Braune Hänge, lange Gesichter
Nur auf dem Feldberg surren die Lifte, und dort auch nur dank Kunstschnee. In niedrigeren Lagen stehen die Anlagen still, die Besitzer beklagen den Einnahmenausfall.
Im Schwarzwald regiert die Hoffnung - auf den nächsten Winter. Angesichts grün-brauner Hänge bleibt den Lift- und Skischul-Betreibern kaum anderes übrig. Nur der Feldberg (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) zeigt sich in Weiß. Dort liegt eine 20 bis 30 Zentimeter hohe Altschneedecke. "Auf den beschneiten Pisten herrschen optimale Bedingungen", sagt Volker Haselbacher, der Feldberger Tourismusdirektor und Geschäftsführer des Liftverbunds Feldberg. Die Lifte laufen.
Er sieht diese Saison als "absoluten Ausreißer". Selbst wenn die Lifte in Zukunft aufgrund der Klimaerwärmung statt wie zuvor an 100 nur noch an 80 Tagen surren, sei "auf der Schneeinsel" Feldberg kein Liftbetreiber gefährdet.
70 Prozent Einbußen mussten ihre Skischule und ihr Sportgeschäft in Bernau (Kreis Waldshut) in dieser Saison verkraften, berichtet Rosi Thoma. Nur einer der fünf Skilifte in Bernau sei in diesem Winter kurz angelaufen - und das auch nur, weil an den wenigen kalten Tagen die Beschneiungsanlage habe eingesetzt werden können.
Selbst wenn es in den nächsten Wochen noch schneien würde, "die Verluste können die Liftbetreiber nicht mehr aufholen", meint Klaus Faißt, Gästebetreuer im Tourismusbüro in Baiersbronn (Kreis Freudenstadt). Nach dem schneereichen Winter 2005/2006 hätten einige Liftbesitzer an der Schwarzwaldhochstraße kräftig investiert. Die derzeitige Saison sei hart für sie. Am Ruhestein liefen die Lifte bisher nur an 20 Tagen. Im vergangenen Jahr waren sie von Anfang Dezember bis Ende März täglich in Betrieb. "Wir gehen nicht davon aus, dass es in Zukunft nur noch so milde Winter geben wird", sagt Faißt.
Seit 1977 hat der Sonnenbühler Liftbesitzer Günter Möck eine Sommerbobbahn. Am Wochenende hat er sie wieder in Betrieb genommen - so früh wie nie zuvor. In normalen Jahren wedeln Ende Februar Skifahrer den Hang hinunter. "So wenig Schnee gab es noch nie", erinnert sich Möck, der 1965 auf der Alb den ersten Skilift installiert hat. Nur vier Tage lang surrte der Lift in dieser Saison. Das war in der letzten Januarwoche. Seither heißt es auf der Alb: kein Wintersport möglich.
Möck hat es noch gut. Er kann wenigstens auf Bobfahren umstellen. Die Kollegen müssen von den guten Einnahmen des Winters 2005/06 zehren. Auch Beschneiungsanlagen wie in Römerstein (Kreis Reutlingen) und Albstadt-Ebingen (Zollernalbkreis) halfen nicht aus der Misere. Zum Schneemachen waren die Temperaturen zu hoch.
Finanzielle Einbußen erleiden alle. Denn eine Sommerbobbahn ist auch im Winter nicht die große Attraktion. Doch der ausgebliebene Schnee hat noch eine andere Konsequenz. Das Interesse an Wintersport nimmt ab. Der Wintersportverein (WSV) Ebingen musste eine Skiausfahrt mit der Schalksburgschule in die Alpen wegen zu weniger Anmeldungen absagen. Und auch die traditionelle Zwergl-Ausfahrt hatte weniger Zuspruch als sonst. WSV-Vorsitzender Siegfried Binder: "Dieser Winter wird uns zurückwerfen, auch sportlich."
VON PETRA WALHEIM, RAIMUND WEIBLE
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Braune Hänge, lange Gesichter
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das selbe in grün
Hi,
habe eben beim stöbern diesen Artikel entdeckt. Zur Zeit fahre ich öfter die B500 Schwarzwaldhochstraße. Es ist traurig. Das selbe in grün und braun, wie das letzte Jahr. Der obige Artikel passt auch zur aktuellen Saison. Wie werden die Konsequenzen aussehen?
MfG Bernhard
habe eben beim stöbern diesen Artikel entdeckt. Zur Zeit fahre ich öfter die B500 Schwarzwaldhochstraße. Es ist traurig. Das selbe in grün und braun, wie das letzte Jahr. Der obige Artikel passt auch zur aktuellen Saison. Wie werden die Konsequenzen aussehen?
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Berufsoptimismus: rein statistisch sollte es vielleicht am Feldberg noch einige Zeit gehen. In den Klimaprognesen ist aber nicht enthalten, dass sich möglicherweise zu bestimmten Jahreszeiten bestimmte Grosswetterlagen einstellen könnten. (z B. jeden Winter ein kräftiges Hoch). Dann kann es mit dem Skifahren in mittleren Lagen, so wie dieses Jahr recht schnell schwierig werden; da wird dann auch Beschneiung unter Umständen nicht mehr helfen.