Sind Skifahrer schlechte Menschen?

Diskussionen rund um Alpinsport und Equipment: Kaufberatung für Ski und Schuhe, Materialtests, Servicetipps und Austausch zur Fahrtechnik.
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McMaf
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Sind Skifahrer schlechte Menschen?

Beitrag von McMaf »

Als ich beim Lesen der Kommentareinträge dieses Artikels http://www.taz.de/Wintersport-Tourismus ... z/!102606/ u.a. mit folgender Meinung konfrontiert wurde
Ski-Sport ist sowieso ein Idioten-Sport und langfristig dem Tod geweiht - zu Recht.
Es gibt tausende weniger umweltschnädliche Sportarten, die zudem gesünder sind und weniger unfallträchtig, wie diese Knochenbrecher- und Sehnenverdreher-Tätigkeit.
stellte ich mir die Frage, sind Skifahrer schlechte und/oder ignorante Menschen? Immerhin verbrauchen Skifahrer für ihr Hobby viel Platz, der dazu meist in sensibleren Bereichen zur Verfügung gestellt werden muss. Durch Schneekanonen und sonstige skitechnische Infrastruktur fügen wir unserer Umwelt mit unter erhebliche Schäden zu oder beeinträchtigen diese zumindest. Außerdem belasten wir durch unser unvernünftiges risikobehaftes Hobby die Sozialsysteme. Sind wir alle egoistische Arschlöcher oder lässt sich unser Hobby in der heutigen Gesellschaft noch schlüssig rechtfertigen? Ich gebe die Frage mal in die Runde.

Das Thema könnte man auch im Kontext der Überlegungen von Dr. Stein diskutieren. Wenn Schneeschuhwandern schwul macht und Klettersteige Blasenschwäche verursachen, könnte der Skisport nicht die Folge einer schlechteren Gesinnung sein, sondern diese erst induzieren.

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baeckerbursch
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Re: Sind Skifahrer schlechte Menschen?

Beitrag von baeckerbursch »

Vom ökologischen Fußabdruck her sicherlich.
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Re: Sind Skifahrer schlechte Menschen?

Beitrag von Rüganer »

Was die Frau Hydrologin so alles ablässt.... zum Glück sagen die Kommentatoren mal wieder die Wahrheit - ok, bis auf den einen....
Und - nein, Skifahrer sind keine schlechten Menschen, ohne Tourismus sähe es in den Bergen - und bei uns hier - schlecht für die Einheimischen aus. Gerade der Westharz hat extrem Nachholebedarf.
Danke Schweiz und Bulgarien !
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chianti
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Re: Sind Skifahrer schlechte Menschen?

Beitrag von chianti »

Bevor man das Skifahren einschränkt, müsste man

- den Fußballern die Stollen an den Schuhen verbieten, da die meisten Kreuzbandrisse von verdrehten Knien beim Fußball kommen
- den Fußballern Kopfbälle verbieten oder einen Schutz vorschreiben wie Petr Cech ihn trägt
- touristische Flugreisen generell verbieten oder mit einer extremen Umweltabgabe belegen
- analog dazu das Subventionieren von überdimensionierten Regionalflughäfen verbieten

Wenn ich mit dem Zug und/oder Bus in ein Wintersportgebiet fahre, kann ich für einmal Malle fünfmal Skiurlaub machen - und wenn ich mit dem Auto fahre, immer noch dreimal: http://www.wwf.de/zwei-wochen-mallorca- ... tonne-co2/

Wenn ich mir dann noch einen Ort aussuche, der mit Fernwärme aus Hackschnitzeln versorgt wird und Strom durch ein Abwasserkraftwerk gewinnt, bin ich fast so umweltfreundlich wie wenn ich zuhause bleibe. Bloß fallen dann Folgekosten wegen Bewegungsarmut und Winterdepression an ;-)
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chianti
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Re: Sind Skifahrer schlechte Menschen?

Beitrag von chianti »

Bin noch über diese interessanten Vergleiche gestolpert - vielleicht ganz hilfreich für ähnliche Diskussionen in der Zukunft:

Energieverbrauch einer Beschneiungsanlage im Vergleich zu anderen Freizeiteinrichtungen

Ein Hallenbad z.B.

http://portal.wko.at/wk/dok_detail_file ... nid=495037

Sportbad ---- Kleinbad
50x25m ------ 25x12m
2m tief ------- 1,80-1,20
1250 m² ------- 300 m²
2500 m³ ------- 450 m³
1.625 MWh --- 390 MWh Strom pro Jahr
60.000 m³ ---- 10.800 m³ Wasser pro Jahr
3.500 MWh --- 840 MWh Heizenergie pro Jahr


andere Quelle:

Mittelgrosses Skigebiet einschneien 325'000 kWh
Grosses Skigebiet einschneien 550'000 kWh
Kunsteisbahn Zürich, offen 800'000 kWh
Hallenbad in den Bergen 820'000 kWh

Bei ca. 4 kWh pro m³ Schnee und einem Wasserverbrauch von 0,33 bis 0,5m³ pro m³ Schnee ergibt das für ein mittelgroßes Skigebiet 27.000 bis 40.000 m³ Wasser fürs Einschneien.

Realistisch ist der dreifache Verbrauch wegen Nachschneiens, also ein Wasserverbrauch von ca. 100.000 m³ pro Jahr und ein Stromverbrauch von 1.000.000 kWh
Für ein großes Skigebiet wären es ca. 50% mehr, also 150.000 m³ und 1.500.000 kWh

Ein mittelgroßes Skigebiet hat ca. 500.000 Skigäste ( z.B. Flumserberg: über 600.000 "Ersteintritte" in einem guten Jahr, in einem schlechten Jahr sind es ca. 20% weniger Fahrten)

Zum Vergleich: das neue Westbad München plant ebenfalls mit 500.000 Besuchern pro Jahr (vor der Renovierung: 170.000)

Der Jahresstromverbrauch wird mit 2.700.000 kWh angegeben, der Wasserverbrauch mit 100.000 m³

Dazu kommen noch 3.500.000 kWh Wärmebedarf nur fürs Heizen des Hallenbades. Die Liftanlagen eines mittelgroßen Skigebiets brauchen in Strom weniger kWh ...

Zwei große Unterschiede gibt es allerdings:
- ins Schwimmbad reist man normalerweise nicht ein paar 100km an
- ein Schwimmbad wird mit mind. 50% der Betriebskosten subventioniert (beim alten Münchner Westbad betrug der Deckungsgrad sogar nur 20%)

sind jetzt Hallenbad- und Saunafans schlechte Menschen oder Sozialschmarotzer? :wink:

noch mehr Infos:

Umwelterklärung der Skilifte Lech a.A
Studie "Umweltbelastungen verschiedener Ferienszenarien"für den WWF, gilt allerdings für Schweizer (also vergleichsweise kurze Anreise ins Skigebiet)
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Re: Sind Skifahrer schlechte Menschen?

Beitrag von Emilius3557 »

Danke, McMaf, für das Verlinken dieses interessanten Interviews.

Nun, was ich so gehört habe, ist Frau de Jong in der Fachwelt nicht ganz unumstritten. Vor einigen Jahren ist sie mit der These in den Medien hausieren gegangen, dass wegen der Beschneiung die Berge Savoiens austrocknen würden...

Was Deine Hauptfragestellung anbelangt würde ich sagen, dass man es sicherlich so nicht pauschalieren kann. Skifahren hat sicherlich etliche ökologische Nachteile, die hat aber unser gesamter Lebensstil, dessen Teil Massenskitourismus seit über 50 Jahren nun ist. Was mich stört ist, dass Skifahren oder Beschneiung (früher v.a. auch Sommerskifahren) in den Medien gerne eine Sündenbock-Funktion für alle negativen Aspekte des Tourismus zugeschrieben wird, ob nun zu Recht oder nicht, das sei dahingestellt. Bevor in den Alpen Wassermangel wegen der Beschneiung auftritt, gibt es z.B. am gesamten Mittelmeerbereich viel größere Probleme wegen Trinkwasserversorgung, Swimmingpools, Bewässerung (z.B. von Golfplätzen). Skifahren macht einen, m.A. nach also nicht per se zum schlechten Menschen.
Besinnung auf die Kernkompetenzen - altbewährte Dummschwätzerei...
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Re: Sind Skifahrer schlechte Menschen?

Beitrag von Luisenhang »

Ist zwar schon etwas älter.

Aber was Emilius sagt ist in diesem Winter wieder sehr auffällig. Alle paar Tage läuft doch eine Doku in der der Skitourimus grundsätzlich schlecht gemacht wird - vor allem natürlich der Kunstschnee.

Aktuelles Beispiel im ZDF:
Wintertraum aus Schneekanonen
Derzeit hat uns der Winter fest im Griff, doch das kann nicht darüber hinweg täuschen, dass der Klimawandel im Alpengebiet massiv voranschreitet. Das ewige Eis in den Gletscherregionen schmilzt, die Schneefallgrenze steigt immer weiter nach oben. Studien belegen: Sichere Skigebiete wird es in Zukunft erst ab 1500 Meter geben. Das bringt deutsche wie auch österreichische Wintersportgebiete in Bedrängnis. Ihre Antwort auf die Klimaerwärmung: Schneekanonen. Doch der künstliche Wintertraum hat verheere Folgen. Mehr dazu am Sonntag, dem 27.01.2013 um 13.30 Uhr.
Ich habe im Sauerland für eine Reportage mit dem Alpenverein über die Beschneiung und ihre Folgen gesprochen: Die sehen das positiv, die Wiesen sind im Frühjahr wesentlich besser erhalten, es wachsen dort sogar wieder Pflanzen, die eigentlich schon aus dem Sauerland verschwunden waren.

Natürlich bleiben Skigebiete und ihre Infrastruktur ein Eingriff in die Natur, aber solange der Eingriff einigermaßen konzentriert bleibt ist das zu verschmerzen. Ein Ausbau der bestehenden Gebiete ist imho nicht mehr nötig.
Wie chianti schon geschrieben hat, man kann mit der Bahn in den Urlaub fahren oder zumindest vor Ort die Skibusse nutzen - dann fällt der ökologische Fußabdruck relativ gering aus.
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matterhorn48
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Re: Sind Skifahrer schlechte Menschen?

Beitrag von matterhorn48 »

Natürlich nicht; genauso wenig wie alle anderen Touristen. Aber- was ich nicht verstehen kann ist:warum muß man im Hochsommer Skifahren? Ich finde, man sollte alle Sportarten Jahrezeitengemäß betreiben.
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chianti
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Re: Sind Skifahrer schlechte Menschen?

Beitrag von chianti »

Gegenfrage: warum muss man im Winter zum Tauchen oder Strandurlaub um die halbe Welt fliegen? Oder - jahreszeitenunabhängig - zum Shoppen?

Die Handvoll Sommerskigebiete, die es noch gibt, sind gegen diesen ökologischen Wahnsinn Waisenknaben ...

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matterhorn48
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Re: Sind Skifahrer schlechte Menschen?

Beitrag von matterhorn48 »

chianti hat geschrieben:Gegenfrage: warum muss man im Winter zum Tauchen oder Strandurlaub um die halbe Welt fliegen? Oder - jahreszeitenunabhängig - zum Shoppen?

Die Handvoll Sommerskigebiete, die es noch gibt, sind gegen diesen ökologischen Wahnsinn Waisenknaben ...
Finde ich genauso unsinnig,würde ich auch nicht machen, da gibt es noch mehr Beispiele, z.B. für 1 oder 2 Tage irgendwohin fliegen,oder in der Wüste Ski fahren....
Aber es gibt für alles Leute und solange es angeboten wird.........
Muß halt jeder für sich entscheiden,was er macht...
Ich würde diese Menschen auch nicht als "schlecht" bezeichnen,eher als ein wenig gedankenlos.
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Re: Sind Skifahrer schlechte Menschen?

Beitrag von gerrit »

Ich denke (ohne genaue Zahlen im Kopf zu haben), dass das Golfspielen sicher nicht wesentlich unweltfreundlicher ist als das Schifahren.
Erinnerungen: meine Berichte seit 2005 (bzw. 1983)
Daß wir echt waren, werde ich auch noch erfinden! (Josef Zoderer)
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Re: Sind Skifahrer schlechte Menschen?

Beitrag von schneesucher »

Merkwürdigerweise löst Skifahren bei gewissen Menschen Standardreflexe aus. Ander Sportarten und Freizeitbeschäftigungenwerden dagegen niemals kritisert: Eishokey, Autorennen, Grossveranstaltungen (Katholikentag, Papbstbesuch, Fussbalspiel, ZDF-Musikantenstadel usw.)
Der Grund liegt wohl darin, dass Skifahren in der freien Natur stattfindet und nicht in der Stadt, wo man die Natur schon vernichtet hat, und das Schneekanonen leicht zu anderen Assoziationen wie Schneemangel und Klimawandel verführt.
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matterhorn48
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Re: Sind Skifahrer schlechte Menschen?

Beitrag von matterhorn48 »

schneesucher hat geschrieben:Merkwürdigerweise löst Skifahren bei gewissen Menschen Standardreflexe aus. Ander Sportarten und Freizeitbeschäftigungenwerden dagegen niemals kritisert: Eishokey, Autorennen, Grossveranstaltungen (Katholikentag, Papbstbesuch, Fussbalspiel, ZDF-Musikantenstadel usw.)
Der Grund liegt wohl darin, dass Skifahren in der freien Natur stattfindet und nicht in der Stadt, wo man die Natur schon vernichtet hat, und das Schneekanonen leicht zu anderen Assoziationen wie Schneemangel und Klimawandel verführt.
Abgesehen davon,daß Autorennen (Motorradrennen,etc.)für mich keinen Sport im eigentlichen Sinne darstellen,(sinnloses im Kreis herumfahren),finde ich das eine völlig überflüssige Energieverschwendung.Aber diese abtrünnigen Millionär-"Sportler" werden auch noch öffentlich besonders hofiert.
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Re: Sind Skifahrer schlechte Menschen?

Beitrag von Che »

Bin ich auch "Millionaä-Sportler", wenn ich auf ne Kartbahn gehe?^^
Hast du wahrsch. noch nie gemacht, oder?! Sonst wüsstest du, dass es durchaus ein Sport ist. Wie "sinnvoll" dieser ist, ist eine andere Frage. Aber welche Freizeitaktivität des Menschen ist schon "sinnvoll"?^^
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Re: Sind Skifahrer schlechte Menschen?

Beitrag von br403 »

Motorsport ist absolut ein Sport, sollte jeder mal probieren der meint es wäre kein Sport.
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matterhorn48
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Re: Sind Skifahrer schlechte Menschen?

Beitrag von matterhorn48 »

"Aber welche Freizeitaktivität des Menschen ist schon "sinnvoll"?^^"

Das muß jeder für sich entscheiden.Es kann auch jeder machen was er will,das war nur MEINE Meinung.Ansonsten bin ich der Ansicht:
"Leben und leben lassen,jeder soll nach seiner Fasson selig werden."
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Kris
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Re: Sind Skifahrer schlechte Menschen?

Beitrag von Kris »

matterhorn48 hat geschrieben: "Leben und leben lassen,jeder soll nach seiner Fasson selig werden."
Da fehlt jedoch noch ein Aspekt: Der Fussabruck des eigenen Handelns, die Auswirkungen auf andere. Als einzelner in der Masse. Heisst nicht dass man jetzt nicht mehr skifahren soll, aber zumindestens ein wenig reflektieren darüber, welche Auswirkungen das auf den Naturraum übertragene Dogmata des unbegrenzten Wirtschaftswachtums hat. Diesem Thema wird gerne ausgewichen im Alpinfoum aus naheliegenden Gründen ...
>> Die unaufhaltsame Industrialisierung des Skiraums führt zu Banalisierung und somit zum Verlust der magischen Skisportfreude<<

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GMD
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Re: Sind Skifahrer schlechte Menschen?

Beitrag von GMD »

Ich bin mir bewusst, dass mein Hobby Ski fahren die Umwelt relativ stark belastet, und darum versuche ich das in meinem übrigen Leben so gut wie es geht zu kompensieren. Ich fahre viel ÖV, kaufe viele Bioprodukte und wenn möglich aus der Region, bevorzuge fairtrade bzw. fair hergestellte Artikel bei ausländischen Erzeugnissen, achte auf die Saison von Lebensmittel, in der Wohnung wird im Winter nur auf etwa 20° geheizt etc. Immer wieder mal überlege ich mir, ob ich Vegetarier werden soll, aber dazu bin ich wohl zu sehr Geniesser! :wink:
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starli
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Re: Sind Skifahrer schlechte Menschen?

Beitrag von starli »

Hm, ich kompensiere also die langen Autofahrten in die Skigebiete damit, dass ich mir hauptsächlich Skigebiete mit <10 Liften und vielen SL oder DSBs und wenig/keiner Beschneiung aussuche, anstatt Großgebiete mit 8KSBs und so .. ;-)
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Re: Sind Skifahrer schlechte Menschen?

Beitrag von Skitourer12 »

"Die planen, da fast 200 Schneilanzen aufzustellen! Allein am Wurmberg sollen es 120 sein, und dann noch mal 70 am Winterberg, in fünf Kilometer Entfernung! Für nicht einmal 20 Kilometer Piste! Das ist eine unerhörte Dichte: Die megagroßen Skigebiete in den Alpen, Val de Torrence etwa, die haben für Hunderte von Pisten-Kilometern höchstens 500 Schneekanonen – was ja katastrophal genug ist."

Ich finde, so schön das Skifahren auch ist, irgendwo reicht es auch. Wir sollten mit den Ressourcen unsers Planeten besser haus halten. Dieses Skigebiet im Harz - und darum geht es ja - ist vollkommener Quatsch. Wie soll das denn funktionieren. Demnächst kommen die in Bonn noch auf die Idee und wollen das Siebengebirge zum Skigebiet umfunktionieren. Is ja kein Problem mit 1000 Kanonen.....
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Re: Sind Skifahrer schlechte Menschen?

Beitrag von Whistlercarver »

GMD hat geschrieben:Ich bin mir bewusst, dass mein Hobby Ski fahren die Umwelt relativ stark belastet, und darum versuche ich das in meinem übrigen Leben so gut wie es geht zu kompensieren. ... kaufe viele Bioprodukte ...
Habe das mal so zusammen geschnitten das es mir in den Kram passt. :wink:

Dir ist aber schon klar das Bioprodukte nicht so ökologisch Hergestellt werden können wie nicht Bioprodukte? Für die selbe Anzahl an Bioprodukten benötgt man deutlich mehr Fläche wie für konventionell hergestellte Produkte aus der Landwirtschaft. Der Bio-Bauer braucht für 20 Kühe einen 1000qm großen Stall. Der Normale Bauer bekommt bequem 40 Kühe auf der selben Fläche unter. (Das sind keine belegbaren Zahlen sondern nur schnell aus den Fingern gezogen, falls erwünscht kann ich mich um richtige Zahlen kümmern). Der Bio-Bauer braucht für seine 20 Kühe sagen wir mal 30ha Grünland während der normale Bauer dank Kunstdünger mit 25ha für 40 Kühe auskommt.

Zurück zu den Skigebieten: Wer sagt den das der Hamburger zum Skifahren in die Alpne muss? Er kann ja auch schon im Sauerland und so seinen Skiurlaub verbringen. Somit wird der ökologische Fußabdruck auch um einiges kleiner.
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Re: Sind Skifahrer schlechte Menschen?

Beitrag von chianti »

Offtopic, aber das kann man nicht so stehen lassen:
Whistlercarver hat geschrieben:Dir ist aber schon klar das Bioprodukte nicht so ökologisch Hergestellt werden können wie nicht Bioprodukte
Dafür braucht der Nicht-Biobauer Kraftfutter, für das in Brasilien 2000m² Regenwald zum Sojaanbau gerodet werden (und ein paar Indianer werden auch umgebracht, wenn sie sich gegen den Landraub wehren). Außerdem produziert der konventionelle Bauer mit doppelt so vielen Kühen die doppelte Menge an Gülle, mit der er seine Wiesen gnadenlos überdüngt und jährlich neue Rekordwerte an Nitratbelastung des Grundwassers erzielt. Diese Verseuchung der Umwelt darfst du dann über höhere Abwassergebühren bezahlen, damit die Kläranlagen mit neuen Eliminationsanlagen dieser Umweltschweinerei*) überhaupt noch Herr werden.

Merke: eine große Fläche extensiv bewirtschaftet ist besser für die Umwelt als eine kleine Fläche intensiv. Quantität =/= Qualität. Und die Milch aus Gras-/Heufütterung schmeckt außerdem deutlich besser als das weiße Zeug, das mit Kraftfutterbeimischung produziert wird - kauf einfach das nächste Mal, wenn du in Tirol bist, Heumilch z.B. aus dem Zillertal und mach den direkten Vergleich mit der Standardmilch vom Discounter.

*) siehe auch den Artikel im radikalökologischen Propagandablatt "Focus": http://www.focus.de/wissen/natur/tid-11 ... 24937.html
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Re: Sind Skifahrer schlechte Menschen?

Beitrag von Whistlercarver »

chianti hat geschrieben:Offtopic, aber das kann man nicht so stehen lassen:
Whistlercarver hat geschrieben:Dir ist aber schon klar das Bioprodukte nicht so ökologisch Hergestellt werden können wie nicht Bioprodukte
Dafür braucht der Nicht-Biobauer Kraftfutter, für das in Brasilien 2000m² Regenwald zum Sojaanbau gerodet werden (und ein paar Indianer werden auch umgebracht, wenn sie sich gegen den Landraub wehren). Außerdem produziert der konventionelle Bauer mit doppelt so vielen Kühen die doppelte Menge an Gülle, mit der er seine Wiesen gnadenlos überdüngt und jährlich neue Rekordwerte an Nitratbelastung des Grundwassers erzielt. Diese Verseuchung der Umwelt darfst du dann über höhere Abwassergebühren bezahlen, damit die Kläranlagen mit neuen Eliminationsanlagen dieser Umweltschweinerei überhaupt noch Herr werden.

Merke: eine große Fläche extensiv bewirtschaftet ist besser für die Umwelt als eine kleine Fläche intensiv. Quantität =/= Qualität. Und die Milch aus Gras-/Heufütterung schmeckt außerdem deutlich besser als das weiße Zeug, das mit Kraftfutterbeimischung produziert wird - kauf einfach das nächste Mal, wenn du in Tirol bist, Heumilch z.B. aus dem Zillertal und mach den direkten Vergleich mit der Standardmilch vom Discounter.
Also mein Nachbar der von konvetinell auf Bio umgestellt hat, hat seine Fläche sowie die Anzahl an Tieren behalten. Auch füttert er weiterhin Kraftfutter zu. Das einzigste was sich verändert hat ist: es wird kein Kustdünger mehr verwendet und es muss jeden Herbst Futter zugekauft werden um die Tiere über den Winter zu bringen.

Zu Heumilch im Laden kaufen: Ich werde einen teufel tun und mir Milch aus einem Laden kaufen und dann trinken. Die Rohmilch direkt vom Nachbar schmeckt da 1000 mal besser als das Zeugs aus dem Laden.
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Re: Sind Skifahrer schlechte Menschen?

Beitrag von whiteout »

Etwas zurück zum Topic:

Ich denke allein der Fußabdruck von Serien wie der Formel 1 (25 Fahrer-1000e Techniker-100 000he wo anreisen) allein das wird schlimmer sein als alle Skifahrer zusammen (Und die machen wenigstens Sport und schauenn nicht nur zu)
Fussball ist nix anderes...

Skisport kann hier nicht als Sündenbock dargestellt werden!!! :roll:
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5x Pitztal - 4x Kleinwalsertal - 5x Stubai - 2x Fellhorn - 2x Nebelhorn - 2x Flumserberg - 1x Bolsterlang - 1x Ofterschwang - 1x Laax - 1x SkiArlberg - finished!
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Re: Sind Skifahrer schlechte Menschen?

Beitrag von Chense »

gerrit hat geschrieben:Ich denke (ohne genaue Zahlen im Kopf zu haben), dass das Golfspielen sicher nicht wesentlich unweltfreundlicher ist als das Schifahren.
Da muss ich jetzt aber mal widersprechen ... Sind beides sicher keine Waisenknaben aber ich denke doch, dass Golf eher umweltfreundlicher ist ... (klar gibts Anlagen die dem Hohn sprechen) aber im Grunde wird da nur beim Bau viel Energie verbraucht und Abgase in die Luft geblasen und das braucht man nicht wenn man ein geeignetes Gelände aussucht (also das Gleiche wie beim Skifahren mit der Modelliererei) ansonsten braucht man für nen Golfplatz eher wenig und macht auch die Natur nicht wirklich kaputt ... Das bisschen mähen was da gemacht wird ist ja schon so ziemlich alles ...
Erst wenn der letzte SL stillgelegt,
die letzte PB abgebrochen,
und die letzte Piste modelliert ist,
werdet Ihr herausfinden, daß der Skisport tot ist!

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