gestern klar.

Der Alpenverein will in einer Novellierung der Naturschutzgesetze den Schutz der Alpinregion oberhalb der Waldgrenze festschreiben, keine Freigabe weiterer Gletscher für den Pistenskilauf, Einschränkung bzw. Verbot von störenden Events und restriktive Handhabung bei Genehmigung und Errichtung neuer Klettersteige.
Quelle: TT
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thun
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Beitrag von thun »

Die "Eventisierung" der hochalpinen Welt findet aber in anderen Formen durchaus schon statt: Großereignisse wie etwa die "Hannibal"-Aufführung am Rettenbachferner oder Pop-Konzerte auf der Idalpe in Ischgl (...)
Stimmt. Die Konzerte stören dort auch wirklich am meisten beim Erleben wilder Natur... :twisted:


Was soll uns denn bitte diese Forderung sagen? Gut, über die Gipfelumbenennung kann man streiten, ich bin der Meinung dass es hätte schlimmer kommen können, wobei ich in meinem gipfelbuch auch gerne einen Red-Bull-Kogel oder so stehen hätte. :wink:

Hannibal und Beyonce (?) auf 2500 oder 3000m sind schon krass, aber wenn wir ehrlich sind, an den Orten ist das doch auch schon wurscht.

Und die anderen zitierten Aktionen sind doch einfach Spinnerei (Plattgold am Großglockner - Hallo, wie soll das denn gehen?) oder Kunst (rote Tücher auf dem Mont Blanc; da sollte man doch ein bisschen aufgeschlossen sein und nicht provinziell von vornherein dagegen wettern).

Prinzipiell finde ich, dass der AV wichtige Ziele verfolgt, die ich größtenteils auch gut finde, die Alpen sind schließlich ein sensibles Ökosystem, wenn das komplett der Erschließungswut zum Opfer fallen würde wäre das ein GAU. Und um einen Konsens der Interessen zu finden müssen auch beide Seitensich Gehör verschaffen können.
Aber in der Argumentation sollte man doch bitte einigermaßen sachlich bleiben und (meiner Meinung nach) solche Spinnereien nicht zitieren. Dann geht die eigentliche Forderung nach Beschränkung unter.

Konsequent wäre es im Sinne des Umweltschutzes schließlich, alle AV-Hütten zuzusperren und keine einzige Wegesanierung mehr zu gestatten, aber das will doch auch keiner, der Alpenverein als allerletzter. :wink:
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