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Liftbetreiber pfeifen auf Einheimische
Einheimische bringen den Skigebieten zu wenig Geld in die Kassen.
Auch wenn noch genug Schnee auf den Pisten liegt, werden die Lifte geschlossen.
Bild: Fasser
Seit Jahren schalten Tirols Liftbetreiber ihre Anlagen erst Anfang Mai aus. Heuer sieht das ganz anders aus.
Schneekanonen machen es möglich: Die Vorfreude auf den Schnee lässt schon im November die Kassen klingeln. Am Ende der Saison sind die Touristen skimüde, und die Anlagen für Einheimische offen zu halten, ist unrentabel.
"Gäste schauen heute oft ins Internet, sehen, dass nicht alle Lifte in Betrieb sind - und bleiben zuhause. Deshalb sperren wir am 17. April", sagt Erich Haslwanter von den Kühtaier Bergbahnen.
In Kitzbühel hat sich die Saison ebenfalls in Richtung Herbst verschoben. Georg Hechenberger von den Kitzbühler Bergbahnen nutzte die Vorfreude auf den Schnee: "Wir haben viel in Beschneiungsanlagen investiert, um früher in die Saison starten zu können. So haben wir bis zu zwei Wochen länger offen - aber eben nicht am Ende der Saison."
Dabei ist die Schneelage noch immer ausgezeichnet. 120 Zentimeter am Hahnenkamm und 150 am Arlberg sind mehr als ausreichend. "Auch wenn wir noch viel Schnee haben, ist das Wetter im Frühjahr eine Lotterie. Ski gefahren wird nur noch bei gutem Wetter. Deshalb schließen wir die Lifte," meinte Hechenberger.
Mit Highlights am Ende der Saison sichert sich Ischgl Touristen bis Mai, wo heuer unter anderem Alanis Morrisette auftreten wird. "Tiroler Skigäste allein bringen nicht genug Geld in die Kassen, um den Betrieb rentabel weiter zu führen. Wir versuchen trotzdem, jedem den Winterspaß bis zum letzten Tag zu ermöglichen", sagt Hannes Parth (Ischgler Bergbahnen).
Gewinner sind die Tourengeher: Sie können sich auf unbefahrenen Pisten freuen.
29.03.2005